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Eric Bonsang, Adèle Lemoine, 3.5 Renteneintritt und kognitive Leistungsfähigkeit in:

Hendrik Jürges, Johannes Siegrist, Matthias Stiehler (Ed.)

Männer und der Übergang in die Rente, page 199 - 210

Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8379-3023-8, ISBN online: 978-3-8379-7704-2, https://doi.org/10.30820/9783837977042-199

Series: Forschung Psychosozial

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199 3.5 Renteneintritt und kognitive Leistungsfähigkeit Eric Bonsang & Adèle Lemoine Zusammenfassung Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Ergebnisse von Studien, die die Auswirkung des Renteneintritts auf die kognitiven Funktionen untersuchen. Die meisten Studien deuten auf einen durchschnittlichen negativen Effekt des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit hin. Es zeigt sich auch, dass der Effekt je nach Art des Berufs unterschiedlich ist. Retirement and Cognitive Functioning This chapter provides an overview on the findings from studies investigating the effect of retirement on cognitive functioning. Most studies suggest an average negative effect of retirement on cognitive functioning. It also shows that the effect tends to differ according to the type of occupation. Einleitung In den letzten Jahrzehnten ist die Bevölkerung in vielen Ländern kontinuierlich gealtert. Dieser demografische Wandel führt zu neuen Herausforderungen und insbesondere zu der Frage nach dem Gesundheitszustand in der späten Lebensphase. Ältere Menschen stehen vor vielen neuen Herausforderungen, die sowohl mit einer verminderten körperlichen als auch verminderten geistigen Leistungsfähigkeit verbunden sind. In vielen Ver- öffentlichungen wird beispielsweise der altersbedingte Rückgang einiger wichtiger Bereiche der kognitiven Leistungsfähigkeit beschrieben. Dazu zählen die fluide Intelligenz (Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis, Langzeitgedächtnis) sowie insbesondere das episodische Gedächtnis  [1, 2]. Das episodische Gedächtnis bezieht sich auf spezifische Ereignisse, die persönlich zu einer bestimmten Zeit und an einen bestimmten Ort erlebt wurden (zum Beispiel der letzte Urlaub). Kognitive Beeinträchtigungen, auch wenn sie nicht die Schwelle für eine Demenzdiagnose erreichen, sind mit einem Verlust an Lebensqualität, einem erhöhten Grad an Behinderung, einer geringeren Produktivität und höheren gesundheitsbezogenen Kosten verbunden [3, 4]. Alltagsaufgaben wie der Umgang mit Geld können aufgrund kognitiver Beeinträchtigungen zu einer großen Herausforderung werden, wie Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen kognitiven Fähigkeiten und finanziellen Entscheidungen wie Sparen und Investieren zeigen [5, 6]. Die Abnahme der fluiden Intelligenz ist in der Bevölkerung nicht gleichmäßig verteilt. Einige Menschen können eine hohe kognitive Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter aufrechterhalten [7]. Altersbedingte zerebrale Veränderungen können sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit haben. Stern [8, 9] und Scarmeas und Stern [10] 200 Eric Bonsang & Adèle Lemoine haben daher das Konzept der »kognitiven Reserve« eingeführt. Mit ihr soll fehlende Evidenz zum direkten Zusammenhangs zwischen dem Schweregrad eines leistungsmindernden Faktors (z. B. der Grad der Gehirnveränderungen mit dem Alter oder die Gehirnpathologie im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit) und dem Ausmaß der Leistungsstörung oder der Funktionsstörung bei Aktivitäten des täglichen Lebens erklärt werden. Dabei wird angenommen, dass einige Menschen ihre kognitiven Ressourcen effizienter nutzen können und daher weniger anfällig für Störungen ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit sind. Diese individuelle Heterogenität kann auf angeborene bzw. genetische Unterschiede oder auf unterschiedliche Lebenserfahrungen wie Bildung, beruflicher Erfolg oder die Teilnahme an kognitiv stimulierenden Aktivitäten zurückzuführen sein. Diese Hypothese ist durchaus interessant, da sie darauf hindeutet, dass der Einzelne in einem gewissen Maße die Kontrolle über die Entwicklung seiner kognitiven Leistungsfähigkeit hat, und dass es einen Spielraum für Interventionen gibt, die den Verlauf des kognitiven Alterns beeinflussen können. Da eine immer stärker alternde Bevölkerung eine Herausforderung für die Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme darstellt, haben viele Länder Maßnahmen ergriffen, um die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen zu erhöhen. In Europa wurde damit begonnen, das gesetzliche Renteneintrittsalter zu erhöhen und zusätzlich finanzielle Anreize für einen späteren Eintritt in den Ruhestand zu schaffen. Während die Auswirkungen derartiger Reformen für den Renteneintritt auf der Hand liegen, sind die gesundheitlichen Folgen des Renteneintritts weiterhin umstritten. In mehreren Studien wurde gezielt die Frage aufgeworfen, ob der Eintritt in den Ruhestand selbst die kognitive Leistungsfähigkeit mindert, da dieser einen zentralen Einschnitt im Lebenslauf eines Menschen darstellt. Insbesondere wenn das berufliche Umfeld kognitiv stimulierend wirkt, kann der Renteneintritt zu einer Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten führen. Je nach Art des früheren Berufs und des Lebensstils während des Ruhestandes kann der Renteneintritt jedoch auch eine Schutzfunktion für die kognitive Gesundheit einnehmen. Die Bewertung der Folgen des Renteneintritts für die Entwicklung der kognitiven Leistungsfähigkeit ist für die Politik von großem Interesse, da Reformen zur Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht intendierte Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Gesundheit haben können. In diesem Kapitel wollen wir dazu einen kurzen Überblick über zentrale Ergebnisse der jüngeren wissenschaftlichen Literatur geben. Der deskriptive Zusammenhang zwischen Renteneintritt und kognitiver Leistungsfähigkeit Adam et al. [11] haben den Zusammenhang zwischen Ruhestand und kognitiven Testergebnissen mit Daten aus den USA und Europa analysiert. Dies wurde mit einem Gedächtnistest (»ten word recall«) und einem Animal-Naming-Test gemessen. Beim Gedächtnistest liest der Interviewer eine Liste mit zehn Wörtern vor, und die Teilnehmer werden gebeten, sich so viele Wörter wie möglich zu merken und diese zu nennen. Nach einer kurzen Unterbrechung durch andere Fragen folgt eine wiederholte Messung. Für den Animal-Naming-Test müssen die Befragten in einer Minute so viele ver- 201 3.5 Renteneintritt und kognitive Leistungsfähigkeit schiedene Tiere wie möglich benennen. In der Querschnittsbetrachtung zeigte sich, dass Rentner schlechtere kognitive Testergebnisse erzielen als erwerbstätige Personen, selbst wenn eine Reihe von weiteren Faktoren wie Alter, Bildung und körperliche Gesundheit in die Analyse einbezogen wurden. Abbildung  1 zeigt das Ergebnis weitergehender ländervergleichender Untersuchungen. Diese zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen den Unterschieden im mittleren Testergebnis zwischen 60- bis 65-Jährigen und 50- bis 55-Jährigen (vertikale Achse) und dem Unterschied in der Erwerbsquote zwischen den gleichen Altersgruppen (horizontale Achse). Die Abbildung zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern in der Differenz der Beschäftigungsquoten zwischen diesen beiden Altersgruppen gibt: Während in den USA, in der Schweiz und in Schweden die Beschäftigungsquote der Gruppe der 60- bis 65-Jährigen etwa 40 % unter der Beschäftigungsquote der 50- bis 55-Jährigen liegt, erreicht der Unterschied in Frankreich, Österreich und Polen fast 90 %. Darüber hinaus gibt es auch Unterschiede in der relativen kognitiven Leistungsfähigkeit zwischen beiden Altersgruppen: In den USA erzielt die Gruppe der 60- bis 65-Jährigen ein kognitives Testergebnis, das um 4 % unter dem Ergebnis der 50- bis Abbildung 1: Länderübergreifender Zusammenhang zwischen dem relativen Unterschied in kognitiven Testergebnissen und den Beschäftigungsquoten zwischen 60- bis 65-Jährigen und 50- bis 55-Jährigen. Quelle: Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe 2004–2006, Health and Retirement Study 2004. Der relative Unterschied in der Beschäftigungsquote und der relative Unterschied im kognitiven Testergebnis ist definiert als (Y60–65 - Y50–55)/Y50–55, mit Yi = durchschnittliche Beschäftigungsquote bzw. kognitives Testergebnis in der Alterskategorie i (50–55 oder 60–65 Jahre alt) 202 Eric Bonsang & Adèle Lemoine 55-jährigen liegt, während in Frankreich zwischen den Altersgruppen ein Unterschied von etwa 13 % gemessen wurde. Die Abbildung belegt stark positive länderübergreifende Zusammenhänge zwischen Alters-Unterschieden in der Beschäftigungsquote und Alters-Unterschieden der kognitiven Testergebnisse. Daraus lässt sich indirekt schließen, dass Männer, die länger erwerbstätig sind bzw. später in Ruhestand gehen, eine höhere kognitive Leistungsfähigkeit haben. Der negative Zusammenhang zwischen Ruhestand und Kognition steht im Einklang mit anderen Studienergebnissen, die Erwerbstätigkeit selbst als einen Schlüsselfaktor für die kognitive Stimulation hervorheben [12], insbesondere dann, wenn der Beruf kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten beinhaltet [13]. Der kausale Effekt des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit … Für den in den genannten Studien beobachteten Unterschied in der kognitiven Leistungsfähigkeit zwischen Arbeitnehmern und Rentnern könnte es jedoch auch andere Erklärungen geben als den kausalen Einfluss des Renteneintritts. Erstens kann eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit Menschen am Arbeiten hindern, ihre Erwerbsfähigkeit vermindern oder ihre Produktivität verringern, was jeweils die Wahrscheinlichkeit in Ruhestand zu gehen begünstigt. Wenn diese Möglichkeit umgekehrter Kausalität nicht berücksichtigt wird, kann es zu einer Überschätzung des negativen Zusammenhangs zwischen Ruhestand und Kognition kommen, da Personen mit einem schlechteren kognitiven Gesundheitszustand bei gegebenem Alter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in den Ruhestand eintreten. Darüber hinaus können unbeobachtbare Drittvariablen sowohl mit der kognitiven Leistungsfähigkeit als auch mit Entscheidungen, in den Ruhestand zu gehen, in Verbindung stehen. Bingley und Martinello  [14] machen beispielsweise deutlich, dass der Einfluss der Bildung berücksichtigt werden muss, da diese sowohl das Renteneintrittsalter als auch die kognitive Leistungsfähigkeit vorhersagt. Es scheint daher von großer Bedeutung zu sein, individuelle Heterogenität zu berücksichtigen, um Schätzungen des Einflusses von Verrentung auf die kognitive Leistungsfähigkeit vor einer möglichen Verzerrung zu schützen. Um den Einfluss individueller Heterogenität zu berücksichtigen, haben es sich verschiedene Autoren zum Ziel gesetzt, neben deskriptiven Belegen für eine negative Beziehung zwischen Ruhestand und kognitive Leistungsfähigkeit auch den kausalen Effekt des Renteneintritts zu identifizieren. So verwenden einige Studien den Unterschied im gesetzlichen Renteneintrittsalter zwischen verschiedenen Ländern als Quelle exogener Variation für die Entscheidung in den Ruhestand zu gehen. Anhand länder- übergreifender Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) untersuchten Rohwedder und Willis [15], Coe und Zamarro [16] sowie Mazzonna und Perracchi  [17] die Auswirkungen des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Dabei fanden sowohl Rohwedder und Willis  [15] als auch Mazzonna und Peracchi [17] einen großen, signifikant negativen Effekt der Verrentung. Allerdings müssen die Ergebnisse von Rohwedder und Willis mit Vorsicht interpretiert werden, da sie weder die Heterogenität 203 3.5 Renteneintritt und kognitive Leistungsfähigkeit zwischen einzelnen Personen noch zwischen Ländern berücksichtigen. Coe und Zamarro fanden dagegen keine Belege für einen kausalen Zusammenhang zwischen Ruhestand und Kognition. Dieser Unterschied kann auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass ihre Identifikationsstrategie auf einem Regression Discontinuity Design basiert (siehe [18]), welches nur die Identifizierung kurzfristiger Auswirkungen des Renteneintritts ermöglicht. Mazzonna und Peracchi [17] sind hingegen davon ausgegangen, dass der Renteneintritt nicht nur das Niveau, sondern auch die Veränderungsrate der kognitiven Leistungsfähigkeit mit dem Alter beeinflusst, sodass auch längerfristige Auswirkungen des Renteneintritts erfasst werden können. Wenngleich länderübergreifende Unterschiede des regulären Renteneintrittsalters als sogenanntes Instrument für den Renteneintritt dienen und daher aussagekräftige empirische Strategien zur Identifikation des kausalen Effekts des Renteneintritts erlauben können, so gibt es doch Anlass zur Skepsis. Wie bereits erwähnt, sind Personen aus verschiedenen Ländern unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen und kulturellen Einflüssen jenseits des Rentenversicherungssystems ausgesetzt. Diese Heterogenität wird wahrscheinlich das Niveau und das altersbezogene Profil der kognitiven Leistungsfähigkeit teilweise beeinflussen und mit den institutionellen Rahmenbedingungen des Rentenversicherungssystems korrelieren. So zeigt sich beispielsweise in Europa bei vielen Gesundheitsoutcomes, die über kognitive Testergebnisse hinausgehen, ein klares Nord-Süd-Gefälle, wobei die nordeuropäischen Länder in der Regel bessere Outcomes haben als die südeuropäischen Länder [19]. Gleichzeitig ist das Renteneintrittsalter in nordeuropäischen Ländern tendenziell höher als in südeuropäischen Ländern. Es ist unwahrscheinlich, dass die länderübergreifenden Unterschiede bei den Rentenregeln dieses Muster zwischen den europäischen Ländern vollständig erklären. Daher sind Zweifel angebracht, ob die Unterschiede im Rentenversicherungssystem tatsächlich exogen sind und nicht mit anderen Determinanten der kognitiven Leistungsfähigkeit korrelieren (d.h. die sogenannte Ausschlussrestriktion ist verletzt). Dies kann zu einer Überschätzung der Auswirkung des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit führen. Bonsang, Adam und Perelman  [20] umgehen die genannten Schätzprobleme, indem sie die kausalen Auswirkungen des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit, gemessen durch den Ten-Word-Recall-Test, anhand von Längsschnittdaten aus den USA (der Health and Retirement Study, HRS) schätzen. Auch hier dienen Regelaltersgrenzen für den Rentenbezug als exogene Variationen bei der Entscheidung über den Renteneintritt. Die Längsschnitt- Dimension der Daten ermöglicht die Berücksichtigung von nicht beobachtbaren Merkmalen, die sich im Zeitablauf nicht verändern. Dadurch erhöht sich die Aussagekraft der Analysen. Im Gegensatz zu früheren Studien erfolgt die Analyse mit Daten aus einem einzelnen Land, in dem die Personen grundsätzlich denselben institutionellen Rahmenbedingungen ausgesetzt waren. Abbildung 2 zeigt für Befragte im Alter von 55 bis 70  Jahren die geschätzte Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres in Ruhestand zu gehen (Abb.  2a) und die geschätzte Veränderung der kognitiven Testergebnisse mit jedem weiteren Lebensjahr (Abb. 2b). 204 Eric Bonsang & Adèle Lemoine Wie erwartet, zeigt Abbildung 2a einen signifikanten Anstieg der Verrentungswahrscheinlichkeit bei 62  Jahren, was dem Mindestalter entspricht, ab dem Personen in den USA Anspruch auf Rentenleistungen haben. Bemerkenswerterweise zeigt Abbildung  2b einen signifikanten Rückgang der kognitiven Testergebnisse bei der Messung im Alter von 63  Jahren, obwohl es keinen biologischen Grund für eine Änderung des kognitiven Rückgangs in diesem spezifischen Alter gibt, es sei denn, dies wird durch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit des Renteneintritts verursacht. Dieses deskriptive Ergebnis stützt die Hypothese, dass der Renteneintritt mit einem Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit einhergeht und dass dieser Rückgang nicht unmittelbar zum Zeitpunkt des Renteneintritts eintreten wird. Tiefergehende statistische Analysen bestätigen die deskriptiven Belege aus Abbildung  2 und zeigen einen signifikanten negativen kausalen Einfluss des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit, was im Einklang mit den Ergebnissen von Rohwedder und Willis [15] sowie Mazzonna und Peracchi [17] steht. Die Analysen legen nahe, dass die Auswirkung des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit ver- Abbildung 2: Änderungen der Renteneintrittswahrscheinlichkeit und Änderungen der kognitiven Testergebnisse nach Alter. Quelle: Health and Retirement Study 1998–2008. Alle Befragten waren zwischen 55 und 70 Jahre alt (horizontale Achse). Die Abbildungen zeigen den Zusammenhang zwischen Renteneintrittswahrscheinlichkeit und Alter (Abb. 2a) sowie zwischen kognitivem Testergebnis und Alter (Abb. 2b). Die vertikalen Achsen zeigen jeweils die Änderung der Rentenwahrscheinlichkeit (Abb. 2a) oder des kognitiven Testergebnisses (Abb. 2b) bei Alterung um ein Jahr (mit dem entsprechenden 95%-Konfidenzintervall). 205 3.5 Renteneintritt und kognitive Leistungsfähigkeit zögert auftritt und dass der größte Teil des Rückgangs am Beginn der Ruhestandsphase auftritt und sich anschlie- ßend tendenziell stabilisiert. Besonders interessant ist dabei, dass bei Männern ein größerer Einfluss des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit als bei Frauen gefunden wurde (wenngleich der Unterschied nicht signifikant war). Eine neuere Studie von Atalay, Barrett und Staneva [21] für Australien verwendet eine Rentenreform zur Identifikation und findet ebenfalls einen negativen Einfluss des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Männern, aber nicht bei Frauen. Die Ergebnisse sind indes im Vergleich zu den zuvor ver- öffentlichen Studien weniger deutlich. Negative Effekte sind jedoch nicht immer nachweisbar. Wie bereits erwähnt, haben Mazzonna und Peracchi  [17] bei der Analyse der europäischen Daten des SHARE einen negativen mittleren Effekt festgestellt, während Coe und Zamarro  [16] bei der Analyse derselben Daten keinen signifikanten Effekt zeigen konnten. Der Unterschied zwischen den Ergebnissen kann auf unterschiedliche Modellspezifikationen zurückzuführen sein. Mazzonna und Peracchi  [17] gingen von einem Einfluss des Ruhestandes auf die Rate der altersbedingten Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeiten aus, während Coe und Zamarro  [16] von einer konstanten Abnahme im Ruhestand ausgegangen sind. Außerdem wurde bei beiden Studien der Alterseffekt auf die kognitiven Testergebnisse unterschiedlich spezifiziert. Mazzonna und Peracchi [17] verwenden einen linearen Effekt des Alters, während Coe und Zamarro [16] einen quadratischen Effekt verwenden. Bianchini und Borella [22] verwendeten ebenfalls SHARE-Daten und nutzen Unterschiede im gesetzlichen Renteneintrittsalter zwischen europäischen Ländern als Instrumente in einem Schätzansatz mit festen individuellen und zeitlichen Effekten (individual and time fixed effects). Dabei stellten sie keinen signifikanten kurzfristigen Effekt fest, zeigten aber, dass der Renteneintritt langfristig eine schützende Wirkung auf das Gedächtnis haben kann. Auch hier wurde argumentiert, dass der Unterschied zu den Ergebnissen von Mazzonna und Peracchi [17] hauptsächlich auf Unterschiede in der Spezifikation des Alterseffekts auf die kognitive Leistungsfähigkeit zurückzuführen ist. … mit einer gewissen Heterogenität. Die vorangehend beschriebenen Untersuchungsergebnisse lassen auf eine Auswirkung des Renteneintritts auf die kognitive Gesundheit im statistischen Mittel schließen. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass heterogene Effekte auftreten, da frühere Berufe und Lebensstile den Ruhestand unterschiedlich prägen. Auch wenn dieser Punkt in den zuvor erwähnten Veröffentlichungen nicht explizit untersucht wurde, so hat man ihn zumindest in die Diskussion miteinbezogen. In der Folge gab es Arbeiten, wo diese Heterogenität bei der Analyse berücksichtigt wurde. Mazzonna und Peracchi [23] erweiterten ihre bisherigen Analysen, indem sie – weiterhin mit SHARE-Daten – den Effekt des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit für verschiedene Berufsgruppen untersuchten. Sie kommen zu dem Schluss, dass der durchschnittliche Effekt des Renteneintritts auf die Kognition negativ ist und mit zunehmender Dauer im Ruhestand 206 Eric Bonsang & Adèle Lemoine zunimmt. Anhand von Indizes, die die körperliche und psychosoziale Arbeitsbelastung messen, wurden in der Folge Arbeitnehmer mit hoher Belastung identifiziert. Dort wirkte sich der Renteneintritt unmittelbar positiv auf die Gesundheit und Kognition aus. Coe et al.  [24] nutzten Daten aus den USA und zeigten, dass durch bestimmte Frühverrentungsprogramme induzierte Übergänge in den Ruhestand keinen Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Angestellten (white collar workers) hatten, sich aber positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Arbeitern (blue collar workers) auswirkten. Es handelt sich bei diesen Frühverrentungsprogrammen im Wesentlichen um Maßnahmen von Arbeitgebern, die ältere Arbeitnehmer mittels finanzieller Anreize (Boni oder höhere Altersbezüge) dazu ermutigen sollten, ein Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verlassen. Unterschiede zwischen Angestellten und Arbeitern zeigten sich auch bei Betrachtung des weiteren zeitlichen Verlaufs. Celidoni, Dal Bianco und Weber [25] fanden hingegen einen kurzfristig positiven, jedoch keinen langfristigen Effekt des Renteneintritts auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Frührentnern. Bei Personen, die später in Rente gehen, ergibt sich dagegen ein negativer Langzeiteffekt. Es stellte sich heraus, dass Frührentner mit größerer Wahrscheinlichkeit geringqualifizierte Männer sind, während Personen, die später in Rente gingen, im Vergleich zu Frührentnern mit höherer Wahrscheinlichkeit mit dem Gehalt und beruflichen Gestaltungsspielräumen zufrieden waren. Dies bestätigt indirekt die weiter oben beschriebenen Erkenntnisse zu den unterschiedlichen Auswirkungen der Verrentung nach beruflicher Stellung und Qualifikation. Auf welche Weise beeinflusst Verrentung die kognitive Leistungsfähigkeit? Die Befunde heterogener Effekte der Verrentung auf die kognitive Leistungsfähigkeit verweisen auf verschiedene Arten und Weisen, durch die der Renteneintritt die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussen kann. So hat sich vor allem gezeigt, dass der Renteneintritt einen zeitlich verzögerten negativen Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit hat, der sich im Laufe der Zeit im Durchschnitt stabilisiert [20]. Bei gering qualifizierten Personen ist ein positiver Kurzzeiteffekt zu sehen [22, 25]. Diese Ergebnisse lassen sich wahrscheinlich dadurch erklären, dass der Renteneintritt eine wesentliche Änderung in Bezug auf die Ressource Zeit darstellt. Nach der Verrentung, wenn die berufliche Tätigkeit beendet ist, wird anderen Aktivitäten mehr Zeit eingeräumt. Für Personen, die bei ihrer beruflichen Tätigkeit über ein kognitives Grundniveau hinaus wenig stimuliert wurden, scheint es sich daher positiv auszuwirken, mehr Zeit mit nichtberuflichen Aktivitäten zu verbringen. Dagegen vermindern sich nach der Verrentung die kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit höherer geistiger Beanspruchung bei der Arbeit. Im Laufe ihres Lebens investieren Menschen in ihr Humankapital (z. B. indem sie zur Schule gehen, eine Ausbildung machen, studieren), um sich auf den Arbeitsmarkt zu etablieren und dort bestehen zu können [26]. Sie haben aber einen geringeren Anreiz, in ihr Humanvermögen zu investieren, wenn ihr Einkommen nicht (mehr) von ihrer Produktivität abhängt. Laut Humankapitaltheorie sollten Rentner daher weniger als beruflich aktive Menschen in ihr Humanvermögen und ihre kognitive 207 3.5 Renteneintritt und kognitive Leistungsfähigkeit Leistungsfähigkeit investieren. Auf der anderen Seite reduziert die Zunahme von Freizeit die Opportunitätskosten von Gesundheitsinvestitionen, wie gesundheitsbewusste Verhaltensweisen  [27]. Tatsächlich scheint die Literatur diese Überlegung zu stützen, da Verrentung die körperliche Aktivität erhöht [28, 29], ungesunde Verhaltensweisen wie Alkoholkonsum und Rauchen reduziert [30], die allgemeine Gesundheit verbessert und die Inanspruchnahme von gesundheitsfördernden Maßnahmen erhöht  [31]. Atalay, Barrett und Stavena [21] erklären den bereits erwähnten geschlechtsspezifischen Effekt des Renteneintritts auf die kognitiven Fähigkeiten durch den unterschiedlichen Umgang mit der Ressource Zeit. Der negative Effekt der Verrentung, den sie für Männer, aber nicht für Frauen, festgestellt haben, scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass Frauen im Ruhestand mehr Zeit für geistige und haushaltsbezogene Aktivitäten aufwenden als Männer, was zu einer unterschiedlichen kognitiven Stimulation führt. Zusammenfassend scheinen zwei Mechanismen eine Rolle zu spielen. Erstens wird durch den Renteneintritt Zeit frei und es bieten sich neue Perspektiven diese Zeit zu nutzen, was aufgrund der Reduzierung der Opportunitätskosten zu mehr Investitionen in die Gesundheit führen dürfte. Gleichermaßen könnten die Menschen durch den Zeitgewinn vermehrter kognitiver Stimulation ausgesetzt sein. Zweitens könnten Rentner einen geringeren Anreiz haben, in ihre kognitive Leistungsfähigkeit zu investieren, da sie den Arbeitsmarkt verlassen haben. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Literatur zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der kurz- und langfristigen Auswirkungen der Verrentung auf die kognitive Gesundheit kommt. Dies gilt insbesondere für Personen mit kognitiv weniger stimulierenden Berufen, bei denen der Wechsel zu nichtberuflichen Aktivitäten von Vorteil ist. Spiegelbildlich betrachtet, profitieren Menschen mit einer höheren kognitiven Stimulation im Beruf weniger von außerberuflichen Aktivitäten, die tendenziell weniger stimulierend wirken. Folgerungen für die Politik Arbeitsmarktreformen, die das Rentenalter erhöhen sollen, werfen mehrere Fragen auf. Erstens scheint Verrentung einen schützenden Effekt auf die körperliche Gesundheit und das Gesundheitsverhalten zu haben. Deswegen ist eine Anhebung des Renteneintrittsalters in Bezug auf die Gesundheit der Bevölkerung nicht zu empfehlen. Schlussfolgerungen in Bezug auf die kognitive Leistungsfähigkeit sind dagegen weniger eindeutig, da die Auswirkungen der Verrentung weitgehend heterogen sind und wohl auch davon abhängen, welcher Aspekt der Kognition im Vordergrund steht. Bei Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt stark kognitiv stimuliert wurden, könnte eine Erhöhung des Renteneintrittsalters positive Auswirkungen haben. Im Gegensatz dazu kann sich ein höheres Renteneintrittsalter bei Menschen, die bei der Arbeit weniger kognitiv stimuliert werden, nachteilig auf ihre kognitive Gesundheit auswirken. Insbesondere die Teilnahme an kognitiv fördernden Aktivitäten nach der Verrentung (sprich nichtberufliche Aktivitäten) scheint eine Rolle für ein »erfolgreiches« kognitives Altern zu spielen. Freizeitaktivitäten, wie beispielsweise Sport und oder Engagement im Ehrenamt, sollten demzufolge in hohem Maße gefördert werden. Da das kognitive Kapital, welches Personen 208 Eric Bonsang & Adèle Lemoine mit kognitiv stimulierenden Berufen im Laufe der Zeit aufgebaut haben, höher ist, haben sie nach Eintritt in den Ruhestand entsprechend mehr zu verlieren. Die Förderung nichtberuflicher Aktivitäten würde dazu beitragen, den Verlust an kognitiver Stimulation auszugleichen. Für weniger qualifizierte Arbeitskräfte sollte das natürlich gleichermaßen gefördert werden, da sie dadurch mehr von den Chancen, die der Renteneintritt bietet, profitieren würden. Insgesamt zeigen die hier vorgestellten Ergebnisse, dass Personen aufgrund von Entscheidungen über ihre eigenen Aktivitäten auch im Alter zumindest teilweise Kontrolle über die Entwicklung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit haben. Daher besteht auch Spielraum für Interventionen, um die kognitive Alterung positiv zu beeinflussen. Literatur 1 Bäckman L, Small BJ, Wahlin Å. Aging and memory: Cognitive and biological perspectives. 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Understanding the effect of retirement on health: Mechanisms and heterogeneity.  Journal of Health Economics. 2015;43:1–12. Prof. Dr. Eric Bonsang Ausgeübte Tätigkeit: Professor Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Gesundheitsökonomik, Angewandte Mikroökonomik, Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik, Ökonomik des Alterns Adresse: Université Paris-Dauphine – PSL, Place du Maréchal de Lattre de Tassigny, 75016 Paris cedex 16, France E-Mail: eric.bonsang@dauphine.psl.eu Adèle Lemoine Ausgeübte Tätigkeit: Doktorandin Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Gesundheitsökonomik, Ökonomik des Alterns, Public Health, Geschlechterforschung Adresse: Université Paris-Dauphine – PSL, Place du Maréchal de Lattre de Tassigny, 75016 Paris cedex 16, France E-Mail: adele.lemoine@dauphine.eu

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Schlagworte

Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter

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Zusammenfassung

Bis zum Jahr 2050 wird es etwa 23 Millionen über 65-Jährige in Deutschland geben. Dadurch wird es gesellschaftlich wie individuell zunehmend notwendig, gute Voraussetzungen für das Rentenalter als Lebensphase zu schaffen. Um es bei guter Gesundheit und Lebensqualität zu verbringen, sollte bereits die Zeit vor dem Übergang zur Vorbereitung genutzt werden. Insbesondere Männer, die sich oft stark mit ihrer Berufstätigkeit identifizieren, sind gefordert, ein hohes Gesundheitspotenzial und gute soziale Bedingungen verantwortungsbewusst aufzubauen.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht setzt bei einer fundierten Bestandsaufnahme der Situation der Männer zwischen 55 und 74 Jahren an. Aus ihr ergeben sich wichtige Themen für die Politik, für die Soziale Arbeit und für den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt: die Situation der Erwerbsarbeit zehn Jahre vor der Berentung, die Übergangsphase sowie gesundheitsfördernde Projekte für Männer vor und nach dem Renteneintritt.

Mit Beiträgen von Doris Bardehle, Eric Bonsang, Daniela Borchart, Martina Brandt, Jennifer Burchardi, Christian Deindl, Dina Frommert, Freya Geishecker, Siegfried Geyer, Stefan Gruber, Felizia Hanemann, Hans Martin Hasselhorn, Moritz Hess, Jens Hoebel, Hanno Hoven, Rainer Jordan, Hendrik Jürges, Theo Klotz, Adèle Lemoine, Michal Levinsky, Howard Litwin, Peggy Looks, Thorsten Lunau, Ingrid Mayer-Dörfler, Anne Maria Möller-Leimkühler, Niels Michalski, Bernhard Mühlbrecht, Laura Naegele, Nikola Ornig, Kathleen Pöge, Jean-Baptist du Prel, Gregor Sand, Alina Schmitz, Johannes Siegrist, Stefanie Sperlich, Anne Starker, Matthias Stiehler und Morten Wahrendorf

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Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter