Content

Peggy Looks, Freya Geishecker, 4.4 Bewegungsförderung und soziale Teilhabe in:

Hendrik Jürges, Johannes Siegrist, Matthias Stiehler (Ed.)

Männer und der Übergang in die Rente, page 265 - 270

Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8379-3023-8, ISBN online: 978-3-8379-7704-2, https://doi.org/10.30820/9783837977042-265

Series: Forschung Psychosozial

Bibliographic information
265 4.4 Bewegungsförderung und soziale Teilhabe Projekte für Senioren in einer Großstadt Peggy Looks & Freya Geishecker Zusammenfassung Die Förderung körperlicher Aktivität in der Landeshauptstadt Dresden ist ein zentrales Anliegen. Es werden Praxisbeispiele präsentiert, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Neben der Bewegungsförderung geht es auch um die Förderung sozialer Teilhabe durch Etablierung dezentraler, einfach zugänglicher Angebote. Hierbei wird insbesondere auf gendergerechte Gesundheitsförderung fokussiert. »Social Participation and Promotion of Physical Activity – Projects for Senior Citizens in a Big City« The promotion of physical activity in the state capital Dresden is a central concern. This article presents best-practise-examples with a holistic approach. In addition to promoting physical activity, the examples given also encourage social participation by establishing decentralized low-threshold offers in a growing city. In particular, they focus on genderappropriate health promotion. Einleitung Die Förderung der körperlichen Aktivität ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landeshauptstadt Dresden im Projekt »Gesunde Städte« der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Während in den 1990er Jahren die Arbeit in diesem Schwerpunkt vor allem von der Umsetzung von Aktionen und Projekten geprägt war, hat sie sich zu einer datenbasierten Strategie entwickelt, die mit konkreten Maßnahmen in spezifischen Fachplänen verankert ist. Zu nennen sind hier, neben dem Meta- Plan »Integriertes Stadtentwicklungskonzept Zukunft Dresden 2025+«, z. B. die Sportentwicklungsplanung sowie der Aktionsplan »Gesundes und aktives Altern«. Letztgenannter Fachplan dockt an den zweiten großen Arbeitsschwerpunkt der Landeshauptstadt Dresden, dem »Gesunden und aktiven Altern«, an und zielt insbesondere auf die Generationen 50plus ab. Dabei betrachtet der Plan viele Determinanten der menschlichen Gesundheit und des Wohlbefindens, so wie bei Dahlgren und Whitehead [1] beschrieben. Einflussfaktoren der menschlichen Gesundheit sind dabei auf unterschiedlichen Ebenen verankert. Angefangen bei den individuellen Lebensweisen, über Faktoren des sozialen Umfelds, wie auch Lebens- und Arbeitsbedingungen, bis hin zu Umweltfaktoren, wie wirtschaftliche Lage etc., die bei der Maßnahmenplanung beachtet werden müssen. Praxisbeispiel für Verhältnisprävention: Fußverkehrskonzept Die Determinanten von Gesundheit verdeutlichen, dass die Maßnahmen nicht 266 Peggy Looks & Freya Geishecker nur auf der Verhaltensebene ansetzen, sondern auch verhältnisorientiert sind. Beispielhaft zu nennen ist hier die Verankerung des Themas Gesundheit in der derzeitigen Konzipierung und Umsetzung des Fußverkehrsentwicklungskonzeptes. Insbesondere die Bedarfe spezifischer Bevölkerungsgruppen, wie ältere Menschen, geh- und sehbeeinträchtigte Menschen oder auch Kinder, müssen in einer wachsenden Großstadt Beachtung bei der Verkehrsentwicklung finden. Die »Stadt der kurzen Wege« sei hier als Schlagwort genannt, um Bewegung im Alltag zu gewährleisten und vor allem auch zu fördern. Ziel ist es hier, Distanzen zwischen Wohnung, Arbeit, Bildungssowie Freizeiteinrichtungen, Dienstleistungen etc. vermehrt durch Fuß-, Rad- oder öffentlichen Personennahverkehr zurückzulegen. Dafür müssen die entsprechenden Bedingungen geschaffen werden. Mit dem derzeit in Erarbeitung befindlichen Fußverkehrskonzept werden Maßnahmen entwickelt, die im Sinne eines »Design for all« die Bedürfnisse älterer wie auch jüngerer Menschen gleichberechtigt berücksichtigen, um Bedingungen in der Stadt zu schaffen, die neben der Bewegung auch soziale Teilhabe (z. B. Zugang zu Dienstleistungen, Seniorenbegegnungsstätten) begünstigen. Denn nur, wer z. B. Versorgungseinrichtungen oder Bibliotheken unkompliziert erreichen kann, kann diese nutzen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Praxisbeispiele zur Verhaltensprävention Neben den Maßnahmen auf Ebene der Verhältnisse, die Bewegungsförderung begünstigen, werden auf der Ebene der Verhaltensprävention unterschiedliche Projekte initiiert. Im Folgenden werden zwei Beispiele aus der Praxis beschrieben. »Fit im Park« Viele Menschen der deutschen Bevölkerung bewegen sich nicht ausreichend, dies hat der aktuelle DKV-Gesundheitsreport 2018 erneut bestätigt. Der Anteil der Menschen, die sich ausreichend bewegen, hat sich laut Report zwischen 2010 und 2018 von 60 % auf 43 % reduziert [2]. In der geschlechterspezifischen Differenzierung des DKV-Gesundheitsreports zeigt sich, dass Frauen generell eher auf einen gesunden Lebensstil achten, allerdings sind Männer körperlich aktiver. Dies liegt zum einen darin begründet, dass Männer häufiger Arbeitstätigkeiten mit intensiven oder moderaten körperlichen Aktivitäten ausüben. Aber auch in ihrer Freizeit sind Männer bewegungsfreudiger, wobei hier auch eher das Motiv der Leistungssteigerung im Vordergrund steht [3]. So gehen 43 % der befragten Männer intensiven Freizeitaktivitäten von im Mittel etwa 30  Minuten Länge nach  [2], während dies bei 39 % der Frauen mit im Mittel etwa 23 Minuten der Fall ist [2]. Es wird deutlich, dass etwa 60 % noch einen deutlichen Aufholbedarf haben, was die körperliche Aktivität anbelangt. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für Dresden. Etwa 40 % der Dresdner Bevölkerung sind regelmäßig körperlich aktiv, wobei mit zunehmendem Alter die körperliche Aktivität abnimmt. Während in jungen Jahren noch regelmäßig einer sportlichen Aktivität nachgegangen wird, ist dies bereits im mittleren Lebensalter (ab ca. 40  Jahren) nicht mehr gegeben. Dabei sind entsprechend der nationalen Empfehlungen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung bzw. 75  Minuten 267 4.4 Bewegungsförderung und soziale Teilhabe intensive Bewegung pro Woche für Erwachsene ausreichend, um gesund und fit zu bleiben [4]. Aber nicht nur das Alter ist ein Faktor, der das Ausmaß körperlicher Aktivität bestimmt, sondern auch die soziale Lage. In Dresden zeigt sich, dass Stadtteile mit einem erhöhten Anteil an Personen mit sozial-benachteiligten Lebenslagen, eher weniger aktiv sind. Ein weiteres zentrales Ergebnis ist, dass etwa 60 % der Menschen in Dresden selbstorganisierten Sport betreiben. Das heißt, die Einbindung in Vereinsstrukturen, um körperlich aktiv zu sein, ist bei lediglich 40 % der Sporttreibenden gegeben. »Fit im Park« wurde erstmalig 2017 als Modellprojekt geplant. Bei der Konzipierung des Vorhabens wurde sich an die Erfolgsgeschichte der Stadt Stuttgart mit »Sport im Park« angelehnt. Im Fokus stand die Bewegungsförderung bei Personen, die bislang wenig sportlich aktiv waren. Mit dem Projekt sollten alle Personen im Erwachsenenalter Berücksichtigung finden. Durch die Bereitstellung von leicht zugänglichen, wohnortnahen, kostenfreien Angeboten zur Bewegung auf öffentlichen Grünflächen sollen Menschen sensibilisiert werden, sich regelmäßig zu bewegen bzw. aktiv zu sein. Wichtig war der Landeshauptstadt Dresden, dass dieses saisonale Angebot wohnortnah und kosten- sowie anmeldungsfrei realisiert wird, um gerade auch vulnerable Gruppen zu erreichen. Anders als in anderen deutschen Großstädten liegt die Federführung des Projektes beim Gesundheitsamt. Dies ist bewusst so gewählt, da in diesem Projekt nicht der (leistungsorientierte) Sport im Vordergrund steht, sondern die Freude und der Spaß an der Bewegung und damit auch die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. Das Vorhaben findet seit 2017 jeweils in zwei Sommermonaten in Kooperation mit dem Stadtsportbund Dresden e. V. sowie mit der IKK classic statt. Dabei werden verschiedene Bewegungskurse auf unterschiedlichen öffentlichen Park- und Grünflächen angeboten. Im Jahr 2017 wurde mit 11  Angeboten gestartet, im Jahr 2018 waren es 14 Angebote und 2019 bereits 16, die wöchentlich jeweils für 9 Wochen stattfanden. Dabei wurde besonders auf die Differenziertheit der Angebote geachtet. Angebote für Kraft oder Koordination sowie für unterschiedliche Geschlechter und unterschiedliche Altersgruppen wurden gewählt und von qualifizierten Trainern privater Anbieter und aus den Dresdner Vereinen durchgeführt. Mit dem Einsatz von ausgebildeten Trainerinnen und Trainern, konnte die fachlich hohe Qualität des Angebotes sichergestellt werden. Beispielsweise fanden Kurse zum Trainieren mit Smovey-Ringen, mit dem Multi- Elastiband oder auch Kurse wie Dance Fitness und Body Workout statt. Im Jahr 2017 nahmen 1.423  Personen (davon 260 Männer), in 2018 2.243 (davon 346 Männer) und in 2019 3.104 (davon 740  Männer) teil. Da Männer eine im Allgemeinen eher schwer zu erreichende Zielgruppe darstellen, die allerdings einem hohen Gefährdungspotenzial unterliegt, sind spezifische Ansätze von besonderer Bedeutung [3]. Um den Anteil von Männern zu erhöhen, wurden zum einen spezielle Kurse, die eher auf Krafttraining und Koordination ausgerichtet waren, initiiert. Zu nennen sind hier z. B. Taekwondo, Baseball für Einsteiger sowie Training am Fitnesstower, welche auch durch männliche Übungsleiter realisiert wurden. Zum anderen wurde auch auf eine andere Öffentlichkeitsarbeit gesetzt. Im Rahmen eines Familienfestes mit ca. 10.000  Besuchern und Besucherinnen wurde insbesondere über männli- 268 Peggy Looks & Freya Geishecker che Übungsleiter für die Teilnahme an Fit im Park geworben; auch weitere Veranstaltungen wurden genutzt. Während in 2017 der Anteil der Männer bei 18 % lag, konnte der Anteil in 2019 auf 23 % gesteigert werden. In den folgenden Jahren sollen diese Angebote fortgesetzt und weiter ergänzt werden. Ziel ist es, dass mindestens ein Drittel der teilnehmenden Personen männlichen Geschlechts sein sollte. Um dies zu erreichen, sind wir nicht nur mit den Partnern des Projektes in Diskussion, sondern auch mit den Teilnehmern, deren Rückmeldung zu den Kursen wichtig ist. Generell findet zu jedem Kurs eine Evaluation statt, wo die Teilnehmenden eine kurze Bewertung zur eigenen Zufriedenheit mit dem Kurs abgeben können. Im Schnitt der letzten drei Jahre liegt diese bei 98 % Zufriedenheit. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl lag bei 25 Personen je angebotenen Kurs. Die Angebote waren zeitlich so abgestimmt, dass auch Berufstätige teilhaben konnten. In 2017 wurde eine umfangreiche Begleitevaluation durchgeführt. Es zeigte sich, dass durch die wohnortnahen Angebote vor allem auch Zielgruppen erreicht werden, die bislang eher sportlich nicht aktiv waren. Zudem wurden verschiedene Altersgruppen angesprochen. Seit 2017 werden Bürgeranfragen zur zeitlichen Verlängerung des Angebotes sowie zur Fortführung in kommenden Jahren häufiger. Die Teilnehmenden bewerten vor allem die Qualität der Angebote positiv. Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter achten auf die Ausführung der Übungen und greifen ggf. korrigierend ein. Ferner wird die Art der Realisierung durch die Bevölkerung positiv bewertet. Die Lust an der Bewegung wird vor allem durch das Trainieren in der Gruppe in der Natur gesteigert. Der soziale Aspekt ist in diesem Projekt nicht zu unterschätzen. Viele Personen kommen zum Kurs, um neue Menschen kennenzulernen und berichten, dass die Gruppe sie antreibt dabeizubleiben. Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist, dass jede und jeder nach seiner individuellen Leistungsfähigkeit ein Angebot findet. Für die Ausübung der Kurse ist kein spezielles Sportequipment seitens der Teilnehmenden erforderlich, was einen weiteren Faktor der einfachen Teilnahme darstellt. Die Rückmeldung und die stetige Zunahme der Teilnehmenden beweist, dass mit dem Projekt die Förderung von Wohlbefinden und Freude an der Bewegung gelingen kann. »Fit im Park« fördert den Spaß an der Bewegung im Freien sowie das Treffen von Bekannten und Gleichgesinnten, um gemeinsam aktiv zu sein. »Bewegung im Stadtteil« »Bewegung im Stadtteil« wurde 2014 aufgelegt und hat ältere Bewohnerinnen und Bewohner, mit und ohne Mobilitätseinschränkungen, im Fokus. Hauptanliegen des Projekts besteht darin, bei älteren Menschen die Freude an der täglichen Bewegung zu fördern bzw. deren Mobilität zu erhalten, um die Risiken chronischer Erkrankungen infolge Bewegungsmangels sowie das Sturzrisiko zu senken. Ferner soll die Partizipation gestärkt werden. Bürgerinnen und Bürger werden mit dem Vorhaben aktiv aufgefordert, sich mit dem eigenen Stadtteil auseinanderzusetzen. Dies stärkt die geistige Aktivität und auch die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil. Zudem ging es um die Förderung der sozialen Integration und Verbundenheit zur Nachbarschaft und damit auch ein Entgegensteuern des Alleinseins. Das Vorhaben wurde im Rahmen von 269 4.4 Bewegungsförderung und soziale Teilhabe Kursen realisiert. In einer moderierten Gruppe wurden mit jeweils etwa acht Bürgerinnen und Bürgern individuelle Lieblingsplätze eines zuvor festgelegten Stadtteils gesammelt, fotografisch festgehalten sowie beschrieben und zu einem möglichst barrierefreien Rundgang konzipiert. Die Teilnehmer sollten sich selbst einbringen und aktiv mitarbeiten. Die Ergebnisse wurden in einer Stadtteilbroschüre dokumentiert. Ziel war es, Rundgänge aus der Perspektive älterer Menschen für ältere Menschen zu kreieren, um so auch eine hohe Nachnutzung zu erreichen. Für die Umsetzung des Vorhabens wurden bewusst Seniorenbegegnungsstätten des jeweiligen Stadtteils gewählt, um zum einen niedrigschwelligen Zugang zu schaffen und zum anderen, um nachbarschaftliche Beziehungen zu generieren bzw. zu stärken. Die Teilnehmenden waren zumeist alleinlebende bzw. neu zugezogene Menschen, die ihren Stadtteil sowie andere Menschen kennenlernen wollten. Dabei war das Geschlechterverhältnis der Teilnehmenden eher zugunsten der Frauen. Aber auch Männer konnten mit der Maßnahme erreicht werden. Diese engagierten sich dabei im Projekt in hohem Maße (z. B. eigene Recherchen, Testen der Wegstrecke). Auch hier scheint gerade der niedrigschwellige Zugang von Vorteil zu sein. Innerhalb der Seniorenbegegnungsstätten hatten Wanderleiter anderer Angebote explizit auch um eine Beteiligung in diesem Projekt geworben und weitere Projekte sind im Nachgang zu »Bewegung im Stadtteil« entstanden. Bei der gemeinsamen Erarbeitung der Broschüre ist das Wissen der Teilnehmenden und die Mitarbeit explizit gewünscht. Die damit einhergehende Wertschätzung wurde durch sie positiv bewertet. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Stadtteil stieg auch der Wissenszuwachs über den Stadtteil und die Identifikation mit diesem wurde erhöht, insbesondere bei neu hinzugezogenen Menschen. Bislang sind sechs Rundgänge in Dresden entstanden. Der Erfolg des Projektes lässt sich an der hohen Nachfrage nach den Broschüren sowie weiteren Rundgängen messen. Daher wurde eine Multiplikatorenschulung entwickelt, um das Vorhaben durch andere umzusetzen. Fazit Entsprechend dem Motto »Verhalten folgt den Verhältnissen« ist eine strikte Trennung zwischen den beschriebenen Projekten und den beiden Ebenen Verhalten und Verhältnisse nicht zielführend. Bestenfalls werden die Verhältnisse derart gestaltet, dass bewegungsförderndes Verhalten verstärkt wird. Beide oben beschriebenen Projekte der Verhaltensprävention stellen aufgrund ihrer einfachen Zugänglichkeit (Niedrigschwelligkeit) eine Möglichkeit dar, neben der Bewegungsförderung auch die soziale Teilhabe zu stärken. Dies scheint insbesondere ein Zugangsweg für die Erhöhung der Teilnahme an gesundheitsförderlichen Angeboten von Männern zu sein. Kessler und Bürgi [5] konstatieren in ihrem Leitfaden zur gendergerechten Gesundheitsförderung im Alter, dass männerspezifische Angebote mit einer einfach gestalteten Anmeldung und das Setzen bestimmter Anreize, wie soziale Teilhabe oder Aspekte der Leistungssteigerung, in einer besseren Erreichbarkeit von Männern resultieren. Dies zeigt sich auch beim Dresdner Beispiel von »Fit im Park«. Die gezielte Ansprache durch männliche Übungsleiter sowie Bewegungskurse 270 Peggy Looks & Freya Geishecker mit einem hohen Anteil an intensiven Übungen scheinen erfolgsversprechend. Eine gendergerechte Gesundheitsförderung muss in Zukunft weiter ausgebaut werden, um beide Geschlechter gleichermaßen erreichen zu können. Literatur 1 Dahlgren G, Whitehead M. Policies and strategies to promote social equity in health. Stockholm: Institute for Future Studies; 1991. 2 Frobose I, Biallas B, Wallmann-Sperlich B. Der DKV-Report 2018. Wie gesund lebt Deutschland? https://www.ergo.com/de/DKV-Report (10.10.2019). 3 Badura B, Schröder H, Vetter C. Fehlzeiten Report 2007: Arbeit, Geschlecht, und Gesundheit. Zahlen, Daten, Analysen aus allen Branchen der Wirtschaft. Heidelberg: Springer Medizin Verlag; 2008. 4 Rütten A, Pfeifer K. (Hrsg.), Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Erlangen-Nürnberg: FAU; 2016. 5 Kessler C, Bürgi F. Gesundheitsförderung Schweiz. Leidfaden »Wie erreichen wir Männer 65+?«: Gendergerechte Gesundheitsförderung im Alter. Gesammelte Erfahrungen für Fachleute auf der Umsetzungsebene. 2019. www.gesundheitsfoerderung. ch/publikationen (01.10.2019). Dr. Peggy Looks Ausgeübte Tätigkeit: Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung Strategische Gesundheitsplanung Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Leitung von Projekten der Gesundheitsförderung und Prävention im kommunalen Setting mit den Schwerpunkten »Gesundes und aktives Altern« und »Förderung der körperlichen Aktivität« Adresse: Landeshauptstadt Dresden, Gesundheitsamt, Abteilung Gesundheitsförderung, Postfach 120020, 01001 Dresden E-Mail: PLooks@dresden.de Freya Geishecker Ausgeübte Tätigkeit: Studentin der Soziologie (Dipl.) Adresse: Technische Universität Dresden, Philosophische Fakultät, Institut für Soziologie, 01062 Dresden E-Mail: freya-geishecker@gmx.de

Chapter Preview

Schlagworte

Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter

References

Zusammenfassung

Bis zum Jahr 2050 wird es etwa 23 Millionen über 65-Jährige in Deutschland geben. Dadurch wird es gesellschaftlich wie individuell zunehmend notwendig, gute Voraussetzungen für das Rentenalter als Lebensphase zu schaffen. Um es bei guter Gesundheit und Lebensqualität zu verbringen, sollte bereits die Zeit vor dem Übergang zur Vorbereitung genutzt werden. Insbesondere Männer, die sich oft stark mit ihrer Berufstätigkeit identifizieren, sind gefordert, ein hohes Gesundheitspotenzial und gute soziale Bedingungen verantwortungsbewusst aufzubauen.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht setzt bei einer fundierten Bestandsaufnahme der Situation der Männer zwischen 55 und 74 Jahren an. Aus ihr ergeben sich wichtige Themen für die Politik, für die Soziale Arbeit und für den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt: die Situation der Erwerbsarbeit zehn Jahre vor der Berentung, die Übergangsphase sowie gesundheitsfördernde Projekte für Männer vor und nach dem Renteneintritt.

Mit Beiträgen von Doris Bardehle, Eric Bonsang, Daniela Borchart, Martina Brandt, Jennifer Burchardi, Christian Deindl, Dina Frommert, Freya Geishecker, Siegfried Geyer, Stefan Gruber, Felizia Hanemann, Hans Martin Hasselhorn, Moritz Hess, Jens Hoebel, Hanno Hoven, Rainer Jordan, Hendrik Jürges, Theo Klotz, Adèle Lemoine, Michal Levinsky, Howard Litwin, Peggy Looks, Thorsten Lunau, Ingrid Mayer-Dörfler, Anne Maria Möller-Leimkühler, Niels Michalski, Bernhard Mühlbrecht, Laura Naegele, Nikola Ornig, Kathleen Pöge, Jean-Baptist du Prel, Gregor Sand, Alina Schmitz, Johannes Siegrist, Stefanie Sperlich, Anne Starker, Matthias Stiehler und Morten Wahrendorf

Schlagworte

Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter