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Christoph Weinrich, Reformvorschlag in:

Christoph Weinrich

Statusmindernde Nebenfolgen als Ehrenstrafen im Sanktionensystem des StGB, page 215 - 215

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4236-6, ISBN online: 978-3-8452-1710-9 https://doi.org/10.5771/9783845217109

Series: Gießener Schriften zum Strafrecht und zur Kriminologie, vol. 30

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215 ten Wirkung je sein konnten. Die Ehrenstrafen haben sich also in weiten Teilen aus dem Strafrecht herausgelöst, ihre Strafwirkung findet sich in bedenklicher Art und Weise in der modernen Berichterstattung wieder. Diesem Umstand wird an dieser Stelle kaum abzuhelfen sein, da er nicht zuletzt auf der derzeitigen Organisation der Medien beruht. Für die Reform der statusmindernden Ehrenstrafe wird aber folgendes vorgeschlagen: II. Reformvorschlag Maßregel der Ehrenminderung § 45 (I) Wegen einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr kann das Gericht die Amtsfähigkeit aberkennen, wenn aus der Tat und der Person des Täters ersichtlich wird, dass durch ihn in der Zukunft eine erhebliche Gefährdung des Gemeinwohls durch die Ausübung eines Amtes droht. § 45 (II) Auf Antrag kann die Amtsfähigkeit wieder erteilt werden, wenn eine Gefährdung des Gemeinwohls durch die Person des Täters nicht mehr besteht.

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Zusammenfassung

Die statusmindernden Nebenfolgen stellen die Ehrenstrafen des heutigen StGB dar. Dieses Ergebnis steht am Ende einer Untersuchung, in der der Autor sich mit den Nebenfolgen, aber auch mit den Begriffen Ehre und Strafe auseinandersetzt. Dabei gelingt es ihm, die Verbindung von Ehrverständnissen und Ehrenstrafen durch die Geschichte nachzuweisen und zu zeigen, dass die Geschichte der Ehrenstrafe in Deutschland mit der Strafrechtsreform von 1969 keinen Abbruch gefunden hat. Gleichzeitig stellt er sich die Frage nach der Notwendigkeit von Ehrenstrafen in heutiger Zeit, die er in begrenztem Umfang für notwendig erachtet.