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Zwicker-Schwarm Daniel, Floeting Holger, Facebook, Twitter & Co.: Die Rolle von Social Media in der Wirtschaftsförderung in:

Rasmus C. Beck, Rolf G. Heinze, Josef Schmid (Ed.)

Zukunft der Wirtschaftsförderung, page 467 - 496

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8487-1039-3, ISBN online: 978-3-8452-5163-9, https://doi.org/10.5771/9783845251639_467

Series: Wirtschafts- und Sozialpolitik, vol. 14

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467 20 Facebook, Twitter & Co.: Die Rolle von Social Media in der Wirtschaftsförderung Daniel Zwicker-Schwarm und Holger Floeting 20.1 Einleitung Web 2.0 und Social Media eröffnen Privatpersonen, Unternehmen und Verwaltungen neue Möglichkeiten der Kommunikation, Vernetzung und Zusammenarbeit. Wirtschaftsförderung ist gerade auf lokaler und regionaler Ebene auch eine Kommunikations- und Vernetzungsaufgabe – sei es bei Unternehmensbesuchen, in Stadtmarketinginitiativen, beim Aufbau von Clusterinitiativen oder beim Standortmarketing. Im Nachfolgenden sollen daher erste Überlegungen und Beobachtungen angestellt werden, welche Möglichkeiten „Facebook, Twitter & Co.“ für die kommunale und regionale Wirtschaftsförderung bieten. Da sich die Welt der sozialen Medien laufend wandelt, muss es sich zwangsläufig um eine Momentaufnahme handeln. Im Folgenden wird zunächst dargestellt, wie sich kommunale Aufgaben und Aufgabenwahrnehmung durch veränderte ökonomische und technologische Rahmenbedingungen und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) gewandelt haben. Daran wird deutlich, dass der Einsatz von Web 2.0 und Social Media keine Modeerscheinung ist, sondern sich auf konkrete Veränderungen von Rahmenbedingungen und Bedürfnissen stützt. Das zweite Kapitel beschreibt den gegenwärtigen Wandel des Selbstverständnisses von Wirtschaftsförderung auf kommunaler und regionaler Ebene, der auch neue Ansatzpunkte für interaktive Internetangebote bietet. Daran anschlie- ßend werden empirische Befunde zur Verbreitung von Social Media und zu deren Einsatzfeldern in der Wirtschaftsförderung dargestellt. Schließlich wird ein Ausblick auf Chancen und Möglichkeiten aus Binnensicht der kommunalen Akteure sowie aus wissenschaftlicher Perspektive gegeben. 20.2 Kommunen auf dem Weg zum Open Government Aufgabenfelder und Aufgabenwahrnehmung der Kommunen verändern sich unter dem Einfluss gewandelter ökonomischer und technologischer Rahmenbedingungen. Damit verbunden vollzieht sich ein Wandel der Leitbilder kommunalen Verwaltungshandelns (vgl. FLOETING 2010b). 468 20.2.1 Wandel von Aufgabenfeldern und Aufgabenwahrnehmung Der technologisch-ökonomische Wandel – besonders der Fortschritt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien – und der damit verbundene soziale Wandel sind mit erheblichen Veränderungen für das Verwaltungshandeln und damit auch für die kommunale und regionale Wirtschaftsförderung verbunden. Einerseits verändern sich die kommunalen Aufgabenfelder in Abhängigkeit von den Anforderungen durch den technologisch-ökonomischen Wandel. Die Entstehung neuen Wissens, der Zugang zu Wissen und die Wissensvermittlung werden für Wertschöpfungsprozesse immer wichtiger (vgl. FLOETING 2010a). Neue Kosten- und Wertschöpfungsstrukturen, neue Wettbewerbs-, Vermarktungsund Kommunikationsstrategien entstehen. Erwerbsstrukturen und Lebensstile ver- ändern sich. Damit verändern sich auch traditionelle Aufgaben der Kommunen, neue Aufgaben kommen hinzu, andere Aufgaben werden privaten Akteuren übertragen oder zusammen mit privaten Akteuren wahrgenommen. Kommunale Wirtschaftsförderung muss sich daher mit den Potenzialen der elektronischen Kommunikation allgemein, des Internets im Besonderen und mit dessen Weiterentwicklung auseinandersetzen, weil diese das Handeln der Unternehmen – also ihrer Kunden – stark beeinflussen. Andererseits wandelt sich die Art und Weise des kommunalen Verwaltungshandelns selbst. Elektronische Kommunikation und die Nutzung des Internets haben seit längerem Einzug in die Kommunalverwaltungen gehalten. Sie bieten neue Instrumente, die das eigene Verwaltungshandeln unterstützen können. Der Einsatz dieser Instrumente zur eigenen Aufgabenwahrnehmung ist mit administrativen, sozialen und ökonomischen Veränderungen verbunden. Die Nutzung des Internets bietet neue Chancen, denen aber auch neue Risiken gegenüberstehen (vgl. 20.2.3). Die Nutzung des Internets hat zudem ein großes strategisches Potenzial für die Modernisierung der Verwaltung, weil es tief in bestehende Strukturen von Kommunikation und Arbeitsabläufen eingreift. 20.2.2 Wandel der Leitbilder kommunalen Verwaltungshandelns und Kooperationserfordernisse Mit dem oben beschriebenen Wandel des kommunalen Handelns haben sich die Leitbilder kommunalen Verwaltungshandelns verschoben: von der versorgenden hin zur gewährleistenden und aktivierenden Kommune. Dies lässt sich am Beispiel der Gewerbeflächenentwicklung plakativ auch für die kommunale Wirtschaftsförderung erläutern. So kann eine Kommune selbst Liegenschaften, z. B. als Gewerbehöfe, anbieten (versorgend), Informationen für Unternehmen anbieten, z. B. in Form von im Internet zugänglichen Gewerbeflächenkatastern, und Verfahren schaffen, 469 um Unternehmen den Zugang zu Gewerbeflächen zu erleichtern (gewährleistend), oder Unternehmen zur nachhaltigen Gewerbeflächenentwicklung motivieren, z. B. mit Konzepten der Innenentwicklung (aktivierend). Obwohl diese Leitbilder häufig als Alternativen diskutiert werden, machen die vorgenannten Beispiele deutlich, dass man in der kommunalen Praxis vor allem Mischformen mit Elementen aus allen drei Leitbildern findet, wenngleich der Entwicklungspfad in Richtung gewährleistender bzw. aktivierender Kommune führt (vgl. FLOETING 2010b). Für die gewährleistende und die aktivierende Kommune spielen Kooperationen bei der Leistungserstellung eine wichtige Rolle. Dies gilt sowohl für öffentlich-private wie öffentlich-öffentliche Kooperationen. In den letzten Jahren ist im Schatten der Diskussion um die interkommunale Zusammenarbeit im Rahmen von umfassenden Modellen der regionalen Verfasstheit eine Vielzahl pragmatischer Kooperationen zwischen Kommunen, aber auch zwischen Kommunen und der Privatwirtschaft entstanden. Klassische Kooperationen bestehen insbesondere bei Zweckverbänden im Bereich Abwasser und Wasser sowie im Abfall- und Entsorgungsbereich seit längerem. Erst in den letzten Jahren rücken andere Bereiche der Verwaltungskooperation ins Blickfeld (vgl. HOLLBACH-GRÖMIG et al. 2005). Gerade im Bereich informations- und kommunikationstechnikgestützter Verwaltungsleistungen bestehen dafür erhebliche Potenziale (z. B. gemeinsame Rechenzentren und Callcenter). Die Internetangebote, die außerhalb der öffentlichen Verwaltung zur Kommunikation und Vernetzung bereits zur Verfügung stehen und die Potenziale plastisch deutlich machen, wecken Ansprüche der Nutzer hinsichtlich Komfort, Verfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und Mitwirkungsmöglichkeiten an Internetangebote der Verwaltung, die nicht immer schnell im Regelbetrieb und in der Breite öffentlicher Dienstleistungen umsetzbar sind. Viele Kommunen sind in diesem Bereich auf Kooperationen angewiesen, weil Entwicklung und Betrieb von Internetangeboten in der gewünschten Qualität aufwendig sind und von der einzelnen Kommune nicht mehr in jedem Fall geleistet werden können. Auch bieten Kooperationen zwischen den Kommunen die Möglichkeit, Verwaltungsleistungen für Bürger und Wirtschaft komfortabler zu machen (z. B. zentrale Behördennummer und Zugangsportale als ‚one stop shops’). 20.2.3 Vom ‚Electronic Government’ zum ‚Open Government’ Unter dem Stichwort ‚Electronic Government’ werden die Aktivitäten zusammengefasst, die der Information, Kommunikation und Transaktion innerhalb von und zwischen staatlichen und kommunalen Institutionen sowie zwischen diesen Institutionen und den Bürgern bzw. der Wirtschaft dienen und die durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) unterstützt werden. Wenngleich der Einsatz von IuK-Technik in der Verwaltung schon lange 470 etabliert ist, ist der Begriff Electronic Government in Deutschland noch keine zwei Dekaden eingeführt. Denn unter Electronic Government versteht man mehr als die Einführung neuer informations- und kommunikationstechnikgestützter Anwendungen im Verwaltungsbereich. Electronic Government soll vielmehr als umfassende Modernisierungsstrategie des öffentlichen Sektors verstanden werden, die Ansätze der Verwaltungsreformbemühungen der letzten Jahre einbindet (z. B. strategische Steuerung der Verwaltung, Anerkennung des Bürgers und Wirtschaftsbürgers als Kunden, Wahlrechte für die Kunden, Trennung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer in der öffentlichen Leistungserstellung, Mitbestimmung und Koproduktion mit Nutzern öffentlicher Leistungen). Der IuK- Technik kommt dabei die Rolle eines Katalysators und Instruments zur Umsetzung dieser strategischen Ansätze zu. Electronic Government ist also kein Technikprojekt, sondern ein Projekt zur Entwicklung einer neuen ‚Verwaltungskultur’. Das wird beispielsweise daran deutlich, dass häufig die Schnittstellen zwischen Verwaltungen und Bürgern und zwischen Verwaltungen und Wirtschaft im Mittelpunkt der Electronic-Government-Aktivitäten stehen. In einem weiteren Punkt unterscheidet sich Electronic Government von früheren EDV-Anwendungen in der Verwaltung: Es geht dabei nicht nur um die Modernisierung und Technikunterstützung von internen Verwaltungsverfahren, um Information und Kommunikation, sondern auch um elektronische Transaktion und Partizipation (FLOETING 2004). Electronic Government umfasst damit „alle Aspekte des Regierens und Verwaltens (öffentliche Willensbildung, Entscheidungsfindung, Leistungserstellung und -erbringung, Partizipation), sofern sie durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt und verbessert werden können“ (DIFU 2002: 10). Grundsätzliche Veränderungen für die Kontakte zwischen staatlichen und kommunalen Institutionen, Bürgern und Wirtschaft im Rahmen von Electronic Government ergeben sich beispielsweise daraus, dass sich die Erreichbarkeit von Menschen, Abläufen und Objekten verändert und dass sich die zeitlichen und räumlichen Beschränkungen im Zugang zu Information, Kommunikation und Transaktion vermindern, wenn nicht gar aufgehoben werden. „Jeder mit einem netzfähigen Endgerät kann Empfänger wie Sender sein“ (REINERMANN/VON LUCKE 2001: 4). Bürger und Unternehmen gewinnen gegenüber der Verwaltung damit eine neue Position. Verwaltungsabläufe können sich verändern, indem „Institutionen und ihre Vorgänge in bisher unbekanntem Ausmaß transparent werden“ und „Zwischenschichten von Intermediären in Hierarchien […] überflüssig […] werden“ (REINERMANN/VON LUCKE 2001: 4). Damit sind gleichzeitig erste Grundzüge eines Open Governments beschrieben. Open Government baut auf der Entwicklung des Electronic Governments der letzten Jahre auf und wendet sich der Veränderung der Rollen von Kommunen und Bürgern, der internen Organisationsstrukturen der Kommunen wie der Schnitt- 471 stellenorganisation zwischen Bürger und Verwaltung zu. Mehr Partizipation, Transparenz und Zusammenarbeit sind dabei die häufig genannten Stichworte. Der Einsatz von IuK-gestützten Verfahren und Prozessen kann die Partizipation fördern, tut dies aber nicht per se und zwangsläufig. Solche Verfahren und Prozesse können im Gegenteil zu neuen Ausgrenzungen (von Menschen mit weniger Geld, weniger Bildung, älteren Menschen, Klein- und Kleinstunternehmen usw.) beitragen. Auch die Transparenz wird durch den Einsatz neuer IuK- Technologien mit ihren Möglichkeiten der softwaregestützten Kontrolle über Zugangs- und Mitwirkungsrechte nur in dem Maß vergrößert, wie Regelungen und Akteure dies zulassen und wünschen. Das Risiko, dass dokumentierte Informationen ‚entdeckt’ und verbreitet werden, nimmt ebenso zu wie die Möglichkeiten, Informationen zu ‚kanalisieren’ (FLOETING 2010b). Die Potenziale zur verbesserten Zusammenarbeit schließlich werden davon abhängen, inwieweit die Verwaltung bereit ist sich zu öffnen und inwieweit Bürger und Wirtschaft bereit sind sich zu engagieren. Auch dabei gilt: Die Technologie kann die Zusammenarbeit erleichtern, ihr Einsatz führt nicht automatisch zu kollaborativen Strukturen. Schon in den frühen Diskussionen um die Potenziale des Electronic Governments wurden die Chancen der neuen IuK-Techniken im Dreiklang aus Information, Kommunikation und Transaktion gesehen. Umgesetzt wurde davon aber in den ersten Jahren vor allem die Informationskomponente. Das Internet wurde in erster Linie als neue Möglichkeit gesehen, Informationen bereitzustellen. Kommunikationsangebote beschränkten sich auf einfache Möglichkeiten wie die Nutzung von E-Mail, wenn sie überhaupt angeboten wurden. Transaktionsangebote scheiterten häufig an fehlender Infrastruktur, der geringen Verbreitung notwendiger technischer Lösungen, fehlenden oder nicht adäquaten Regelungen oder schlicht dem Beharrungsvermögen bürokratischer Strukturen. Nicht nur die Electronic-Government-Angebote haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt, auch deren Nutzung hat sich verändert: Der Einsatz von IuK-Technik wird infolge der Miniaturisierung der Endgeräte (Laptops, Smartphones usw.) und der nahezu flächendeckenden Mobilfunkinfrastruktur immer mobiler (FLOETING 2010b), was aber bisher nicht zwangsläufig mit einer ‚Mobilisierung’ der Nutzung von Electronic-Government-Lösungen verbunden ist. In Deutschland nutzen erst acht Prozent der Nutzer mobiler Endgeräte auch mobile E-Government-Angebote. In Schweden ist man dabei beispielsweise schon weiter. Dort nutzen immerhin 21 Prozent der Mobilfunknutzer diese Angebote. Die weit überwiegende Mehrheit der Nutzer mobiler Angebote in Deutschland greift übrigens auf Informationen zurück, die einen ‚physischen’ Behördengang vorbereiten (Öffnungszeiten, Terminvereinbarung, Bearbeitungsstatus-Abfragen usw.) – von durchgängigen Onlineangeboten kann also nicht die Rede sein (D21/IPIMA 2012). Die Zahl der Nutzer internetgestützter Angebote – auch solcher von Kommunen ? hat erheblich zugenommen, sodass man davon 472 sprechen kann, dass sie mittlerweile eine kritische Masse erreicht hat, die es erleichtert, weitere Anwendungen zu entwickeln und anzubieten. Besonders im Bereich der Verwaltungsverfahren, die sich an Unternehmen richten, zeigen sich erhebliche Fortschritte. Die Netzwerkeffekte können ihre Wirkung entfalten. Dementsprechend hat das Angebot ? auch im kommunalen Bereich ? an Breite und Tiefe gewonnen. Insgesamt werden die Stärken des Mediums, die Möglichkeiten der Flexibilisierung, Individualisierung und multimedialen Ausgestaltung von Angeboten weit entfernt vom Ideal, aber in immer stärkerem Maß genutzt. Die Nutzung auf der kommunalen Anbieter- und Anwenderseite ebenso wie auf der Nutzerseite der Bürger und Unternehmen wird nicht zuletzt durch eine Ver- änderung der Qualifikation der Nutzer getragen. Immer mehr Menschen gehen selbstverständlich mit dem vor wenigen Jahren noch völlig neuen Medium und der damals wenig bekannten Technik um. Die Nutzung von IuK-Technologien ist tief in das alltägliche Leben eingebettet (FLOETING 2010b). Ein wesentliches Kriterium für die breitere Nutzung von Onlineangeboten ist neben der grundsätzlichen Voraussetzung, dass diese die Interessen und Belange der Nutzer unter Bürgern und Wirtschaft abdecken, die Qualität der Angebote. Dort besteht noch deutlicher Verbesserungsbedarf. Mehr als die Hälfte der Befragten des E-Government-Monitors. einer Studie, die seit 2011 jährlich ein umfassendes Bild über die aktuelle E-Government-Situation in unterschiedlichen europäischen Länden und den USA liefert, beklagen die mangelnde Durchgängigkeit der Online-Behördendienste, 44 Prozent die undurchschaubare Struktur der Angebote. Fehlende Hilfestellungen und zu komplizierte Verfahren sind für 43 Prozent bzw. 39 Prozent der Befragten Grund, die Angebote nicht intensiver zu nutzen. 43 Prozent beklagen sich über mangelnde Datensicherheit und mangelnden Datenschutz (mangelnde Sicherheit bei der Datenübertragung, fehlende Sorgfalt im Umgang mit den Daten bei den Behörden, aber auch Befürchtungen, zum ‚gläsernen Bürger’ zu werden). Immerhin einem Viertel der Befragten bleibt die Online- Abwicklung von Behördendiensten zu unpersönlich (D21/IPIMA 2012: 16/17). 20.2.4 Web 2.0 und Social Media In den letzten Jahren sind Internetangebote zunehmend interaktiver und kollaborativer geworden. Diese Entwicklung wird unter dem Begriff Web 2.0 diskutiert. Unter dem Begriff werden Prinzipien wie Nutzerbeteiligung, Offenheit und Vernetzungseffekte zusammengefasst, auf denen unterschiedliche Social-Media- Anwendungen aufbauen (BITKOM 2008: 9). Dabei bezeichnet Social Media eine Fülle von unterschiedlichen Plattformen und Anwendungen, die es den Nutzern ermöglichen, sich zu vernetzen, auszutauschen und zusammenzuarbeiten (vgl. BITKOM 2008; KGST 2012): 473 • Soziale Netzwerke: Internetnetzwerke, die Nutzer dabei unterstützen, innerhalb der Nutzer-Community neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Kontakte zu pflegen. Privatpersonen oder Institutionen können Profile hinterlegen, mit anderen Nutzern kommunizieren, Daten und Informationen austauschen. Bekannte soziale Netzwerke sind Facebook, das als eher freizeitorientiert gilt, sowie Google+, XING oder LinkedIn, die eher dem professionellen Austausch dienen. • Content Communities: Videoplattformen, auf denen Nutzer Videos einstellen und beschreiben können. So lassen sich die Videos durch andere Nutzer durchsuchen, kommentieren und teilen. Ein bekanntes Beispiel für eine Content Community ist YouTube. In vielen Content Communities können Personen bzw. Institutionen eigene Kanäle erstellen. • Weblog (kurz Blog): Öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Durch Kommentarfunktionen für Online-Leser kann sich ein Blog zum Diskussionsforum entwickeln. Zur Kommunikation mit Kunden haben sich Corporate Blogs etabliert, der Dialog mit Bürgern wird in manchen Kommunen durch sogenannte Bürgermeisterblogs unterstützt. • Microblogs: Diese kombinieren das Prinzip von Kurznachrichtendiensten (Short Message Service, SMS) mit dem Community-Gedanken des Web 2.0. Bekanntester Microblog-Dienst ist die Plattform Twitter. Nutzer können dort einen eigenen Kanal einrichten und Leser (‚Follower’) sammeln, die diesen Kurznachrichten (maximal 140 Zeichen) folgen und Inhalte weiterleiten können. Social Media spielt bei der Internetnutzung eine immer größere Rolle. 74 Prozent der Internetnutzer innerhalb der deutschen Bevölkerung von 14 bis 69 Jahren waren im Jahr 2011 in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet. Bei den Nutzern unter 30 Jahren waren es sogar 92 Prozent. Insgesamt ist die Beliebtheit und Nutzung der sozialen Netzwerke stark altersabhängig. ‚Das’ Synonym für soziale Netzwerke ist auch in Deutschland Facebook. 45 Prozent der Nutzer geben an, Facebook zu verwenden. Aber fast alle genutzten Netzwerke (mit Ausnahme von LinkedIn und XING) werden bisher ausschließlich oder überwiegend privat genutzt. Die Kommunikation mit Freunden, sich über Veranstaltungen zu informieren, Fotos hochzuladen und sich an ‚social games’ zu beteiligen sind wichtige Funktionen sozialer Netzwerke (BITKOM 2012a). Sind Social-Media-Anwendungen also ein lohnendes Betätigungsfeld für die kommunale und Wirtschaftsförderung? Die zunehmende Verbreitung von Social- Media-Anwendungen kann die Entwicklung in Richtung einer offeneren Verwaltung weiter vorantreiben. So wie sich die Ansprüche der Nutzer von Informationsund Kommunikationstechnik mit den verbesserten Angeboten gewandelt haben, so werden sich in Zukunft auch die Ansprüche an Electronic Government verändern. Der Nutzer wird gleichzeitig zum Produzenten von Inhalten. Je mehr Nutzer 474 sich beteiligen, desto mehr steigt der Wert der Nutzung für den Einzelnen. Unterschiedliche Vermittlungsformen (Daten, Sprache, Video) werden auf einer Plattform zusammengebracht. Die Angebote sind nicht mehr statisch, sondern werden durch die Nutzer fortlaufend verändert. Auch die Nutzer aus der Wirtschaft erwarten von einer wirtschaftsfreundlichen Kommune in Zukunft vor diesem Hintergrund vermutlich nicht nur elektronische Verwaltungsverfahren, sondern entsprechende Web-2.0-Anwendungen. Dem Thema Social Media wird in der öffentlichen Diskussion eine Fülle von Potenzialen zugeschrieben. Social-Media-Anwendungen sollen beitragen zur „Stärkung der Demokratie durch breitere Beteiligung, […] Akzeptanz getroffener Entscheidungen durch transparenteres Verwaltungshandeln, Vermeidung nachträglicher Änderungen von Entscheidungen, größere[n] Nähe zum Bürger und zielgruppenspezifische[n] Ansprache, schnellere[n] Umsetzung von Beteiligungsverfahren, Steigerung der Dienstleistungsqualität und einem damit verbesserten Image des Standorts“ (FFH 2012: 6), und nicht zuletzt zur „Verbesserung des verwaltungsinternen Wissensaustausches“ (FFH 2012: 6). Viele Stichworte, die heute als neue Potenziale genannt werden – besonders die Partizipationssteigerung der Bürger und die Bürgernähe der Verwaltung –, gehören seit Jahrzehnten zu den üblichen Verkaufsargumenten für die jeweiligen neuen Technologien. Auch wenn dies manche euphorische Einschätzung relativiert, bleibt natürlich zu berücksichtigen, dass sich seit den Anfangstagen des EDV- Einsatzes in der Verwaltung vieles verändert hat und dies die Einlösung der Versprechen erleichtern sollte. Die Angebote des Electronic Governments sind vielfältiger geworden und gehen über die Verbreitung von Informationen über einen weiteren Kanal – das Internet – weit hinaus. Die Kommunikation mit Bürgern und Wirtschaft gehört immer selbstverständlicher zu diesen Angeboten. Auch Transaktionen sind mittlerweile in stärkerem Maße möglich, wenngleich die Potenziale hierbei noch längst nicht ausgeschöpft sind. Obgleich grundsätzlich eine ganze Reihe von Prozessen auf der Eingangs- wie meist auch auf der Ausgangsseite komplett elektronisch abgewickelt werden könnten, wird dies heute noch nicht in der möglichen Breite und Tiefe umgesetzt. Dies gilt beispielsweise für Gewerbeanzeigen für erlaubnisfreie wie erlaubnispflichtige oder überwachungsbedürftige Gewerbe oder Auskünfte aus dem Gewerberegister, Beantragung von Straßensondernutzungsgenehmigungen usw. (vgl. SIEGFRIED 2012). Social-Media-Angebote der Kommunen entwickeln sich gerade: Städte, Behörden und Ämter präsentieren sich auf Facebook, Ämter twittern Termine, Behörden berichten auf YouTube über Veranstaltungen, Städte bauen mit Wikis ein neues digitales Gedächtnis auf, Behörden setzen kollaborative Internetangebote ein, um Beschwerden von Bürgern aufzunehmen und Transparenz im Umgang mit den Beschwerden zu bieten, und Bürger werden über Social-Media- Angebote in Planungsprozesse eingebunden oder können über die Verwendung 475 von Haushaltsmitteln mitentscheiden. Eine Fülle von Angeboten entsteht gerade in unterschiedlichen Bereichen der Kommunalverwaltung – auch in der Wirtschaftsförderung (vgl. 20.3). 20.3 Wirtschaftsförderung im Wandel Wirtschaftsförderung ist zwar eine freiwillige kommunale Aufgabe. Sie hat sich aber in den letzten Jahrzehnten fest im Tätigkeitsspektrum der Städte und Gemeinden etabliert. In allen Großstädten finden sich dafür eigene Organisationseinheiten: sei es als eigenes Amt, als kommunaler Eigenbetrieb oder als privatrechtlich organisierte Wirtschaftsfördergesellschaft. Kommunale Wirtschaftsförderung will die Standortbedingungen für Unternehmen verbessern und so zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, zu einer ausgewogenen Wirtschaftsstruktur und stärkeren Finanz- und Wirtschaftskraft von Städten und Gemeinden beitragen. Um diese Ziele zu verwirklichen, ist Wirtschaftsförderung in vielen Themenfeldern aktiv: Sie unterstützt Unternehmen in einzelbetrieblichen Belangen, entwickelt und vermarktet Gewerbeflächen, managt branchen- und technologiespezifische Clusterinitiativen und Netzwerke oder engagiert sich für die Sicherung des Fachkräftebedarfs. Sie richtet sich in ihren Aktivitäten an etablierte Unternehmen vor Ort (Bestandspflege) und an Existenzgründer und adressiert im Rahmen von Marketing- und Akquisitionsmaßnahmen Unternehmen von außerhalb, die für den Standort gewonnen werden sollen (ZWICKER-SCHWARM 2013). Anspruch und Arbeitsweise von Wirtschaftsförderung haben sich gewandelt: Umschreiben lässt sich das zum einen mit dem Schlagwort einer „integrierten Wirtschaftsförderung“ (WIDMAIER et al. 2004). Integration meint sowohl die stärkere Einbindung relevanter Akteure in die Arbeit der Wirtschaftsförderung als auch eine thematische Verknüpfung ihrer einzelnen Handlungsfelder. Wirtschaftsförderung wird dabei als Dienstleistung für die örtliche Wirtschaft gesehen, die durch das Zusammenwirken relevanter Akteure, unter anderem der Unternehmen am Standort, entsteht und die traditionelle Handlungsfelder wie Bestandspflege oder Gewerbeflächenentwicklung sowie kompetenzfeldorientierte Ansätze zusammenbringt und aufeinander abstimmt (GÄRTNER 2004: 67). Eng damit verknüpft ist der Anspruch einer stärkeren Strategie- und Potenzialorientierung: In gemeinschaftlich erarbeiteten Wirtschaftsförderkonzepten sollen die spezifischen Kompetenzen von Standorten herausgearbeitet und darauf bezogene Projekte abgeleitet werden. Dieser Ansatz geht davon aus, dass die erfolgreiche Entwicklung von Städten und Regionen auch davon abhängt, inwieweit die jeweiligen „endogenen“ Potenziale gehoben werden können (JUNG 2007: 25). Um Standortqualitäten zu verbessern und passgenaue Angebote und Dienstleistungen für Unternehmen zu entwickeln, müssen Wirtschaftsförderungen in 476 hohem Maße mit anderen Institutionen und Organisationen kooperieren. Wirtschaftsförderung versteht sich dabei als Ideen- und Impulsgeber für unternehmensund standortbezogene Projekte (DST 2012: 2). Sie muss Projekte und strategische Partnerschaften initiieren und moderieren. Insbesondere Kammern, Forschungsund Bildungseinrichtungen sowie Unternehmensverbände sind wichtige Kooperationspartner der Wirtschaftsförderung (FLOETING/HOLLBACH-GRÖMIG 2005: 30). Wirtschaftsförderungen sind diesbezüglich intensiv vernetzt. Wirtschaftsförderung versteht sich auch als zentraler Ansprechpartner für die Wirtschaft in allen verwaltungsrelevanten Fragen (DST 2012: 2). Weil rechtliche Aspekte unternehmerischer Aktivitäten, etwa konkrete Genehmigungen für Produktionsgebäude oder die Überwachung betrieblicher Anlagen, außerhalb ihrer Zuständigkeit in Baurechts-, Umwelt- oder Gewerbeämtern usw. entschieden werden, setzt sie sich als ‚Kümmerer’ für unternehmerische Belange innerhalb der Stadtverwaltung oder in der Zusammenarbeit mit Fachbehörden ein. Bei der Planung und Entwicklung wirtschaftsnaher Infrastruktur oder der Vergabe einzelbetrieblicher Förderungen ist sie involviert, aber nur teilweise federführend. Wo erfolgreiche Wirtschaftsförderung immer mehr auf Kooperation mit Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden und anderen externen Zielgruppen, aber auch innerhalb der Verwaltung angewiesen ist, steigt die Bedeutung von Kommunikation und Vernetzung. Hier bieten sich grundsätzlich Ansatzpunkte für den Einsatz von Web 2.0 und Social Media. Wirtschaftsförderer nutzen bereits seit langem die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien: sowohl nach außen, etwa durch Webauftritte, als auch in ihrer internen Arbeit mithilfe entsprechender Wirtschaftsförderungssoftware. Mit Web 2.0 und Social Media eröffnen sich nun neue Möglichkeiten. Eine Wirtschaftsförderung, die auf Strategie-, Potenzialorientierung und Kooperation setzt, muss sich der intensiveren Nutzung von Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationsmedien stellen: Wirtschaftsförderung 2.0 „erzielt mehr Reichweite und Effektivität“ (HUBER 2010: 26). In der Tat werden schnell Analogien zwischen dem aktuellen Verständnis von Wirtschaftsförderung und den Grundsätzen von Web 2.0 und Social Media deutlich. Web 2.0 ist das ‚Mitmach-Web’ – der Nutzer ist nicht nur Konsument, sondern auch Produzent (vgl. KGST 2012). Dies entspricht dem Trend der Wirtschaftsförderung, Kompetenzen der Adressaten in Strategiekonzeption und Umsetzung der Wirtschaftsförderung einzubeziehen, um sie effektiver und kundenorientierter zu gestalten („Open Source Wirtschaftsförderung“) (BRANDT 2010: 110). 477 20.4 Einsatz von Social Media in der kommunalen Wirtschaftsförderung 20.4.1 Verbreitung von Social Media Das Deutsche Institut für Urbanistik hat im Herbst 2012 in einer Umfrage Daten zum Einsatz von Social Media in der kommunalen Wirtschaftsförderung erhoben und Wirtschaftsförderer nach ihren diesbezüglichen Einschätzungen befragt (vgl. ZWICKER-SCHWARM 2013). Dabei wurde Social Media definiert als digitale Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten. Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse dieser Befragung dargestellt Ergänzend wurden für diesen Artikel ausgewählte Social Media-Angebote kommunaler Wirtschaftsförderungen analysiert. Von den 187 befragten Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern antworteten 135 Städte, dies entspricht 72 Prozent. Eine besonders hohe Beteiligung konnte bei den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern erreicht werden. Alle Bundesländer sind mit aussagefähigen Rücklaufquoten vertreten. Befragungen zum Einsatz von Social Media in Institutionen, wie etwa Wirtschaftsförderungen, müssen mit dem methodischen Problem umgehen, dass Kommunikation auch im Web 2.0 prinzipiell personengebunden ist. Bei der Interpretation der Befragungsergebnisse ist daher zu berücksichtigen, dass die Befragten offensichtlich nicht immer zwischen einem persönlichen, aber beruflich orientierten Gebrauch von Social Media und der institutionellen Präsenz der Wirtschaftsförderungen differenzieren bzw. differenzieren können. Die Umfrage liefert ein gemischtes Bild zum Einsatz von Social Media in der Wirtschaftsförderung: Gut ein Drittel (34 Prozent) aller befragten Wirtschaftsförderer nutzt bereits Social-Media-Anwendungen für ihre Aktivitäten. Etwa ein weiteres Viertel (24 Prozent) nutzt diese noch nicht, plant aber deren Einsatz. 42 Prozent planen keine Nutzung. Tabelle 14: Nutzung von Social-Media-Anwendungen in kommunalen Wirtschaftsförderungen (Städte über 50.000 Einwohner) (n = 132 Städte) Einwohnergrößenklasse 50.000- 99.999 100.000- 199.999 200.000- 499.999 500.000 und mehr Gesamt Ja 19 % 47 % 60 % 46 % 34 % Nein, ist aber geplant 27 % 17 % 15 % 31 % 24 % Nein, ist nicht geplant 54 % 37 % 25 % 23 % 42 % Quelle: Difu-Umfrage Wirtschaftsförderung 2012 478 Die Nutzung von Social Media in den Wirtschaftsförderungen unterscheidet sich deutlich zwischen Städten unterschiedlicher Größe. In den Großstädten (Städte über 100.000 Einwohner) ist der Anteil der Wirtschaftsförderungen, die Social Media einsetzen, mit 51 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in Mittelstädten (19 Prozent). Besonders aktiv sind die Wirtschaftsförderungen der Großstädte zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern. Hier bieten sich mehrere Begründungen an: Der Einsatz von Social Media benötigt entsprechende finanzielle, personelle und organisatorische Ressourcen. Diese steigen zumindest in absoluten Zahlen mit der Einwohnerzahl an. Auch die Organisationsform der Wirtschaftsförderung ist von Belang für den Social-Media-Einsatz. Wirtschaftsförderungen, die als eigene Gesellschaft organisiert sind, setzen deutlich häufiger auf Social Media. Hier ist der Nutzeranteil mit 53 Prozent etwa doppelt so hoch wie in den Städten, in denen die Wirtschaftsförderung „im Rathaus“ organisiert ist (27 Prozent). Hier zeigen sich vermutlich die Flexibilitätsvorteile von Wirtschaftsfördergesellschaften: Sie können eigenständiger agieren und müssen ihre Social-Media-Aktivitäten nicht in stadtweite IT-Standards und Kommunikationsabläufe einpassen. Für die Wirtschaftsfördereinrichtungen der Bundesländer kommt eine aktuelle Studie (Stand Februar 2012) zu dem Ergebnis, dass – etwa im Vergleich zu den USA – nur begrenzt Gebrauch von Social-Media-Kanälen gemacht wird. Nur rund ein Drittel, nämlich sechs der sechzehn deutschen Landeswirtschaftsfördergesellschaften, präsentieren sich demnach auf Plattformen wie Twitter, Facebook oder YouTube (PM&P 2012: 11). Dies entspricht in etwa der Verbreitung unter den Wirtschaftsfördereinrichtungen der Mittel- und Großstädte. 20.4.2 Voraussetzungen und Herausforderungen Mit dem Einsatz von Social Media ist für Wirtschaftsförderungen – wie für alle öffentlichen Verwaltungen – eine Reihe von rechtlichen Fragestellungen verbunden (FHH 2012). Dazu gehören etwa vergaberechtliche Überlegungen und Fragen des Datenschutzes bei der Auswahl entsprechender Angebote und Erfordernisse zu deren Ausgestaltung – Stichworte hierzu sind beispielsweise Informationspflichten (Impressum), Barrierefreiheit und Werbung und Sponsoring. Mit der Nutzung sind gleichzeitig Haftungsfragen verknüpft – sowohl für eigenes Handeln als auch für nutzergenerierte Inhalte. Daneben stellen sich Fragen der Organisation: Hier ist zu klären, wer kommunizieren darf und wie kommuniziert werden soll. So unterscheiden sich beispielsweise Schnelligkeit der Kommunikation und Sprachgebrauch von der analogen Welt – entsprechende Standards müssen gewährleistet sein (unter anderem zügige Beantwortung von Nutzeranfragen). Eine wichtige Strategie, diese rechtlichen und organisatorischen Aspekte zu regeln, 479 stellen ‚Social Media Guidelines’ dar. Hier können Kommunen bereits auf verschiedene Vorlagen zurückgreifen (vgl. FHH 2012; NSGB 2012). Die Ergebnisse der Difu-Befragung legen nahe, dass diese rechtlichen und organisatorischen Hemmnisse in der Wahrnehmung der Praktiker noch eine große Eintrittsbarriere darstellen. So sehen die befragten Wirtschaftsförderer beim Einsatz von Social Media in der Wirtschaftsförderung insgesamt grundsätzlich mehr Chancen als Risiken. Die Gruppe der Social-Media-Aktiven zieht eine besonders positive Bilanz: Hier sehen 73 Prozent mehr Chancen als Risiken. 20.4.3 Verbreitung verschiedener Social-Media-Anwendungen Abbildung 47: Nutzung von Social-Media-Anwendungen in der kommunalen Wirtschaftsförderung (Wirtschaftsförderungen mit Social- Media-Nutzung) Quelle: Difu-Umfrage Wirtschaftsförderung 2012 20.4.4 Soziale Netzwerke Soziale Netzwerke sind die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Social- Media-Anwendung (siehe Abb. 47). 73 Prozent der Wirtschaftsförderungen, die Social Media nutzen, haben ein eigenes Profil in einem sozialen Netzwerk, 31 Prozent nutzen (ausschließlich oder zusätzlich) die städtische Präsenz in einem Netzwerk. Dabei sind die befragten Wirtschaftsförderungen zu ungefähr gleichen Teilen in Facebook und in XING präsent. Bei diesen Aktivitäten handelt es sich 480 um ein recht junges Phänomen: Dort, wo in den entsprechenden Profilen ein Beginn der Aktivitäten nachvollziehbar war, lag der Schwerpunkt auf den Jahren 2011 und 2012. Abbildung 48: Beispiel einer Facebook-Seite Quelle: Bildschirmansicht http://www.facebook.com/?sk=welcome#!/GWGonline (Ausschnitt) (Abruf: 13.12.2012) Typische Facebook-Seiten von Wirtschaftsförderungen umfassen eine Eigendarstellung mit einer Beschreibung der Ziele und Aufgaben, Produkte oder Serviceangebote sowie eine chronologische Übersicht von Neuigkeiten. Auf einer „Chronik“ sind eigene Aktivitäten abgebildet – in die Fotos, Videos oder weiterführende Links eingebettet werden können. Typische Einträge sind Terminhinweise zu eigenen Veranstaltungen, Berichte zu eigenen Aktivitäten oder Entwicklungen am Standort (z. B. Spatenstiche für ein neues Gewerbegebiet) und Hinweise auf Artikel und Studien Dritter. Auf einer „Pinnwand“ können andere Nutzer eigene Nachrichten veröffentlichen. Nutzer können diese Meldungen bewerten („Gefällt mir“), kommentieren oder mit anderen Nutzern ihres eigenen Netzwerkes teilen. „Unternehmensprofile“ kommunaler Wirtschaftsförderungen in XING beinhalten ebenfalls meist eine Unternehmensdarstellung mit Zielen bzw. Angeboten sowie eine Rubrik „Neuigkeiten“. Nutzer können diese kommentieren und 481 sich fest als Abonnenten eintragen. In sozialen Netzwerken wie Facebook oder XING sind Strukturen und Funktionalitäten der Webpräsenz fest vorgegeben. Das Angebot von Wirtschaftsförderungen kann sich also vor allem durch die Qualität der Inhalte und des Kontaktnetzes auszeichnen. 20.4.5 Content Communities Rund 22 Prozent der im Bereich Social Media aktiven Wirtschaftsförderungen haben eigene Angebote in Content Communities, also Videoplattformen, auf denen Nutzer Videos hochladen und teilen können (siehe Abb. 47). Einen eigenen YouTube-Kanal unterhält beispielsweise die FrankfurtRheinMain GmbH. Sie ist die internationale Standortmarketinggesellschaft der Region Frankfurt/Rhein- Main. Im Dezember 2012 fanden sich dort Videos zu den Rubriken Branchen, Gegenden und Städte, Wirtschaftsstandort sowie „FrankfurtRheinMain Tours“ (http://www.youtube.com/user/FrankfurtRhineMain, abgerufen am 05.12.2012). Insbesondere die Videos der englischsprachigen Serie „FrankfurtRheinMain Tours“ erreichten vergleichsweise hohe Zahlen an Abrufen von 5.000 und mehr. Einige Zuschauer nutzten die Möglichkeit, Bewertungen abzugeben oder mithilfe der Kommentarfunktion eigene Erfahrungen mit dem Wirtschaftsstandort zu berichten. Das Angebot zeigt, dass sich Content Communities gerade auch für das Standortmarketing im internationalen Kontext eignen. 20.4.6 Blogs Im Kontext Wirtschaftsförderung sind Blogs bisher relativ selten. Von den befragten Städten verfügen drei Wirtschaftsförderungen (7 Prozent) über einen eigenen Wirtschaftsförderungs-Blog (vgl. Abb. 47). Unter blog.berlin-partner.de (http://www.blog.berlin-partner.de (Abruf 05.12.2012)) bloggte beispielsweise seit Sommer 2011 das Redaktionsteam von Berlin Partner – der Berliner Wirtschaftsfördergesellschaft – über Neuigkeiten aus dem Unternehmen und will einen „Blick hinter die Kulissen“ ermöglichen. Berlin Partner ist als zentrale Anlaufstelle für ansässige und auswärtige Unternehmen insbesondere in der Unternehmensansiedlung, der Außenwirtschaftsberatung und im Hauptstadtmarketing aktiv. Hier werden in Ergänzung zu Newslettern und Pressemitteilungen Hintergrundberichte veröffentlicht. Hyperlinks führen zu weiterführenden Informationen. Eine Kommentarfunktion ist vorhanden – wenngleich sie bisher offensichtlich wenig genutzt wird. 482 20.4.7 Microblogs (Kurznachrichten) Acht der befragten Wirtschaftsförderungen verfügen über einen eigenen Kanal auf einem Microblog (z. B. Twitter) – das entspricht 18 Prozent aller Wirtschaftsförderungen, die Social Media nutzen (vgl. Abb. 47). 11 Prozent nutzen (auch) städtische Kurznachrichten-Kanäle für die Verbreitung wirtschaftsrelevanter Informationen (ebd.). Die Kurznachrichten werden chronologisch dargestellt. Sie beinhalten in der Regel Links auf weiterführende Informationen. Abbildung 49: Bildschirmansicht Twitter-Kanal Rostock Business Quelle: Bildschirmansicht https://twitter.com/RostockBusiness (Ausschnitt) (Abruf: 05.12.2012) 20.4.8 Apps Mit speziellen Anwendungen für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet- PCs, sogenannten Apps, können internetbasierte Angebote auch unterwegs genutzt werden. Apps sind also kein eigenes Social-Media-Angebot, sondern eine 483 Möglichkeit, klassische und interaktive Internetangebote in geeigneter Form verfügbar zu machen. Sieben Wirtschaftsfördereinrichtungen (das sind 16 Prozent der Social-Media-Aktiven) gaben an, bereits eigene Apps einzusetzen. Mit 22 Prozent noch etwas höher ist der Anteil der Wirtschaftsförderungen, die ihre Services auf einer stadtweiten App anbieten (vgl. Abb. 47). So beinhaltet die App der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach die Immobiliendatenbank mit dem Angebot an Gewerbeflächen und Gewerbeimmobilien sowie Informationen zu aktuellen Großprojekten und Branchenaktivitäten. Eine Verknüpfung zu Google Maps gibt dem Nutzer die Möglichkeit, alle Informationen räumlich zuzuordnen (WFMG 2011). Die Rostock Business-App informiert über Wachstumsbranchen und Unternehmen der Region, Veranstaltungen sowie aktuelle Initiativen der Wirtschaftsförderung. So sollen beispielsweise Investoren während eines Besuchs in der Region die Angebote des Wirtschaftsstandortes kennenlernen (ROSTOCK BUSINESS 2012). 20.4.9 Nutzerzahlen und Reichweite Eine erste Vorstellung von der Reichweite der Social-Media-Aktivitäten vermittelt die Zahl der aktiven Nutzer. Die meisten Social-Media-Präsenzen und Beiträge können von Dritten kommentiert, geteilt oder bewertet werden. Sichtet man die Präsenzen von Wirtschaftsförderungen im Netz, scheinen die Zahlen der Nutzer zunächst noch recht überschaubar zu sein. So bewegt sich die Zahl der „Fans“, die sich für entsprechende Facebook-Präsenzen interessieren („Gefällt mir“), die Zahl der „Follower“ von Twitter-Accounts oder die der Abrufe von Videobeiträgen auf YouTube meist im niedrigen dreistelligen Bereich oder darunter. Die Zahl der Abonnenten entsprechender XING-Profile liegt vorwiegend im mittleren zweistelligen Bereich und viele Einträge auf Wirtschaftsförderungs- Blogs bleiben ohne Kommentar. Die meisten Wirtschaftsförderungen dürften über umfangreichere Verteiler für klassische Produkte der Öffentlichkeitsarbeit, wie etwa Newsletter oder Presseerklärungen, verfügen. Eine solche Betrachtung würde allerdings aus mehreren Gründen zu kurz greifen. Zum einen befinden sich viele Angebote erst im Aufbau. Viele Wirtschaftsförderungen haben erst vor kurzem mit ihren Social-Media-Aktivitäten begonnen – so waren praktisch alle zeitlich zuordenbaren Facebook-Profile weniger als 24 Monate alt. Es darf vermutet werden, dass die Nutzerzahlen hier in Zukunft noch weiter steigen werden. Zum anderen bestehen in sozialen Netzwerken sogenannte ‚virale Effekte’: Nutzer können ihnen gefallende Inhalte an ihre Fans, Follower oder Abonnenten weiterleiten und erhöhen damit die Verbreitung von Nachrichten teilweise erheblich (ARNDT 2012: 109). 484 20.5 Einsatzfelder von Social Media Die obigen Beispiele haben bereits deutlich gemacht, dass Social-Media- Anwendungen in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Wirtschaftsförderung zum Einsatz kommen. Dieser Aspekt wird im Folgenden weiter vertieft. Tabelle 15: Social-Media-Anwendungen: Verbreitung und Einsatzfelder Social-Media- Anwendung Beispiele Verbreitung in der Wirtschaftsförderung Einsatz in der Wirtschaftsförderung Facebook relativ hoch Information Standortmarketing Soziale Netzwerke XING relativ hoch Vernetzung Fachkräfteansprache Content Community YouTube mittel Standortmarketing Blogs relativ selten (unterschiedlich) Microblog Twitter mittel Information Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an ZWICKER-SCHWARM (2013), NSGB (2012), STÄDTETAG BADEN-WÜRTTEMBERG (2011) 20.5.1 Information Zwei Arten von Information sind für die Wirtschaftsförderung wichtig: Informationen zum Wirtschaftsstandort und Informationen zu den Aktivitäten der Wirtschaftsförderung selbst. Ein besonders typisches Beispiel für Standortinformationen ist die Darstellung des lokalen Gewerbeimmobilienangebots. Die Entwicklung und Vermarktung von Gewerbeflächen gehört nach eigener Einschätzung der kommunalen Wirtschaftsförderakteure zu den wichtigsten Aufgaben der kommunalen Wirtschaftsförderung (ZWICKER-SCHWARM 2013: 12). Daher verwundert es kaum, dass sich die internetgestützte Erfassung und Vermarktung bereits in vielen Städten und Regionen etabliert hat. Vielerorts bieten Wirtschaftsförderungen Gewerbeimmobilienbörsen an, die nicht nur kommunale Grundstücksangebote beinhalten, sondern auch Angebote von Maklern und Privatanbietern. Solche Immobilienbörsen machen sich bereits seit längerem Web- 2.0-Prinzipien zunutze, indem Flächeninformationen dezentral von vielen Anbietern eingestellt werden. Bereits 2008 gaben 40 Prozent der befragten Kommunen in einer Difu-Untersuchung an, dass sich Eigentümer und Immobilienwirtschaft an der Dateneingabe beteiligen (GRABOW et al. 2011: 33). 485 Die Verbreitung von Nachrichten über Aktivitäten, Arbeitserfolge oder Veranstaltungstermine sind eine typische Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit von Wirtschaftsförderungen. Dabei sind nicht nur Unternehmen und wirtschaftsnahe Institutionen wichtige Zielgruppen, sondern auch – im Sinne eines ‚Eigenmarketings’ – Politik, Verwaltung und Bürger (LEUNINGER 2001). Die Verbreitung von Informationen ist, wie die Befragungsergebnisse zeigen, das wichtigste Einsatzfeld von Social Media. Dies gilt praktisch über alle Anwendungen hinweg (siehe Abb. 50). Es ist zu erwarten, dass die oben beschriebenen viralen Effekte zukünftig hierbei eine wichtige Rolle spielen werden. Auch könnten sich Social-Media-Angebote der Wirtschaftsförderungen durch eigene Standortinformationen und die Verknüpfung mit Daten- und Informationsbeständen von Dritten – im Sinne von ‚Open Data’-Konzepten – zukünftig stärker zu ‚kollaborativen’ Standortportalen weiterentwickeln. Abbildung 50: Einsatzfelder der Social-Media-Anwendungen in der kommunalen Wirtschaftsförderung (Wirtschaftsförderungen mit eigenen Social- Media-Angeboten) Quelle: Difu-Umfrage Wirtschaftsförderung 2012 20.5.2 Standortmarketing Standortmarketing zählt – in der Selbsteinschätzung der Akteure – zu den wichtigsten drei Themenfeldern der Wirtschaftsförderung (ZWICKER-SCHWARM 2013: 12). Standortmarketing soll dazu beitragen, Immobilien, Quartiere, Kommunen oder Regionen stärker an den Bedürfnissen wichtiger Zielgruppen – wie 486 Unternehmen, Fachkräfte, Familien, Studierende oder Touristen – auszurichten (KOTLER/HEIDER/REIN 1993). Citymarketing, Stadtmarketing und Regionalmarketing bilden als Spielarten des Standortmarketings jeweils spezifische räumliche Ebenen ab. Allen Ansätzen gemeinsam ist der ganzheitliche Anspruch, auf Grundlage von Standortanalysen, Leitbildern und Zielen sowohl durch konkrete Projekte und Services den Standort zu entwickeln als auch zur Markenbildung bzw. Imageentwicklung beizutragen und durch gezielte Werbemaßnahmen Zielgruppen anzusprechen (vgl. GUBLER/MÖLLER 2006). Dabei zielt Standortmarketing nach innen, als Beitrag zur Identitätsbildung und Bestandspflege, wie nach außen, etwa um den Bekanntheitsgrad zu steigern und das Standortimage aufzubauen. In der Praxis wird unter dem Begriff Standortmarketing nicht immer ein solcher ganzheitlicher Ansatz verfolgt, sondern Standortmarketing wird oft mit Standortwerbung gleichgesetzt. Zielgruppenorientierte Kommunikation hat für das Standortmarketing eine zentrale Bedeutung – hier kann Social Media eine wichtige Rolle spielen. Unter den verschiedenen Social- Media-Anwendungen werden seitens der befragten Wirtschaftsfördereinrichtungen für den Zweck des Standortmarketings vor allem soziale Netzwerke (44 Prozent) wie etwa Facebook und Videoplattformen wie YouTube (20 Prozent) eingesetzt (siehe Abb. 50). Zu Strategien und zu Erfolgen des Standortmarketings mithilfe von Social Media gibt es noch wenig empirische Studien. Unbestritten ist aber, dass Social Media in den Kommunikationsmix von Standortmarketingaktivitäten eingebunden werden und damit klassische Kanäle des Online-Marketings wie Webseiten oder den Aufbau eines Partnernetzwerkes (Affiliate-Marketing) ergänzen kann (PM&P 2012). Dafür sprechen eine Reihe von spezifischen Vorteilen: So können standortbezogene Daten, Sprache und Videoangebote zu attraktiven Informationspaketen verknüpft werden (sogenannter Rich-Media-Einsatz). Positive Kommentare und Feedback von Nutzern unterstützen die Glaubwürdigkeit entsprechender Angebote. Dabei können internetbasierte Standortmarketingaktivitäten oft kostengünstiger produziert werden als beispielsweise herkömmliche Imagefilme (STÄDTETAG BADEN-WÜRTTEMBERG 2011). Noch wichtiger sind jedoch auch hier die viralen Effekte, die zu enormen Reichweiten von Marketingkampagnen im Netz führen können. Manche internetgestützte Kampagne hat große Aufmerksamkeit in der Netz-Community nach sich gezogen. So die Facebook-Kampagne des Schweizer Dorfes Obermutten (80 Einwohner) – hier wurde 2011 jedem Facebook-Fan ein Ausdruck seines Fotos auf der Dorfanschlagwand versprochen. Über 7.500 Fans hatten sich dort im Oktober 2011 verewigen lassen – die verantwortliche Werbeagentur spricht von 50 Millionen Personen, die durch die Presseberichterstattung mit der Botschaft vom „charmanten und persönlichen Ferienort“, wo eine „persönliche Beziehung zu den Gästen noch etwas zählt“, erreicht wurden (JUNG VON MATT/LIMMAT 487 2011). Wieweit dies zur spürbaren Effekten im Fremdenverkehr geführt hat, ist damit allerdings nicht gesagt. 20.5.3 Fachkräfteansprache Wenngleich über Art und Maß eines Fachkräftemangels in Deutschland heftig diskutiert wird, ist unstrittig, dass die langfristige Sicherung eines adäquaten Fachkräfteangebotes von zentraler Bedeutung für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität ist (BUNDESREGIERUNG 2011). Die Fachkräftesicherung hat sich in der Bewertung der Wirtschaftsförderer in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Handlungsfelder entwickelt und wird als solches in Zukunft noch an Bedeutung zunehmen (ZWICKER-SCHWARM 2013: 12). Ansatzpunkte für die Sicherung der Fachkräfte liegen in verschiedenen Bereichen. So geht es darum, das inländische Potenzial an Erwerbspersonen besser zu erschließen, etwa durch bessere Bildungs- und Erwerbschancen von Frauen, älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, jüngeren Personen ohne Ausbildungsabschluss und Personen mit Migrationshintergrund (BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT 2010). Ein weiteres Handlungsfeld ist die Unterstützung von Schulabsolventen beim Übergang in den Beruf. Gerade für diese Zielgruppe der ‚Digital Natives’ werden Web-2.0-Angebote als erfolgversprechend angesehen (STÄDTETAG BADEN-WÜRTTEMBERG 2011). So hat beispielsweise die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena gemeinsam mit dem Jenaer Bündnis für Familie und dem Arbeitskreis Fachkräftesicherung – einem Gremium aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung – im Herbst 2010 den JenaJobBlog gestartet (http://www.jenajobblog.de (Abruf 5.12.2012)). Dieses Angebot soll Schulabgängern und Hochschulabsolventen Ausbildungsund Berufsmöglichkeiten in Jena aufzeigen. Im JenaJobBlog schreiben Personalverantwortliche aus Jenaer Unternehmen und Organisationen über Berufswahl und Berufseinstieg und Auszubildende bloggen über ihre Erfahrungen. Daneben gibt es Veranstaltungshinweise, Unternehmensprofile und weiterführende Links. Das Angebot wurde durch einen externen Dienstleister im Bereich Personalmarketing und Social Media entwickelt und wird auch von diesem moderiert. Hier zeigt sich ebenfalls, dass Social-Media-Angebote nicht ohne weiteres stark interaktiv genutzt werden. So gibt es bisher nur wenige Nutzerkommentare auf den entsprechenden Seiten. Auch bei der Rückholung von Fachkräften bzw. der Anwerbung (ausländischer) Fachkräfte setzen Städte und Regionen Social-Media-Instrumente ein. 22 Prozent der im Bereich Social Media aktiven Wirtschaftsförderungen nutzen ihre Präsenz in sozialen Netzwerken für die Fachkräfteansprache (siehe Abb. 50). 488 20.5.4 Cluster und Netzwerke In den letzten Jahren haben sich kommunale und regionale Wirtschaftsförderungen vielfach bei der Initiierung und Unterstützung von Clusterinitiativen und Netzwerken von Wirtschaftsunternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen engagiert. In über der Hälfte aller Städte ab 50.000 Einwohnern sind Clusteransätze ein aktuelles Thema der Wirtschaftsförderung. In jeder dritten Großstadt gehören diese zu den drei wichtigsten Themen der Wirtschaftsförderung (ZWICKER-SCHWARM 2013: 11). Solche Ansätze leben von der realen Vernetzung bei Veranstaltungen und in Kooperationsprojekten. Vertrauen, gemeinsame Werte, implizites Wissen – dies alles sind Elemente funktionierender regionaler Netzwerke, die auch auf unmittelbarer Kommunikation beruhen. Verschiedene Beispiele machen aber deutlich, dass bei der Entwicklung und beim Management solcher kompetenz- und technologiefeldorientierten Ansätze das Internet und insbesondere Social Media eine wichtige Rolle spielen können. IT-gestützte ‚Kompetenzportale’ können die Entwicklung von Clusterinitiativen und Unternehmensnetzwerken wirkungsvoll unterstützen. Typisch ist dabei die Aufteilung in einen öffentlichen Bereich, der in erster Linie der Information und dem Marketing dient, sowie einen internen, personalisierten Bereich, der Mitgliedern den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit erlaubt (TERSTRIEP 2004). So hat beispielsweise das Management des Medizintechnik-Clusters Medical Valley der Metropolregion Nürnberg ein kollaboratives Clusterportal entwickelt. Neben einer öffentlichen Website mit Terminkalender und News bietet dieses einen virtuellen Marktplatz für registrierte Nutzer. Dort wird über Clusteraktivitäten informiert und es werden Weblogs angeboten, auf denen Clustermitglieder Fachthemen diskutieren können. Für die virtuelle Projektarbeit steht im internen Bereich eine Reihe von Projektmanagement-Tools zur Verfügung. Als weitere Elemente wurden eine Wissenslandkarte und ein Wissensatlas entwickelt, der Clustermitgliedern die Möglichkeit bietet, in einem Wiki einen kollektiven Wissensbestand zu den Themen, Kompetenzen und Projekten des Medizinclusters strukturiert zu beschreiben (DÜCKERT 2012; KOMPETENZNETZE DEUTSCHLAND o. J.). Ein Beispiel, wie Social Media zur Qualifizierung und Vernetzung von Clustermanagern beitragen kann, ist die KREATEK-Kollaborationsplattform, die von der MFG Baden-Württemberg, der Innovationsagentur des Landes für IT und Medien, entwickelt wurde. Ziel der Plattform ist die Unterstützung des Austauschs von Clusterakteuren, die Dokumentation ihres Wissens und die professionelle Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen, um von Synergien zu profitieren. Elemente der Kollaborationsplattform sind öffentliche Informationsbereiche sowie für Mitglieder freigeschaltete Kooperationsbereiche, ein dynamisches Cluster-Wiki sowie ein spezielles Monitoring-Tool (OSWALD/BETZ 2010). Die Chancen von Web 2.0 und Social Media zur Clusterentwicklung spiegeln sich auch in der Difu- 489 Wirtschaftsförderumfrage wider. In über der Hälfte aller Fälle (58 Prozent) dient die Präsenz in sozialen Netzwerken der Unternehmensvernetzung (siehe Abb. 50). So haben zahlreiche Kompetenznetze und Clusterinitiativen eigene Gruppen im Karriereportal XING eingerichtet, die dem internen Austausch dienen. 20.5.5 Kundenfeedback und Marktforschung Die Bewertung des Standortes und der Dienstleistungen der Wirtschaftsförderung durch Unternehmen und andere Zielgruppen ist ein wesentlicher Schlüssel für eine erfolgreiche Arbeit der Wirtschaftsförderung. Unternehmensbefragungen sind dafür ein geeignetes Instrument. Ein Vergleich mit anderen Wirtschaftsförderungen, etwa im Rahmen von Benchmarking, kann ebenfalls dabei helfen, die eigene Position zu bestimmen. Ein gemeinsames Merkmal aller Social-Media-Anwendungen sind die Möglichkeiten für Nutzer, Inhalte aktiv zu kommentieren und zu bewerten (z. B. indem Besucher Fan eines Facebook-Angebotes oder Follower eines Twitter-Kanals der Wirtschaftsförderung werden). Darüber hinaus ist oftmals die Möglichkeit vorhanden, das Interesse anhand automatisierter Nutzerstatistiken zu erfassen. Social Media bietet also besonders gute Möglichkeiten, das Feedback zu analysieren und Produkte und Dienstleistungen entsprechend weiterzuentwickeln. Um diese Vorteile zu nutzen, ist ein systematisches Monitoring der eigenen Social-Media- Aktivitäten notwendig. Die Kennzahlen zur Nutzerakzeptanz können vielfach auch von Dritten eingesehen werden (Kommentare, Follower, Fans etc.). Insofern kann die Auswertung der Angebote anderer Wirtschaftsförderungen zur Konkurrenzanalyse und Marktforschung beitragen. Sowohl Kundenfeedback als auch Marktforschung sind für Wirtschaftsförderungen bisher allerdings noch selten explizite Einsatzfelder von Social Media. Diese Aspekte spielen bei den einzelnen Social-Media-Instrumenten keine bzw. eine äußerst geringe Rolle – mit neun Prozent die häufigste Nennung erhielten soziale Netzwerke beim Einsatzfeld Kundenfeedback. Dies mag damit zusammenhängen, dass viele Wirtschaftsförderungen am Anfang ihres Web-2.0-Engagements stehen und somit noch kaum Rückmeldungen von Nutzern vorliegen (siehe Abb. 50). 20.6 Perspektiven von Social Media in der Wirtschaftsförderung Der Einsatz von Social Media bietet Kommunen neue Chancen der Kommunikation, Vernetzung und Zusammenarbeit mit Bürgern und Wirtschaft – ist aber auch mit verschiedenen technischen, organisatorischen und rechtlichen Herausforderungen verbunden, wie die Ergebnisse der Difu-Befragung zeigen (ZWICKER-SCHWARM 2013). 490 Abbildung 51: Einschätzungen zu Social-Media-Anwendungen in der kommunalen Wirtschaftsförderung (Wirtschaftsförderungen mit Social-Media-Nutzung) Quelle: Difu-Umfrage Wirtschaftsförderung 2012 Abbildung 52: Einschätzungen zu Social-Media-Anwendungen in der kommunalen Wirtschaftsförderung (alle Städte) Quelle: Difu-Umfrage Wirtschaftsförderung 2012 491 Die befragten Wirtschaftsförderer haben mehrheitlich positive Einschätzungen hinsichtlich des Einsatzes von Social Media. Die Einschätzungen von Wirtschaftsförderern, die bereits selbst Social Media einsetzen, fallen grundsätzlich noch positiver aus als die Gesamtergebnisse. So erwarten 70 Prozent der befragten Wirtschaftsförderer vom Einsatz von Social Media, dass neue internetaffine Zielgruppen – so etwa Jugendliche und junge Erwachsene (sogenannte Digital Natives) oder Unternehmer und Beschäftigte der IT-Branche oder der Kreativwirtschaft – für die Wirtschaftsförderung angesprochen werden können. Bei den Social-Media-Aktiven liegt dieser Anteil sogar noch höher. Internetaffine Zielgruppen können beispielsweise bei Strategien der Fachkräftegewinnung oder sicherung angesprochen werden (‚Übergang Schule-Beruf’, Branchenstrategien). Auch werden mittelfristig immer mehr Nutzer Erfahrungen mit der Nutzung von Social Media haben, die internetaffine Nutzergruppe wächst damit weiter. Mehr als ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass Social Media hilft, die Wirtschaftsförderung qualitativ zu verbessern, bei den Social-Media-Nutzern sind es sogar 48 Prozent der Befragten. Auf die neuen Möglichkeiten müssen sich die Wirtschaftsförderer aber erst einstellen. So erwarten 81 Prozent der Befragten, dass für den erfolgreichen Einsatz von Social Media neue Qualifikationen in der Wirtschaftsförderung benötigt werden. Bei den Social-Media-Nutzern ist der Anteil mit etwa 87 Prozent sogar noch höher. Deutliche Diskrepanzen zwischen allen befragten Wirtschaftsförderungen und der Gruppe der Social-Media-Aktiven zeigen sich bei der Bewertung des Verhältnisses von Aufwand und Ertrag sowie bei der Beurteilung von Chancen und Risiken – hier zeigt die Gruppe der im Bereich Social Media aktiven Wirtschaftsförderungen deutlich positivere Einschätzungen. Aktivitäten bei „Facebook, Twitter & Co.“ kosten Zeit und Geld. Insgesamt gehen nur knapp ein Drittel der Wirtschaftsförderungen von einem ausgeglichenen Verhältnis von Aufwand und Ertrag aus (30 Prozent). In der Gruppe der Social-Media-Aktiven bewertet hingegen eine knappe Mehrheit das Verhältnis von Aufwand und Ertrag für sich als ausgewogen. In beiden Gruppen ist der Anteil der Befragten, die dazu keine Aussage treffen können, bemerkenswert hoch (18 bzw. 16 Prozent). In anderen Worten: Es fehlt vielen Wirtschaftsförderern an belastbaren Kosten-Nutzen-Bewertungen eines Social-Media-Engagements. Trotz dieser Unsicherheiten in Bezug auf die kritischen Aspekte von Social Media haben die Wirtschaftsförderungen die deutliche Einschätzung, dass in diesen Instrumenten ein großes Potenzial liegt: Eine deutliche Mehrheit von 86 Prozent aller Antwortenden geht davon aus, dass Social Media in der Wirtschaftsförderung an Bedeutung gewinnen wird. In der Gruppe der tatsächlichen Nutzer von Social Media bejahen dies sogar 98 Prozent. Social Media kann dazu beitragen, Informationen zum Wirtschaftsstandort und zu Aktivitäten der Wirtschaftsförderung besser zu verbreiten, Produkte und 492 Dienstleistungen durch die Beiträge von Nutzern anzureichern und zu verbessern und neue Zielgruppen anzusprechen. Web 2.0 und Social Media sind für eine Reihe von Wirtschaftsförderungen bereits Realität und werden in Zukunft an Verbreitung noch gewinnen, auch wenn die Nutzerzahlen bei vielen Angeboten gegenwärtig noch überschaubar sind. Social Media bietet Möglichkeiten, über neue und interaktive Kanäle ein Feedback für Aktivitäten der Wirtschaftsförderung einzuholen und gemeinsam Ideen und Inhalte zu erarbeiten. Die Kommunikation im Web 2.0 wird dabei bisherige Arbeitsformen der Wirtschaftsförderung in vielen Aufgabenfeldern – vom Standortmarketing bis zur Fachkräftesicherung – verändern. 20.7 Fazit und Ausblick Internetbasierte Dienstleistungen, Web 2.0 und Social Media sind in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch Wirtschaftsförderungen werden in Zukunft den veränderten Erwartungen der Nutzer an Informations-, Kommunikations- und Mitwirkungsangebote gerecht werden müssen. Nutzer werden die Angebote der Wirtschaftsförderung mit ihnen bekannten Angeboten aus der Wirtschaft vergleichen. Dazu zählt auch, dass Verwaltungsleistungen, die die Geschäftstätigkeit der Unternehmen unterstützen können, wenn möglich über den gesamten Prozess elektronisch abgewickelt werden können. In diesem Bereich der internetgestützten Dienstleistungen eines Electronic Governments bestehen aber – gerade in Bezug auf die Nutzergruppe der Wirtschaftsunternehmen – noch erhebliche bisher nicht ausgeschöpfte Potenziale hinsichtlich Verfügbarkeit, Komfort und Leistungsfähigkeit von Verwaltungsleistungen. Ebenso kann die Erschließung vorhandener Daten für die öffentliche Nutzung noch erheblich verbessert werden. Hierin liegen nicht nur Chancen für eine verbesserte Kommunikation zwischen den Wirtschaftsförderungen und ihren Kunden, den Wirtschaftsbürgern, sondern auch direkte ökonomische Potenziale der Wirtschaftsförderung, beispielsweise in der Möglichkeit der Entwicklung kommerzieller Dienstleistungen, die auf den öffentlich zugänglichen Daten basieren. Des Weiteren lässt sich die Qualität und Aktualität von Datenbeständen (z. B. Immobiliendaten) durch neue kooperative Verfahren der Datengenerierung und aufbereitung verbessern, wenn es gelingt, die unterschiedlichen Akteure zusammenzubringen, beispielsweise um Daten in einem einheitlichen Portal oder einer gemeinsam generierten Datenbank zusammenzuführen. Schließlich muss es in stärkerem Maße gelingen, die unterschiedlichen Kommunikationskanäle zwischen Wirtschaftsförderung und ihren Kunden miteinander zu verknüpfen: Formen der virtuellen Kommunikation und klassische Formate 493 der Bestandspflege und des Standortmarketings (Unternehmensbesuche, Events etc.). Außerdem werden zukünftige Angebote in stärkerem Maße die Potenziale der Nutzereinbindung in Form von Feedback, Diskussion und nutzergenerierten Inhalten berücksichtigen müssen. Insgesamt wird es darum gehen, gemeinsam mit Bürgern und Wirtschaft eine Webkultur zu entwickeln, die den Nutzer – dort, wo er will und kann – stärker in Prozesse einzubeziehen vermag. Die Chancen webbasierter partizipativer Ansätze werden sich in dem Maße erhöhen, wie auch Verwaltungsdienstleistungen, auf die Bürger und Wirtschaft häufiger zurückgreifen müssen, webbasiert erledigt werden können. Allein der neue mediale Auftritt von Wirtschaftsförderungen wird Unternehmen und Bürger nicht zur Mitwirkung ermuntern, wenn der Mehrwert der Angebote nicht deutlich wird. Wer das Internet als nützliches Instrument für die eigene Geschäftstätigkeit kennenlernt und die Erfahrung macht, dass damit der Umgang mit der Verwaltung erleichtert wird, wird eher bereit sein Zeit zu investieren, um an der Gestaltung weiterer Angebote aktiv mitzuwirken. 20.8 Literatur Arbeitskreis Open Government Partnership Deutschland (2012): Open Government – Demokratie neu erleben. Ergebnisse und Analysen einer repräsentativen Befragung, Studie des Arbeitskreises Open Government Partnership Deutschland o. O. Arndt, C. 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Zusammenfassung

Der Band beschäftigt sich mit den Leistungen und Schwächen von Clusterpolitik und der Zukunft der Wirtschaftsförderung. Heute wissen wir, dass Clusterpolitik als Instrument moderner Wirtschaftsförderung sich immer nur dann bewährt, wenn die in der komplexen Theorie angelegten verschiedenen Koordinationsmodi auch in der Realität greifen können. Dazu muss das Umfeld in die Förderung integriert werden, weil nur so der Aufbau regionaler Innovationssysteme gelingt. Dabei gerät vor allem die Beschäftigung in wissensintensiven, zukunftsfähigen Wachstumssektoren in das Visier der Wirtschaftsförderung. Der Standortvergleich herausragender Wirtschaftsregionen hebt durchgängig die Existenz solcher Kooperationsstrukturen und Wissenskollaborationen hervor.

Daher wird in diesem Band neben wissenschaftlichen auch praxisrelevanten Fragen nachgegangen:

Welche Arten von Clusterpolitik haben sich herausgebildet, und was wissen wir über ihren Einfluss auf regionale Wirtschaftsentwicklung?

Welche Erkenntnisgewinne hat die Clusterforschung der letzten Jahre für die wirtschaftspolitische Praxis geliefert? Was sind Good Practice Beispiele?

Ist die „Clusterei“ immer noch ein wirtschaftspolitischer Königsweg oder mittlerweile eher ein Sorgenkind?

Was ergibt sich für ein zukunftsorientiertes Modell zur Zukunft der Wirtschaftsförderung angesichts neuer Herausforderungen wie beispielsweise Demografischem Wandel, Energiewende oder zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte?