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Nicole Bettinger, Zielsetzung in:

Nicole Bettinger

Englische LLP und Anwaltshaftung in Deutschland, page 38 - 38

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4011-9, ISBN online: 978-3-8452-1679-9 https://doi.org/10.5771/9783845216799

Series: Internationales und europäisches Privat- und Verfahrensrecht, vol. 8

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38 umfassen, wird sowohl auf die bisherige Rechtslage als auch auf die durch europarechtliche Entwicklungen hervorgerufenen Neuerungen eingegangen. Dadurch wird eine Analyse des kollisionsrechtlichen Systems unter Berücksichtigung punktueller gesetzgeberischer Interventionen ermöglicht. Auch mit Blick auf die Praxis wird eine kontinuierliche Erfassung der Problematik gewährleistet. B. Zielsetzung Ziel dieser Arbeit ist es, den Export der LLP als neue englische Rechtsform durch deutsche Rechtsanwälte zum Zwecke der gemeinsamen Berufsausübung in Deutschland unter Begründung eines deutschen Verwaltungssitzes insbesondere im Hinblick auf die Frage der Anwaltshaftung für fahrlässig verursachte Vermögensschäden zu untersuchen. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der besonderen Problematik der Anwaltshaftung. Daneben werden die wesentlichen kollisions- und europarechtlichen Grundvoraussetzungen einer Integration der englischen Anwalts-LLP in die deutsche Rechtsordnung, mithin die registerrechtliche und die berufsrechtliche Erfassung sowie die Postulationsfähigkeit, eingehend untersucht. Aus kollisionsrechtlicher Perspektive soll untersucht werden, welches Recht zur Anwendung berufen ist. Auf Tatbestandsebene soll die Erfassung der LLP durch das deutsche Recht durch die Methode der Substitution diskutiert werden. Die durch in Deutschland tätige Rechtsanwälte zur Rechtsberatung in Deutschland niedergelassene LLP soll im Einzelnen mit den deutschen Rechtsformen Partnerschaft und GmbH verglichen werden, um daraus Schlüsse für die Behandlung der Anwalts-LLP zu ziehen. Insgesamt sollen die europarechtlichen Vorgaben für die Anwendung deutschen Rechts Berücksichtigung finden. Ferner soll de lege lata hinsichtlich des mit dem Export der Anwalts-LLP durch das allgemeine kollisionsrechtliche Verweisungssystem ausgelösten Wegbrechens der Haftung des LLP-Gesellschafters nach den englischen Grundsätzen der professional negligence eine Korrektur dieses transnationalen Haftungswegfalls durch das spezielle Rechtsinstitut der Anpassung auch im Hinblick auf die europarechtliche Zulässigkeit untersucht werden.27 Darüber hinaus soll ein Vorschlag für eine neue europäische Kollisionsnorm zur Problemlösung de lege ferenda entwickelt werden. C. Gang der Untersuchung Um eine stringente Analyse zu gewährleisten, erfolgt eine Aufteilung dieser Arbeit in vier Teile. Der erste Teil ist der Erörterung der Gründung der englischen Anwalts- LLP in ihrem Heimatland und der Rechtslage nach dem materiellen englischen 27 Siehe die Diskussion unten Teil 3 C, D.

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Zusammenfassung

Die englische Limited Liability Partnership (LLP) kann für in Deutschland niedergelassene Rechtsanwälte eine attraktive Alternative sein. Die Arbeit untersucht die in der Praxis für solche Anwalts-LLPs relevanten berufs-, haftungs-, gesellschafts- und registerrechtlichen Fragen aus internationalprivatrechtlicher und europarechtlicher Perspektive und vergleicht funktional die LLP mit Partnerschaft und GmbH. Insbesondere erörtert die Autorin die Haftung der LLP-Gesellschafter für Berufsfehler sowie die Frage, welche Normen der BRAO Anwendung finden. Die kollisionsrechtlichen Methoden der Substitution und der Anpassung werden diskutiert. De lege ferenda wird eine Neuregelung für das Kollisionsrecht vorgeschlagen.