Content

Katrin Flothen, Zusammenfassung in:

Katrin Flothen

Marktmanipulation und Kurspflege, page 106 - 106

Eine Konkretisierung unter Berücksichtigung des § 20a WpHG und der MaKonV

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4256-4, ISBN online: 978-3-8452-1805-2 https://doi.org/10.5771/9783845218052

Series: Mannheimer Schriften zum Unternehmensrecht, vol. 14

Bibliographic information
106 und feststellen können, ob das Handelsgeschehen dem wirklich Rechnung trägt. Je mehr Informationen im Markt öffentlich verfügbar sind, desto mehr von diesen Informationen werden auch in den Preisen verarbeitet. Der Wissensvorsprung des Manipulators sinkt mit zunehmender Information der anderen Kapitalmarktteilnehmer. Nur in einem transparenten Markt hat ein Kapitalmarktteilnehmer überhaupt die Möglichkeit zu erkennen, ob hinter dem Verhalten eines Marktteilnehmers eine effektive, unbeeinflusste Transaktion oder aber eine Täuschung und damit eine Manipulation des Marktes stehen. Der Erfolg der Täuschung ist letztlich für die Erfüllung des Tatbestandes gem. § 20a WpHG nicht von Bedeutung, da die Manipulationshandlung nur objektiv dazu geeignet sein muss, eine Täuschung herrufen zu können und den Preis zu manipulieren. Allerdings wird es für den Manipulator entscheidend sein, dass er die Möglichkeit der Täuschung als wahrscheinlich ansieht, sonst wäre die Durchführung einer Manipulation sinnlos. V. Zusammenfassung Je transparenter ein Markt ist, desto kleiner sind die Informationsasymmetrien und desto größer ist für den Kapitalmarktteilnehmer auch die Chance, eine Manipulation zu erkennen und je mehr Informationen werden bei der Preisbildung verarbeitet. Je kleiner die Informationsasymmetrien sind, desto geringer ist auch die Chance eines Manipulators, einen manipulierten Markt- oder Börsenpreis zu erzeugen. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die zahlreichen Bezugnahmen auf die Notwendigkeit von Transparenz in Erwägungsgrund (43) der Marktmissbrauchsrichtlinie zu werten. Darüber hinaus ist Transparenz notwendig ist, um überhaupt feststellen zu können, ob eine Täuschung der Anleger vorliegt. Sind die Umstände, die Gegenstand einer Täuschung sein sollen, schon zuvor umfangreich bekannt gegeben worden, eignet sich die Handlung nicht mehr dazu, einen Irrtum bzw. eine falsche Vorstellung bei einem Kapitalmarktteilnehmer zu erregen. Eine Marktmanipulation muss dann ausscheiden. Allerdings sind an die Bekanntgabe von Informationen hohe Anforderungen zu stellen. Transparenz ist daher zwingende Voraussetzung dafür, dass keine unzulässige Marktmanipulation vorliegt. Die Transparenz des Kapitalmarktes eignet sich folglich, um zwischen einer zulässigen Kurspflege und einer unzulässigen Marktmanipulation zu unterscheiden. E. Die Anforderungen an die Bildung des Börsenpreises gem. § 24 BörsG Das Regelungsziel des Marktmanipulationsverbotes gem. § 20a WpHG ist es, die funktionsbezogenen Einrichtungen des Kapitalmarktes und das Vertrauen der Anleger in ihrer Gesamtheit zu schützen. Die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Preisbildung und die Gewährleistung der Chancengleichheit aller Marktteilnehmer

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Durch Marktmanipulation und Kurspflege wird die Bildung der Börsenkurse gezielt beeinflusst. Die Abgrenzung der verbotenen Börsenkursmanipulationen und der erlaubten Kurspflege stellt aufgrund des Phänomens der Ähnlichkeit der Handelstechniken eine Herausforderung dar und ist gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise von Bedeutung.

Die Arbeit untersucht die in § 20a WpHG und den europäischen Regelungen zur Verfügung gestellten Abgrenzungsmerkmale darauf, ob sie sich zur Konkretisierung der verbotenen Marktmanipulation von der erlaubten Kurspflege eignen. So werden für den Leser Leitlinien entwickelt, die eine eindeutige Klassifizierung von Markmanipulation und Kurspflege als zulässig bzw. unzulässig ermöglichen.