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Katrin Flothen, Zusammenfassung in:

Katrin Flothen

Marktmanipulation und Kurspflege, page 112 - 112

Eine Konkretisierung unter Berücksichtigung des § 20a WpHG und der MaKonV

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4256-4, ISBN online: 978-3-8452-1805-2 https://doi.org/10.5771/9783845218052

Series: Mannheimer Schriften zum Unternehmensrecht, vol. 14

Bibliographic information
112 an sich börsenrechtlich nicht zu beanstanden. Sie stellen ordnungsgemäße Order dar, wie sie von Anlegern, welche die falschen Informationen nicht haben bzw. aufgrund derer nicht handeln, auch in Auftrag gegeben werden. Folglich führt keine Art der Marktmanipulation zu einer anderen als der von § 24 Abs. 2 S. 1 BörsG voraus gesetzten wirklichen Marktlage. Ein Handelsgeschehen nach einem manipulativen Eingriff mag zwar materiell nicht richtig sein, widerspricht jedoch aufgrund objektiver Gesichtspunkte nicht dem Gebot der formalen Kurswahrheit. Durch die Manipulationen kommt es zwar zu einer Marktlage, die ohne die Einflussnahme nicht entstanden wäre. Allerdings ist die Manipulation allein auf die Gründe und Umstände der Transaktionen beschränkt. Ob das Gebot der formalen Kurswahrheit eingehalten worden ist, sagt dementsprechend nichts darüber aus, ob es sich um einen manipulierten Börsenpreis handelt. 4. Einhaltung der formalen Kurswahrheit durch Kurspflegemaßnahmen Die Kurspflegemaßnahmen selbst werden durch ordnungsgemäße Käufe und Verkäufe am Kapitalmarkt ausgeführt. Es handelt sich um ein reales Angebot bzw. eine reale Nachfrage. Die Transaktionen werden formal ordnungsgemäß abgewickelt. Die im Rahmen von Kurspflegemaßnahmen getätigten Geschäfte stellen die aktuelle Markt- und Geschäftslage des Wertpapiers dar. Insoweit widersprechen Kurspflegemaßnahmen auch nicht den Anforderungen des § 24 Abs. 2 S. 1 BörsG an das Gebot der formalen Kurswahrheit, denn der gebildete Kurs entspricht letztlich dem tatsächlichen Handelsaufkommen bzw. den abgegebenen Order und Transaktionen. III. Zusammenfassung § 24 BörsG stellt im Rahmen des Merkmals der „wirklichen Marktlage“ wie bei dem Merkmal des „ordnungsmäßigen Zustandekommens“ des Börsenpreises nur auf das Gebot der formalen Kurswahrheit ab. Es soll nur das objektive Marktgeschehen, d.h. alle Order, Transaktionen, Angebote und Nachfragen nach Wertpapieren ordnungsgemäß bzw. richtig erfasst und abgebildet werden. Dieses objektive Marktgeschehen wird aber formell weder durch Marktmanipulationen noch Kurspflegemaßnahmen beeinträchtigt. Die Anforderungen des § 24 Abs. 2 BörsG können daher keine Hilfestellung bei der Unterscheidung und Abgrenzung von Kurspflege- und Marktmanipulationsmaßnahmen liefern. F. Das Volumen einer Transaktion Kurspflegemaßnahmen dürfen nur in einem engen quantitativen Rahmen durchgeführt werden. Gestattet ist nur der Erwerb einer bestimmten Menge an Wertpapieren.

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Zusammenfassung

Durch Marktmanipulation und Kurspflege wird die Bildung der Börsenkurse gezielt beeinflusst. Die Abgrenzung der verbotenen Börsenkursmanipulationen und der erlaubten Kurspflege stellt aufgrund des Phänomens der Ähnlichkeit der Handelstechniken eine Herausforderung dar und ist gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise von Bedeutung.

Die Arbeit untersucht die in § 20a WpHG und den europäischen Regelungen zur Verfügung gestellten Abgrenzungsmerkmale darauf, ob sie sich zur Konkretisierung der verbotenen Marktmanipulation von der erlaubten Kurspflege eignen. So werden für den Leser Leitlinien entwickelt, die eine eindeutige Klassifizierung von Markmanipulation und Kurspflege als zulässig bzw. unzulässig ermöglichen.