Content

Katrin Flothen, Die Marktprinzipien gem. § 8 MaKonV in:

Katrin Flothen

Marktmanipulation und Kurspflege, page 156 - 156

Eine Konkretisierung unter Berücksichtigung des § 20a WpHG und der MaKonV

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4256-4, ISBN online: 978-3-8452-1805-2 https://doi.org/10.5771/9783845218052

Series: Mannheimer Schriften zum Unternehmensrecht, vol. 14

Bibliographic information
156 Kursstabilisierungsmaßnahme durch eine andere natürliche oder juristische Person als ein Wertpapierhaus oder Kreditinstitut jedoch nur ein Indiz dafür sein, dass es sich um eine unzulässige Maßnahme handelt. K. Die Handlung gegen den Markttrend Der Begriff des Markttrends gibt keine Hilfestellung für die zweifelsfreie Klassifizierung von Maßnahmen als zulässig bzw. unzulässig. Kurspflegemaßnahmen erfolgen immer gegen den Markttrend. Marktmanipulationen können sowohl mit als auch gegen den Markttrend durchgeführt werden. Der Begriff des Markttrends ist zur Abgrenzung von Kurspflege und Marktmanipulation nicht geeignet, weil er zu unbestimmt ist und viele Einzelfragen offen lässt. L. Die Marktprinzipien gem. § 8 MaKonV Die Prinzipien der Marktliquidität und der Marktfunktion gem. § 8 Abs. 1 MaKonV eignen sich nicht zur Konkretisierung und Abgrenzung der Marktmanipulation von der Kurspflege, da sowohl Kurspflegemaßnahmen als auch Marktmanipulationen gegen die Prinzipien verstoßen. Die Prinzipien der Marktstruktur und der Marktintegrität eignen sich nur eingeschränkt zur Abgrenzung. Eine Prüfung des Einzelfalls ist jeweils erforderlich. Anders verhält es sich mit dem Prinzip der Marktfairness. Gegen dieses Prinzip wird nur mittels Marktmanipulationshandlungen verstoßen, da die Kapitalmarktteilnehmer getäuscht werden. Kurspflegemaßnahmen werden umfangreich bekannt gemacht. Die Kapitalmarktteilnehmer haben die Möglichkeit sich, umfangreich zu informieren und deshalb Angebot und Nachfrage entsprechend zu bewerten. Das Prinzip der Marktfairness eignet sich daher zur Konkretisierung von Marktmanipulation und Kurspflege.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Durch Marktmanipulation und Kurspflege wird die Bildung der Börsenkurse gezielt beeinflusst. Die Abgrenzung der verbotenen Börsenkursmanipulationen und der erlaubten Kurspflege stellt aufgrund des Phänomens der Ähnlichkeit der Handelstechniken eine Herausforderung dar und ist gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise von Bedeutung.

Die Arbeit untersucht die in § 20a WpHG und den europäischen Regelungen zur Verfügung gestellten Abgrenzungsmerkmale darauf, ob sie sich zur Konkretisierung der verbotenen Marktmanipulation von der erlaubten Kurspflege eignen. So werden für den Leser Leitlinien entwickelt, die eine eindeutige Klassifizierung von Markmanipulation und Kurspflege als zulässig bzw. unzulässig ermöglichen.