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Jörn von Lucke, Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik in:

Jörn von Lucke, Klaus Lenk (ed.)

Verwaltung, Informationstechnik & Management, page 31 - 50

Festschrift für Heinrich Reinermann zum 80. Geburtstag

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8487-3816-8, ISBN online: 978-3-8452-8114-8, https://doi.org/10.5771/9783845281148-31

Series: E-Government und die Erneuerung des öffentlichen Sektors, vol. 17

Bibliographic information
Jörn von Lucke Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik Zum Werdegang von Heinrich Reinermann Heinrich Reinermann, der Begründer der Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik, wurde am 11. Januar 1937 in Osnabrück geboren. Er entstammt einer protestantischen Familie, die ihren Stammbaum bis zum Reformator und Theologieprofessor Johannes Lonicerus (1499-1569), einem sehr überzeugten Mitstreiter Martin Luthers, zurückverfolgen kann.1 Sein Abitur machte er 1957 in der niedersächsischen Stadt Lingen an der Ems. Danach absolvierte er zunächst im rheinländischen Troisdorf seine Lehre zum Industrie-Kaufmann bei den Klöckner-Werken. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Hamburg, Münster, Stanford und Mannheim. Bereits in diesen frühen Jahren heiratete er seine Frau Karla, geb. Briesemeister. Die Söhne Heiner und Dirk komplettierten die Familie. 1964 erhielt er seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann. 1966 promovierte er mit einer Arbeit über die optimale Gestaltung der täglichen Arbeitszeit im Industriebetrieb.2 Für die Promotion erhielt er wegen der für die damalige Zeit in der Wissenschaft noch ungewöhnlichen Computerverwendung den akademischen Preis der Universität Münster. Als Pionier der Programmierung eignete er sich die Programmiersprachen Algol und Fortran als Autodidakt selbst an. Zur Verarbeitung der noch auf Lochkarten gestanzten Programme fuhr er damals 175 Kilometer zum IBM-Rechner 7090 ins Rechenzentrum der Universität Bonn oder 300 Kilometer zum IBM- Rechner 7094 ins Deutsche Rechenzentrum nach Darmstadt. Der einzige Rechner an der Universität Münster (Zuses Z23) war wegen geringer Kapazitäten oft überfordert. Während eines Forschungsaufenthalts als Postdoc am „Computer Science Department and Business School“ der Stanford University im Silicon Valley 1967/68 sah Heinrich Reinermann sich in seiner Auffassung der Bedeutung der elektronischen Datenverarbeitung für die Betriebswirtschaftslehre mehr als bestätigt: Das Rechenzentrum war vor Ort und rund um die Uhr geöffnet. Die angebotenen Computerkurse wurden frequentiert. Eine kritische Masse an Programmierern saß zusammen und erste Spin-Offs wurden gegründet. In der Zeitschrift für Betriebswirtschaft forderte er 1969 deswegen bereits die Einführung 1 Reinermann 2016. 2 Reinermann 1968. der EDV in den Lehrplänen der BWL, ganz im Sinne der heutigen Wirtschaftsinformatik.3 Zugleich orientierte er sich in den USA um und forschte nun in den Verwaltungswissenschaften. Hier lernte er das Planning-Programming- Budgeting-System (PPBS) kennen, welches damals nach einer erfolgreichen Einführung im US-Verteidigungsministerium auf den gesamten öffentlichen Sektor ausgedehnt werden sollte. Seitdem beschäftigt Reinermann sich intensiv mit den Möglichkeiten und Grenzen von IT-Systemen und ihrem Einsatz in Staat und Verwaltung. 1973 habilitierte er an der Universität Mannheim unter Ludwig Pack über die Grenzen und Möglichkeiten formaler Entscheidungssysteme für die Exekutive von Bund und Ländern.4 Bereits 1973 erhielt er einen Ruf in das deutsche Zentrum der verwaltungswissenschaftlichen Forschung, an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Als Lehrstuhlinhaber für Verwaltungswissenschaft und Verwaltungsinformatik konnte er hier dauerhaft über öffentliche Betriebswirtschaftslehre und quantitative Methoden, über elektronische Datenverarbeitung im öffentlichen Sektor und Verwaltungsinformatik, über (New) Public Management und E-Government sowie über die Auswirkungen neuer Technologien auf die öffentliche Verwaltung lehren und forschen. Hier gründete und leitete Reinermann das Rechenzentrum der Hochschule. Einladungen zu Forschungsaufenthalten an die University of Wisconsin Madison und an die University of California Irvine nahm er gerne an. Rufe an die Universitäten der Bundeswehr nach München und Hamburg, die Johannes-Kepler-Universität nach Linz und die Universität Konstanz schlug er dagegen aus. In Speyer haben er und seine Familie ihre Heimat gefunden. In den Jahren 1990-94 war er Rektor und Prorektor der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Gut vorbereitet brachte er die Planungen für das neue Gästehaus voran. 2003 emeritierte er und zog sich konsequent aus der Lehre und Forschung zurück. In der Stadt Speyer engagiert er sich weiter, gemeinsam mit seiner 2015 viel zu früh verstorbenen Frau Karla, insbesondere als Vorsitzender der Johann Joachim Becher-Stiftung und bei der Verleihung des J.J. Becher-Preises.5 Zum Wirken von Heinrich Reinermann in Speyer Es fällt schwer, das Wirken eines in vielerlei Richtungen engagierten Menschen in allen denkbaren Varianten zu vermessen, zu analysieren und zu bewerten. Hierbei kommt es stets auf den Blickwinkel des Betrachters an, seine Motivati- 3 Reinermann 1969. 4 Reinermann 1975. 5 http://www.johann-joachim-becher.de/pages/jjb-stiftung/jjb-preis. 32 Jörn von Lucke on und die von ihm verwendeten Maßstäbe. Ganz im Sinn von Mathematik, Informatik und quantitativen Methoden könnte man an eine Quantifizierung des Gesamtwerkes gehen. Die Selbstauskunft im Portal der heutigen6 Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer7 ist dabei ein wichtiger Ausgangspunkt. Im Werdegang finden sich Mitgliedschaften, Sprecherschaften, Vorstandsmitgliedschaften und Herausgeberschaften, aber auch Preise, Medaillen und Ehrenmitgliedschaften, gefolgt von einer kurzen Stellungnahme: „Autor/Co-Autor von 19 Büchern und über 330 Artikeln. Herausgeber/Mitherausgeber von weiteren 21 Büchern.“ Es folgt eine umfassende Zusammenstellung von allen Büchern und Zeitschriftenaufsätzen, von Beiträgen in Sammelwerken und Lexika, von sonstigen Veröffentlichungen und Online-Publikationen, von Speyerer Arbeitsheften und Speyerer Forschungsberichten sowie die von ihm mitherausgegebenen Schriftenreihe Verwaltungs-informatik (1988-2000 im R. v. Decker Verlag, Heidelberg) sowie die von ihm begründete und von 1995 bis 2006 als Schriftleiter gemanagte Zeitschrift „Verwaltung & Management“ (Nomos-Verlag, Baden-Baden).8 Qualitative Aussagen lässt eine solche Vorgehensweise allerdings nur eingeschränkt zu. Zahlen sagen wenig über die erarbeiteten Inhalte und deren Wirkungen. Aus dem Blickwinkel der Sozialwissenschaften empfiehlt sich vielmehr ein ausführliches Gespräch, eine gezielte Befragung oder eine reflektierende Selbstauskunft. Lutz J. Heinrich bewog Heinrich Reinermann 2009 im Rahmen des Forschungsvorhabens „Geschichte der Wirtschaftsinformatik“ zu einer solchen Reflektion seines Lebenswerkes.9 Aus diesem Bericht erschließt sich sehr verständlich das Wirken von Heinrich Reinermann. Sechs Jahre nach seiner Emeritierung investierte er zwei Monate, um über seinen Weg in die Verwaltungsinformatik, die Konturen der Verwaltungsinformatik als Wissenschaft, über Erreichtes und Erreichbares, über die Institutionalisierung der Verwaltungsinformatik und den Weg in die Zukunft nachzudenken. Dieses Selbstzeugnis zeigt Entwicklungen und soziale Netzwerke auf, beschreibt den mühevollen Aufbau der Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik, aber auch die Vernetzung mit den Kollegen der gestaltenden Verwaltungsinformatik im deutschspra- 6 1947-1950 Staatliche Akademie für Verwaltungswissenschaften, 1950-1997 Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, 1997-2012 Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, seit 2012: Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. 7 http://www.uni-speyer.de/de/lehrstuehle/ehemalige-lehrstuhlinhaber/prof-dr-heinrich-reinerman n/zur-person.php. 8 http://www.uni-speyer.de/de/lehrstuehle/ehemalige-lehrstuhlinhaber/prof-dr-heinrich-reinerman n/publikationen.php. 9 Reinermann 2009, S. 131-145. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 33 chigen Raum. Er geht ehrlich mit dem Erreichten um und verweist auf die massiven Veränderungen durch Informationstechnologien in Staat und Verwaltung. Die betriebswirtschaftliche Verwaltungswissenschaft, die Verwaltungsökonomie und New Public Management bieten mit einer Betrachtung von Input, Output, Outcome und Impact eine weitere Perspektive auf das Gesamtwerk Heinrich Reinermanns. Zugegeben eröffnet eine Betrachtung des „Inputs“ auf das Lebenswerk vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Zentral sind hier sicherlich die Interessen, Vorstellungen, Ideen, die Ausbildung und die akademische Neugier, die Heinrich Reinermann motiviert haben, sich wissenschaftlich immer wieder zu betätigen. Ebenso hat er seine Arbeitskraft und seinen Fleiß, seine Akribie und seinen Drang nach Perfektion in sein Gesamtwerk eingebracht. An dieser Stelle darf aber auch der Blick auf die vom Steuerzahler in Haushalts- und Stellenplänen bereitgestellten Mittel gerichtet werden, die Heinrich Reinermann nutzen durfte. Nach Abschluss von Lehre, Studium, Promotion und Habilitation kümmerte die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer sich um diese Aufgabe. Mit seinem Speyerer „Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft, Datenverarbeitung und quantitative Methoden“, später umbenannt in „Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft und Verwaltungsinformatik“, hat Heinrich Reinermann ab 1973 die wissenschaftliche Disziplin Verwaltungsinformatik maßgeblich mitaufgebaut und mitgeprägt.10 Auch seine verwaltungswissenschaftlichen Impulse zum Public Management fanden von Speyer aus Wiederhall und Kritik. Sein wissenschaftliches Wirken profitierte erheblich von den Ideen, Anmerkungen und Beiträgen der Personen, mit denen er an der Hochschule und am angrenzenden Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung in Lehrveranstaltungen, Projekten, Kolloquien, Kongressen und Publikationen zusammenwirken durfte. An der Hochschule in Speyer genoss er durchgehend den (heutigen) Luxus eines eigenen Sekretariats. Hier arbeitete er zusammen mit Ellen Baum, Christa Bold, Sigrid Drokur, Natascha Estelmann und Marion Pfundstein. Die äußerst professionelle Zusammenarbeit mit Frau Pfundstein prägte den Lehrstuhl besonders in den letzten Jahren. Mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Wilfried Axner baute er ab 1974 in Speyer den Lehrstuhl und das Rechenzentrum auf. Seinen zweiten wissenschaftlichen Mitarbeiter Wilfried Frankenbach (1979-1984) konnte er sogar dauerhaft in Speyer halten, zuletzt sogar als Direktor des Rechenzentrums der Hochschule, das zunächst von Claus-Peter Matt (1979-1983) betreut wurde. Später folgten als wissenschaftliche Referenten Wolfgang Annen (1984-1986), Birgit Kränzle (1986), Hans-Dieter Kretschmann (1986-1991), Rolf Kühn (1991-1996) und Hans-Peter Wabro 10 Vgl. zur Institutionalisierung der Wissenschaft Reinermann 2011, S. 139 ff. 34 Jörn von Lucke (1996-2003). Ergänzend standen Heinrich Reinermann auch zeitlich befristet Forschungsreferenten am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer zur Verfügung, von Rafael Capurro (1978-1980), Klaus Umbreit (1978-1982), Jan Ulrich Clauss (1980-1982), Friedrich Simson (1980-1982), Roland Greve (1984-1986), Heinz W. Kloos (1987-1988), Peter Doerenkamp, Sayeed Klewitz-Hommelsen (1991-1993), Klaus Breitling (1993-1994), Thomas Behrens (1993-1995), Gabriele Homburg (1994-1996) und Jörn von Lucke (1999-2004) bis zu Arne Franz (2002-2005). Zugegeben ist es keine leichte Aufgabe, für die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit geeignete Mitarbeiter zu finden und diese auch zu halten. An dieser Stelle müssen aber auch die Speyerer Professoren erwähnt werden, denn „unter der Flagge der DHV zu segeln“ eröffnete Heinrich Reinermann nicht nur viele Türen, sondern auch Möglichkeiten für den direkten fachlichen Austausch zu den aktuellen Fragen der Verwaltungswissenschaften. Mit neuen Impulsen bereicherte er nicht nur Kolloquien, Tagungen und Publikationen, sondern er profitierte ebenso von dem Austausch. Carl Böhret, Peter Eichhorn, Hermann Hill, Helmut Klages, Klaus König und Klaus Lüder thematisieren mit ihren Beiträgen in diesem Band die fachlichen Aspekte der Speyerer Zusammenarbeit. Auf den „Output“ seines Wirkens seit 1965, also das direkte Ergebnis seiner Schaffenskraft, wurde in der Einführung bereits hingewiesen: „Autor/Co- Autor von 19 Büchern und über 330 Artikeln. Herausgeber/Mitherausgeber von weiteren 21 Büchern.“ Hinzu kommen zahlreiche Vorträge im In-und Ausland sowie Podiumsdiskussionsbeiträge, über die bedauerlicherweise keine detaillierten Übersichten vorliegen. Von 1973 an bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 unterrichtete er an der Hochschule mehrere Generationen an Studierenden, in der Regel Juristen nach dem ersten Staatsexamen, Magisterstudierende der Verwaltungswissenschaften und Doktoranden. Auch die Durchführung von Veranstaltungen, Fortbildungen und Tagungen, muss an dieser Stelle erwähnt werden. Gemeinsam mit Klaus Lenk und Roland Traunmüller hat Heinrich Reinermann 22 Bände der Schriftenreihe Verwaltungsinformatik herausgebracht. Hierunter finden sich auch die Tagungsbände zu den in Speyer gemeinsam mit dem Fachausschuss „Informatik in Recht und öffentlicher Verwaltung“ der Gesellschaft für Informatik durchgeführten gemeinsamen Tagungen. Bis 1995 war er Schriftleiter der im FBO-Verlag Baden-Baden erschienenen Zeitschrift „Verwaltungsführung, Organisation, Personal VOP“. Von 1995 bis 2006 koordinierte er als Herausgeber die Fachzeitschrift „Verwaltung & Management“, selektierte geeignete Beiträge, redigierte selbst und veröffentlichte diese zweimonatlich mit maßgeblicher Unterstützung von Wilfried Frankenbach bei Satz und Layout. Die regelmäßige Herausgabe einer Zeitschrift, so erzählte er, sei bereits in seiner Jugend ein durchaus erstrebenswerter Berufswunsch von ihm gewe- Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 35 sen. Seit 2007 ist er nur noch Herausgeber von „Verwaltung & Management“, während die Schriftleitung und geschäftsführende Herausgeberschaft heute von Veith Mehde und Tino Schuppan übernommen werden.11 In heutigen Zeiten wird der Outcome gerne am h-Index (Hirsch-Index), am ResearchGate Score oder anderen Kennzahlen für das weltweite Ansehen eines Wissenschaftlers gemessen. In einer von Open Data und Big Data, Offenheit und Transparenz geprägten Welt kann man so vorgehen, wie dies etwa Joachim Scholl von der University of Washington aus Seattle wiederholt einfordert, der mit seiner Electronic Government Reference Library12 auch gleich die Datenbasis für englischsprachige Publikationen liefert. Ob es den handelnden Personen und ihrem Werk angemessen ist, auf eine Kennzahl reduziert zu werden, mag bezweifelt werden. Bleiben prinzipiell sogar Beiträge in anderen Sprachen oder vor bestimmten Zeiträumen unberücksichtigt, so ist ein solcher Index nach Einschätzung des Autors einfach nur untauglich. Von einer solchen Bewertung des Werkes Heinrich Reinermanns soll an dieser Stelle aus den folgenden drei Gründen bewusst Abstand genommen werden: Wichtige frühe Werke und Beiträge sind nur bedingt digital erfasst und über das Internet kaum offen zugänglich. Zweitens hat er überwiegend in deutscher Sprache publiziert. Eine mit der nötigen Akribie auf einen Index zugeschnittene Aufbereitung seines Gesamtwerks wurde bisher auch noch nicht angelegt. Dennoch gibt es Analysen, die zeigen, wie häufig welche Aufsätze von Heinrich Reinermann zitiert werden. Etwa bei Google Scholar13 werden zuerst die Speyerer Definition von Electronic Government (2000),14 der Speyerer Forschungsbericht Nr. 139: „Die Krise als Chance: Wege innovativer Verwaltungen“ (1994),15 das Speyerer Arbeitsheft Nr. 130: „Neues Politik- und Verwaltungsmanagement: Leitbild und theoretische Grundlagen der neuen Verwaltungskonzepte - eine Expertise“ (2000),16 die Habilitationsschrift „Programmbudgets in Regierung und Verwaltung“ (1975)17 und der Speyerer Forschungsbericht Nr. 226: „Electronic Government in Deutschland – Ziele - Stand - Beispiele - Umsetzung“18 genannt. Seine Botschaften werden auch heute noch wahrgenommen und in aktuellen Veröffentlichungen wiederholt zitiert. Das 11 Verwaltung & Management: http://www.vum.nomos.de. 12 Electronic Government Reference Library (EGRL): http://faculty.washington.edu/jscholl/egrl. 13 Google Scholar zu Heinrich Reinermann (Analyse im Oktober 2016): https://scholar.google.de /scholar?q=Heinrich+Reinermann&hl=de. 14 von Lucke/Reinermann 2000. 15 Reinermann 1994. 16 Reinermann 2000. 17 Reinermann 1975. 18 Reinermann/von Lucke 2002. 36 Jörn von Lucke macht das besondere an seinem Werk aus. Viele seiner früheren Beiträge haben eine eher zeitlose Note und könnten auch heute noch publiziert werden, etwa die 1987 herausgegebenen 105 Speyerer Thesen zur Bewältigung der informationstechnischen Herausforderung.19 Der Outcome eines Lebenswerkes misst sich nicht nur an den Publikationen. Entscheidend sind die kombinierten Impulse aus Veröffentlichungen, Vorträgen und Fortbildungsveranstaltungen, die aufgegriffen und insbesondere in der Praxis umgesetzt werden. Gerade mit den 25-mal durchgeführten Speyerer Seminaren für Büro- und Informationstechnik (SpeBIT) und den 14-mal durchgeführten Führungsseminaren für die Ausbilder und Prüfer in der Vermessungsverwaltung erreichte Reinermann viele Beamten und Angestellte des höheren öffentlichen Dienstes. Führungskräfte erlernten in Speyer den praktischen Umgang (ohne Unterstützung ihres Sekretariats) mit zahlreichen Fragen der Digitalisierung. Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen trugen sie als Führungskräfte und Meinungsmultiplikatoren in ihre Behörden und in die Politik. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e. V. (AWV) war er stets daran interessiert, Forschungsergebnisse in die Verwaltungspraxis zu überführen. Ebenso prägend war sein Engagement im Arbeitskreis Verwaltungsinformatik, der 1978 in der Gesellschaft für Informatik im dortigen Fachausschuss 13 – Informatik in Recht und Verwaltung aufging. Er selbst war mehrere Jahre der Sprecher dieses Fachausschusses, der die Arbeiten der Rechtsinformatik und der Verwaltungsinformatik bündelte. In dieser Funktion vertrat er den Fachbereich auch im Präsidium der Gesellschaft für Informatik. Damit war er auch ein gefragter Gutachter für Förderer, um die Projektanträge der Kollegen in ganz Deutschland zu bewerten. Prägend für ganze Generationen an Mitarbeitern im öffentlichen Dienst waren die gemeinsam mit der GI veranstalteten Tagungen zur Verwaltungsinformatik in Speyer in den Jahren 1980, 1984, 1987, 1991, 1995 und 2000. Hier fanden sie eine breite Vielfalt an hochwertigen Vorträgen und die entsprechenden Diskussionsräume, stets zeitnah ergänzt um einen von Heinrich Reinermann teilweise zusammen mit Herbert Fiedler, Klaus Grimmer, Klaus Lenk und Roland Traunmüller herausgegebenen Tagungsband in der Schriftenreihe Verwaltungsinformatik. Der Outcome misst sich zudem an den Ehrungen für die eigenen Verdienste. Heinrich Reinermann erhielt den Akademischen Preis der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster für seine Dissertation, die Verdienstmedaille der Universität Ljubljana „Pro Universitate Labacensi", die Silberne Ehrennadel des Deutschen Beamtenbundes, den „Award for Outstanding Commitment to the International Association of Schools and Institutes of Administration“ und 19 Reinermann 1987. Siehe dazu auch den Beitrag von Brunzel in diesem Band. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 37 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Er ist Ehrenvorstandsmitglied der Johann Joachim Becher-Stiftung, Ehrenmitglied der "Fachgruppe Verwaltungsinformatik" im Fachbereich Informatik in Recht und öffentlicher Verwaltung der Gesellschaft für Informatik e.V. und Fellow der Gesellschaft für Informatik e.V. Mit Blick auf diese Ehrungen stellt sich die Frage, welche Veränderungen das Wirken Heinrich Reinermanns für Staat, Verwaltung und Gesellschaft angestoßen hat. Mit seinen Beiträgen zu Verwaltungsmanagement und Verwaltungsinformatik war er für die gestaltungsorientierte Nutzung von Informationstechnik im öffentlichen Sektor prägend. Er hat zahlreiche Impulse eingebracht und Wege zur Verwaltungsmodernisierung aufgezeigt und vorgedacht, die in den vergangenen Jahrzehnten von vielen Akteuren auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene aufgegriffen und mit Unterstützung von Rechenzentren, Hardund Softwareanbietern und IT-Dienstleistern umgesetzt wurden. Die von ihm konzipierte und im Nomos-Verlag publizierte Zeitschrift „Verwaltung & Management“ hat in den vergangenen Jahren wichtige Debatten der Verwaltungswissenschaften begleitet und so die Modernisierung und die Digitalisierung des öffentlichen Sektors im deutschsprachigen Raum beschleunigt. Heinrich Reinermann hat den Modernisierern den erforderlichen Raum für den Gedankenaustausch und kritische Reflektion geöffnet. Sicherlich zählt er auch durch seine Ausbildung und Forschung zu einem der frühen Fürsprecher von New Public Management in Deutschland. Obwohl er dafür auch viel Kritik von Rechtsund Politikwissenschaftlern einstecken musste, sowohl an den grundlegenden Ideen und Konzepten als auch an der Umsetzung und den bisher erreichten Ergebnissen, trug er mit dazu bei, dass die zentralen Gedanken eines Public Managements in Deutschland in Wissenschaft und in der vom Rechtsstaat geprägten Verwaltung zunehmende Verbreitung finden. Die zuerst im Internet veröffentlichte „Speyerer Definition von E-Government“20 aus dem Jahr 2000 war zudem eine der zentralen Grundlagen für das Verständnis von „Electronic Government“ und die darauffolgende Einführung der E-Government-Gesetze von Bund und Ländern in Deutschland.21 Zur „Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik“ Die „Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik“ ist maßgeblich von Heinrich Reinermann und seiner Verbindung von Verwaltungsinformatik mit der Be- 20 von Lucke/Reinermann 2000. 21 Vgl. Schliesky 2006, S. 23 ff. und die zahlreichen Anmerkungen und Kommentare zu den E- Government-Gesetzen von Bund und Ländern. 38 Jörn von Lucke triebswirtschaftslehre der öffentlichen Verwaltung (heute: Public Management) sowie allgemeinen Fragen der Verwaltungswissenschaften geprägt worden. Mit der Umbenennung seines Lehrstuhls in „Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft und Verwaltungsinformatik“ zählt er zu den ersten und bedeutendsten Lehrstühlen dieser neuen, anwendungsorientierten Wissenschaft der Informatik. Viel früher als alle anderen öffentlichen Betriebswirte sah Heinrich Reinermann zudem die große Bedeutung der Informationstechnologie für die Verwaltungsmodernisierung.22 So prägte er immer wieder den Begriff von der „Informationstechnik als Katalysator für Verwaltungsreform“.23 Die Verbindung von Betriebswirtschaft, anwendungsorientierter Informatik und öffentlicher Verwaltung macht gerade die Stärke der „Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik“ aus. Immer wieder hat er sich mit großer Sachkunde mit den informationstechnischen Herausforderungen der jeweiligen Zeit und ihren Auswirkungen auf Staat und Verwaltung auseinander gesetzt und Möglichkeiten aufgezeigt. Ihm ging es ganz im Sinne einer gestaltungsorientierten Wissenschaft (Design Science) nicht nur um Beobachtung, Beschreibung, Begriffsbildung, Ordnung und Erklärung, sondern gerade auch um die Gestaltung des damals „wie ein unberührtes Schneefeld“24 vor ihm liegenden Feldes des IT-gestützten Staats- und Verwaltungshandelns. Aufsetzend auf der Informatik und dem breiten Speyerer Verständnis der Verwaltungswissenschaften betont er zwei Aufgaben: „Wirklichkeit immer besser verstehen helfen – das Feld empirisch-theoretischer Aussagen über das Sein, und: Wirklichkeit immer besser gestalten helfen – das Feld normativ-theoretischer Aussagen über das Sollen.“25 Zugleich kommen mit den Informationstechnologien ganz neue Möglichkeiten auf, die von der Verwaltungsinformatik erst erkannt und aufgearbeitet werden müssen. Einige Forschungsbeiträge der Speyerer Schule, etwa der Bauhaus-Aufsatz26 aus dem Projekt mit der Stadt Philippsburg,27 das Konzept der „Digitalen Allmende“28, die Studie „Mobile Kommunikation in öffentlichen Verwaltungen“29 bis zur Habilitationsschrift von Jörn von Lucke über „Hochleistungsportale für die öffentliche Verwaltung“30 richten den konstruktiven Blick auf die Zukunft und die anstehenden Veränderungen. Andere setzten mit IT-basierten 22 Siehe ausführlicher dazu Brüggemeier in diesem Band. 23 Reinermann 1992, S. 112 ff. 24 Vgl. Reinermann 2011, S. 136. 25 Vgl. Reinermann 2011, S. 136. 26 Reinermann 1983, S. 67-72. 27 Reinermann/Frankenbach 1984. 28 Reinermann 1986, S. 111-136. 29 Reinermann/Franz 2005. 30 von Lucke 2008. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 39 Ansätzen zur Verwaltungsmodernisierung wie den Programmhaushalten oder die vielfältigen Ansätze des New Public Managements weitere Akzente. Heinrich Reinermann verfolgte bei aller Bescheidenheit bezüglich der Wirkung seiner eigenen Beiträge über die Jahrzehnte intensiv, wie sehr Informations- und Kommunikationstechniken bis hin zum Internet das Regieren und Verwaltungshandeln veränderten. Als Wissenschaftler wirkte er weniger als verantwortlicher Gestalter. Er selbst sah sich lange Jahre mehr „als Rufer in der Wüste“, bis mit dem Erfolg des Internet ab 1995 seine Themen auch in Politik und Verwaltung allmählich ankamen. Für die Praxis war er vor allem ein wertvoller Vordenker und Ratgeber. Im Rahmen der von Hermann Hill und Helmut Klages organisierten Speyerer Qualitätswettbewerbe durfte er sich mit Vorreitern der Digitalisierung treffen, ihre preiswürdigen Projekte ansehen und einige Leuchttürme auszeichnen. Geprägt war er sicherlich von der Erkenntnis aus seiner Habilitation über PPBS, dass beileibe nicht jede Umsetzung so klappt, wie dies ursprünglich geplant wurde. Die Herausforderung liegt nicht nur in der Gestaltung der Technik. Erforderlich sind ganzheitliche Akzeptanzmaßnahmen und Veränderungsprozesse. Wertvoll wie unterhaltsam sind vor allem die eigenen Erfahrungsberichte im Umgang mit den neuen Technologien, vom Aufbau eines eigenen Hochschulrechenzentrums (einschließlich aller irritierenden Kommentare der Kollegen) über Online-Banking bis zur (Nicht-)Nutzung der digitalen Signatur. Die fachliche Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der empirisch arbeitenden Sozialwissenschaftler in Kassel und Kalifornien sowie einiger rechtswissenschaftlicher Kollegen, die seinen Einschätzungen widersprachen, weil ihre Befunde andere Wirkungen aufzeigten, reflektierte er,31 ohne sich aber von seiner konstruktiv-gestaltungorientierten Vorgehensweise und Sicht der Welt abbringen zu lassen. Die durch seinen Nachfolger Bernd W. Wirtz 2004 mit dem Wechsel initiierte Umbenennung zu „Lehrstuhl für Informations- und Kommunikationsmanagement“ mag durchaus als Abschluss der „Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik“ verstanden werden. Wirtz setzt mit seinem Team seine eigenen empirischen Akzente, die eher im Sinne der Betriebswirtschaftslehre und der Wirtschaftsinformatik einer „Speyerer Schule des Informations- und Kommunikationsmanagements“ entsprechen. In die dadurch entstandene Lücke rückten die Speyerer Professoren Hermann Hill, Mario Martini und Jan Ziekow sowie Forscher wie etwa Magrit Seckelmann und Nadja Braun Binder vor, die sich im Rahmen ihrer eigenen Lehre und Forschung auch dem IT-Einsatz im öffentlichen Sektor widmen. Dennoch unterstreicht etwa die Neuausrichtung des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung 2016-18 auf überwiegend rechtliche Fragestellungen der Digitalisierung und des E-Government, dass die 31 Vgl. die Beiträge von Kraemer/King und König in diesem Band. 40 Jörn von Lucke Speyerer Tradition der theoretischen und der gestaltungsorientierten Verwaltungsinformatik aktuell eher eine untergeordnete Rolle spielt. Habilitanden, Doktoranden und Schüler von Heinrich Reinermann Jeder Hochschullehrer begründet mit seinem Lehr- und Forschungsangebot auch eine eigene Schule, die von dessen Schülern weitergeführt werden kann. Einige der Studenten, Doktoranden und Habilitanden werden selbst zu Hochschullehrern an Universitäten und Fachhochschulen und entwickeln auf der vom Doktorvater und Habilitationsvater vermittelten Grundlage ihre eigene Schule. An dieser Stelle empfiehlt sich der Blick auf den Stammbaum der Speyerer Schule, um auf die Universitätsprofessoren, Professoren und Doktoranden aufmerksam zu machen, deren Doktor- und Habilitationsvater Heinrich Reinermann gewesen ist.32 An der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften hat Heinrich Reinermann zwei Habilitationen betreut. 1999 habilitierte Angelika Menne-Ha- 32 Für solche Stammbäume gibt es etwa im Staatsrecht eine eigene Tradition. Abbildung 1: Stammbaum der Speyerer Schule Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 41 ritz über „Autonomie und selbstreferentielle Steuerung in der Entscheidungsproduktion der Verwaltung – Grundlagen zu einem Referenzmodell für Elektronische Bürosysteme“.33 Sie war Leiterin der Archivschule in Marburg, ab 2002 Direktorin der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv und von 2006-2014 Vizepräsidentin des Bundesarchivs. 2007 erhielt Jörn von Lucke mit einer Arbeit über „Hochleistungsportale für die öffentliche Verwaltung“ die Lehrbefugnis für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik.34 Er ist heute Universitätsprofessor für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und Direktor vom The Open Government Institute. Dort prägt er die „Häfler Schule der Verwaltungsinformatik“. Fünf weiterer seiner Doktoranden wurden ebenfalls Professuren an Universitäten und (Fach-) Hochschulen. Der erste Doktorand Renato da Veiga Guadagnin kehrte nach seiner Promotion über die Unterstützung der Hochschulverwaltung durch Informationsverarbeitungssysteme35 1984 zurück nach Brasilien und wurde später Professor an der Universität Brasilia. Mittlerweile im Ruhestand hat er nun eine Seniorprofessur für Wissensmanagement, Informationstechnik und Informationstechnologie an der Katholischen Universität von Brasilia inne. Nach seiner Dissertation 1988 über Planung, Beeinflussung und Erkennen von Auswirkungen komplexer Datenverarbeitungsvorhaben der Verwaltungsautomation36 wurde Hinrich Bonin zunächst Fachhochschulprofessor in Bremerhaven und dann in Lüneburg. Nach der Zusammenlegung von Fachhochschule Nordostniedersachsen und Universität 2005 bedeutete dies für ihn eine Universitätsprofessur an der 2007 umbenannten Leuphana Universität Lüneburg. Heute ist Hinrich Bonin im Ruhestand. Sayeed Kleewitz-Hommelsen promovierte 1996 über die ganzheitliche Datenverarbeitung in der öffentlichen Verwaltung und ihre Beschränkung durch den Datenschutz.37 Nach Stationen in der sächsischen Staatsverwaltung ist er Professor für E-Commerce-Recht und Rechtsinformatik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin. Im Jahr 2000 schloss Hyung-Seo Han seine Dissertation über die Modernisierung der Kommunalverwaltung in der Bundesrepublik Deutschland und in Südkorea mit einem Vergleich am Beispiel von Controlling, Budgetierung und 33 Menne-Haritz 1999. 34 von Lucke 2008. 35 Guadagnin 1983. 36 Bonin 1988. 37 Kleewitz-Hommelsen 1996. 42 Jörn von Lucke Qualitätsmanagement38 Mittlerweile hat er eine Professur im Fachbereich der Polizeiverwaltung an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der privaten Jungwon-Universität in Goesan in Südkorea inne. Er lebt mit seiner Familie in der Hauptstadt Seoul. Andreas Lasar bestand 2001 seine Promotion mit einer Arbeit über die dezentrale Organisation in der Kommunalverwaltung.39 Als Professor für Betriebswirtschaftslehre der öffentlichen Verwaltung ist er heute an der Hochschule Osnabrück tätig. Insgesamt hat Heinrich Reinermann an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer 35 Promotionen erfolgreich durch das Promotionsverfahren begleitet. Bei 19 Promotionen war er als Erstgutachter tätig. Zu seinen Doktoranden zählen in chronologischer Reihenfolge Renato V. Guadagnin, Hinrich Bonin, Johannes Weingart, Karl Nowak, Heinz W. Kloos, Jörg Schlachter, Frank Peter Zundel, Sayeed Klewitz-Hommelsen, Axel Thomas (Honorarprofessor der FH Aachen), Thomas Behrens, Hiramani Ghimire, Rolf Kühn, Jörn von Lucke,40 Hyung-Seo Han, Franz J. Schultz-Kult, Andreas Lasar, Antje Ernst, Norbert Mittrücker und Johannes Frey. Als Zweitgutachter betreute er zudem die Dissertationen von Dieter Krause, Rainer Hagemann, Karl Rolf Schmid, Werner Jann (Professor für Politikwissenschaft, Verwaltung und Organisation an der Universität Potsdam), Christian Jänig, Bernhard Scholz, Gerhard Pippig, Klaus Paffrath, Roland Werner, Ralph-Peter Rembor, Christine Ahlgrimm, Ralf Gerhards (Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim), Ulrich Albertshauser, Alexander Hewer und Berit Adam (Professorin für Öffentliches Management mit dem Schwerpunkt Controlling und Finanzmanagement an der HWR Berlin). Hinzu kommen weitere mündliche Promotionsprüfungen als Drittgutachter. In seinen mehr als dreißig Jahren Tätigkeit als Dozent und Universitätsprofessor an der (Deutschen) Hochschule für Verwaltungswissenschaften hat Heinrich Reinermann auch zahlreiche Lehrveranstaltungen und Seminare angeboten, die von einer Vielzahl von Studierenden besucht wurden, ohne an dieser Stelle alle mit Namen zu benennen. Ihm war es sehr recht, seine Seminare bereits in den frühen Morgenstunden anzubieten, was für nicht in Speyer wohnende Studenten ein sehr frühes Aufstehen bedeutete. Allerdings konnte er es dadurch einrichten, dass er stets um 13:00 Uhr im Oberkämmerer das Mittagessen mit der Familie einnehmen konnte. Seine Seminare variierten dabei stets zwischen Oberseminaren und Projektarbeiten. Mit Freude berichteten etwa Karl Peter Sommermann und Klaus Hessert mehrfach von ihren Eindrücken aus dem 38 Han 2000. 39 Lasar 2001. 40 von Lucke 1999. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 43 Seminar „Informationssysteme für den Bürger und für die Verwaltungsführung“, in dem die Studierenden 1986 gemeinsam mit Heinrich Reinermann ein Konzept für die „Campus City Kawasaki“ erarbeitet und eingereicht haben.41 Zu den Erwartungen Heinrich Reinermanns Heinrich Reinermann hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren mit hohem Sachverstand viele Gedanken über die Zukunft von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft sowie ihre Gestaltung durch Informations- und Kommunikationstechnologien gemacht.42 Nach seiner Emeritierung zog er sich ganz bewusst aus dem wissenschaftlichen Tagesgeschäft zurück, um den Ruhestand mit seiner Familie in Speyer genießen zu können. Zugleich setzte er sich einen Schnitt, da er wusste, dass ein weiteres wissenschaftliches Wirken auch mit einem beachtlichen Zeitpensum für das Lesen von Zeitungen und wissenschaftlichen Publikationen verbunden sein würde. Diese Zeit wollte er anders, vor allem in Reisen investieren. Dennoch hat Heinrich Reinermann es sich 2014-15 nicht nehmen lassen noch einmal für ein von ihm organisiertes und vorbereitetes Seminar zur Frage „Wohin steuert die Digitale Gesellschaft?“ der Johann-Joachim-Becher-Gesellschaft zu unterstützen. Dort nutzte er die Gelegenheit, mit dem nötigen Abstand die mittlerweile bemerkenswerte Entwicklung der Digitalisierung zu skizzieren, zu kommentieren und mit Empfehlungen und Erwartungen an die Zukunft zu ergänzen.43 Zum Abschluss seiner Analyse des im Merkel’schen Sinne „Neulands“, der aus seiner Sicht seit Jahrzehnten dringend zu gestaltenden digitalen Welt, empfiehlt er dem Primat der Politik endlich die erforderliche Geltung zu verschaffen, damit diese den Rahmen für die Digitalisierung setzt. Er plädiert ebenso für eine stärker auf Digitalisierung ausgerichtete Wirtschaftspolitik, möchte Internetunternehmen aber auch stärker in die Verantwortung nehmen. Wichtig sind ihm ein Knigge für die digitale Welt und mehr Investitionen in Bildung. Weitere wichtige Aktivitätsfelder sieht er in der Abwehr von digitalen Angriffen. Recht und Gesetz müssen mit Blick auf die Möglichkeiten der Digitalisierung weiterentwickelt werden. Augenzwinkernd empfiehlt er aber auch 41 Reinermann 1986. 42 Siehe etwa in Reinermann 1986, Reinermann 1987 und Reinermann 2015. 43 Durch die Dokumentation seines Eröffnungsvortrags vom 19. September 2014 sind zudem die Methodik und Didaktik seiner Vortrags- und Arbeitsweise dauerhaft filmisch festgehalten: https://www.youtube.com/watch?v=IuZFwqJqvoI und https://www.youtube.com/watch?v=Ng s1e5L9MwA. Vgl. dazu auch Reinermann 2015. 44 Jörn von Lucke sehr viel mehr Gelassenheit statt Aufgeregtheit. Schließlich sei der ständige Wandel unvermeidbar.44 Zugleich ist ihm aber auch bewusst, dass die Pionierzeiten der Verwaltungsinformatik längst vorbei sind, ohne dass ein ausreichendes Fundament in Wissenschaft und Praxis geschaffen wurde. Sicherlich würde sich Heinrich Reinermann zwar nicht der Behauptung anschließen wollen, die der Vorsitzende des Nationalen Normenkontrollrats Johannes Ludewig im April 2016 vor dem Ausschuss Digitale Agenda des Deutschen Bundestags überspitzt formuliert hat: „E-Government gibt es de facto nicht“.45 Jedoch muss zugegeben werden, dass die von Juristen geprägte öffentliche Verwaltung, die sich nur begrenzt von wirtschaftlichen Zusammenhängen und den Möglichkeiten der Informationstechnologien beeindrucken lässt, viele der von ihm aufgezeigten Potenziale bislang nicht genutzt hat. Technikaversion und die Erfahrungen mit dem Dritten Reich, der Wunsch nach Datenschutz sowie die Furcht vor staatlicher Überwachung sorgten in Deutschland dafür, das verwaltungspolitisch viele Pfade versperrt blieben, dass mit dem Einsatz von Informationstechnologie im öffentlichen Sektor keine Wahlkämpfe zu gewinnen waren und dass sich der Nachwuchs für das anspruchsvolle Thema nur bedingt interessierte. Die Anzahl der berufenen Professoren an Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten in Deutschland ist im Verhältnis zur Breite der Aufgabenfelder im öffentlichen Sektor sicherlich als viel zu gering einzuschätzen. Leider gelang in Deutschland kein entschlossener Ausbau der Verwaltungsinformatik mit Stützpunkten an Universitäten und Fachhochschulen, im Gegensatz zur Wirtschaftsinformatik. Im Ergebnis verfügt die akademische Verwaltungsinformatik heute nicht über die hinreichende Masse, um den Unterstützungswünschen aus der Praxis nachkommen zu können. Deswegen wird „das Feld der eGovernment-Projekte ganz überwiegend von anderen, etwa aus dem Hersteller- und Beraterbereich, bestellt“, mit allen Konsequenzen für Staat und Bürger.46 In seinem 2009 erstellten Blick auf den Weg in die Zukunft47 empfiehlt Reinermann eine viel engere Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft der Verwaltungsinformatik mit den Akteuren der Wissenschaft der Wirtschaftsinformatik. Letztere nimmt bekanntlich für sich selbst in Anspruch, sich mit Informations- und Kommunikationssystemen in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung auseinanderzusetzen. Nachdem bisherige Versuche der Etablierung einer eigenständigen Verwaltungsinformatik nicht wirklich erfolgreich waren, 44 Vgl. Reinermann 2015, S. 99-150. 45 Vgl. Deutscher Bundestag 2016 und Fromm u. a. 2016. 46 Reinermann 2011, S. 131-145. 47 Reinermann 2011, S. 144 f. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 45 könne im Rahmen einer starken Wirtschaftsinformatik deren Fachkompetenz im Anwendungsfeld Staat und Verwaltung durch die Verwaltungsinformatiker ergänzt werden. Eine solche Zusammenarbeit würde auch einer fehlenden Attraktivität bei Studienanfängern entgegenwirken, denn die Wirtschaftsinformatik bietet seit Jahren glänzende Beschäftigungs- und Verdienstperspektiven, während der öffentliche Dienst in den kommenden Jahrzehnten nur eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten offeriert. Reinermann verlangt allerdings, dass bei einem Zusammenwirken die Besonderheiten einer Verwaltungsinformatik nicht untergehen sowie die Verflechtungen zur Rechtsinformatik und zu den Politik- und Sozialwissenschaften nicht austrocknen dürfen. Mit Blick auf eine größere Schlagkraft für die Verwaltungsinformatik wäre dies eine überlegenswerte Option. Da sich dieser Vorschlag in einem Band zur Geschichte der Wirtschaftsinformatik wiedergefunden hat, waren kritische Anmerkungen aus dem Kollegenkreis der Verwaltungsinformatik nicht verwunderlich, da deren Eigenständigkeit in Frage gestellt wurde. Die andauernden Diskussionen innerhalb der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und die damit verbundenen Verzögerungen bei der Einführung neuer Studiengänge der Verwaltungs- und Gesundheitsinformatik (im Rahmen der Wirtschaftsinformatik) zeigen exemplarisch, dass diese Debatte in der Tat noch konstruktiv, fair, ergebnisorientiert und dennoch ergebnisoffen zu führen ist. Ziel muss es sein, mit Blick auf die anstehende Generationenaufgabe Digitalisierung den gesamten öffentlichen Sektor in Fragen der Verwaltungsinformatik aus- und fortzubilden. Lässt eine Wirtschaftsinformatik dies in Deutschland nicht zu, so etwa der Eindruck einer IfG.CC-Studie im Jahr 2014,48 so muss mit politischer Unterstützung die Verwaltungsinformatik dringend ausgebaut und in den Lehrplänen des mittleren, gehobenen und höheren Dienstes sowie in der juristischen Ausbildung bis zum zweiten Staatsexamen nachhaltig verankert werden. Behörden benötigen dringend entsprechende qualifizierte Führungskräfte und Mitarbeiter. Nur mit ihnen können Staat und Verwaltung in Zeiten der Digitalisierung sicherstellen, dass öffentliche Aufgaben nach Recht und Gesetz, wirtschaftlich und sparsam, auf dem Stand der Technik, entsprechend der Erwartungen und Vorstellungen der Bürger und Unternehmen effizient wie effektiv wahrgenommen und angeboten werden. 48 Vgl. IfG.CC 2014, S. 54. 46 Jörn von Lucke Zu seiner Aufforderung zur aktiven Gestaltung unserer Zukunft Heinrich Reinermann ist sicherlich ein Pionier des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts. Er war in dieser Zeit in vielen Bereichen der Entwicklung weit voraus und ist es auch heute immer noch. Seinem Verständnis nach muss es Aufgabe der Wissenschaft sein, sich auch weiterhin in die Gestaltung der Zukunft einzubringen und die Potenziale der neuen Informationstechnologien aufzuzeigen. Selbst wenn dies seiner eigenen Generation nicht mit dem allumfassenden Umsetzungserfolg gelungen ist, etwa weil der kulturelle Rahmen in Deutschland Ende des zwanzigsten Jahrhunderts durchaus „technikkritisch“, die Widerstände zu groß und das Aufgabenfeld zu komplex gewesen waren, so wachsen mit seinen Schülern und deren Schülern weitere Generationen heran, die die Themen der Digitalisierung vorantreiben werden. Die Häfler Schule mit ihren Schwerpunkten auf Open Government und Smart Government greift diesen Gedanken Reinermanns bewusst auf. Alle seine Schüler, einschließlich des Autors dieses Beitrages verdanken ihm viel: Weitblick und wertvolle Impulse, Denk- und Freiräume, konstruktiv-kritische Anmerkungen in unseren Lehrjahren, insbesondere aber die Möglichkeiten durch den Auf- und Ausbau von Rechenzentrum, Universität und Forschungszentrum sowie die Themenbreite für Magisterarbeiten, Promotionen und Habilitationen. Und er beneidet uns, dass wir als seine Schüler heute sein Werk fortsetzen dürfen. Dies muss uns ein weiterer Ansporn sein: „Manchmal denke ich, wir „Alten eGov-Leute“ wurden zu früh geboren. Jetzt, in diesen spannenden digitalen Zeiten mitzuwirken, muss doch richtig herausfordernd sein und Freude machen (eine der wichtigsten Zutaten für Forschung). Die Fragestellungen, die wir vorausgesehen und etwas angearbeitet haben, sind jetzt so richtig konkret und noch viel tiefgreifender und weltumspannender als von uns vermutet. Und die ZU ist die richtige Stelle, sich damit zu befassen.“49 Literatur Bonin, H. (1988). Planung, Beeinflussung und Erkennen von Auswirkungen komplexer Datenverarbeitungsvorhaben der Verwaltungsautomation. Schriftenreihe Verwaltungsinformatik, Band. 3. Heidelberg: R. v. Decker. Deutscher Bundestag. (2016). "E-Government gibt es de facto nicht". Parlamentsnachrichten, Kurznachricht 420654. 49 Auszug aus einer Email von Heinrich Reinermann an den Autor im Juli 2013. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 47 Fromm, J., Welzel, C., Nentwig, L., Weber, M., Ziesing, J. H., Martin, P., …, Bieker, L. (2015). Bürokratieabbau durch Digitalisierung: Kosten und Nutzen von E-Government für Bürger und Verwaltung – Gutachten für den Nationalen Normenkontrollrat. Berlin: Kompetenzzentrum Öffentliche IT. Guadagnin, R. 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(2006). eGovernment in Deutschland. Kiel: Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Speyerer Schule der Verwaltungsinformatik 49

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References

Abstract

In the German-speaking world, Heinrich Reinermann is one of the most influential scholars in the domains of public information systems and public management. His scientific work in these fields, which he covered in an uncompromisingly practical spirit for almost half a century, testifies to the breadth and depth of public administration science.

With 22 contributions from his academic companions, this festschrift is intended to honour the life and work of Heinrich Reinermann on his 80th birthday. They deal with the scope of scientific endeavours in the field of information systems, present various perspectives on public administration science and examine the contribution of digitisation to the modernisation of the public sector.

With contributions by:

Carl Böhret, Hinrich Bonin, Martin Brüggemeier, Marco Brunzel, Hans Peter Bull, Peter Eichhorn, Hermann Hill, John Leslie King, Kenneth Kraemer, Herbert Kubicek, Helmut Klages, Stefanie Köhl, Klaus König, Klaus Lenk, Stephan Löbel, Jörn von Lucke, Klaus Lüder, Veith Mehde, Angelika Menne-Haritz, Ludwig Pack, Christoph Reichard, Tino Schuppan, Margrit Seckelmann, Roland Traunmüller and Arthur Winter.

Zusammenfassung

Als der wohl einflussreichste Vordenker zu Digitalisierung und Management im öffentlichen Sektor steht Heinrich Reinermann wie kaum ein anderer für die Durchsetzung von Verwaltungsinformatik und Public Management in Deutschland. Sein wissenschaftliches Lebenswerk dokumentiert die Breite der Verwaltungswissenschaften. Betriebswirtschaftslehre, Public Management und Verwaltungsinformatik stehen im Zentrum einer immer wieder auf Praxisfragen und -sorgen bezogenen Reflexion.

Mit 22 Beiträgen seiner akademischen Weggefährten würdigt diese Festschrift das Leben und Wirken Heinrich Reinermanns zu seinem 80. Geburtstag. Sie enthält Beiträge zur Spannweite der Verwaltungsinformatik als Wissenschaft, zu unterschiedlichen verwaltungswissenschaftlichen Perspektiven und zur Verwaltungsmodernisierung mit Informationstechnik. Durchweg beziehen sie sich auf praktische Herausforderungen der Gestaltung, des Handelns und des Managements öffentlicher Organisationen.

Mit Beiträgen von

Carl Böhret, Hinrich Bonin, Martin Brüggemeier, Marco Brunzel, Hans Peter Bull, Peter Eichhorn, Hermann Hill, John Leslie King, Kenneth Kraemer, Herbert Kubicek, Helmut Klages, Stefanie Köhl, Klaus König, Klaus Lenk, Stephan Löbel, Jörn von Lucke, Klaus Lüder, Veith Mehde, Angelika Menne-Haritz, Ludwig Pack, Christoph Reichard, Tino Schuppan, Margrit Seckelmann, Roland Traunmüller und Arthur Winter.