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Bernhard Mülbrecht, 4.5 Auswirkungen des Wohnkonzeptes »Wohnen 60plus« auf die gesundheitliche Situation ehemals wohnungsloser Männer in:

Hendrik Jürges, Johannes Siegrist, Matthias Stiehler (ed.)

Männer und der Übergang in die Rente, page 271 - 276

Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8379-3023-8, ISBN online: 978-3-8379-7704-2, https://doi.org/10.30820/9783837977042-271

Series: Forschung Psychosozial

Bibliographic information
271 4.5 Auswirkungen des Wohnkonzeptes »Wohnen 60plus« auf die gesundheitliche Situation ehemals wohnungsloser Männer Bernhard Mülbrecht Zusammenfassung Das Wohnprojekt »Wohnen 60plus« in Münster richtet sich an alleinstehende Wohnungslose, die über 60  Jahre alt oder aufgrund ihrer langjährigen Wohnungslosigkeit vorgealtert sind. Es handelt sich um ein betreutes Wohnprojekt, das den Bewohnern die Sicherheit einer festen Wohnung bietet, Unterstützungsangebote bereithält und dabei sowohl Privatsphäre als auch Gemeinschaftlichkeit ermöglicht. Ziel des Wohnprojekts ist es, älteren, kranken und hilfebedürftigen Menschen einen bedarfsgerechten, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen und damit einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit dieser Menschen zu leisten. Aufgrund des deutlich höheren Männeranteils in der Gruppe älterer Wohnungsloser, leben fast ausschließlich Männern in den Appartements des Projektes. Effects of the Housing Project »Living 60plus« on the Health Situation of Formerly Homeless Men The housing project »Wohnen 60plus« (»Living 60plus«) is aimed at single homeless men older than 60 years or pre-aged due to long-term homelessness. The project provides assisted living, offering the residents the security of a permanent residence and support measures. Its structure allows privacy and community at the same time. The aim of this housing project is to provide elderly, diseased and needy people with an appropriate and affordable living space and to contribute to the promotion of their health. Due to a significantly higher amount of men in the group of homeless people, most residents of the apartments are men. Mit Inbetriebnahme der Wohnprojekte »Wohnen  60plus« in der umgebauten ehemaligen Dreifaltigkeitskirche im Jahr  2013 und »Wohnen  60plus York- Höfe« im Jahr 2018 hat der Förderverein für Wohnhilfen e. V. ein erfolgreiches Wohn- und Betreuungskonzept für die Zielgruppe älterer, unterstützungsbedürftiger, alleinstehender Menschen entwickelt und umgesetzt. Dieses Konzept fand national und international Beachtung. So wurde der Förderverein für Wohnhilfen e. V. mit dem Wohnprojekt »Wohnen 60plus« am 11.12.2019 von FEANTSA, der europäischen Dachorganisation der nationalen Wohnungslosenhilfedachorganisationen, als eines der besten 50 Projekte in der EU, Wohnraum für Wohnungslose zu schaffen, im Europäischen Parlament in Brüssel ausgezeichnet [1]. Der Erfolg dieses Angebots basiert auf einem Raumkonzept, das absolute Privatsphäre und Autonomie, aber auch Geselligkeit und Begegnung ermöglicht, und auf einem Unterstützungsangebot, das hauswirtschaftliche, hygienische, pflegerische, sozialpädagogische und ärztliche Hilfen vorsieht. Das Raumkonzept wird durch die Wohnraumförderbestimmungen (WFB) des Landes NRW gewähr- 272 Bernhard Mülbrecht leistet. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Gruppenwohnung, die maximal 12 Appartements und die entsprechende Gemeinschaftsfläche, die die Mieter ebenfalls anzumieten haben, beinhalten darf. Insgesamt darf die Wohnfläche für den einzelnen Mieter die Größe von 50  qm nicht übersteigen. In der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche hält der Förderverein für Wohnhilfen e. V. 8  Appartements und in den York-Höfen 11  Appartements vor. Alle 19  Appartements sind an ehemalig wohnungslose Menschen vermietet. Da ein Kriterium für den Einzug ins »Wohnen  60plus« auch die Länge der Wohnungslosigkeit darstellt, leben in den Appartements jetzt 18 Männer und eine Frau. In der Altersgruppe 50+ sind Männer innerhalb der wohnungslosen Bevölkerung sehr deutlich in der Überzahl. Männliche Wohnungslosigkeit ist im Unterschied zur weiblichen Wohnungslosigkeit sichtbarer und länger anhaltend. Auch wiederholte Wohnungsverluste sind bei Männern häufiger. Darüber hinaus leben wohnungslose Männer seltener in Partnerschaft und verfügen über kleinere soziale Netzwerke. Von den 18 Männern sind sechs nicht in Deutschland aufgewachsen und besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Bei den 18  Männern zeichnet sich eine Vielzahl an männlichen Rollenbildern und Männeridentitäten ab. Allein die Altersspanne beträgt 30  Jahre; 52  Jahre alt ist der jüngste und 82 Jahre alt ist der älteste Mieter. Die Männer haben sehr unterschiedliche kulturelle und religiöse Prägungen und Rollenerwartungen in Bezug auf Männlichkeit erlebt. Etliche dieser Rollenerwartungen (beispielsweise Familiengründung) konnten nicht erfüllt werden und führten zu Ausgrenzungsund Einsamkeitserfahrungen. Darstellung des Konzeptes »Wohnen 60plus« Das Wohnangebot des Fördervereins für Wohnhilfen e. V. richtet sich an alleinstehende wohnungslose Menschen, die entweder in der städtischen Notunterkunft, dem Haus der Wohnungslosenhilfe oder in anderen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind. Darüber hinaus richtet es sich an Menschen, die dem Hilfesystem der Münsteraner Wohnungslosenhilfe als obdachlose Personen, oder als sogenannte Wohnungsnotfälle, also Menschen, die in sehr prekären Wohnverhältnissen leben, bekannt sind. Innerhalb der beschriebenen Gruppe ist das Wohnangebot reserviert für Personen, ➣ die älter als 60 Jahre alt sind, ➣ die jünger, aber aufgrund langjähriger Wohnungslosigkeit chronisch krank und nicht mehr arbeitsfähig sind, ➣ die dem Arbeitsmarkt mit einer Behinderung von 50 % Minderung der Erwerbsfähigkeit nicht mehr zur Verfügung stehen oder ➣ die einen festgestellten Unterstützungsbedarf in Form eines Pflegegrades und/oder Bedürftigkeit durch die Einschätzungen des Fachdienstes Senioren und Pflegebedürftigkeit der Stadt Münster vorweisen können. Die angesprochenen Zielgruppen sind durch mittelschwere und schwere somatische Leiden, wie Zustand nach Amputationen und Schlaganfällen, spritzpflichtiger Diabetes, Alterserkrankungen, z. B. Erkrankungen des Urogenitalbereichs, demenzielle Erkrankungen, Erkrankungen der Psyche, chronifizierte Suchterkrankungen, Erkrankungen des Herzkreislaufsystems sowie Tumorerkrankungen gekennzeichnet. Das Projekt »Wohnen  60plus« hat 273 4.5 Auswirkungen des Wohnkonzeptes »Wohnen 60plus« auf die gesundheitliche Situation … sich zum Ziel gesetzt, der benannten Zielgruppe annehmbare, barrierefreie und behindertengerechte Wohnungen mit ambulanten Betreuungs- und Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Dabei sollen individuelle Versorgung und Begleitung der Zielgruppe durch hygienische, hauswirtschaftliche, pflegerische, sozialpädagogische und ärztliche Maßnahmen und Hilfen sichergestellt werden. Damit soll die bisher bestehende Wohnungslosigkeit beendet werden. Wesentliche Maximen sind die positive Beeinflussung des Verhaltens durch Schaffung einer wohnlichen und privaten Atmosphäre, die Förderung der Selbstverantwortung und ein kultursensibler Umgang mit der Zielgruppe. Die Einbindung in das das Quartier und die Nachbarschaft soll die Integration in das Wohnumfeld fördern und so Teilhabe ermöglichen und Armut reduzieren. In beiden Wohnangeboten von »Wohnen 60plus« arbeiten jeweils ➣ 0,5 Vollzeitäquivalent Hauswirtschafterin ➣ 15  Stunden wöchentlich Hauswirtschaftshelferin ➣ 5 Studenten, die als Alltagsbegleiter von 16:00 bis 20:00  Uhr mit einer monatlichen Arbeitszeit von 40 Stunden tätig sind Eine Sozialarbeiterin und ein Sozialarbeiter mit insgesamt 1,2  Vollzeitäquivalent arbeiten in beiden Wohnprojekten und vertreten sich gegenseitig. Die gesetzliche Finanzierungsgrundlage war vom 01.02.2013 bis zum 30.11.2018 die Betreuungspauschale nach § 61  SGB  XII (Sozialgesetzbuch, Buch 12, Sozialhilfe) in Höhe von 706 € monatlich durch die Stadt Münster. Vom 01.12.2018 an wurde die Betreuungspauschale nach § 70  SGB  XII (»Hilfe zur Weiterführung des Haushalts«) in Höhe von 786  € monatlich durch die Stadt Münster gezahlt. Die Finanzierung der Sozialarbeiterstellen erfolgt durch einen Personalkostenzuschuss der Stadt Münster. Geplant ist die Umstellung der Finanzierung nach §§ 67ff., damit der überörtliche Träger in die Versorgung der Personen, die noch keine 65 Jahre alt sind, mit einbezogen wird. Nach fast siebenjähriger Erfahrung im Projekt »Wohnen 60plus« in der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche und nach jetzt einjähriger Erfahrung in dem »Wohnen 60plus York-Höfe« können wir auch anhand der Zielsetzungen des Projekts eine sehr positive Bilanz ziehen. Beschaffenheit der Wohnungen Es ist bezahlbarer, annehmbarer, behindertengerechter und barrierefreier Wohnraum entstanden; darüber hinaus sind sechs Appartements auch rollstuhlgerecht. Alle Wohnungen sind unterschiedlich geschnitten und verfügen über eine eigene Küche und ein Duschbad mit WC. Die Wohnungen sind zwischen 33 und 42 qm groß. Mit der Gemeinschaftsfläche hat jeder Mieter ca. 50 qm gemietet. Der Mietpreis beim »Wohnen 60plus York- Höfe« liegt bei 6,05 € pro qm. Einleben und Alltag in den Wohnprojekten »Wohnen 60plus« Mit dem Einzug in die Wohnprojekte erleben die ehemaligen Wohnungslosen das erste Mal, nach etlichen Jahren Aufenthalt in einer Notunterkunft oder auf der Straße, die Ruhe und die Privatsphäre der eigenen Wohnung. Es ist ihr Reich, 274 Bernhard Mülbrecht in dem sie selbst bestimmen, wie sie die Wohnung gestalten möchten, wen sie zu Besuch empfangen möchten, oder wann sie sich zurückziehen wollen und sie geschlossen bleibt. All diese Vorteile haben die Mieter bereits nach wenigen Wochen im »Wohnen 60plus« genutzt und verinnerlicht. In den regelmäßigen Mieterbesprechungen werden die Rechte und die Pflichten des Mieters erklärt und diskutiert. In diesem Rahmen wurden Grundlagen zur Nutzung der Gemeinschaftsräume, der Bezahlung der Mahlzeiten und der hauswirtschaftlichen Aufwendungen besprochen und festgelegt. Bei den Mietern hat sich ein Stolz über den eigenen Wohnraum entwickelt, der dazu beiträgt, dass sie ihn pfleglich behandeln. Die Menschen freuen sich auf Besucher von außerhalb, auf Besuch von Mitarbeitern oder von Nachbarn aus dem Wohnprojekt. Damit die Menschen in den eigenen vier Wänden nicht vereinsamen, wurden Tagesangebote, die in den Gemeinschaftsräumen stattfinden, entwickelt. Dazu gehören Freizeitangebote, wie Spielenachmittage, Kegelfahrten, Ausflüge und Boule spielen. Wesentlich ist auch das Zubereiten und Vorhalten von drei Mahlzeiten am Tag. Dabei geht es zum einen um eine gesunde Ernährung, die täglich frisch von den Hauswirtschafterinnen zubereitet wird, zum anderen ist das Erleben der Zubereitung der Mahlzeiten eine Möglichkeit am Alltag teilzunehmen und trägt wesentlich zur positiven Atmosphäre des Wohnangebotes bei. Au- ßerdem bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren alltagsorientierten Tätigkeiten kontinuierliche und verlässliche Bezugsgrößen. Gerade in den Bereichen Hauswirtschaft und Hygiene, aber auch bei den Gemeinschaftsaktivitäten schaffen es die Mitarbeiterinnen einen gendersensiblen und förderlichen Zugang zu den Mietern zu entwickeln. In weiteren Fragen der Alltagsbewältigung, z. B. das Bedienen der Waschmaschine, Hilfestellung bei der Reinigung des Appartements, kleinen Hausmeisterarbeiten oder Besorgungen, bietet das Mitarbeiterteam Hilfestellungen an und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Von Anfang an im Quartier verankert Von Beginn an hat der Förderverein für Wohnhilfen konzeptionell den Quartiersgedanken aufgenommen und lädt die Nachbarn wöchentlich zu einem Spielenachmittag ein. Konzerte, Ausflüge und ein Sommerfest sind feste Bestandteile für Mieter, Gäste, Mitarbeitende und Nachbarn. Bedeutend für beide Wohnprojekte ist die innenstadtnahe Lage. Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken und Banken sind vor Ort. Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ist sehr gut. Die pflegerische Versorgung In der Pflege wohnungsloser Menschen sind auch die Pflegedienste mit den speziellen Merkmalen und Besonderheiten der Zielgruppe konfrontiert. Nicht selten fühlen sich wohnungslose Menschen weniger krank und hilfebedürftig, als sie von anderen eingeschätzt werden. Dieses Verhalten, häufig durch lange Wohnungslosigkeit und Suchterkrankung bedingt, haben die Sozialarbeiter den Mitarbeitenden der Pflegedienste zu übersetzen und die Kommunikation der beiden Akteure zu moderieren. Es ist sehr erfreulich, dass in den Jahren das Vertrauen der Mieter zu 275 4.5 Auswirkungen des Wohnkonzeptes »Wohnen 60plus« auf die gesundheitliche Situation … den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fördervereins gewachsen ist. Mittlerweile werden vier von acht Personen, die im Wohnprojekt ehemalige Dreifaltigkeitskirche wohnen, von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Sechs der acht Mieter haben Pflegegrade durch die Einstufung des MDK erhalten. Alle Mieter nehmen hausärztliche und fachärztliche Behandlung an. Ebenso profitieren alle acht Mieter von der hauswirtschaftlichen Versorgung. Auch sind alle acht Mieter mit Pflegehilfsmitteln versorgt. Mittlerweile sind es sechs Rollstühle, sechs Rollatoren, sechs Duschstühle, vier Elektromobile. Einen Schwerbehindertenausweis besitzen alle acht Mieter. In dem Wohnangebot York-Höfe, das erst seit einem Jahr besteht, nehmen zehn der elf Mieter die hauswirtschaftliche Unterstützung des Teams des Fördervereins an. Sechs der elf Mieter erhielten bereits einen Pflegegrad. Sechs Mieter werden durch einen ambulanten Pflegedienst betreut. Die Versorgung mit Hilfsmitteln und Mobilitätshilfen läuft im vollen Gange. Durch die Hilfsmittel und die Mobilitätshilfen erleben die Mieter Erleichterung und neue Möglichkeiten der Teilnahme am Leben. Das strahlt auch auf andere Mieter der Gruppenwohnungen aus und setzt langsam einen Prozess des allmählichen Vertrauens und der behutsamen Akzeptanz der eigenen Bedürftigkeit in Gang. In den fast sieben Jahren des Bestehens des Wohnangebotes »Wohnen  60plus« ist bisher kein Mieter ausgezogen. Es sind in den Jahren fünf Personen verstorben. Vier davon konnten bis zuletzt in ihrer Wohnung bleiben, ein Mann musste aus pflegerischen Gründen die letzten acht Wochen seines Lebens in einem Pflegeheim verbringen. Bei jedem Verstorbenen gestaltet das Team der Wohnprojekte eine individuelle Trauerfeier und lädt dazu Nachbarn, Freunde und wenn vorhanden Verwandte ein. Resümee und Ausblick Alle Ziele, die der Förderverein für die Wohnangebote »Wohnen 60plus« formuliert, wurden umgesetzt. Es ist bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum für ältere, kranke und hilfebedürftige wohnungslose Menschen entstanden. Die notwendigen und vielfältigen gesundheitlichen Betreuungs- und Versorgungsleistungen können ambulant erbracht werden. Der abgeschlossene eigene Wohnraum, das Anerkennen der persönlichen Autonomie und die Möglichkeit der individuellen Sorge bieten die Voraussetzungen für einen kultursensiblen Umgang mit den Menschen. Damit ist Wohnen mit Versorgungssicherheit in den Bereichen Hygiene, Hauswirtschaft, Pflege und Sozialarbeit gewährleistet und erreicht besonders ältere langzeitwohnungslose Männer. Die Professionen Hauswirtschaft, Pflege und Sozialarbeit sind die drei erforderlichen Säulen, um erfolgreich ambulante Wohnprojekte dieser Art zu betreiben. Die Mieter nehmen das Konzept »Wohnen 60plus« gut an. Es ist eine konstruktive Verhaltensänderung und größere Selbstverantwortung bei den Mietern wahrzunehmen. Die Pflegeleistungen der Pflegedienste werden gut und kontinuierlich angenommen. Besonders schätzen die Mieter die eigenen vier Wände, aber auch die Möglichkeit zur Begegnung und zur Geselligkeit in den Gemeinschafträumen. Lebhaft nachgefragt werden das Mahlzeitenangebot und einige Freizeitangebote, die auch anderen Senioren im Quartier angeboten 276 Bernhard Mülbrecht werden. Die gute Wohnatmosphäre und die unauffällige Integration in Quartier und Nachbarschaft lassen Begegnung mit Nachbarn auf Augenhöhe zu und werden von Akteuren der Gesundheits-, der Alten- und Wohnungslosenhilfe positiv zur Kenntnis genommen. Wenn man Gesundheit als ein multidimensionales Geschehen anerkennt, sind all die genannten Punkte wesentlich und notwendig, um ältere und kranke wohnungslose Menschen angemessen zu unterstützen. Literatur 1 The Housing Solutions Platform. 50 Out-ofthe-Box Housing Solutions to Homelessness & Housing Exclusions. https://www. feantsa.org/en/news/2019/12/11/hsp-publication-50-housing-solutions?bcParent=26 (17.12.2019). Bernhard Mülbrecht Ausgeübte Tätigkeit: 1. Vorsitzender des Fördervereins für Wohnhilfen e. V., der das Projekt »Wohnen  60plus« durchführt Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Langjähriger Leiter des Hauses der Wohnungslosenhilfe Bischof-Hermann- Stiftung Münster, Berater im Projekt »Europa.Brücke.Münster« Adresse: Förderverein für Wohnhilfen e. V., Schillerstr. 46, 48155 Münster E-Mail: muelbrecht@wohnhilfen-muenster.de

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Schlagworte

Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter

References

Zusammenfassung

Bis zum Jahr 2050 wird es etwa 23 Millionen über 65-Jährige in Deutschland geben. Dadurch wird es gesellschaftlich wie individuell zunehmend notwendig, gute Voraussetzungen für das Rentenalter als Lebensphase zu schaffen. Um es bei guter Gesundheit und Lebensqualität zu verbringen, sollte bereits die Zeit vor dem Übergang zur Vorbereitung genutzt werden. Insbesondere Männer, die sich oft stark mit ihrer Berufstätigkeit identifizieren, sind gefordert, ein hohes Gesundheitspotenzial und gute soziale Bedingungen verantwortungsbewusst aufzubauen.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht setzt bei einer fundierten Bestandsaufnahme der Situation der Männer zwischen 55 und 74 Jahren an. Aus ihr ergeben sich wichtige Themen für die Politik, für die Soziale Arbeit und für den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt: die Situation der Erwerbsarbeit zehn Jahre vor der Berentung, die Übergangsphase sowie gesundheitsfördernde Projekte für Männer vor und nach dem Renteneintritt.

Mit Beiträgen von Doris Bardehle, Eric Bonsang, Daniela Borchart, Martina Brandt, Jennifer Burchardi, Christian Deindl, Dina Frommert, Freya Geishecker, Siegfried Geyer, Stefan Gruber, Felizia Hanemann, Hans Martin Hasselhorn, Moritz Hess, Jens Hoebel, Hanno Hoven, Rainer Jordan, Hendrik Jürges, Theo Klotz, Adèle Lemoine, Michal Levinsky, Howard Litwin, Peggy Looks, Thorsten Lunau, Ingrid Mayer-Dörfler, Anne Maria Möller-Leimkühler, Niels Michalski, Bernhard Mühlbrecht, Laura Naegele, Nikola Ornig, Kathleen Pöge, Jean-Baptist du Prel, Gregor Sand, Alina Schmitz, Johannes Siegrist, Stefanie Sperlich, Anne Starker, Matthias Stiehler und Morten Wahrendorf

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