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Wannöffel Manfred, Einfluss der betrieblichen Mitbestimmung auf die regionale Wirtschaftsförderung: Das Beispiel Opel in Bochum in:

Rasmus C. Beck, Rolf G. Heinze, Josef Schmid (Ed.)

Zukunft der Wirtschaftsförderung, page 301 - 316

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8487-1039-3, ISBN online: 978-3-8452-5163-9, https://doi.org/10.5771/9783845251639_301

Series: Wirtschafts- und Sozialpolitik, vol. 14

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301 13 Einfluss der betrieblichen Mitbestimmung auf die regionale Wirtschaftsförderung: Das Beispiel Opel in Bochum Manfred Wannöffel 13.1 Einleitung Seit den ersten Ankündigungen des Managements von General Motors (GM) aus Detroit, ihren Opel-Produktionsstandort in Bochum im Herbst 2004 schließen zu wollen, liegen bis zum Jahr 2013 weitere sieben Meldungen zum Ende des Traditionswerkes im Ruhrgebiet vor. Die jüngste ist datiert vom 28. Februar 2013 und besiegelt das Aus der Automobilproduktion für das Jahr 2016 in einem Rahmenvertrag zwischen Management, Gesamtbetriebsrat und IG Metall, den Betriebsrat und Belegschaft im März 2013 allerdings mit großer Mehrheit ablehnten. Mit dieser lokalen Entscheidung wird der Standort im Ruhrgebiet bereits zwei Jahre früher, Ende 2014, geschlossen werden. In dieser Zeitspanne von neun Jahren wurden von unterschiedlichen regionalen Akteursgruppen aus Unternehmen, Wissenschaft, Landes- und Kommunalpolitik zahlreiche kooperative Initiativen gestartet mit dem Ziel, den Automobilstandort im Ruhrgebiet trotz der Strukturkrise des US-amerikanischen Mutterkonzerns und der tiefsten Konjunkturkrise auf dem europäischen Automobilmarkt seit zwanzig Jahren nicht nur zu sichern, sondern durch organisatorische und soziale Innovationen auch nachhaltig weiterzuentwickeln. Wesentliche Kennzeichen dieser regionalen Initiativen sind einerseits die Erweiterung eines vornehmlich technischen Innovationsverständnisses auf organisatorische und soziale Innovationen, indem auf die Wirtschaftsförderung mit der Bildung von Netzwerken zwischen Akteuren aus Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen Einfluss ausgeübt wird, sowie andererseits die aktive Rolle der betrieblichen Interessenvertretungen, die durch die Ausweitung der Regelungsinhalte und Handlungskompetenzen über den Betrieb hinaus zu relevanten Akteuren in regionalen Innovationsprozessen werden. Aktuelle empirische Untersuchungen unterstreichen, dass gerade die Expertise von Betriebsräten bei Innovationsprozessen in den letzten zwei Dekaden stark an Bedeutung gewonnen hat. Wesentlicher Grund dafür ist, dass betriebliche Interessenvertreter in der Regel länger im Unternehmen tätig sind als häufig wechselnde Manager. Betriebsräte werden so zu den eigentlichen Kennern ihrer Betriebe und ihrer Umwelt sowie zu Experten der Organisation und vor allem der regionalpolitischen Netzwerke. Die letzte Novellierung des 302 Betriebsverfassungsgesetzes im Jahr 2001 hat dieser Entwicklung Rechnung getragen und regelt seitdem die Beteiligung der betrieblichen Mitbestimmung bei Innovationsvorhaben. Der § 92a BetrVG schafft die rechtliche Grundlage dafür, dass sich das Management mit den Innovationskonzepten der Betriebsräte und Beschäftigten auseinandersetzen muss (HAIPETER et al. 2011). Absicht des vorliegenden Beitrages ist es, die Rolle der betrieblichen Mitbestimmung bei der Entwicklung und Durchsetzung von organisatorischen und sozialen Innovationen im Kontext der regionalen Wirtschaftsförderung herauszuarbeiten. Am Beispiel der krisenhaften Entwicklung der Bochumer Opel-Werke soll verdeutlicht werden, dass Betriebsräte ihre arbeitspolitischen Strategien von einer klassischen, reaktiven Schutzpolitik im betrieblichen Kernbereich der Arbeitsund Beschäftigungsbedingungen in Richtung eines aktiven Mitbestimmungsmanagements (MINSSEN/RIESE 2007) erweitern und dabei zunehmend überbetriebliche, strategische Kooperationen mit der Wirtschaftsförderung, mit Partnerbetrieben und wissenschaftlichen Einrichtungen der Region suchen und eingehen. Diese Erweiterung von arbeitspolitischen Strategien über den Betrieb hinaus betont insbesondere die soziale Komponente regionaler Innovationsprozesse im Kontext von wirtschaftlichem Wettbewerb und verschärfter globaler Konkurrenz. Hierbei handelt es sich nicht um eine völlige Neuausrichtung der betrieblichen Mitbestimmung, sondern vor dem Hintergrund veränderter Wettbewerbsbedingungen um einen Lernprozess mit dem Ziel, ein über den Betrieb hinausreichendes Innovationskonzept zu entwickeln, das auch – wie im Fall von Opel Bochum – den gesellschaftlichen Herausforderungen der politischen Gestaltung einer Standortschließung Rechnung trägt. Der Artikel behandelt dabei die drei folgenden leitenden Fragestellungen: • Welche Rahmenbedingungen haben dazu beigetragen, dass zunehmend auch Betriebsräte zu wichtigen Akteuren organisatorischer und sozialer Innovationen in der regionalen Wirtschaftsförderung werden? • Wie kann eine Wechselwirkung zwischen betrieblichen Innovationsanforderungen und regionalen Besonderheiten der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur gelingen (intelligente Spezialisierung)? • Wo liegen Chancen, aber auch Grenzen des Einflusses der betrieblichen Mitbestimmung auf die regionale Wirtschaftsförderung? 13.2 Innovation durch Mitbestimmung Die in der letzten Dekade zunehmenden Auseinandersetzungen über Standortverlagerungen im produzierenden Gewerbe, insbesondere die in der Automobilindustrie nach Osteuropa und China, haben in der Bundesrepublik die Debatte über die Zukunft des Industriestandortes Deutschland und die Suche nach arbeits- 303 politischen Strategien zur Sicherung von hiesigen industriellen Kernen und von Beschäftigung forciert (ALLESPACH/ZIEGLER 2012). Die Autoren dieses Sammelbandes argumentieren aus der Sicht verschiedener Disziplinen, dass einerseits die deutsche Industrie durch die Art und Weise der kooperativen Konfliktbewältigung zwischen Unternehmen, Verbänden und Staat vergleichsweise gestärkt aus der tiefen Krise der Jahre 2008/2009 hervorgegangen ist, andererseits jedoch die Frage nach ihrer Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit weiterhin auf der Tagesordnung steht. Erfolgreiche Unternehmen – wie z. B. Volkswagen – unterstreichen durch eine frühzeitige Umsetzung einer innovativen Arbeitspolitik, dass die Innovationsfähigkeit und die Kompetenzentwicklung der betrieblichen Akteure Schlüsselfaktoren des wirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens und der regionalen Beschäftigungsstabilität darstellen (SCHUMANN et al. 2006). Stellt das Unternehmen Volkswagen aufgrund seiner wirtschaftlichen Potenz und seiner historisch gewachsenen Mitbestimmungskultur immer sowohl einen Sonderfall als auch einen Taktgeber industriepolitischer Innovationen in Deutschland dar, so werden die Ergebnisse der SOFI-Studie durch die breit angelegten empirischen Panel- Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zur ‚Modernisierung der Produktion’ untermauert (KINKEL/ZANKER 2007). Die Autoren kommen für das produzierende Gewerbe mit dem Schwerpunkt der Automobilzulieferindustrie zu dem Ergebnis, dass sich in Deutschland wirtschaftlich erfolgreiche Industrieunternehmen durch langfristige Investitionen bei Produktinnovationen und organisatorische Lösungen bei Prozessinnovationen auszeichnen. Ein besonderes Ergebnis dieser ISI-Untersuchungen ist vor allem, dass die Vernetzung von Unternehmen in dem jeweiligen regionalen Umfeld, der Netzwerkbedarf und das Netzwerkpotenzial mit Wissenschaftseinrichtungen am jeweiligen Standort einen hohen ökonomischen Wert besitzen. Auf Grundlage der ISI-Systematik von Produkt-, Prozess-, Dienstleistungs- und organisatorischen Innovationen analysieren HAIPETER et al. (2011) betriebliche Modernisierungsinitiativen in der Metall- und Elektroindustrie im Rahmen des Aktionsprogramms ‚besser statt billiger’ der IG Metall. Die Autoren fragen speziell danach, wie die betriebliche Mitbestimmung auf die Gestaltung innovativer Unternehmensstrategien einwirken kann, und kommen zu folgendem Ergebnis: In den untersuchten Fällen stoßen sie auf eine breite Palette von Innovationsmaßnahmen, die von Betriebsräten initiiert wurden. Schwerpunkte dieser Initiativen lagen dabei vornehmlich auf organisatorischen und sozialen Innovationen, wie Veränderungen in der Arbeitsorganisation, Investitionen in die Qualifizierung von Beschäftigten und schließlich Vereinbarungen über die Erweiterung der Mitbestimmung, die auf die Stärkung der Innovationspotenziale im Unternehmen und im Umfeld abzielen (vgl. HAIPETER et al. 2011: 243). Ein für den Themenzusammenhang wegweisendes Beispiel einer solchen betriebs- übergreifenden organisatorischen und sozialen Innovation durch Mitbestimmung 304 stellt die arbeitspolitische Auseinandersetzung um die erste Schließungsankündigung des GM-Standortes von Opel in Bochum dar (BLÖCKER/WANNÖFFEL 2010). Im Zuge der tiefen Strukturkrise des Konzerns hatte bereits im Herbst 2004 das europäische GM-Management angekündigt, die Bochumer Opel-Werke seien aufgrund ihrer Kostenstruktur im europäischen Vergleich von einer Schließung bedroht und die Vergabe weiterer Produktionsaufträge und Modelle wäre zukünftig nicht mehr gewährleistet. Auf diese Ankündigung hin legte einerseits die Belegschaft im Oktober 2004 die Arbeit für sieben Tage komplett nieder. Andererseits wurden parallel zum Streik auf Ebene des Gesamtbetriebsrates Verhandlungen mit dem Management über eine Betriebsvereinbarung ‚Zukunftsvertrag 2010’ begonnen, die im März 2005 abgeschlossen wurden. Kernpunkt dieser Vereinbarung war der Fortbestand der Produktion in Bochum bei gleichzeitiger drastischer Auslagerung (Outsourcing) verschiedener Produktions- und Dienstleistungsbereiche. Während der Verhandlungsphase suchte der Bochumer Opel-Betriebsrat den Kontakt mit Einrichtungen und Automobil-Experten an der Ruhr-Universität Bochum, um Alternativen zur Standortentwicklung zu erarbeiten. In zahlreichen Workshops an der Universität mit Wissenschaftlern, Managementvertretern und Betriebsrat wurden zunächst globale Entwicklungstrends in der Automobilindustrie im Allgemeinen und im Mutterkonzern General Motors im Besonderen erläutert, um mit dem Wissen über globale Trends die konkreten lokalen Perspektiven von Opel Bochum im Bereich von Produkt-, Prozess- und Dienstleistungsinnovationen im regionalen Kontext zu erarbeiten. Ein wichtiges Ergebnis der Dialog-Workshops war, dass bei den bislang bekannten Outsourcing-Maßnahmen der Lean-Production- Philosophie eindimensionale Strategien der Produktionskostensenkung dominierten, diese jedoch langfristig zu suboptimalen Standortentwicklungen im regionalen Umfeld führten. Standortbewertungen lassen sich jedoch langfristig nicht allein auf ein Kostenargument stützen, weil dadurch wichtige Innovations- und Qualitätsfaktoren, insbesondere beim Aufbau regionaler Innovationscluster zwischen Herstellern, Zulieferern und wissenschaftlichen Einrichtungen, vernachlässigt werden. Die Orientierung auf den Aufbau von regionalen Innovationsclustern wurde in die Verhandlungen eingebracht. Als Ergebnis der Verhandlungen konkretisierte der ‚Zukunftsvertrag 2010’ zunächst als arbeitspolitischer Kompromiss die Fortführung der Produktion am Standort Bochum – mit allerdings deutlichen Einschnitten für die Belegschaft (Arbeitsplatzabbau, stufenweise Anpassung des unternehmensbezogenen Entgeltes an den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie und Arbeitszeitflexibilisierung). Zudem wurden weitere Betriebsbereiche für geplante Auslagerungsmaßnahmen festgelegt. Es handelte sich dabei um den kompletten Werksteil III (Lager, Teile und Zubehör), die Business Mall I, die Fahrzeugverladung (OTD) und die seit 1962 bestehende Berufsausbildung. Der Betriebsrat konnte in den Verhandlungen über den Zukunftsvertrag aufgrund fehlender wirtschaftlicher Mitbestimmung die Auslagerungen zwar nicht verhindern, diese jedoch durch 305 die Bildung von betriebsübergreifenden strategischen Partnerschaften zwischen Hersteller und Zulieferern arbeitspolitisch beeinflussen. Dem Betriebsrat wurde im Rahmen des § 1 BetrVG die Rolle des Netzwerkbetriebsrates zugeschrieben. Der Betriebsratsvorsitzende des Herstellers fungiert seitdem als Betriebsratsvorsitzender in weiteren sechs Unternehmen. Für die Beschäftigten in den Partnerbetrieben bleibt die Kooperation mit dem Betriebsrat ein wichtiges Sicherungselement für die Erfüllung sowohl der laufenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen als auch der Lieferverträge zwischen dem Endhersteller und dem jeweiligen Unternehmen der Zulieferindustrie. Die Ausweitung der Mitbestimmung über den Betrieb bezog sich auf folgende Regelungsinhalte: • Der Betriebsrat von Opel Bochum wurde an der Auswahl der Zulieferbetriebe aktiv beteiligt. • Es besteht im Falle eines Scheiterns der strategischen Partnerschaft mit den Zulieferbetrieben ein Rückkehrrecht der Beschäftigten für die Laufzeit der Betriebsvereinbarung. • Alle zum Zeitpunkt des Überganges geltenden Rechte und Pflichten werden Bestandteile des individuellen Arbeitsvertrages und dürfen für zehn Jahre nicht verschlechtert werden. Dies gilt für alle Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie. • Betriebsrat und Schwerbehinderten-Vertretung des Herstellers sind weiterhin für die Partnerbetriebe arbeitspolitisch zuständig. Durch den ‚Zukunftsvertrag 2010’ aus dem Jahr 2005 konnten am Standort durch die Partnerbetriebe bis zur endgültigen Schließung Ende 2014 mehr als 900 bedrohte Arbeitsplätze erhalten werden. Ohne diese aktive Mitgestaltung des Auslagerungsprozesses durch den Betriebsrat wären die Arbeitsplätze bereits vor annähernd zehn Jahren ersatzlos an andere Unternehmen ausgelagert worden. Für den Betriebsrat stellt die strategische Partnerschaft mit Zulieferern deshalb eine Möglichkeit dar, die Tätigkeiten – wenn schon nicht im Unternehmen, so doch in der Region – am Standort zu halten und auf diese Weise die Standortentwicklung zu beeinflussen. Die Bildung von strategischen Partnerschaften ist somit ein Baustein, der es einerseits dem Betriebsrat ermöglicht, seinen arbeitspolitischen Einfluss auf die Gestaltung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen für die Beschäftigten der ausgelagerten Betriebe nicht zu verlieren, und der andererseits über den Betrieb hinaus den Weg in eine Clusterbildung am Standort gestalten kann. Im Rahmen des Forschungsprojektes ‚Chancen und Grenzen nachhaltiger Standorte- und Beschäftigungssicherung’ (vgl. BLÖCKER/ESTEBAN PALOMO/ WANNÖFFEL 2013) wurden im Jahr 2011 – auch mit dem Management des Bochumer Opel-Standortes – Expertengespräche über die arbeitspolitisch gestalteten Auslagerungsmaßnahmen, insbesondere zu der Qualität der Zulieferbeziehungen mit den Partnerbetrieben, geführt. Aus der Sicht des Managements stachen 306 besonders die Qualität der zugelieferten Produkte und die Liefertreue hervor. Das Modell der Partnerschaften kann aus Sicht des Managements ein Modell zukünftiger Clusterbildung darstellen, wenn der wirtschaftliche Erfolg – also die Nachfrage am Markt nach Opel – die Produktion gewährleistet. Eine besondere Bedeutung erhält diese betriebsübergreifende Arbeitspolitik im aktuellen Kontext der beabsichtigten Schließung des Bochumer Standortes. Durch die betriebsübergreifende Mitbestimmung gelten die ca. 900 ausgelagerten Arbeitsplätze in den Partnerbetrieben nicht als ersatzlos ausgelagert, sondern werden bei der Anzahl der abzubauenden 3.200 Arbeitsplätze bis 2014 mitberücksichtigt. So lässt sich festhalten, dass die Durchsetzung des Lean Managements mit der Reduzierung der Fertigungstiefe durch Auslagerungen auf Zulieferbetriebe wichtige industriepolitische Rahmenbedingungen setzt, um die Betriebsratsarbeit neu auszurichten, von der klassischen Schutzpolitik hin zum Mitbestimmungsmanagement. Die Akteure der betrieblichen Mitbestimmung versuchen, über ihr klassisches Aktionsfeld des Betriebes hinaus, Einfluss darauf zu nehmen, dass sich die Zulieferbetriebe in Clustern in regionaler Nähe zum Produktionsstandort ansiedeln, um qualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region zu halten. Der Betriebsrat von Opel Bochum wurde unter diesen Rahmenbedingungen in der letzten Dekade ein wichtiger Akteur der regionalen Clusterentwicklung. 13.3 Intelligente Spezialisierung Cluster gelten dann als Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung, wenn es frühzeitig gelingt, eine Spezialisierung ihres Produktions- und Dienstleistungsprofils zu entwickeln (siehe auch den Beitrag von Dieter REHFELD in diesem Band). Smart specialisation bzw. intelligente Spezialisierung stellt ein Kernelement der Innovationsförderung zwischen Unternehmen mit konvergenten Technologien und Märkten dar. Dabei geht es auch um die wirtschaftliche Vermarktung exzellenter Forschungsergebnisse, so dass im Zentrum der Clusterentwicklung einerseits die Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen und andererseits spezialisierte Ausgründungen von Unternehmen aus Hochschulen stehen. Die Wirtschaftsförderung kann in diesem Prozess der spezialisierten regionalen Clusterbildung eine Moderationsfunktion zwischen den Akteuren aus den verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten übernehmen und so Vernetzungen mit weiteren, bereits bestehenden Clustern ermöglichen. Im Kontext des Forschungsprojektes ‚Chancen und Grenzen nachhaltiger Standorte- und Beschäftigungssicherung’ ist am Beispiel der Bochumer Opel-Werke speziell die Frage gestellt worden, wie eine positive Wechselwirkung zwischen betrieblichen Innovationsanforderungen der Standortentwicklung und den regionalen Besonderheiten der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur gelingen kann. Auch 307 bei der Beantwortung dieser Frage spielen die Akteure der betrieblichen Interessenvertretung als Experten für Organisation und Produktionsabläufe eine wichtige Rolle. Auf der Grundlage der positiven Erfahrungen, die mit den strategischen Partnerschaften mit ausgelagerten Produktions- und Dienstleistungsbereichen gemacht wurden, konnten mit aktiver Unterstützung der betrieblichen Interessenvertretung weitere Segmente, insbesondere aus der Komponentenfertigung, identifiziert werden, die den Kern eines zukünftigen Clusters ‚Produktionswirtschaft’ um das Opel-Werk in Bochum darstellen. In einer Kooperation zwischen der lokalen Wirtschaftsförderung, der Industrie- und Handelskammer sowie der Ruhr-Universität Bochum wurde ein Konzept der Clusterentwicklung erarbeitet, das zukünftig in die von General Motors mit einem zweistelligen Millionenbetrag finanzierte ‚Perspektive Bochum 2022’ einfließen soll. Die ‚Perspektive Bochum 2022’ zielt auf die Unterstützung bei der Neuansiedlung von Unternehmen aus der Produktionswirtschaft rund um den Standort von Opel Bochum. In diesem Zusammenhang wird unter Produktionswirtschaft in Anlehnung an STEVENS (2007) der Kern des betrieblichen Umsatzprozesses als wesentlicher Träger der Wertschöpfung verstanden. Dabei findet die Produktion, die allgemein als Erstellung von betrieblichen Leistungen verstanden wird, nicht nur als Herstellung materieller Produkte in Industrieunternehmen bzw. deren Fertigungsabteilungen statt, sondern auch in Dienstleistungsunternehmen sowie in Dienstleistungsbereichen, die innerhalb von Industrieunternehmen angesiedelt sind. Das ‚Innovationscluster Produktionswirtschaft’ soll so die güterwirtschaftlichen Verflechtungen der lokalen Produktionswirtschaft abbilden und rund um den Standort des Opel-Werks Akteure der Wirtschaft, Wissenschaft und der Aus- und Weiterbildung zu einem Cluster zusammenführen. Hierzu bieten die Kooperation mit den Bochumer Hochschulen und vor allem das Ausgründungspotenzial von ausgewählten Forschungsbereichen vergleichsweise gute Voraussetzungen. Wesentliche Ziele der Clusterentwicklung sind: • Förderung grundlegender Innovationen, • Sicherung und Stärkung des regionalen Produktionsstandortes, • Aufbau von Kontakten und innovativen Netzwerken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, • Erarbeitung von Innovationen in interdisziplinären und branchenübergreifenden Projekten, • Identifikation von Synergien, • Initiierung betrieblicher Kooperationen, • schnelle und breite Verteilung neuen Wissens, Verkürzung der Innovationszyklen durch regionales Wissensmanagement, • kontinuierlicher Technologie- und Informationstransfer, • die generelle Förderung von Wachstum und Beschäftigung. 308 Der Opel-Standort Bochum verfügt mit seiner entwickelten Hochschullandschaft und einem weiterhin bestehenden industriellen Kern aus Klein- und Mittelunternehmen im Zusammenspiel mit örtlichen und regionalen Partnern über relativ gute Entwicklungsvoraussetzungen, um Cluster als Motoren für Innovation und die wirtschaftliche Entwicklung aufzubauen. So wurde bereits parallel zur Krise der industriellen Produktion rund um das Opel-Werk in Bochum für die Zukunftsbranchen der Gesundheitswirtschaft ein umfassendes Maßnahmenpaket für eine Innovationscluster-Entwicklung realisiert und gemeinsam mit Akteursgruppen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft umgesetzt. In den letzten Jahren erfolgte um die Ruhr-Universität Bochum herum die Errichtung des BioMedizinZentrums Bochum, des BioMedizinParks Bochum und des Gesundheitscampus mit der Gründung der Hochschule für Gesundheit. Das Ruhrgebiet stellt mit der höchsten Dichte an Krankenhäusern und mit über fünf Millionen Einwohnern einen wichtigen Absatzmarkt für Produkte und Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft dar. Die im Vergleich zu anderen Regionen der Bundesrepublik besonders stark alternde Bevölkerung trägt mit dazu bei, dass die Nachfrage nach Angeboten der Gesundheitswirtschaft steigen wird. In der Gesundheitswirtschaft existieren im Ruhrgebiet bereits über 6.500 Unternehmen, die mit den Forschungseinrichtungen und den regionalen Kliniken kooperieren. Zweifellos wurden mit der erfolgreichen Entwicklung des Clusters Gesundheitswirtschaft wichtige Grundlagen gelegt, um mit weiteren Schwerpunktbranchen die Clusterentwicklung in der Region voranzutreiben. Dabei bot das Modell der strategischen Partnerschaften mit Zulieferbetrieben rund um Opel an, diesem Schwerpunkt im Bereich der Produktionswirtschaft (z. B. im Maschinen- und Anlagenbau, in der Metallerzeugung und -bearbeitung und im Bereich Automotive) den Aufbau eines ‚Innovationsclusters Produktionswirtschaft’ am Standort des Bochumer Opel-Werks folgen zu lassen. Der Aufbau eines solchen Innovationsclusters soll zukünftig ermöglichen, • die für die Automobilproduktion nicht mehr notwendige Industriefläche nachhaltig zu einem Produktions-, Gewerbe- und Dienstleistungsstandort zu entwickeln, • industrielle Arbeitsplätze nach einer möglichen Schließung von Opel Bochum zu schaffen, • den industriellen Kern und die unternehmerischen Dienste der Produktionswirtschaft im Ruhrgebiet zu stärken, • durch die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen der Produktionswirtschaft einen Beitrag zur Weiterentwicklung der produzierenden Wirtschaftszweige in der Region zu leisten. Smart specialisation bzw. eine intelligente Spezialisierung heißt im vorliegenden Fall, dass Innovationspotenziale der automobilen Fertigung und der Komponen- 309 tenherstellung zusammen mit den bereits in der Region ansässigen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und den Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen ermittelt werden Ziel ist, die bestehenden Stärken in der automobilnahen Produktionswirtschaft weiterzuentwickeln. Eine wichtige Voraussetzung für eine gemeinsam getragene Strategie ist, dass konkret die an den regionalen Hochschulen bestehenden Forschungsschwerpunkte und Ausgründungspotenziale herausgefiltert werden, die für Innovationsleistungen in der Produktionswirtschaft von Bedeutung sind. Dabei sind neben den Forschungsschwerpunkten, die bereits etabliert und den Branchen zuzurechnen sind, auch Forschungsschwerpunkte in Querschnittstechnologien zu berücksichtigen, wie z. B. die innovative Werkstoffforschung in den Bereichen der Werkstoffe Stahl, Leichtmetall, Kunststoff und Materialverbunde. Diese und andere Forschungsschwerpunkte – z. B. in der Elektromobilität – gilt es noch stärker mit den Unternehmen der Produktionswirtschaft zu vernetzen, damit Produkte des verarbeitenden Gewerbes zukunftsfähig bleiben und diese zukunftsfähige Produktion rund um Opel Bochum entstehen kann. In diesem Kontext wurde an der Ruhr- Universität Bochum im Jahr 2012 eine Kurzstudie zu Ausgründungspotenzialen sowohl an der Ruhr-Universität als auch an der Hochschule Bochum durchgeführt (DEICKE/WANNÖFFEL 2012). Die Recherche zeigt an der Ruhr- Universität Bochum in den Fakultäten Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik und Chemie ausgeprägte Ansatzpunkte zur Produktionswirtschaft und Potenziale für Ausgründungen mit folgenden Schwerpunkten: • Werkstoffe (z. B. Formgedächtnislegierungen), • Plasmatechnik (z. B. Einsatz in der Medizin, Automobilwirtschaft), • Elektrotechnik/Energiesystemtechnik (inklusive Informationstechnik, Elektromobilität), • Elektrochemie (z. B. Energiespeicherung), • Medizintechnik (fakultätsübergreifendes Know-how). An der Hochschule Bochum wiederum liegen die Ausgründungspotenziale in den Bereichen: • Elektromobilität (Elektrofahrzeug BOmobil und Komponentenfertigung), • IT-Automotive, • Mechatronik (z. B. Lasertechnik), • Geothermie (Bohrtechnik: Bohrköpfe, Sonden). Insgesamt konnte an beiden Wissenschaftseinrichtungen eine deutliche Bündelung mit den Schwerpunkten Automotive und Medizintechnik herausgearbeitet werden. Im Bereich Medizintechnik der RUB besteht bislang noch keine Konzentration der Aktivitäten. Jedoch verfügen verschiedene Fachbereiche über Know-how, welches sowohl inhaltlich als auch räumlich, beispielsweise auf einer freien Fläche 310 außerhalb der RUB in einem ‚Innovationscluster Produktionswirtschaft’, zusammengeführt werden könnte. Insbesondere die produzierenden Unternehmen der Medizintechnik stellen hier in einer clusterübergreifenden Kooperation mit der Gesundheitswirtschaft ein hohes Entwicklungspotenzial dar. Auf die besondere Bedeutung der industriellen Produktion für die regionale Entwicklung verweist ebenfalls das aktuelle Städteranking des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Berenberg Bank (HWWI/BERENBERG BANK 2013). Demnach stellt eine starke Produktionswirtschaft langfristig die beste Versicherung für eine robuste Regionalentwicklung dar. Kooperationen zwischen der Industrie und den regionalen Wissenschaftseinrichtungen zeigen demzufolge, wie am Beispiel der Stadt Essen zu sehen ist, deutlich positive Trendverbesserungen. Insbesondere bei der Hochschule Bochum zeigen sich bezogen auf die Produktionswirtschaft bereits erste konkrete Ausgründungen im nahegelegenen Technologiepark. An der Hochschule sind der bundesweit erste Lehrstuhl für den Forschungsschwerpunkt Elektromobilität und ein neu gegründetes Institut für Elektromobilität im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik beheimatet. Mit der Entwicklung von Elektrofahrzeugen (SolarCar/BOmobil) und der Schnittstelle IT-Automotive hat die Hochschule Bochum ausgewählte Schwerpunkte im Bereich Elektromobilität gesetzt: Im Rahmen einer seit 2005 bestehenden Kooperation mit Opel Bochum wird ein Elektrokleintransporter (BOmobil) mit wettbewerbsfähigen Fahrzeuggesamtkosten entwickelt. Im Rahmen des Wettbewerbs ‚ElektroMobil.NRW’ ist die Hochschule Bochum für die Herstellung eines Prototyps verantwortlich. Das Elektrofahrzeug der Hochschule soll zukünftig nicht nur für private Nutzer, sondern auch für klein- und mittelständische Unternehmen in Serienproduktion gehen. Bislang wird das BOmobil mit Opelkomponenten in den Hallen des Opel-Werks I gefertigt. Um die Kosten zu reduzieren, werden Komponenten des Opel Zafira übernommen. Ziel ist, im entstehenden Cluster Produktionswirtschaft diesen Kleintransporter zusammen mit einheimischer Industrie in Serie zu produzieren. Mit der Kleinserienfertigung wären sowohl zusätzliche Arbeitsplätze als auch Ausbildungsplätze und ein Gewinn an Kernkompetenzverbunden. Am Standort Bochum kann in Kooperation mit der Hochschule Bochum eine Bündelung von Aktivitäten im Bereich Elektromobilität erfolgen, da ebenfalls Potenzial für Ausgründungen bzw. für die Ansiedlung von Unternehmen im Komponentenbereich vorhanden ist. Sollte es nicht gelingen, das Projekt BOmobil im Rahmen eines Clusters Produktionswirtschaft in Serienproduktion zu überführen, wird zentrales Know-how im Bereich Elektromobilität am Standort verloren gehen. Eine zentrale Voraussetzung für die regionale Entwicklung ist, die ansässige Forschung und Entwicklung in unternehmerische Tätigkeiten überzuleiten, um für die stetig zunehmende Anzahl von (mittlerweile 250.000) Studierenden an den Ruhrgebietshochschulen attraktive industrielle Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. 311 13.4 Lernfabrik für die Ingenieursausbildung an den regionalen Hochschulen Eine wichtige Initiative der betrieblichen Interessenvertretung von Opel Bochum in Kooperation mit Vertretern der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum ist – vor dem Hintergrund der Herausforderungen des demografischen Wandels und des zukünftigen Fachkräftemangels in der Region – die Errichtung einer Lernfabrik auf dem Gelände der Komponentenfertigung am Standort Opel Bochum. Für die Lernfabrik wird für die ansässigen Hochschulen ein zentraler, gut erreichbarer Standort benötigt. Der Standort Opel-Komponentenfertigung mit gleicher Entfernung zu den Universitäten Bochum und Dortmund bietet sich hierfür idealerweise an. Das Konzept sieht zunächst eine Lernfabrik ‚Produktionstechnisches Trainingszentrum (LearnING-Production)’ der Universitäten Dortmund und Bochum vor: Im Rahmen der bestehenden Kooperation Engineering Unit Ruhr (EUR) der Maschinenbaufakultäten der Technischen Universität Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum soll ein produktionstechnisches Trainingszentrum – eine Lernfabrik für Studierende und Facharbeiter gleichermaßen – realisiert werden. Zukünftig sollen aus ingenieurwissenschaftlichen, hochschuldidaktischen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven die Grundlagen für eine Lernfabrik interdisziplinär entwickelt werden. Im Vordergrund stehen dabei Fragen nach der inhaltlichen Ausgestaltung, der Nachhaltigkeit sowie der Realisierbarkeit iner solchen Lernfabrik, nach der regionalen Strahlkraft auf die Produktionswirtschaft, der Einbettung in bestehende Lehrpläne und -konzepte sowie zum Kompetenzerwerb und zur Berufsbefähigung der Studierenden. Als Grundlage dienen die bereits existenten praxisnahen Lernorte an der RUB sowie an der TU Dortmund. Die geplante Lernfabrik auf dem Opel-Gelände wird im Aufbau und Ablauf einer realen Produktionsstätte entsprechen. In einem ganzheitlichen Gestaltungsansatz spiegelt sich das Konzept eines Produktionsablaufs wieder. Die Nutzung erfolgt gemeinschaftlich durch Studierende und durch Angestellte von Unternehmen der Produktionswirtschaft im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen. Die Lernfabrik soll das bestehende universitäre Hochschulstudium an den Fakultäten beider Universitäten nachhaltig und langfristig ergänzen: Studierenden ermöglicht die Lernfabrik tiefer gehende praktische Einblicke in Produktionssysteme sowie das studienbegleitende praktische Anwenden der theoretischen Lerninhalte von Studienbeginn an. Durch die Arbeit in realen Projekt-, Entwicklungs- und Produktionsprozessen lernen die Studierenden mehr berufsrelevante Handlungskompetenzen, als die derzeitige Gestaltung des Studiums zulässt. Schließlich kann es zu einer wesentlich intensiveren Verknüpfung von wissenschaftlicher Ausbildung und berufsrelevanten Fertigkeiten kommen. Die Veranstaltungen des Studiums sollen sich wie an einem roten Faden an der Lernfabrik und den dort vorhandenen Maschinen, gefertigten Produkten und Abläufen orientieren. Ein durch Studierende oftmals bemängelter Praxisbezug kann mithilfe 312 der Lernfabrik sehr gut hergestellt und das Studium sowie der gesamte Studienstandort deutlich aufgewertet werden. In der Lernfabrik sollen neben den maschinenbaulichen Fragestellungen insbesondere die der benachbarten Disziplinen – wie des Wirtschaftsingenieurwesens, der Logistik oder der Arbeitssoziologie – berücksichtigt werden. Das Heranführen von Studierenden an innovative Unternehmen der Produktionswirtschaft und an die Zusammenarbeit in Netzwerken soll schließlich die Gründungsneigung von Akteuren aus Hochschulen fördern. Hier gibt es in Deutschland im internationalen Vergleich noch die größten Defizite. Auf Initiative der betrieblichen Interessenvertretung wurde dieses Konzept von den Fakultäten für Maschinenbau der TU Dortmund und der Ruhr-Universität sowie von Kooperationspartnern aus der Industrie und aus Verbänden vor Ort in den nicht mehr genutzten Hallen von Opel Bochum zu Beginn des Jahres 2013 konkretisiert. Die gemeinsame Zielsetzung ist die Verbesserung der Ingenieursausbildung im Rahmen der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) durch eine praxisnahe Heranführung der Studierenden an den Produktionsprozess, der zukünftig durch die Lernfabrik auf dem Opel-Gelände in Gänze abgebildet werden soll. Durch die dauerhafte Einrichtung einer ingenieurwissenschaftlichen Lernfabrik soll vor allem die spätere Ansiedlung von innovativen Unternehmen durch enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft im Cluster Produktionswirtschaft erreicht werden. Die Lernfabrik stellt somit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Deckung des Fachkräftebedarfes der Region (Fachkräftesicherung) dar. Aus der Sicht der betrieblichen Interessenvertretung geht es um die zukünftige Nutzung von Teilen der bei Opel (Werk II) frei liegenden Flächen bei Erhalt der Ausbildungswerkstätten, die bereits seit 2005 in Kooperation von Opel und TÜV NORD betrieben werden. Die aktuellen Bemühungen um den Aufbau einer Lernfabrik für eine zukunftsweisende Ingenieursausbildung an den Ruhrgebietsuniversitäten Bochum und Dortmund basieren insbesondere auf den positiven Erfahrungen mit der Auslagerung der Berufsausbildung von Opel Bochum in die Partnerbetriebe der Ruhrkohle AG und des TÜV NORD, die in der Betriebsvereinbarung ‚Zukunftsvertrag 2010’ vom März 2005 vereinbart wurde. Wenn es gelingt, das Konzept der Lernfabrik in die ‚Perspektive Bochum 2022’ zu integrieren, stellt sie zukünftig eine wichtige Spezialisierung des Clusters Produktionswirtschaft rund um den Standort von Opel Bochum in Kooperation mit den Hochschulen der Region dar. Der Prozess der Integration des Konzepts der Lernfabrik in das Cluster Produktionswirtschaft wird durch die kommunale Wirtschaftsförderung moderiert. 313 13.5 Chancen und Grenzen der Mitbestimmung Die arbeitspolitische Gestaltung von Outsourcing-Prozessen durch die Bildung von überbetrieblichen Partnerschaften, die Beteiligung an der Entwicklung eines Clusters Produktionswirtschaft und die Initiierung der Gründung einer ingenieurwissenschaftlichen Lernfabrik der Universitäten Bochum und Dortmund in nicht mehr benötigten Werkshallen von Opel Bochum sind nur ausgewählte Beispiele für die besondere Rolle, die Betriebsräte bei der Gestaltung der regionalen Wirtschaftsförderung einnehmen. Und diese Beispiele unterstreichen, dass trotz krisenbedingter, verengter Handlungsspielräume Betriebsräte Chancen wahrnehmen, um über den Betrieb hinaus Einfluss auf die Standortentwicklung und die regionale Wirtschaftsförderung zu nehmen. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die betrieblichen Interessenvertreter mehrheitlich eine Ausweitung ihres arbeitspolitischen Kompetenzrahmens vollzogen haben. Diese Ausweitung der Regelungsinhalte und Regelungskompetenzen bezieht sich über die klassische Schutzpolitik im Betrieb hinaus, die die Regulierung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in den Mittelpunkt stellt, auf das proaktive Mitbestimmungsmanagement. Nach MINSSEN/RIESE ist mit diesem Konzept die Erweiterung des Aktionsfeldes von Betriebsräten in Richtung einer aktiven, gestalterischen Beteiligung an den vielfältigen internen Flexibilisierungs- und Reorganisationsmaßnahmen von Unternehmen gemeint (MINSSEN/RIESE 2007). Im Rahmen eines verschärften internationalen Wettbewerbs und der Durchsetzung von schlanken Produktionskonzepten bei gleichzeitiger Drohung von Standortverlagerungen werden Betriebsräte darüber hinaus mit externen Restrukturierungsmaßnahmen, d. h. mit Auslagerungen verschiedener Produktions- und Dienstleistungsbereiche, konfrontiert, die das traditionelle Aktionsfeld des Betriebs deutlich einschränken. Die Forschungsergebnisse zu innovativer Arbeitspolitik (SCHUMANN et al. 2006) und Innovation durch Mitbestimmung (HAIPETER et al. 2011; KÄDTLER et al. 2013; SCHOLL et al. 2013) dokumentieren bislang vornehmlich Betriebsratsinitiativen, die sich auf unternehmensinterne organisatorische und soziale Innovationen beziehen. Das Forschungsprojekt ‚Chancen und Grenzen nachhaltiger Standorte- und Beschäftigungssicherung’ am Beispiel der Bochumer Opel-Werke konnte den Blick auf Betriebsratsinitiativen bezogen auf externe Flexibilitätsmaßnahmen ausweiten. Betriebsräte – und weniger das lokale Management des global operierenden Konzerns – suchten den Kontakt zu den regionalen Wissenschaftseinrichtungen und ließen sich sowohl über globale Trends als auch über lokale Handlungsmöglichkeiten in mehreren Workshops an der Ruhr-Universität Bochum weiterbilden. Organisatorische und soziale Innovationen wurden entwickelt und schrittweise ab 2005 in die betriebliche Praxis überführt. Betriebsräte haben dabei durchaus die Chancen ergriffen, die Innovationspotenziale der regionalen 314 Wissenschaftseinrichtungen zu nutzen und zusammen mit Partnerbetrieben Beschäftigungsmöglichkeiten in der industriellen Fertigung und der Dienstleistung in der Region zu entwickeln. Die herausgearbeiteten Beispiele der Initiativen zur Clusterbildung Produktionswirtschaft und der ingenieurwissenschaftlichen Lernfabrik charakterisieren durch Betriebsräte angestoßene organisatorische und soziale Innovationen über den Betrieb hinaus, die im Kern eine lokale Wirtschaftsförderung darstellen. Eine auf die Zukunft ausgerichtete regionale Wirtschaftsförderung kann auf das Potenzial der betrieblichen Interessenvertretungen nicht verzichten und ist gut beraten, wenn sie neben den ‚klassischen’ Ansprechpartnern aus Management und Wissenschaft auch Vertreter der betrieblichen Interessenvertretungen gezielt mit in ihre Arbeit einbezieht. Denn Betriebsräte und die von ihnen vertretenen Beschäftigten sind oftmals länger im Unternehmen tätig als häufig wechselnde Manager und werden so zu den eigentlichen Kennern ihrer Betriebe und ihrer Umwelt sowie zu Experten der Organisation und der Abläufe. Häufig sind Betriebsräte außerdem in die regionalpolitischen Netzwerke eingebunden, die es möglich machen, organisatorische und soziale Innovationen über den Betrieb hinaus in der Region politisch umzusetzen. In der Bundesrepublik existieren schätzungsweise 80.000 bis 110.000 Betriebsratsgremien (ELLGUTH/KOHAUT 2012; HAUSER-DITZ/HERTWIG/PRIES 2009). Betriebsräte stellen mit ihrer spezifischen Expertise ein riesiges Potenzial für die Entwicklung von organisatorischen und sozialen Innovationen für die kommunale Wirtschaftsförderung dar. Durch die Einbindung dieser Akteure als Experten ihrer Organisation in die Aufgabenfelder einer zukunftsfesten Wirtschaftsförderung kann auch eine Wechselwirkung zwischen betrieblichen Innovationsanforderungen und regionalen Besonderheiten der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur gelingen. Eine intelligente Spezialisierung und regionale Konzentration von Technologien und Märkten gelten als Erfolgsfaktoren der Clusterbildung. Interne und externe Flexibilisierungs- und Reorganisationsmaßnahmen von Unternehmen, die Betriebsräte vor große Herausforderungen der arbeitspolitischen Gestaltung stellen, sind wichtige inhaltliche Brücken zu regionalen Initiativen der Wirtschaftsförderung. Im Fall des dargestellten Clusterkonzeptes Produktionswirtschaft mit einer integrierten Lernfabrik für die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung an den regional ansässigen Hochschulen wird diese Brücke durch das aktive Mitbestimmungsmanagement der Betriebsräte geschaffen. Für die weitere Realisierung dieses Konzeptes hängt allerdings zukünftig sehr viel davon ab, wie sich einerseits der arbeitspolitische Konflikt zwischen Management und Betriebsrat bei einer Schließung des Werkes 2014 gestalten wird und wie sich andererseits das Unternehmen General Motors mit der ‚Perspektive Bochum 2022’ und das Land NRW in die Clusterentwicklung materiell einbringen werden. 315 Und hier liegen schließlich die strukturellen Grenzen des Einflusses, den das aktive Mitbestimmungsmanagement auf die Konzeptentwicklung und Umsetzung im Rahmen der überbetrieblichen regionalen Wirtschaftsförderung ausüben kann. Zwar regelt das Betriebsverfassungsgesetz seit 2001 die Beteiligung der Betriebsräte an Innovationsvorhaben und speziell § 92a BetrVG schafft die rechtliche Grundlage dafür, dass sich das Management auch mit den Innovationskonzepten der Betriebsräte und Beschäftigten auseinandersetzen muss. Bei fehlender wirtschaftlicher Mitbestimmung verfügt jedoch das Management letztendlich über die politische Macht, darüber zu entscheiden, sich auf die innovativen Konzepte, die von Betriebsräten mitentwickelt wurden, einzulassen oder nicht. Im vorliegenden Fall von Opel Bochum ist diese Entscheidung über die Entwicklung eines Clusters Produktionswirtschaft und einer Lernfabrik maßgeblich davon abhängig, welche strategische Zielsetzung der Eigentümer General Motors in Detroit mit dem Produktionsstandort im Ruhrgebiet verknüpft: Erhalt von Kernelementen der industriellen Produktion bei gleichzeitiger Produktkonversion über die automobile Fertigung hinaus – wie es die ‚Perspektive Bochum 2022’ formuliert – oder endgültige Abwicklung des Standortes und komplette Schließung bis 2014? Mit den von den Betriebsräten entwickelten innovativen Konzepten zur Weiterentwicklung des Standortes übernimmt schließlich die Wirtschaftsförderung eine wichtige Rolle als Moderator zwischen den verschiedenen Akteursgruppen, die unterschiedliche Interessen vertreten. Dabei geht es immer darum, einen stabilen arbeits- und regionalpolitischen Kompromiss zu finden zwischen den unternehmerischen Interessen an der wirtschaftlichen Profitabilität eines Standortes und den sozialen Interessen der Beschäftigten an zukunftsfesten Beschäftigungsverhältnissen in der Region, wie durch das Modell 5000 x 5000 bei Volkswagen in Wolfsburg veranschaulicht (SCHUMANN et al. 2006). Vergleichbar mit Volkswagen unterstreicht das Beispiel der Standortentwicklung rund um Opel Bochum die zunehmende Bedeutung der Expertise der betrieblichen Interessenvertretungen für eine zukunftsfähige kommunale Wirtschaftsförderung. 13.6 Literatur Allespach, M./Ziegler, A. (Hg.) 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Zukunftsinstitut (2011): Megatrend-Map, online verfügbar unter: http://www.trend-update.de/ wp-content/uploads/2011/08/Megatrend-Map.pdf (zuletzt abgerufen am: 2.1.2014).
Zwicker-Schwarm, D. (2013): Kommunale Wirtschaftsförderung 2012: Strukturen, Handlungsfelder, Perspektiven, Berlin: Deutsches Institut für Urbanistik (Difu-Papers).

Zusammenfassung

Der Band beschäftigt sich mit den Leistungen und Schwächen von Clusterpolitik und der Zukunft der Wirtschaftsförderung. Heute wissen wir, dass Clusterpolitik als Instrument moderner Wirtschaftsförderung sich immer nur dann bewährt, wenn die in der komplexen Theorie angelegten verschiedenen Koordinationsmodi auch in der Realität greifen können. Dazu muss das Umfeld in die Förderung integriert werden, weil nur so der Aufbau regionaler Innovationssysteme gelingt. Dabei gerät vor allem die Beschäftigung in wissensintensiven, zukunftsfähigen Wachstumssektoren in das Visier der Wirtschaftsförderung. Der Standortvergleich herausragender Wirtschaftsregionen hebt durchgängig die Existenz solcher Kooperationsstrukturen und Wissenskollaborationen hervor.

Daher wird in diesem Band neben wissenschaftlichen auch praxisrelevanten Fragen nachgegangen:

Welche Arten von Clusterpolitik haben sich herausgebildet, und was wissen wir über ihren Einfluss auf regionale Wirtschaftsentwicklung?

Welche Erkenntnisgewinne hat die Clusterforschung der letzten Jahre für die wirtschaftspolitische Praxis geliefert? Was sind Good Practice Beispiele?

Ist die „Clusterei“ immer noch ein wirtschaftspolitischer Königsweg oder mittlerweile eher ein Sorgenkind?

Was ergibt sich für ein zukunftsorientiertes Modell zur Zukunft der Wirtschaftsförderung angesichts neuer Herausforderungen wie beispielsweise Demografischem Wandel, Energiewende oder zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte?