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Dorit Bölsche, Material- und Informationsflüsse in:

Dorit Bölsche

Internationales Katastrophenmanagement, page 204 - 204

Logistik und Supply Chain Management

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4019-5, ISBN online: 978-3-8452-1310-1 https://doi.org/10.5771/9783845213101

Series: Weltwirtschaft und internationale Zusammenarbeit, vol. 3

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204 ten Abschnitt dieses Kapitels. Gemeinsame und offene Informationssysteme (wie das Joint Logistics Centre der UN) sowie Datenbanken (wie die Emergency Events Database des CRED) als Grundlage für gemeinsame Planungen und Prognosen werden in diesem Zusammenhang Voraussetzungen darstellen, die eine erfolgreiche Umsetzung der Konzepte des SCM ermöglichen. 5.1.4 Material- und Informationsflüsse Die Elemente, durch die sich Supply Chain Management charakterisieren lassen, sind zum einen in der grundlegenden Problemstellung des Peitscheneffektes begründet. Zum anderen spiegelt sich aber auch die Weiterentwicklung des Supply Chain Management zu einem wert- und institutionenorientierten Konzept in den charakteristischen Elementen wieder (vgl. vorangehende Abschnitte zur Entwicklung und zum Begriff des Supply Chain Management). Im Folgenden werden in Anlehnung an die Elemente der Begriffsdefinition „Logistik“ ebenfalls die charakteristischen Elemente des SCM skizziert. Da Supply Chain Management die umfassendere Managementaufgabe darstellt, gelten die Erläuterungen zur Logistik in den Abschnitten 3.1.2 bis 3.1.5 in uneingeschränktem Maße; nachfolgend werden Ergänzungen und besondere Schwerpunke des Supply Chain Management charakterisiert. Folglich gelten auch die Erläuterungen zu den Material- und Informationsflüssen in der Logistik gleichermaßen für das Supply Chain Management. Hierbei finden die Kundenorientierung sowie der Integrationsgedanke im Supply Chain Management besondere Berücksichtigung. Diese werden in den nachfolgenden Abschnitten besonders herausgestellt. 5.1.5 Kunden- und Zielorientierung Die Erkenntnisse über den Bullwhip-Effekt haben dazu geführt, dass durch Supply Chain Management eine Verstetigung des Materialflusses mit der Kundennachfrage angestrebt wird. Damit wird die Kundenorientierung ebenso stark betont wie in hohen Entwicklungsstufen des Logistikmanagements. Das „Pull-Prinzip“ bringt zum Ausdruck, dass kein Unternehmen „stromaufwärts“ der Wertschöpfungskette Leistungen erbringen sollte, bevor sie ein nachfolgender Akteur nachfragt. Indem der Kunden die Wertschöpfungskette „zieht“ und damit die Leistungsproduktion über die einzelnen Stufen auslöst, erfolgt die Abstimmung des Materialflusses. Bezogen auf die beiden Zielgrößen, die in frühen Arbeiten zum

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Zusammenfassung

Im internationalen Katastrophenmanagement werden täglich Entscheidungen mit Logistikbezug getroffen. Die Autorin skizziert die Vielfalt der Entscheidungen durch die folgende Fragestellung: Welche Beschaffungskonzepte, Standorte, Touren, Informationssysteme und Konzepte der Zusammenarbeit sollen im Rahmen der Katastrophenvorsorge und -bewältigung realisiert werden?

Da die Entscheidungen in hohem Maße Qualität und Kosten der Versorgung betroffener Menschen beeinflussen, sollten diese nicht alleine aus dem Erfahrungswissen heraus getroffen, sondern durch logistische Planungsmethoden unterstützt werden.

Anwendungsbezogen und verständlich wird in dem Buch der Einsatz geeigneter Methoden (z. B. Standortplanung, Netzplantechnik) am Beispiel realer Katastrophen vermittelt. Konzepte des SCM und aktuelle Informationssysteme werden mit ihren Potenzialen und Grenzen für das internationale Katastrophenmanagement vorgestellt und unter Einsatz geeigneter Entscheidungskriterien exemplarisch bewertet.