Content

Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi, Anne Starker, 1.5 Soziale Unterschiedein der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand in:

Hendrik Jürges, Johannes Siegrist, Matthias Stiehler (ed.)

Männer und der Übergang in die Rente, page 67 - 80

Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8379-3023-8, ISBN online: 978-3-8379-7704-2, https://doi.org/10.30820/9783837977042-67

Series: Forschung Psychosozial

Bibliographic information
67 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Zusammenfassung Hintergrund: Der Renteneintritt ist eine wichtige Transition im Lebenslauf, mit der sozioökonomische, psychosoziale und gesundheitliche Veränderungen einhergehen können. Soziale Unterschiede in der Gesundheit und im gesundheitsbezogenen Verhalten zeigen sich besonders deutlich im mittleren Erwerbsalter. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Ungleichheiten im Hinblick auf die Mortalität, Morbidität und subjektive Gesundheit auch in der Altersgruppe der 55- bis 75-jährigen Männer beobachtbar sind. Der Fokus liegt auf der Darstellung möglicher altersbezogener Unterschiede innerhalb verschiedener sozialer Statusgruppen. Methode: Datenbasis für die Auswertungen sind gepoolte Daten der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell« (GEDA) des Robert Koch-Instituts aus den Jahren 2009, 2010 und 2012, sowie von GEDA 2014/2015-EHIS.  Weiterhin werden Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit den amtlichen Periodensterbetafeln kombiniert betrachtet. Ergebnisse: Mit sinkendem Einkommen erhöht sich das Risiko, frühzeitig zu versterben. Männern mit niedrigem Sozialstatus sind im Vergleich zu jenen aus mittleren und höheren Statusgruppen außerdem durchschnittlich häufiger von Erkrankungen wie Koronare Herzkrankheit, Diabetes und Depressionen betroffen. Neben verhaltensbezogenen Faktoren spielen die Lebensverhältnisse und psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle in der Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten. Unterschiedliche Belastungen kumulieren über den Lebensverlauf und wirken so mit zunehmendem Alter verstärkt negativ auf die Gesundheit. Fazit: Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention, die an den Lebensverhältnissen und Arbeitsbedingungen der Menschen ansetzen, erscheinen für die Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit besonders vielversprechend. Neben dem sozialen Status und biologischen Alter wirken weitere Faktoren wie Migrationshintergrund, sexuelle Orientierung und Behinderung auf die gesundheitliche Situation von Männern. Diese Heterogenität innerhalb der Gruppe der Männer sollte zukünftig verstärkt betrachtet werden, um Prävention, Versorgung und Gesundheitsförderung bedarfsgerecht zu gestalten. Social Differences in Men’s Health in the Transition to Retirement Background: Retirement is an important transition in life, which can be accompanied by socio-economic, psychosocial and health changes. Social differences in health and health-related behaviour are particularly evident in the middle working age. The question arises to what extent these inequalities in mortality, morbidity and subjective health can also be observed in the age group of 55 to 75-year-old men. The focus is on the representation of possible age-related differences within different social status groups. 68 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Methods: Data basis for the analysis are pooled data from the study »German Health Update« (GEDA) of the Robert Koch Institute from 2009, 2010 and 2012, as well as from GEDA 2014/2015-EHIS. Furthermore, data from the Socio-Economic Panel (SOEP) of the German Institute for Economic Research are combined with the official period mortality tables. Results: With decreasing income, the risk of premature death increases. Men with a low social status are, on average, more likely to suffer from diseases such as coronary heart disease, diabetes and depression than those from middle and higher status groups. Be sides behavioural factors, living conditions and psychosocial factors play an important role in explaining health inequalities. Different burdens accumulate over the course of a lifetime and thus have an increasingly negative effect on health with increasing age. Conclusion: Strategies of health promotion and prevention that address people’s living and working conditions seem particularly promising for improving equal health opportunities. In addition to social status and biological age, other factors such as migration background, sexual orientation and disability have an impact on men’s health. This heterogeneity within the group of men should be considered more closely in the future, because only in this way can prevention, care and health promotion address specific needs. Einleitung Die Forschung zur gesundheitlichen Lage von Männern fokussiert bisher überwiegend auf den Bevölkerungsteil im Erwerbsalter und nimmt nur selten ältere Männer in den Blick [1, 2]. Vor dem Hintergrund einer demografischen Alterung und weiter steigenden Lebenserwartung von Männern wird diese Gruppe in der Zukunft für die Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung zunehmend relevant [1]. Der Renteneintritt ist eine wichtige Transition im Lebenslauf, mit der sozio- ökonomische, psychosoziale und gesundheitliche Veränderungen einhergehen können. Der Übergang von der Erwerbsphase in den Ruhestand kann individuell sehr unterschiedlich erlebt werden. Einerseits kann die Aufgabe der Erwerbsarbeit individuell als entlastend empfunden werden, da physische und psychische Arbeitsbelastungen entfallen. Andererseits sind vorherrschende Vorstellungen von Männlichkeit eng an Erwerbsarbeit gekoppelt, sodass mit der Transition in den Ruhestand vielfach ein für die Sinnstiftung von Männern wichtiger Lebensbereich wegfällt und sich neue Fragen von Sinnstiftung auftun können [3, 4]. Adaptionsprozesse an die veränderte Situation können die psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen [5]. Negative gesundheitliche Effekte des Übergangs in den Ruhestand ergeben sich insbesondere, wenn der Ausstieg aus dem Erwerbsleben sehr früh und nicht selbstbestimmt erfolgt. Besonders betroffen sind Männer, die am Ende ihres Erwerbslebens länger arbeitslos sind [6]. Zudem verändern sich mit dem Austritt aus der Erwerbsarbeitsphase die verfügbaren sozialen und ökonomischen Ressourcen. Insbesondere Männer aus sozial benachteiligten Gruppen wie jene mit geringer Bildung und längeren Arbeitslosigkeitsphasen sind von (Alters-)Armut bedroht [7]. Da sich soziale Unterschiede in der Gesundheit und im gesundheitsbezogenen Verhalten teilweise deutlich im mittleren Erwerbsalter zeigen, stellt sich im vorliegenden Beitrag die Frage, inwiefern sie auch in der Altersgruppe der 55- bis 69 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand 75-jährigen Männer im Hinblick auf die Mortalität, Morbidität und subjektive Gesundheit beobachtbar sind. Der Fokus liegt auf der Darstellung möglicher altersbezogener Unterschiede innerhalb verschiedener sozialer Statusgruppen. Datenbasis für die Auswertungen zur Morbidität und zu den Selbstangaben der subjektiven Gesundheit sind Daten der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell« (GEDA) des Robert Koch-Instituts. Für die Morbidität werden gepoolte Daten aus den Jahren 2009, 2010 und 2012 verwendet, für die Selbstangaben zur subjektiven Gesundheit Daten von GEDA 2014/2015-EHIS. Die vorliegenden Analysen beziehen sich auf Männer im Alter zwischen 55 und 75 Jahren. Für die Morbidität wird das Vorliegen selbstberichteter ärztlicher Krankheitsdiagnosen als 12-Monats- oder Lebenszeit-Prävalenz wiedergegeben. Der soziale Status wird mithilfe eines Index bestimmt, der auf Informationen zu Bildungsabschlüssen, zur aktuellen oder früheren beruflichen Stellung und zum Einkommen beruht [8]. Aus den Periodensterbetafeln des Statistischen Bundesamtes werden wichtige Kennziffern zur Mortalität ermittelt. Bezüglich sozialer Unterschiede in der Mortalität besteht in Deutschland insofern eine Datenlücke, als auf den Totenscheinen in Deutschland keine sozioökonomischen Merkmale der Verstorbenen erfasst werden. Zudem gibt es in Deutschland bislang kein nationales Mortalitätsregister oder Mortalitäts-Follow-Up von Zensusteilnehmenden. Um dennoch soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung hierzulande zu untersuchen, werden Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit den amtlichen Periodensterbetafeln kombiniert und Mortalitätsunterschiede in Abhängigkeit vom Einkommen betrachtet  [9]. Dafür wurden die Befragungspersonen gemäß einer gängigen Konvention anhand ihrer bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen relativ zum mittleren Haushaltsnettoeinkommen (Median) in Deutschland in Einkommensgruppen eingeteilt. Im Folgenden wird zunächst auf die Mortalität und Lebenserwartung, anschließend auf ausgewählte Erkrankungen und schließlich auf die subjektive Gesundheit im Hinblick auf soziale Unterschiede eingegangen. Abschließend diskutiert der Beitrag, inwiefern sich in einzelnen sozialen Statusgruppen Risikoprofile identifizieren lassen, und es wird der weitere Forschungsbedarf in diesem Bereich benannt. Mortalität und Lebenserwartung Im Diskurs um gesundheitliche Ungleichheiten in der Bevölkerung erfahren soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung häufig besondere Aufmerksamkeit, da sie als eine extreme Ausprägungsform von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit angesehen werden  [10, 11]. Die Spanne zwischen dem 55. und 75.  Lebensjahr spielt für diese Betrachtungen eine besondere Rolle, weil sich in diesem Lebensabschnitt physiologische Alterungsprozesse und eine steigende Anfälligkeit für Erkrankungen in eine höhere Sterblichkeit übersetzen, während der parallel stattfindende Eintritt in den Ruhestand mit der Entbindung von Belastungen durch Erwerbsarbeit einhergeht. Die Mortalität beschreibt allgemein die Anzahl der Todesfälle in Bezug auf die Gesamtzahl einer Bevölkerung. Die altersspezifischen Mortalitätsraten sind in der frühen 70 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Jugend am geringsten, zeigen sich nach der Adoleszenz stabil gering und steigen im mittleren Erwachsenenalter mit jedem Lebensjahr an. Aufgrund der im mittleren Erwachsenenalter einsetzenden Dynamik verstarb 2017 etwa ein Fünftel der Männer in Deutschland bereits vor dem 65.  Geburtstag. Über die Hälfte dieser Todesfälle traten dabei im Alter zwischen 55 und 65  Jahren auf  [12]. Werden für das Jahr 2017 die Haupttodesursachen der Männer im Alter zwischen 55 und 74  Jahren betrachtet, ist Lungenkrebs die häufigste Todesursache gefolgt von ischämischen Herzkrankheiten (akuter Myokardinfarkt und chronische ischämische Herzkrankheit). Für Männer im Alter von 55 bis 65 Jahren sind außerdem alkoholbedingte Krebserkrankungen sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol als Todesursachen verbreitet. Im Alter ab 65 Jahren zählen dann auch Krebserkrankungen, insbesondere Prostatakrebs, zu den zehn häufigsten Todesursachen. Seit Jahrzehnten ist ein Rückgang der vorzeitigen Sterblichkeit und damit verbundener Anstieg der Lebenserwartung zu verzeichnen. Im Jahr 2017 lag für Männer die Lebenserwartung bei Geburt bei 78,5  Jahren, die Lebenserwartung bei einem Alter von 65 Jahren bei 17,9 Jahren [12]. Analysen sozialer Ungleichheiten in der Mortalität zeigen, dass das Risiko, frühzeitig zu versterben, in Deutschland mit höherem Einkommen sinkt  [9, 13]. Langzeitauswertungen der Daten des SOEP für die Jahre 1992 bis 2016 ergaben in Kombination mit den amtlichen Sterbetafeln, dass 27 % der Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe bereits vor Vollendung des 65. Lebensjahres verstarben und lediglich 14 % der Männer der höchsten Einkommensgruppe (siehe Abbildung  1). In Bezug auf die fernere Lebenserwartung ab 65 Jahren beträgt die Differenz zwischen der niedrigsten und höchsten Einkommensgruppe bei Männern 6,6  Jahre, d. h. 65-jährige Männer aus der höchsten Einkommensgruppe Abbildung 1: Sterblichkeit von Männern vor Vollendung des 65. Lebensjahres nach Einkommensposition. Datenbasis: SOEP und Periodensterbetafeln 1992–2016 [9] 71 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand konnten im Durchschnitt noch mit 16,4 weiteren Lebensjahren rechnen, Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe nur noch mit 9,8 weiteren Jahren [9]. Morbidität Im Folgenden wird die Verbreitung einer Reihe von Erkrankungen beschrieben, die für Männer aus Public-Health-Perspektive besonders wichtig sind und bei denen ausgeprägte soziale Unterschiede auffallen. Dazu zählen solche Erkrankungen, die relativ weit verbreitet sind, die chronisch verlaufen (können) oder mit deutlichen Einschränkungen für die Alltagsaktivität und Lebensqualität verbunden sind, denen aber auch präventiv begegnet werden kann. Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine chronische Herzerkrankung, bei der es infolge einer Arteriosklerose zu einer zunehmenden Verengung der Herzkranzgefäße kommt. Die Folge ist eine Mangeldurchblutung des Herzmuskelgewebes. Häufige Komplikationen der KHK sind Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen, die mit einer hohen Sterblichkeit einhergehen [14]. Die Lebenszeitprävalenz einer diagnostizierten KHK oder eines Herzinfarktes (hier zusammen dargestellt) beträgt bei Männern zwischen 55 und 74 Jahren 18,6 %. Die höchsten Prävalenzen bestehen in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen (siehe Tabelle  1). Zwischen den sozialen Statusgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede zuungunsten der Männer mit niedrigem SES. Werden mögliche Altersunterschiede innerhalb der sozialen Statusgruppen betrachtet, fällt auf, dass vor allem in der mittleren und hohen Statusgruppe der Altersgradient besonders ausgeprägt ist, da in der niedrigen Statusgruppe die Prävalenz schon im Alter zwischen 55 und 64 Jahren vergleichsweise hoch ist (siehe Abbildung 2). Tabelle 1: Prävalenz verschiedener Erkrankungen bei Männern im Alter von 55 bis 74 Jahren. Datenbasis: GEDA 2009, 2010, 2012 (gepoolt) KHK (Lebenszeit prävalenz) Diabetes mellitus (Lebenszeitprä valenz) Arthrose (Lebenszeitprä valenz) Depression (12 Monats Präva lenz) Altersgruppen % (95% KI) % (95% KI) % (95% KI) % (95% KI) 55 bis 59 Jahre 11,2 (9,5-13,1) 12,1 (10,5-14,0) 28,6 (26,2-31,2) 9,0 (7,6-10,6) 60 bis 64 Jahre 16,0 (14,1-18,1) 15,3 (13,4-17,3) 33,8 (31,3-36,4) 6,7 (5,5-8,1) 65 bis 69 Jahre 20,0 (17,7-22,6) 16,5 (14,5-18,8) 33,2 (30,5-36,0) 3,0 (2,3-4,0) 70 bis 74 Jahre 18,6 (17,5-19,8) 21,6 (19,3-24,2) 33,5 (30,8-36,3) 3,5 (2,6-4,7) gesamt 18,6 (17,5-19,8) 16,4 (15,4-17,5) 32,1 (30,8-33,5) 5,7 (5,1-6,4) 72 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Die Zusammenhänge von KHK mit einem niedrigeren sozialen Status werden u. a. durch erhebliche soziale Unterschiede in der Häufigkeit und Ausprägung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erklärt  [15]. Dabei spielen neben verhaltensbezogenen Risikofaktoren auch psychosoziale Faktoren, z. B. im Arbeitsumfeld, eine wesentliche Rolle. Zu den verhaltensbezogenen Risikofaktoren zählen Rauchen, körperliche Inaktivität sowie unausgewogene Ernährung. Im beruflichen Kontext erhöhen psychosoziale Stressbelastungen das Risiko für koronare Herzerkrankungen. Dazu zählen vor allem solche Arbeitsbedingungen, die durch hohe psychische und physische Anforderungen bei niedriger Kontrolle und geringem Entscheidungsspielraum gekennzeichnet sind oder durch berufliche Gratifikationskrisen, d. h. eine hohe Verausgabung in Kombination mit einer nicht als angemessen empfundenen Belohnung [16, 17]. Psychosoziale Belastungen gelten aber auch als Risikofaktoren für Depressionen (s.u.), die inzwischen als eigenständiger Risikofaktor für Herz- Kreislauf-Erkrankungen gelten [18]. Diabetes mellitus ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, bei der die Regulierung des Blutzuckerspiegels gestört ist. Chronisch erhöhte Blutzuckerkonzentrationen können unbehandelt zu Schädigungen der Blutgefäße und Nerven führen, was das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenfunktionsstörungen, Netzhautschädigungen und diabetisches Fußsyndrom erhöht und mit einer Verminderung der Lebensqualität und Lebenserwartung einhergeht  [19]. Es werden verschiedene Formen des Diabetes mellitus unterschieden, im Erwachsenenalter tritt vor allem der Typ-2-Diabetes auf. Bei 16,4 % aller Männer zwischen 55 und 74  Jahren in Deutschland wurde jemals Diabetes mellitus diagnostiziert. Auch bei dieser Erkrankung ist eine Zunahme der Prävalenz mit dem Alter zu beobachten (siehe Tabelle  1). Bis zu einem Alter von 69 Jahren wird Diabetes bei Männern mit niedrigem Sozialstatus deutlich häufiger diagnostiziert als bei Männern mit hohem Sozialstatus. Innerhalb der mittleren und hohen Status- Abbildung 2: Lebenszeitprävalenz von koronarer Herzkrankheit bei Männern nach Alter in verschiedenen sozialen Statusgruppen. Datenbasis: GEDA 2009, 2010, 2012 (gepoolt) 73 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand gruppe zeigt sich ein konsistenter Anstieg der Diabetesprävalenz mit zunehmendem Alter (siehe Abbildung 3). In der niedrigen Statusgruppe ist dieses Muster nicht konsistent zu beobachten, da die Diabetesprävalenz bereits in den Altersgruppen vor 65  Jahren vergleichsweise hoch ausfällt. Als Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes gelten vor allem eine ungünstige Ernährungsweise, Bewegungsmangel und daraus resultierendes Übergewicht, die bei Männern der niedrigen sozialen Statusgruppe häufiger vorkommen und stärker ausgeprägt sind [15]. Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, die mit degenerativen Veränderungen an den Gelenken einhergeht, die mit der allmählichen Zerstörung des Gelenkknorpels beginnen und bis zur Freilegung der Knochenoberfläche führen können [20]. Für die Betroffenen ist Arthrose häufig mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität verbunden [21]. Das Alter ist ein starker Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose, wobei die Prävalenz bis zum 55. Lebensjahr stark ansteigt  [22]. Die Lebenszeitprävalenz von Arthrose beträgt bei Männern zwischen 55 und 74 Jahren 32,1 %, wobei sich in dieser Altersspanne kein deutlicher Altersgradient zeigt (siehe Tabelle  1). Zwischen den sozialen Statusgruppen zeigen sich nur im späten Erwerbsalter zwischen 50 und 65 Jahren Unterschiede zuungunsten der Männer mit niedrigem Sozialstatus. Innerhalb der einzelnen sozialen Statusgruppen zeichnet sich ausschließlich in der hohen Statusgruppe ein deutlicher Altersgradient ab, der durch eine steigende Prävalenz mit zunehmendem Alter gekennzeichnet ist (siehe Abbildung 4). Für Arthrose gelten Über- und Fehlbelastungen der Gelenke, Verletzungen, Unfälle oder Übergewicht als beeinflussbare Risikofaktoren. Zudem wird der Einfluss schwerer beruflicher körperlicher Belastungen auf die Arthrose-Entstehung diskutiert  [23]. Auch Übergewicht bzw. Adipositas sind Risikofaktoren für Arthrosen [22]. Abbildung 3: Lebenszeitprävalenz von Diabetes mellitus bei Männern nach Alter in verschiedenen sozialen Statusgruppen. Datenbasis: GEDA 2009, 2010, 2012 (gepoolt) 74 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Depressionen sind psychische Störungen, die mit Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Interessenverlust sowie Energie- und Antriebslosigkeit einhergehen. Als weitere Symptome können Konzentrationsprobleme, vermindertes Selbstvertrauen und in schweren Fällen auch Suizidalität hinzukommen  [24]. Bei Männern können sich Depressionen anders als bei Frauen äußern  [25]. Sie zeigen in vielen Fällen Symptome wie Gereiztheit oder Aggressivität, welche bei ihnen die anderen Symptome überlagern. In der Folge von Depressionen kommt es zu erheblichen Einschränkungen von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit [26]. Depressionen werden im Zusammenhang mit mindestens der Hälfte aller vollendeten Suizide gesehen [27]. Bei 5,7 % aller Männer zwischen 55 und 74  Jahren wurde in den letzten 12 Monaten eine Depression diagnostiziert (siehe Tabelle  1). Unterschiede zwischen Männern mit niedrigem und hohem Sozialstatus zeigen sich nur in den beiden jüngsten Altersgruppen vor 65 Jahren. Ein ausgeprägter Altersgradient ist in der unteren Statusgruppe besonders ausgeprägt; hier nimmt die 12-Monats-Prävalenz im Alter deutlich ab (siehe Abbildung 5). Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wird für die Entwicklung einer Depression verantwortlich gemacht, obwohl genaue Ursachen bislang nicht bekannt sind. Dazu zählen genetische Veranlagungen, ein Mangel oder Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn und belastende Erlebnisse oder Lebensumstände, wie chronischer Stress, Alkoholabhängigkeit oder eine Depression in der familiären Vorgeschichte [28]. Neben beruflich bedingten psychosozialen Stressbelastungen [29] ist Arbeitslosigkeit ein wesentlicher Faktor für das Depressionsrisiko und Studienergebnisse zeigen, dass Arbeitslose im Vergleich zu Erwerbstätigen häufiger unter ärztlich diagnostizierten Depressionen leiden [30]. Außerdem wird diskutiert, dass ein hohes Ausmaß Abbildung 4: Lebenszeitprävalenz von Arthrose bei Männern nach Alter in verschiedenen sozialen Statusgruppen. Datenbasis: GEDA 2009,2010, 2012 (gepoolt) 75 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand sozialer Ungleichheit innerhalb einer Gesellschaft zu Ängsten vor Statusverlust und sozialer Geringschätzung sowie vermindertem Selbstwertgefühl führen kann, die als Risikofaktoren für Depressionen gelten [31]. Subjektive Gesundheit Die subjektive Gesundheit beschreibt den selbst wahrgenommenen allgemeinen Gesundheitszustand und spiegelt neben vorhandenen Krankheiten und Gesundheitsbeschwerden insbesondere das persönliche Wohlbefinden wider  [32]. Sie gilt als Prädiktor von Erkrankungen und Mortalität, da sie bereits physiologische Veränderungen und Beschwerden erfasst, noch bevor Erkrankungen ärztlich diagnostiziert werden [33]. Weiterhin beeinflusst die subjektiv eingeschätzte Gesundheit die zukünftige Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und möglicherweise auch die Motivation, gesundheitlich riskante Verhaltensweisen zu verändern, beispielsweise einen Bewegungsmangel auszugleichen oder das Rauchen aufzugeben [33, 34]. Nicht zuletzt gibt die selbst wahrgenommene Gesundheit Aufschluss über Ressourcen für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und für die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit im Krankheitsfall [6]. In der Studie GEDA 2014/15-EHIS wird die subjektive Gesundheit über die Selbsteinschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes erfasst. In der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen schätzen 57,1 % der Männer ihre gesundheitliche Situation als sehr gut oder gut ein und 42,9 % bewerteten diese als mittelmä- ßig bis (sehr) schlecht. Im Altersverlauf schätzen Männer ihre Gesundheit zunehmend schlechter ein. Während 61,5 % der 55- bis 59-Jährigen ihre Gesundheit noch als (sehr) gut einschätzt, ist dies in der Gruppe der 70- bis 74-Jährigen bei Abbildung 5: 12-Monatsprävalenz von Depressionen/depressive Verstimmungen bei Männern nach Alter in verschiedenen sozialen Statusgruppen. Datenbasis: GEDA 2009,2010, 2012 (gepoolt) 76 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker noch 55,4 % der Fall. Diese Tendenz ist mit einer altersbedingten Zunahme von gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen assoziiert. Die subjektive Gesundheit ist eng an den sozialen Status geknüpft. Der selbsteingeschätzte allgemeine Gesundheitszustand fällt bei Männern mit niedrigem Sozialstatus schlechter aus als bei jenen mit mittlerem oder hohem Sozialstatus. Innerhalb der Statusgruppen lassen sich auch im Altersverlauf Unterschiede finden (siehe Abbildung  6). In der Gruppe mit niedrigem Sozialstatus verbessert sich die subjektive Gesundheit in Gruppen höheren Alters, während sie in der mittleren und hohen Statusgruppe leicht abnehmende Tendenzen zeigt. Der Anstieg der subjektiven Gesundheit im Alter bei Männern mit niedrigem Sozialstatus könnte möglicherweise auf eine selektive Sterblichkeit von Personen mit schlechter Gesundheit zurückführen sein, sodass vorrangig gesunde Personen das höhere Alter erreichen. In vorliegenden Studien wird der Beitrag dieses selektiven Überlebens zur Erklärung dieser Entwicklung jedoch als gering eingeschätzt  [35]. Gleichzeitig könnte mit dem Renteneintritt und der damit verbunden Aufgabe von körperlich und psychisch belastender Erwerbsarbeit in statusniedrigen Berufsgruppen auch eine Verbesserung der subjektiven Gesundheit verbunden sein. Fazit Die große Bedeutung von sozialen Unterschieden spiegelt sich vor allem darin wider, dass sich mit sinkendem Einkommen das Risiko erhöht, frühzeitig zu versterben. Das Risikoprofil von Männern mit niedrigem Sozialstatus zeigt sich im Vergleich zu mittleren und höheren Statusgruppen außerdem in einer durchschnittlich höheren Wahrscheinlichkeit, Erkrankungen wie KHK, Diabetes, und Depressionen zu entwickeln. Hierfür sind verhaltensbezogene Risikofaktoren wie Rauchen, körperliche Inaktivität sowie unausgewogene Ernährung wesentlich. Neben diesen verhaltensbezogenen Risi- Abbildung 6: Subjektive Gesundheit (»sehr gut« und »gut«) bei Männern nach Alter in verschiedenen sozialen Statusgruppen. Datenbasis: GEDA 2014/2015-EHIS 77 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand ken spielen auch die Arbeits- und Lebensverhältnisse eine wesentliche Rolle für die Entstehung und Reproduktion gesundheitlicher Ungleichheiten. Physische und psychosoziale Belastungen im Beruf sind dabei von besonderer Bedeutung für die Gesundheit von Männern. Insbesondere Tätigkeiten mit geringem oder mittlerem Komplexitätsgrad sowie die Kombination von hohen Arbeitsanforderungen und wenig Handlungsspielräumen am Arbeitsplatz können zu chronischem Stress führen und die Gesundheit negativ beeinflussen. Auch ein Ungleichgewicht aus arbeitsbezogener Beanspruchung und Gratifikation, das ein Risikofaktor für körperliche und psychische Erkrankungen darstellt, ist in statusniedrigen Berufsgruppen besonders verbreitet [17]. Zudem können diese unterschiedlichen Belastungen über den Lebensverlauf kumulieren und so mit zunehmendem Alter verstärkt negativ auf die Gesundheit wirken. Beim Eintritt in den Ruhestand zeigen sich soziale Ungleichheiten in den Bewältigungsstrategien und Ressourcen zur Anpassung an die veränderten Lebensumstände, die unter höheren Statusgruppen verbreiteter sind. Gesetzliche Ruhestandsregelungen koppeln Renten- und Pensionsansprüche an das frühere Einkommen und strukturieren so auch die verfügbaren finanziellen Ressourcen und damit die Chancen für gesellschaftliche Teilhabe im Rentenalter. Diese können bedeutsam für ein Engagement in sinnstiftenden Aktivitäten im Ruhestand sowie für den Erhalt der Alltagsstruktur sein. Da vorherrschende Vorstellungen von Männlichkeit eng an Erwerbsarbeit und Vorstellungen von körperlicher Leistungsfähigkeit gekoppelt sind, können die Transition in den Ruhestand und altersbedingte körperliche Veränderungen sowie Beeinträchtigungen individuell psychisch belastend wirken, aber auch neue Freiheiten geben, von stereotypen Vorstellungen von Männlichkeit abzuweichen [36]. Für die Frage, welche spezifischen Maßnahmen zur Gesunderhaltung bzw. zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden im Alter beitragen können, und dies auch in sozial benachteiligten Gruppen, besteht noch Forschungsbedarf. Aus den oben skizzierten Erkenntnissen darüber, welche Belastungen und Ressourcen zu gesundheitlichen Ungleichheiten beitragen, lassen sich aber vielversprechende Ansätze zur Verminderung gesundheitlicher Ungleichheit ableiten. Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention, die an den Lebensverhältnissen und Arbeitsbedingungen der Menschen ansetzen, erscheinen für die Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit besonders vielversprechend, zumal diese nicht nur direkte Gesundheitsrelevanz haben, sondern sich auch indirekt auf die Gesundheit auswirken können, indem sie gesundheitsrelevantes Verhalten und psychosoziale Faktoren beeinflussen. Durch das 2015 verabschiedete Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention wurden lebensweltbezogene Ansätze u. a. im Rahmen von betrieblicher Gesundheitsförderung gesetzlich gestärkt und ausgebaut. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der daraus hervorgehenden Maßnahmen dürfte sein, inwieweit es gelingt, die Teilhabe von sozial Benachteiligten an gesundheitsförderlichen Lebens- und Arbeitswelten zu verbessern. Die Partizipation der Zielgruppen an entsprechenden Initiativen dürfte dafür eine wesentliche Rolle spielen [15]. Neben dem sozialen Status und biologischen Alter wirken weitere Faktoren wie Migrationshintergrund, sexuelle 78 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Orientierung und Behinderung auf die gesundheitliche Situation von Männern. Um die Heterogenität innerhalb der Gruppe der Männer besser abbilden und gesundheitliche Ungleichheiten erklären zu können, bedarf es weiterer Analysen. Das Zusammenwirken von unterschiedlichen sozialen Einflussfaktoren geht mit spezifischen gesundheitsbezogenen Einstellungen, Wahrnehmungen und Verhaltensweisen, persönlichen Ressourcen und Bewältigungsstrategien sowie sozialen Beziehungen und Unterstützungsnetzwerken einher. Nur so können Prävention, Versorgung und Gesundheitsförderung an den spezifischen Bedarfen ansetzen. Zur Gesundheit und zum Wohlergehen älterer Menschen bestehen in Deutschland noch erhebliche Datenlücken. Am Robert Koch-Institut wurden daher Methoden erarbeitet, um ältere Menschen besser in Gesundheitssurveys einzubeziehen. Die anstehende Studie »Gesundheit 65+« ergänzt das kontinuierliche bundesweite Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts. Ziel ist es, die Gesundheit älterer Menschen zu beurteilen und frühzeitige Veränderungen in der gesundheitlichen Bedarfslage älterer und hochaltriger Menschen zu erkennen. Literatur 1 Lampert T. Soziale Ungleichheit und Gesundheit im höheren Lebensalter. In: Böhm K, Tesch-Römer C, Ziese T (Hrsg.), Gesundheit und Krankheit im Alter. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes, des Deutschen Zentrums für Altersfragen und des Robert Koch-Instituts. Berlin: RKI; 2009:121–33. 2 Knesebeck O von dem, Schäfer I. Gesundheitliche Ungleichheit im höheren Lebensalter. In: Richter M, Hurrelmann K (Hrsg.), Gesundheitliche Ungleichheit. Wiesbaden: Springer VS; 2009:253–65. 3 Meuser M. Geschlecht und Männlichkeit. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster Wiesbaden: Springer VS; 2006. 4 Aulenbacher B, Funder M, Jacobsen H, Völke S. Arbeit und Geschlecht im Umbruch der modernen Gesellschaft. Forschung im Dialog. Wiesbaden: Springer VS; 2007. 5 Oliffe JL, Rasmussen B, Bottorff JL, Kelly MT, Galdas PM, Phinney A, et al. Masculinities, work, and retirement among older men who experience depression. Qualitative Health Research. 2013;23(12):1626–37. 6 Wurm S, Engstler H, Tesch-Römer C. Ruhestand und Gesundheit: Expertise für die Akademiengruppe »Altern in Deutschland« der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen; 2009. 7 Hahn P, Stichnoth H, Blömer M, Buslei H, Geyer J, Krolage C et al. Entwicklung der Altersarmut bis 2036: Trends, Risikogruppen und Politikszenarien. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung; 2017. 8 Lampert T, Kroll LE, Müters S, Stolzenberg H. Messung des sozioökonomischen Status in der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell« (GEDA). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. 2013;56(1):131–43. 9 Lampert T, Hoebel J, Kroll LE. Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung in Deutschland. Aktuelle Situation und Trends. Journal of Health Monitoring. 2019;4(1):3–15. 10 Lampert T, Kroll LE. Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung. GBE kompakt. 2014;5(2). www.rki.de/gbe-kompakt (15.04.2020). 11 Huster S. Soziale Gesundheitsgerechtigkeit: Sparen, umverteilen, vorsorgen? Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung; 2012. 12 Statistisches Bundesamt (Destatis). Sterbetafel 2017 (Tabelle: 12621–0001); 2020. https:// www-genesis.detstais.de. (15.04.2020). 13 Luy M, Wegner-Siegmundt C, Wiedemann A, Spijker J. Life expectancy by education, income and occupation in Germany: estimations using the longitudinal survival method. Comparative Population Studies- Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft. 2015;40(4):339–436. 14 Busch MA, Kuhnert R. 12-Monats-Prävalenz einer koronaren Herzkrankheit in Deutschland. Journal of Health Monitoring. 2017;2(1):64–9. 79 1.5 Soziale Unterschiede in der Gesundheit von Männern beim Übergang in den Ruhestand 15 Robert Koch-Institut (Hrsg.). Gesundheitliche Ungleichheit in verschiedenen Lebensphasen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. Berlin: RKI; 2017. 16 Siegrist J. Effort-reward imbalance at work and cardiovascular diseases. International Journal of Occupational Medicine and Environmental Health. 2010;23(3):279–85. 17 Siegrist J, Dragano N. Psychosoziale Belastungen und Erkrankungsrisiken im Erwerbsleben : Befunde aus internationalen Studien zum Anforderungs-Kontroll-Modell und zum Modell beruflicher Gratifikationskrisen. Bundesgesundheitsblatt  – Gesundheitsforschung  – Gesundheitsschutz. 2008;51(3):305–12. 18 Pan A, Sun Q, Okereke OI, Rexrode KM, Hu FB. Depression and risk of stroke morbidity and mortality: A meta-analysis and systematic review. JAMA – Journal of the American Medical Association. 2011;306(11):1241–9. 19 Heidemann C, Kuhnert R, Born S, Scheidt- Nave C. 12-Monats-Prävalenz des bekannten Diabetes mellitus in Deutschland; 2017. 20 Fuchs J, Kuhnert R, Scheidt-Nave C. 12-Monats-Prävalenz von Arthrose in Deutschland. Journal of Health Monitoring. 2017;2(3):55–60. 21 Robert Koch-Institut (Hrsg.). Arthrose. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Themenheft 54. Berlin: RKI; 2013. 22 Rabenberg M. Arthrose. In: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Themenheft 54. Berlin: Robert Koch-Institut; 2013. 23 Schneider S, Schmitt G, Mau H, Schmitt H, Sabo D, Richter W. Prävalenz und Korrelate der Osteoarthrose in der BRD. Der Orthopäde. 2005;34(8):782–90. 24 Thom J, Kuhnert R, Born S, Hapke U. 12-Monats-Prävalenz der selbstberichteten ärztlich diagnostizierten Depression in Deutschland. Journal of Health Monitoring. 2017;2(3):72–80. 25 Oliffe JL, Phillips MJ. Men, depression and masculinities: A review and recommendations. Journal of Men’s Health. 2008;5(3):194– 202. 26 Mack S, Jacobi F, Beesdo-Baum K, Gerschler A, Strehle J, Hofler M et al. Functional disability and quality of life decrements in mental disorders: Results from the Mental Health Module of the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1- MH). European psychiatry: the journal of the Association of European Psychiatrists. 2015;30(6):793–800. 27 Hawton K, Casanas ICC, Haw C, Saunders K. Risk factors for suicide in individuals with depression: a systematic review. Journal of affective disorders. 2013;147(1–3):17–28. 28 McCarron RM, Vanderlip ER, Rado J. Depression. Annals of internal medicine. 2016;165(7):Itc49-itc64. 29 Siegrist J. Chronic psychosocial stress at work and risk of depression: Evidence from prospective studies. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience. 2008;258(SUPPL. 5):115–9. 30 Kroll LE, Müters S, Lampert T. Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. Bundesgesundheitsblatt  – Gesundheitsforschung  – Gesundheitsschutz. 2016;59(2):228–37. 31 Wilkinson R, Pickett K. The Inner Level: How More Equal Societies Reduce Stress, Restore Sanity and Improve Everyone’s Well-being. Milton Keynes: Penguin Publishing Group; 2018. 32 Lampert T, Schmidtke C, Borgmann LS, Poethko-Müller C, Kuntz B. Subjektive Gesundheit bei Erwachsenen in Deutschland. Journal of Health Monitoring; 2018;3(2):64–71. 33 DeSalvo KB, Bloser N, Reynolds K, He J, Muntner P. Mortality prediction with a single general self-rated health question: A meta-analysis. Journal of General Internal Medicine. 2006;21(3):267–75. 34 Idler EL, Benyamini Y. Self-Rated Health and Mortality: A Review of Twenty-Seven Community Studies. Journal of Health and Social Behavior. 1997;38(1):21–37. 35 Beckett M. Converging health inequalities in later life – An artifact of mortality selection? Journal of Health and Social Behavior. 2000;41(1):106–19. 36 Leontowitsch M, Fooken I, Oswald F. The role of empowerment and agency in the lives of older men living alone. European Journal for Research on the Education and Learning of Adults. 2019;10(3):231–46. 80 Kathleen Pöge, Niels Michalski, Jens Hoebel, Jennifer M. Burchardi & Anne Starker Dr. Kathleen Pöge Ausgeübte Tätigkeit: wissenschaftliche Mitarbeiterin Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Geschlechtertheorie, Gesundheit, Intersektionalität und qualitative Methoden der Sozialforschung Adresse: Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring (Abt. 2), Fachgebiet 24 Gesundheitsberichterstattung ; General-Pape- Str. 62, 12101 Berlin E-Mail: PoegeK@rki.de Dr. Niels Michalski Ausgeübte Tätigkeit: wissenschaftlicher Mitarbeiter Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: soziale Ungleichheit, regionale Ungleichheiten der Gesundheit, soziales Kapital und soziale Kohäsion Adresse: Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring (Abt. 2), Fachgebiet  28 Soziale Determinanten der Gesundheit; General- Pape-Str. 62, 12101 Berlin E-Mail: MichalskiN@rki.de Dr. Jens Hoebel Ausgeübte Tätigkeit: wissenschaftlicher Mitarbeiter Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Sozialepidemiologie, Zeitlicher Wandel gesundheitlicher Ungleichheit, Messung des sozioökonomischen Status Adresse: Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring (Abt. 2), Fachgebiet 28 Soziale Determinanten der Gesundheit; General- Pape-Str. 62, 12101 Berlin E-Mail: HoebelJ@rki.de Jennifer M Burchardi Ausgeübte Tätigkeit: studentische Mitarbeiterin Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Soziale Ungleichheit und Gesundheit Adresse: Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, General-Pape-Str.  62–66, 12101 Berlin E-Mail: BurchardiJ@rki.de Anne Starker Ausgeübte Tätigkeit: wissenschaftliche Mitarbeiterin Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Geschlecht und Gesundheit, Gesundheitsverhalten, Determinanten der Inanspruchnahme präventiver Leistungen Adresse: Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring (Abt. 2), Fachgebiet 27 Gesundheitsverhalten; General-Pape-Str.  62, 12101 Berlin E-Mail: StarkerA@rki.de

Chapter Preview

Schlagworte

Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter

References

Zusammenfassung

Bis zum Jahr 2050 wird es etwa 23 Millionen über 65-Jährige in Deutschland geben. Dadurch wird es gesellschaftlich wie individuell zunehmend notwendig, gute Voraussetzungen für das Rentenalter als Lebensphase zu schaffen. Um es bei guter Gesundheit und Lebensqualität zu verbringen, sollte bereits die Zeit vor dem Übergang zur Vorbereitung genutzt werden. Insbesondere Männer, die sich oft stark mit ihrer Berufstätigkeit identifizieren, sind gefordert, ein hohes Gesundheitspotenzial und gute soziale Bedingungen verantwortungsbewusst aufzubauen.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht setzt bei einer fundierten Bestandsaufnahme der Situation der Männer zwischen 55 und 74 Jahren an. Aus ihr ergeben sich wichtige Themen für die Politik, für die Soziale Arbeit und für den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt: die Situation der Erwerbsarbeit zehn Jahre vor der Berentung, die Übergangsphase sowie gesundheitsfördernde Projekte für Männer vor und nach dem Renteneintritt.

Mit Beiträgen von Doris Bardehle, Eric Bonsang, Daniela Borchart, Martina Brandt, Jennifer Burchardi, Christian Deindl, Dina Frommert, Freya Geishecker, Siegfried Geyer, Stefan Gruber, Felizia Hanemann, Hans Martin Hasselhorn, Moritz Hess, Jens Hoebel, Hanno Hoven, Rainer Jordan, Hendrik Jürges, Theo Klotz, Adèle Lemoine, Michal Levinsky, Howard Litwin, Peggy Looks, Thorsten Lunau, Ingrid Mayer-Dörfler, Anne Maria Möller-Leimkühler, Niels Michalski, Bernhard Mühlbrecht, Laura Naegele, Nikola Ornig, Kathleen Pöge, Jean-Baptist du Prel, Gregor Sand, Alina Schmitz, Johannes Siegrist, Stefanie Sperlich, Anne Starker, Matthias Stiehler und Morten Wahrendorf

Schlagworte

Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter