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Dina Frommert, 2.4 Erwerbsminderung in:

Hendrik Jürges, Johannes Siegrist, Matthias Stiehler (Ed.)

Männer und der Übergang in die Rente, page 133 - 144

Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8379-3023-8, ISBN online: 978-3-8379-7704-2, https://doi.org/10.30820/9783837977042-133

Series: Forschung Psychosozial

Bibliographic information
133 2.4 Erwerbsminderung Vorgeschichte und Absicherung im Leistungsfall Dina Frommert Zusammenfassung Der Beitrag untersucht das Erwerbsminderungsgeschehen der Geburtsjahrgänge 1957– 1966 anhand von Daten der Studie Lebensverläufe und Altersvorsorge (LeA). Es werden einzelne Indikatoren zur Erwerbshistorie, zur aktuellen Lebenssituation und zur finanziellen Absicherung dargestellt. Dabei wird deutlich, dass sich bei Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern verschiedene ungünstige Faktoren kumulieren und gegebenenfalls auch gegenseitig bedingen. So weisen sie im Vergleich zum Rest der Bevölkerung nicht nur eine schlechtere Gesundheit, sondern auch ungünstigere Erwerbsverläufe und größere Lücken bei der Absicherung auf. Erwerbsgeminderte Männer scheinen im Vergleich zu erwerbsgeminderten Frauen im Vorfeld des Leistungsfalls stärker von Arbeitslosigkeit betroffen und nehmen weniger häufig Rehabilitationsleistungen in Anspruch. Insgesamt scheint eine Strategie nötig, die schon frühzeitig im Lebensverlauf präventiv ansetzt und mehrere Lebensbereiche einbezieht. Life Histories and Benefits in Case of Reduced Earning Capacity The following article uses data from the study on life courses and old age provisions (LeA) to examine pensions due to reduced earning capacity for the birth cohorts 1957–1966. Different indicators relating to the work histories, present living conditions and financial provisions are presented. For people with reduced earning capacity several adverse conditions cumulate and probably even reinforce each other. Compared to the rest of the population they are not only less healthy, but they also have less stable work histories and show bigger gaps when (old age) provisions are concerned. Men with reduced earning capacity are affected by unemployment more than women with reduced earning capacity and they are less likely to have taken part in measures of professional rehabilitation. Overall there seems to be a need for prevention strategies which focus on the life course before the reduction of earning capacity manifests itself and which consider several areas of life. Einleitung und Hintergrund Erwerbsminderung und vor allem die Absicherung im Erwerbsminderungsfall sind sowohl in der sozialpolitischen als auch in der wissenschaftlichen Diskussion schon länger sehr präsent. Dabei standen zwei Ebenen im Fokus: Einerseits wurden soziodemografische Merkmale und Erwerbsverläufe betrachtet, also die Frage danach, welche Gruppen aus welchen Gründen von Erwerbsminderung besonders betroffen sind. Andererseits wurde vor dem Hintergrund der Reformen des Alterssicherungssystems die Absicherung im Erwerbsminderungsfall thematisiert. Bei dem Erwerbsminderungsgeschehen hat sich in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung ergeben. 134 Dina Frommert Lange Zeit waren insbesondere in Westdeutschland in erster Linie körperlich schwer arbeitende Männer im Laufe ihres Lebens von gesundheitlichen Problemen und chronischen Krankheiten so stark eingeschränkt, dass sie ihrem Beruf nicht mehr nachgehen konnten. Häufig handelte es sich um Männer, die nur eine geringe Bildung aufwiesen und denen auch keine alternative weniger belastende Erwerbstätigkeit offenstand [1]. In den letzten Jahren hat sich dieses Bild dahingehend verändert, dass zunehmend Frauen aufgrund von psychischen Diagnosen erwerbsgemindert werden, sodass inzwischen davon ausgegangen werden kann, dass Frauen etwas häufiger eine Erwerbsminderungsrente erhalten als Männer. Dies liegt sicherlich auch daran, dass mit einer zunehmenden Erwerbsbeteiligung (westdeutscher) Frauen immer mehr Frauen die Zugangsvoraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente erfüllen  [2]. Ein weiterer Grund für die inzwischen geringere Betroffenheit der Männer mag darin liegen, dass der zunehmende Trend von Erwerbsminderung aufgrund psychischer Erkrankungen bei ihnen aufgrund geschlechterspezifischen Gesundheitsverhaltens und geringerer Diagnosewahrscheinlichkeiten weniger ausgeprägt ist [3]. Auffällig ist weiterhin, dass der Zugang in die Erwerbsminderungsrente vermehrt aus Arbeitslosigkeit erfolgt. Dies lässt darauf schließen, dass die Erwerbsverläufe Erwerbsgeminderter auch vor Eintritt des Leistungsfalls nicht geradlinig verlaufen [4]. Aufgrund der verkürzten und unterbrochenen Erwerbsverläufe ergibt sich für Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner eine geringere Anwartschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung als für Personen mit vollständigen und durchgehenden Erwerbsverläufen. Die kürzere Beitragszahlung im Fall der Erwerbsminderung wird in der gesetzlichen Rentenversicherung durch Zurechnungszeiten aufgefangen, über die auch ohne Beitragszahlung weitere Anwartschaften aufgrund eines individuellen Durchschnitts an Entgeltpunkten generiert werden.1 Seit der Jahrtausendwende wurden mehrere Reformen im Alterssicherungssystem eingeführt, die Auswirkungen auf die Absicherung im Erwerbsminderungsfall haben. Zunächst wurden die Renten wegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit abgeschafft und durch die Erwerbsminderungsrenten ersetzt  [5]. Damit wurde einerseits der Zugang erschwert und andererseits die Voraussetzung für befristete und teilweise Erwerbsminderungsrenten geschaffen. Aber auch der Paradigmenwechsel hin zum Mehrsäulensystem in der Alterssicherung hat Auswirkungen auf die Absicherung im Erwerbsminderungsfall, da in der betrieblichen und privaten Altersvorsorge je nach Produkt in der Regel kein verpflichtender Erwerbsminderungsschutz vorgesehen ist. Auch aus diesem Grund wurde in Bezug auf Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner ein hohes und zunehmendes Armutsrisiko konstatiert [6]. In den letzten Jahren wurden mehrere Reformmaßnahmen auf den Weg gebracht, die die Absicherung von Erwerbsgeminderten verbessern sollen. Dabei wurden zwei unterschiedliche Strategien verfolgt. Es wurden in mehreren Schritten die Zurechnungszeiten verlängert, sodass künftig die Zeit vom Eintritt der Erwerbs- 1 Die Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung ergeben sich aus Entgeltpunkten, die errechnet werden, indem das individuelle beitragspflichtige Einkommen ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen gesetzt wird. 135 2.4 Erwerbsminderung minderung bis zum Regelrentenalter mit Zurechnungszeiten aufgefüllt wird. Weiterhin wurde eine Vergleichsberechnung eingeführt, die sicherstellen soll, dass sich die letzten Jahre vor dem Eintritt des Erwerbsminderungsfalls nicht negativ auf die Bewertung der Zurechnungszeit auswirken, falls schon eine Beeinträchtigung und damit eine geringere Beitragszahlung in diesen Jahren vorliegt. Insbesondere aus der Verlängerung der Zurechnungszeiten vom Alter 60 auf das Alter 62 (Teil des Rentenpakets 2014) haben sich schon jetzt spürbare Leistungsverbesserungen für die Betroffenen ergeben, obwohl die schon beschlossene weitere Verlängerung bis zum Regelrentenalter noch aussteht [7]. Bei dem Erwerbsminderungsgeschehen zeigen sich somit in den letzten Jahren einige Veränderungen und bezogen auf die Geschlechter auch deutlich unterschiedliche Ausprägungen und Trends. Der folgende Beitrag soll das Geschehen anhand von Daten aus der Studie Lebensverläufe und Altersvorsorge (LeA) am aktuellen Rand beleuchten. Dafür wird die 50–59-jährige Bevölkerung dahingehend untersucht, wie sich Lebensverläufe, Gesundheit und Alterssicherung der noch im Erwerbsleben Stehenden von den vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen Ausgeschiedenen unterscheiden. Im nächsten Abschnitt wird zunächst die Datenbasis vorgestellt, bevor anhand der Daten aktuelle Schlaglichter zu den hier vorgestellten zentralen Themen präsentiert werden. Ein Fazit mit Handlungsempfehlungen rundet den Beitrag ab. Datenbasis Die vorgestellten Auswertungen beziehen sich auf Daten aus der Studie Lebensverläufe und Altersvorsorge (LeA), die gemeinsam von der Deutschen Rentenversicherung Bund und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde. Die Durchführung der Studie lag bei dem Sozialforschungsinstitut Kantar. Für die Studie wurden Personen der Geburtsjahrgänge 1957–1976 und ggf. ihre Partnerinnen bzw. Partner im Jahr 2016 zu ihren Erwerbsverläufen und ihrer Altersvorsorge befragt. Zum Zeitpunkt der Befragung waren die Zielpersonen zwischen 40 und 59 Jahren alt. Die umfangreichen Angaben aus der Befragung wurden dann mit der Zustimmung der Befragten individuell mit Daten aus den Versicherungskonten der gesetzlichen Rentenversicherung zusammengespielt. Durch die Kombination der beiden unterschiedlichen Datenquellen liegen sowohl für die Erwerbsverläufe als auch für die Altersvorsorgeaktivitäten sehr detaillierte Angaben vor [8]. Die Stichprobe für LeA wurde bei den Einwohnermeldeämtern gezogen, um repräsentative Ergebnisse für die Wohnbevölkerung in Deutschland zu erhalten. Insgesamt stehen Angaben zu 9.447  Personen zur Verfügung, wobei 8.901 Personen zur Grundgesamtheit der Geburtsjahrgänge 1957–1976 gehören und die Differenz sich auf Partnerinnen und Partner mit früheren oder späteren Geburtsjahren bezieht. Für die folgenden Auswertungen wird die Grundgesamtheit auf Personen der Geburtsjahrgänge 1957–1966 reduziert. Dies entspricht der Altersgruppe 50 bis 59 zum Befragungszeitpunkt im Jahr 2016 und bietet sich an, da das Erwerbsminderungsrisiko ab dem Alter 50 deutlich ansteigt [9]. Damit stehen für die Auswertungen 5.228 Personen zur Verfügung, von denen 379 zum Befragungszeitpunkt eine Erwerbsminde- 136 Dina Frommert rungsrente beziehen. Die Daten werden mit gewichteten Hochrechnungsfaktoren auf die Gesamtbevölkerung der entsprechenden Jahrgänge bezogen. Erwerbsminderung im Alter von 50 bis 59 Dieser Abschnitt thematisiert einige der oben aufgeworfenen Punkte. Zunächst wird die Prävalenz der Erwerbsminderung, definiert als Anteil der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner an der Gesamtbevölkerung, in den betrachteten Geburtsjahrgängen 1957–1966 in Jahr 2016 dargestellt. Daraufhin werden kurz Indikatoren zur Erwerbshistorie und zur aktuellen Lebenssituation vorgestellt. Nach einer Betrachtung der aktuellen Einkommenssituation folgen noch Indikatoren zur weiteren Absicherung über Systeme der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Tabelle  1 gibt zunächst einen Überblick über die Anteile der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner an der Gesamtbevölkerung. Demnach beziehen in den betrachteten Jahrgängen 1957– 1966 im Jahr 2016 6,6 % der Männer und 8,4 % der Frauen eine Erwerbsminderungsrente. Insgesamt liegt die Quote der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner bei 7,5 % der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zu den Quoten, die für die 1990er Jahre ausgewiesen wurden, ist dieser Wert als gering einzuschätzen, wobei sich ein rückläufiger Trend bei den Erwerbsminderungsrentenzugängen schon seit einigen Jahren abzeichnet. Ein weiterer Trend, der sich erst in der jüngeren Vergangenheit abzeichnet und der hier ebenfalls sichtbar wird, betrifft die Geschlechterverteilung : Während Männer früher häufiger von Erwerbsminderung betroffen waren als Frauen, hat sich dies in den letzten Jahren umgekehrt [10]. Tabelle: 1: Erwerbsminderungsrentenbezug im Jahr 2016 für Personen der Jahrgänge 1957–1966 (in %). Quelle: LeA, eigene Berechnungen, gewichtet, n = 5.228 Männer Frauen Gesamt Erwerbsminderungsrentner 6,6 8,4 7,5 Rest der Bevölkerung 93,4 91,6 92,5 In der Einleitung wurde schon die Bedeutung der vorangegangenen Lebensverläufe hervorgehoben. Abbildung  1 zeigt nun differenziert für Männer und Frauen die durchschnittliche Dauer der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und der Arbeitslosigkeit für Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner und den Rest der Bevölkerung auf. Dabei zeigt sich insbesondere bei Männern ein großer Unterschied zwischen den beiden betrachteten Gruppen: Während Erwerbsminderungsrentner im Durchschnitt auf 20  Jahre der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung kommen, verfügen Männer der gleichen Altersgruppe, die nicht aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig verrentet wurden, im Durchschnitt über 24 Jahre der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Im Gegenzug weisen Erwerbsminderungsrentner im Schnitt immerhin sechs Jahre an Arbeitslosigkeit auf, während es bei der Vergleichsgruppe nur 2  Jahre sind. Ein ähnliches Muster findet sich auch bei den Frauen, die Unterschiede sind aber weniger ausgeprägt. Diese durchschnittlichen Dauern belegen eindrücklich, dass das Risiko der Erwerbsminderung mit ungünstigen Erwerbsverläufen einhergeht, die nicht nur durch gesundheitliche 137 2.4 Erwerbsminderung Probleme gekennzeichnet sind, sondern in hohem Maße auch Zeiten der Arbeitslosigkeit umfassen. In Tabelle  2 werden einige Indikatoren zur gesundheitlichen Vorgeschichte sowie zur aktuellen gesundheitlichen Situation und der Gestaltung des Alltags ausgewiesen. Der erste Indikator bezieht sich auf die persönliche Einschätzung der Gesundheit und erfragt, inwiefern Personen durch Gesundheitsprobleme in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Wie erwartet sind Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner stärker eingeschränkt als der Rest der Bevölkerung. Etwa zwei Drittel geben an, dass sie sehr stark eingeschränkt sind und weitere 30 % geben an, dass sie etwas eingeschränkt sind. Nur ein sehr geringer Teil ist damit im Alltag nicht gesundheitlich eingeschränkt. Bei dem Rest der Bevölkerung stellt sich dies genau umgekehrt dar: etwa zwei Drittel leben ohne Einschränkungen, etwa ein Viertel gibt an etwas eingeschränkt zu sein und der Anteil derjenigen, die stark eingeschränkt sind, beläuft sich auf unter 10 %. Dies ist das zu erwartende Bild, da der Zugang zu einer Erwerbsminderungsrente über eine Gesundheitsprüfung erfolgt und davon ausgegangen werden kann, dass diese Rentenart nur gewährt wird, wenn entsprechende Einschränkungen vorliegen. Bei der Einschätzung der Gesundheit gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Weiterhin wird in Tabelle  2 die durchschnittliche Anzahl der Rehabilitationsleitungen (Reha-Leistungen) ausgewiesen, die eine Person bis zum Befragungszeitpunkt im Jahr 2016 in Anspruch genommen hat. Wie zu erwarten war, haben Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner mehr Reha-Maßnahmen in Anspruch genommen als der Rest der Bevölkerung. Hier zeigt sich unter den Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern auch ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Während Frauen im Durchschnitt 2,5 Reha-Leistungen in Anspruch genommen haben, sind es bei Männern nur 1,8; eine Differenz von immerhin 0,7, die allerdings Abbildung 1: Indikatoren zum Erwerbsverlauf (in Jahren). Quelle: LeA, eigene Berechnungen, gewichtet, n = 5.228 138 Dina Frommert nicht statistisch signifikant ist (zusätzliche Berechnungen). Der Anteil der Personen mit Schwerbehinderung ist unter den Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern deutlich höher als bei dem Rest der Bevölkerung, doch trotz der gesundheitlichen Einschränkungen geht immerhin ein Anteil von etwas mehr als einem Viertel der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner weiterhin einer Erwerbstätigkeit nach. Hierbei zeigt sich ebenfalls ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern. Männer sind etwas häufiger erwerbstätig als Frauen, wobei diese Tendenz in der Vergleichsgruppe eher stärker ausgeprägt ist. Bei dem individuellen Netto-Einkommen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern und dem Rest der Bevölkerung (Tabelle  3). Unter den Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern kommen Männer im Durchschnitt auf 1.153 Euro monatlich, bei den Frauen sind es 966 Euro. Im Gegensatz dazu steht der Rest der Bevölkerung deutlich besser da: Männer erreichen ein monatliches Netto-Einkommen von 2.537  Euro und Frauen von 1.286 Euro. Knapp die Hälfte der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner liegt in der Kategorie von 700 bis unter 1.100  Euro, jeweils etwa ein Fünftel findet sich in den beiden angrenzenden Kategorien. Die monatlichen Netto-Einkommen klumpen sich damit im unteren Bereich der Einkommensverteilung, insbesondere der hohe Anteil von rund 20 % in der Kategorie bis 700 Euro gibt Anlass zur Sorge. Falls im Haushalt kein weiteres Einkommen hinzukommt, kann in diesen Fällen von einer Armutslage ausgegangen werden. Bei dem Rest der Bevölkerung ist dagegen eine größere Spannbreite zu beobachten, hier sind außerdem auch die Unterschiede zwischen Männern und Frauen größer. Fast alle Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner erhalten nur eine Leistung aus einem Sicherungssystem. Der Anteil derjenigen, deren Einkommen sich aus mehreren Systemen speist, liegt bei lediglich 11 % (zusätzliche Berechnungen). Und auch unter den Mehrfachbeziehern ist es die Ausnahme, dass mehr als zwei Leistungen vorliegen. In der Regel handelt es sich bei diesen Mehrfachleistungen um die Kombination einer Rente der gesetzlichen Rentenversicherung mit einer Rente aus der betrieblichen Altersversorgung. Die Anzahl derjenigen, die Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, liegt in der Tabelle 2: Indikatoren zur gesundheitlichen Lage. Quelle: LeA, eigene Berechnungen, gewichtet, n = 5.228 Erwerbsminderungsrentner Rest der Bevölkerung Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Gesundheitsprobleme im Alltag (in %) Ja, stark eingeschränkt 63 66 65 8 8 8 Ja, etwas eingeschränkt 30 30 30 24 28 26 Nein, nicht eingeschränkt 7 4 5 68 64 66 Ø Anzahl Reha-Leistungen 1,8 2,5 2,2 0,6 0,7 0,7 Anteil mit Schwerbehinderung (in %) 77 81 79 12 10 11 Anteil erwerbstätig (in %) 29 26 27 91 83 87 139 2.4 Erwerbsminderung Stichprobe (ungewichtet) im unteren einstelligen Bereich. Auch wenn im Erwerbsminderungsfall keine Leistung der betrieblichen oder privaten Vorsorge gezahlt wird, kann sich die Einkommenssituation im Rentenalter noch einmal positiv verändern, wenn Altersrenten aus der Zusatzvorsorge zur Auszahlung kommen. Tabelle 4 zeigt den Anteil der Personen, die im Jahr 2016 solche Anwartschaften in der zusätzlichen Vorsorge aufweisen, sowie den Durchschnittsbetrag der Anwartschaften im Jahr 2016 für Personen mit Anwartschaften. Neben Riester-Renten und der betrieblichen Altersversorgung wird die zusätzliche Vorsorge insgesamt ausgewiesen. Unter der zusätzlichen Vorsorge insgesamt werden neben der betrieblichen Altersversorgung und der Riester-Rente auch weitere Formen der privaten Altersvorsorge wie Basisrenten, sonstige private Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen gefasst. Es fällt auf, dass Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner deutlich schlechter dastehen als der Rest der Bevölkerung. Nur 12 % von ihnen verfügen über einen Riester-Vertrag und 13 % über eine betriebliche Altersversorgung. Wird die Zusatzvorsorge insgesamt betrachtet, liegt der Anteil der Personen mit Anwartschaften bei knapp einem Drittel. In Bezug auf den Rest der Bevölkerung liegen die Beteiligungsquoten deutlich höher: 26 % verfügen über einen Riester- Vertrag, 42 % erwerben Anwartschaften im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung und immerhin 69 % weisen Anwartschaften auf, wenn die zusätzliche Vorsorge insgesamt betrachtet wird. Die Geschlechterunterschiede sind in Bezug auf die Beteiligung an privater Vorsorge gering ausgeprägt, lediglich bei der Betrachtung der Riester-Renten im Rest der Bevölkerung fällt auf, dass Männer eine geringere Beteiligung aufweisen als Frauen. In Tabelle  4 werden auch die durchschnittlich bis zum Jahr 2016 generierten Anwartschaften brutto, in Euro pro Monat ausgewiesen. Bei den Riester-Renten liegt dieser Durchschnittswert über alle betrachteten Personengruppen auf einem relativ ähnlichen Niveau bei etwa 70 Euro, lediglich Männer, die keine Erwerbsminderungsrente beziehen (»Rest der Bevölkerung«), liegen mit 97  Euro pro Monat etwas darüber. Bei der betrieblichen Altersversorgung zeigt sich Tabelle 3: Individuelles Netto-Einkommen im Jahr 2016 (in %). Quelle: LeA, eigene Berechnungen, gewichtet, n = 5.228, Durchschnitt auf der Basis von n = 4.871 Angaben Erwerbsminderungsrentner Rest der Bevölkerung Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt 1 bis unter 700 Euro 18 22 20 5 19 12 700 bis unter 1.100 Euro 43 44 43 6 19 13 1.100 bis unter 1.700 Euro 21 21 21 17 22 20 1.700 bis unter 2.300 Euro 7 5 6 22 15 19 2.300 bis unter 3.200 Euro 4 1 3 22 8 15 3.200 Euro oder mehr 3 1 2 21 4 13 Keine Angabe 3 6 5 7 12 10 Durchschnitt (in €/Monat) 1.153 966 1.049 2.537 1.286 1.911 140 Dina Frommert dagegen eine größere Spanne: am unteren Rand liegen erwerbsgeminderte Frauen mit 171  Euro pro Monat, am oberen Rand wiederum Männer, die keine Erwerbsminderungsrente beziehen, mit 361  Euro pro Monat. Werden Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner mit dem Rest der Bevölkerung verglichen, liegen die Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner immer unter dem Wert für den Rest der Bevölkerung. Wird die zusätzliche Vorsorge insgesamt betrachtet, ist dieser Trend noch deutlicher: Erwerbsgeminderte Männer erreichen nur etwa die Hälfte des Werts der Männer aus dem Rest der Bevölkerung. Bei Frauen ist der Unterschied nicht ganz so groß, dafür ist das Niveau deutlich niedriger als bei den Männern. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Anteil der Personen mit Erwerbsminderungsrentenbezug vergleichsweise gering ausfällt, sich diese Personen aber nicht nur in ihrem Gesundheitszustand, sondern auch in ihren Lebensverläufen nachhaltig von dem Rest der Bevölkerung unterscheiden. Auch vor dem Eintritt des Leistungsfalls weisen Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner ungünstige Erwerbsverläufe mit im Durchschnitt langen Phasen der Arbeitslosigkeit auf. Mit diesen unterbrochenen Erwerbsverläufen werden einerseits in der gesetzlichen Rentenversicherung nur geringe Anwartschaften generiert und andererseits sinkt der Spielraum für zusätzliche Vorsorge. Dies zeigt sich in den aktuell niedrigen monatlichen Einkommen, aber vor allem in der Beteiligung an zusätzlicher Vorsorge und auch in den daraus generierten Alterssicherungsanwartschaften. Lediglich bei den Riester-Renten zeigen sich für alle Gruppen vergleichbare Anwartschaften, sie liegen aber im Vergleich zu der betrieblichen Altersversorgung  – auch aufgrund der bislang kurzen Ansparphase seit der Einführung der Riester- Rente – auf einem niedrigen Niveau. Fazit und Handlungsempfehlungen Der vorliegende Beitrag hat einen Überblick über die Situation der Erwerbsgeminderten im Alter von 50 bis 59 Jahren geliefert. Dabei fiel auf, dass der Anteil der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner eher gering ausfällt, was damit zusammenhängen kann, dass die Tabelle 4: Zusätzliche Vorsorge, Stand 2016. Quelle: LeA, eigene Berechnungen, gewichtet, n = 5.228 Erwerbsminderungsrentner Rest der Bevölkerung Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Beteiligungen (in %) Riester-Renten 10 13 12 23 30 26 Betriebliche Altersversorgung 12 14 13 44 41 42 Zusätzliche Vorsorge insgesamt 32 31 31 70 68 69 Anwartschaften 2016 pro Bezieher (in €/Monat) Riester-Renten 72 71 72 97 70 82 Betriebliche Altersversorgung 322 171 230 361 217 293 Zusätzliche Vorsorge insgesamt 238 150 189 472 269 373 141 2.4 Erwerbsminderung Zugangsvoraussetzungen mit der Reform im Jahr 2001 verschärft wurden. Im Hinblick auf die Lebenssituation der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner lässt sich festhalten, dass sie erwartungsgemäß aus gesundheitlichen Gründen im Alltag stärker eingeschränkt sind als der Rest der Bevölkerung, doch trotzdem gehen über ein Viertel, bei den Männern sogar fast 30 %, weiterhin einer Erwerbstätigkeit nach. Dies kann damit zusammenhängen, dass die Renteneinkommen zu gering sind, um den gewünschten Lebensstandard zu finanzieren. Es kann aber auch damit zusammenhängen, dass Personen mit einer befristeten, teilweisen Erwerbsminderung – wie sozialpolitisch vorgesehen – im Rahmen ihres Restleistungsvermögens einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Es gibt weiterhin deutliche Hinweise darauf, dass Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner schon im Vorfeld des Leistungsfalls über ungünstige Erwerbsverläufe verfügen. So weisen sie durchschnittlich weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und mehr Arbeitslosigkeitszeiten auf als der Rest der Bevölkerung. Dieses Muster ist insbesondere bei Männern ausgeprägt. Ein weiterer Punkt, der die Vorgeschichte des Leistungsfalls betrifft und bei welchem Geschlechterdifferenzen sichtbar werden, betrifft die Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen. Frauen nehmen Rehabilitationsleistungen häufiger in Anspruch als Männer. Dabei konnte in diesem Beitrag nicht geklärt werden, ob dies durch die spezifischen Krankheitsprofile oder die individuelle Gesundheitseinstellung bedingt ist, oder ob institutionelle Faktoren eine Rolle spielen und Männer weniger entsprechende Angebote erhalten. Es wurde weiterhin deutlich, dass sich die Unterschiede bei den Erwerbsverläufen auch auf die zusätzliche Altersvorsorge auswirken. So gibt es unter den Leistungsbeziehern nur einen geringen Anteil, der Leistungen aus mehreren Quellen bezieht. Schon dieser Punkt ist aus Sicht der Absicherung aus mehreren Säulen problematisch. Aber auch wenn der Blick auf weitere Vorsorgeprodukte, die erst zum Regelrentenalter zur Auszahlung kommen, erweitert wird, zeigt sich eine schlechtere Absicherung der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner im Vergleich zum Rest der Bevölkerung. Durch die Freiwilligkeit der zusätzlichen Vorsorge wird auch bei dem Rest der Bevölkerung keine flächendeckende Verbreitung erreicht. Doch die Beteiligung der Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner erreicht mit einem knappen Drittel nicht einmal die Hälfte der Quote der Vergleichsgruppe und ist daher als ungenügend zu bewerten. Auch an dieser Stelle muss offenbleiben, welche Faktoren zu diesem Bild führen: Sicherlich spielen individuelle Abwägungen und finanzielle Spielräume eine Rolle. Es ist aber auch denkbar, dass es bestimmten Personengruppen aufgrund ihres Gesundheitszustands oder ihres Berufs schwerfällt, auf dem privaten Markt eine ad- äquate Absicherung bspw. in Form einer Berufsunfähigkeitspolice zu erwerben. Bei der Betrachtung der Erwerbsverläufe und der Absicherung zeigt sich, dass sich Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner in beiden Bereichen deutlich von dem Rest der Bevölkerung unterscheiden. Dies lässt darauf schlie- ßen, dass die Berentung aus gesundheitlichen Gründen nicht der Hauptfaktor ist, der diese beiden Gruppen voneinander trennt. Vielmehr muss der Erwerbsminderungsfall als Endpunkt einer Historie verstanden werden, welche die beiden 142 Dina Frommert Gruppen sukzessive auseinanderdriften lässt. Bei den Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern kumulieren ungünstige Erwerbsverläufe und eine ungenügende Absicherung dahingehend, dass von einem verstärkten Armutsrisiko ausgegangen werden muss, falls im Haushalt keine weiteren Einkommen hinzukommen. Doch es wurde auch deutlich, dass sich sowohl bei dem Erwerbsminderungsgeschehen als auch bei der politischen Gestaltung sozialer Sicherung viele Veränderungen ergeben haben. Diese dynamische Entwicklung schafft nicht nur Reformbedarf, sondern öffnet auch ein Gestaltungsfenster für sozialpolitische Maßnahmen. Dabei erscheint es nach den hier vorgestellten Befunden nicht angebracht, sich auf die finanzielle Absicherung durch die gesetzliche Rentenversicherung zu beschränken. Es muss schon früher im Lebensverlauf angesetzt werden, sodass ein gesunder Verbleib im Arbeitsleben für mehr Menschen gelingt. Ein erster Ansatz kann sein, die Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen insbesondere bei Männern zu erhöhen und so einen frühzeitigen Rentenbezug nach Möglichkeit zu vermeiden. Es muss gleichzeitig aber auch darum gehen, auf dem Arbeitsmarkt und im konkreten Arbeitsumfeld förderliche Umstände zu schaffen. Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie Menschen mit einer befristeten Erwerbsminderungsrente gesundheitlich gefördert und dann wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können. Weiterhin hat sich gezeigt, dass die Absicherung aus mehreren Säulen im Fall der Erwerbsminderung nicht greift. Eine Absicherung alleine aus der gesetzlichen Rentenversicherung wird aber bei einem sinkenden Rentenniveau künftig keine adäquate Absicherung bieten können. In diesem Themenfeld erscheint es daher angezeigt, zunächst zu evaluieren, wie sich die beschlossene, weitere Verlängerung der Zurechnungszeiten auswirkt. Dies gilt umso mehr, als die 2014 erfolgte Verlängerung positive Wirkung zeigte [11]. Die nächsten Anstrengungen sollten sich aber darauf konzentrieren, wie die Niveausenkung in der gesetzlichen Rentenversicherung im Fall der Erwerbsminderung kompensiert werden kann. Eine Lösung über die freiwillige betriebliche oder private Vorsorge scheint nach den hier vorgestellten Befunden unwahrscheinlich. Abschießend stellt sich die Frage, ob und wie die einzelnen Akteure dahingehend koordiniert werden können, dass eine Art präventive Begleitung für den Lebensverlauf entsteht. Um für die Betroffenen und, im Hinblick auf den demografischen Wandel, auch für die Gesellschaft, eine optimale Unterstützung beim Verbleib im Erwerbsleben zu erreichen, dürfen einzelne Lebensbereiche nicht gesondert betrachtet werden, sondern Maßnahmen aus verschiedenen Lebensbereichen müssen planvoll und gezielt aufeinander abstimmt werden. Literatur 1 Hagen C, Himmelreicher RK, Kemptner D, Lampert T. Soziale Ungleichheit und Risiken der Erwerbsminderung. WSI Mitteilungen. 7/2011:336–344. 2 Hagen C, Himmelreicher RK. Starke Zunahme von Erwerbsminderungsrenten wegen psychischer Erkrankungen bei westdeutschen Frauen: Analysen zu individuellen, sozialen und regionalen Unterschieden beim Zugang in Erwerbsminderungsrente in Deutschland. Informationsdienst Soziale Indikatoren. 2014;51:6–11. Sowie Kaldybajewa K, Kruse E. Erwerbsminderungsrenten im Spiegel der Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung. RVaktuell. 2012;8:206–216. 143 2.4 Erwerbsminderung 3 Bardehle D, Stiehler M. Erster deutscher Männergesundheitsbericht. Ein Pilotbericht. München: Zuckschwerdt; 2010. 4 Söhn J, Mika T. Die erwerbsbiografische Vorgeschichte der Frühverrentung wegen Erwerbsminderung. ZSR. 2015;61(4):461–492. 5 Dragano N, Arbeit, Stress und krankheitsbedingte Frührenten. Zusammenhänge aus theoretischer und empirischer Sicht. Wiesbaden: Springer VS; 2007. 6 Bäcker G. Erwerbsminderungsrenten  = Armutsrenten. Ein vergessenes soziales Problem? WSI Mitteilungen. 2013;8:572–579. Sowie Märtin S, Zollman P, Buschmann- Steinhage R. Sozioökonomische Situation von Personen mit Erwerbsminderung. DRV- Schriften, Band 99. Deutsche Rentenversicherung Bund. Berlin; 2012. 7 Krickl T, Kruse E. Empirische Auswirkungen des Rentenpaktes 2014 bei Erwerbsminderungsrenten. RVaktuell. 2019;9/10:222–229. 8 Heien T, Krämer M. Lebensverläufe und Altersvorsorge der Personen der Geburtsjahrgänge1957 bis 1976 und ihrer Partner. DRV-Schriften, Band 115 und BMAS Forschungsbericht, Band 519. Deutsche Rentenversicherung Bund und Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Berlin; 2018. 9 Kaldybajewa K, Kruse E. Erwerbsminderungsrenten im Spiegel der Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung. RVaktuell. 2012;8:206–216. 10 Kaldybajewa K, Kruse E. Erwerbsminderungsrenten im Spiegel der Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung. RVaktuell. 2012;8:206–216. 11 Krickl T, Kruse E. Empirische Auswirkungen des Rentenpaktes 2014 bei Erwerbsminderungsrenten. RVaktuell. 2019;9/10:222–229. Dr. Dina Frommert Ausgeübte Tätigkeit: Projektleiterin der Studie »Lebensverläufe und Altersvorsorge (LeA)« Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Alterssicherung, Erwerbsbiografie, statistische Analysen Adresse: Deutsche Rentenversicherung Bund, Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung, Ruhrstr. 2, 10709 Berlin E-Mail: Dina.Frommert@drv-bund.de

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Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter

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Zusammenfassung

Bis zum Jahr 2050 wird es etwa 23 Millionen über 65-Jährige in Deutschland geben. Dadurch wird es gesellschaftlich wie individuell zunehmend notwendig, gute Voraussetzungen für das Rentenalter als Lebensphase zu schaffen. Um es bei guter Gesundheit und Lebensqualität zu verbringen, sollte bereits die Zeit vor dem Übergang zur Vorbereitung genutzt werden. Insbesondere Männer, die sich oft stark mit ihrer Berufstätigkeit identifizieren, sind gefordert, ein hohes Gesundheitspotenzial und gute soziale Bedingungen verantwortungsbewusst aufzubauen.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht setzt bei einer fundierten Bestandsaufnahme der Situation der Männer zwischen 55 und 74 Jahren an. Aus ihr ergeben sich wichtige Themen für die Politik, für die Soziale Arbeit und für den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt: die Situation der Erwerbsarbeit zehn Jahre vor der Berentung, die Übergangsphase sowie gesundheitsfördernde Projekte für Männer vor und nach dem Renteneintritt.

Mit Beiträgen von Doris Bardehle, Eric Bonsang, Daniela Borchart, Martina Brandt, Jennifer Burchardi, Christian Deindl, Dina Frommert, Freya Geishecker, Siegfried Geyer, Stefan Gruber, Felizia Hanemann, Hans Martin Hasselhorn, Moritz Hess, Jens Hoebel, Hanno Hoven, Rainer Jordan, Hendrik Jürges, Theo Klotz, Adèle Lemoine, Michal Levinsky, Howard Litwin, Peggy Looks, Thorsten Lunau, Ingrid Mayer-Dörfler, Anne Maria Möller-Leimkühler, Niels Michalski, Bernhard Mühlbrecht, Laura Naegele, Nikola Ornig, Kathleen Pöge, Jean-Baptist du Prel, Gregor Sand, Alina Schmitz, Johannes Siegrist, Stefanie Sperlich, Anne Starker, Matthias Stiehler und Morten Wahrendorf

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Rente, Pension, Männergesundheitsbericht, Männergesundheit, Männer, Lebensqualität, Gesundheit, Gesellschaft, Geschlechterforschung, Alter