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Peter Paic, Fragen und Skalen in:

Peter Paic

Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, page 293 - 295

Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4112-3, ISBN online: 978-3-8452-1348-4 https://doi.org/10.5771/9783845213484

Series: FFB - Schriften des Forschungsinstituts Freie Berufe der Leuphana Universität Lüneburg, vol. 17

Bibliographic information
Onlineerhebung zu den Freien Berufen 293 5.2.2 Fragen und Skalen Bei der Formulierung der Fragen gelten für die Onlineerhebung die gleichen Kriterien wie für die klassischen Erhebungen. Oberste Prämisse ist es daher, den bekannten formalen Ansprüchen klassischer Erhebungen zu genügen (vgl. Wiegand 2003, 62 ff.). Dazu gehört beispielsweise das Vermeiden von unbestimmten und abstrakten wissenschaftlichen Begrifflichkeiten. Gezielt wurde von der Verwendung doppelter Verneinungen abgesehen, da dies zu einer Verunsicherung des Probanden führen kann. Ebenso wurde bei der Erstellung darauf geachtet, keine suggestiven oder stereotypen Formulierungen zu verwenden. Das Einfließen subjektiver Meinungen verzerrt die späteren Ergebnisse maßgeblich. Bei der Fragenerstellung galten als Grundmaxime, die Fragen so kurz und prägnant wie möglich zu halten. Da bei einer Onlineerhebung im Gegensatz zum persönlichen Interview nicht mehr eingegriffen werden kann, können mit einer klaren Fragestellung eventuelle Missverständnisse im Vorfeld ausgeräumt werden sowie die Antwortbereitschaft der Befragten und somit auch die späteren Ergebnisse der Umfrage gesichert werden. Insgesamt sollte der Onlinefragebogen nicht zu lang sein, da sonst die Gefahr eines Befragungsabbruchs rasch zunimmt. Andererseits sollte der Fragebogen für das Verständnis so lang wie notwendig gestaltet sein. Nach Ansicht einiger Experten wird von den Befragten ein zu kurzer Fragebogen als weniger wissenschaftlich und bedeutsam angesehen (vgl. Bosnjak und Batinic 2002, 423). Um die Übersicht für den Befragten zu gewährleisten, gliedert sich die inhaltliche Struktur des Onlinefragebogens nach den einzelnen abzufragenden Themengebieten. Diese setzten sich aus drei thematischen Schwerpunkten zusammen. Zunächst wurden Fragen zur Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Situation im Kontext der freiberuflichen Tätigkeiten abgefragt. Dem folgte ein Themenblock zur freiberuflichen Tätigkeit und der Gründungssituation, während der dritte Themenblock die Teilnehmer nach ihren persönlichen Charakteristika wie Alter und Geschlecht befragte. Die Struktur des Fragebogens wurde dabei von zunächst allgemeinen Fragen hin zu speziellen Fragen aufgebaut. So wurden zu Beginn der Umfrage allgemeine Dinge wie die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage abgefragt. Die persönlichen Fragen (u.a. Einkommen) wurden zum Ende des Fragebogens gestellt. Aufbau und Struktur des Onlinefragebogens sollen dem Befragten helfen, sich durch die anfänglichen einfachen Fragen „aufzuwärmen“ für spätere komplexere Fragestellungen (vgl. Kirchhoff et al 2003; Porst 1985). Die Abbildung des Screenshot 39 mit der ersten Webseite der Onlinebefragung verdeutlicht einige der aufgezählten Elemente der Fortschrittsanzeige, Fragestellung und Skalenniveau. 294 Onlineerhebung zu den Freien Berufen Abbildung 39: Onlinefragebogen, Seite 1 Quelle: http://ffb.uni-lueneburg.de/onlineumfrage Als Vorteil erweist sich eine ungefähre Zeitangabe des zeitlichen Aufwands zur Beantwortung der Fragen sowie das Anzeigen des aktuellen Fortschritts bei der Befragung an den Probanten. Jeder potentielle Befragungsteilnehmer wurde auf der Startseite der Onlineumfrage über den entstehenden Zeitaufwand von ca. 5 Minuten für das Ausfüllen des Onlinefragebogens informiert. Zusätzlich wurde die Anzahl der einzelnen Fragen ausgewiesen. Um den potentiellen Probanten zur Teilnahme anzuregen, wurde die ursprünglich höhere Anzahl einzelner Fragen in nunmehr 17 Fragen mit einzelnen Unterpunkten aufgeteilt. Diese 17 Fragen und Unterfragen wurden über fünf Webseiten mit einer eigenen Menüführung verteilt. Damit bei einem Abbruch der Befragung keine Daten verloren gehen konnten, wurden die Daten nach dem Ausfüllen jeder Website gespeichert. Zielsetzung für den Fragebogen war eine übersichtliche Darstellung, eine intuitiv geleitete Benutzerführung sowie die Vermittlung eines professionellen Gesamteindrucks. Für eine abwechslungsreiche und interessante Gestaltung des Fragebogens wurde ein Mix aus offenen und geschlossen Antwortkategorien angewendet. Die überwiegenden geschlossenen Fragen wurden verwendet, wenn es galt, konkrete Fakten abzufragen (z.B. Geschlecht oder Alter). Dazu wurden gegebenenfalls verschiedene Ausprägungen (Items) zur Wahl gestellt, Onlineerhebung zu den Freien Berufen 295 aus denen der Befragte auswählen konnte. Um Verzerrungen in den einzelnen Kategorien zu vermeiden, bestand für die meisten Fragen auch die Möglichkeit, eine mittlere oder neutrale Meinung anzugeben. Dazu verwendete der Fragebogen abgestufte Antworten durch die Vorgabe von Skalen, auf denen das Ausmaß der Zustimmung bzw. der Ablehnung eingetragen werden konnte. In dieser Umfrage kam eine 5-stufige Skala zur Anwendung, wodurch ein breites Spektrum möglicher Antwortmöglichkeiten abgedeckt war. Daher war es möglich, sowohl zwei Abstufungen der Ablehnung und zwei der Zustimmung als auch eine neutrale Mitte vorzugeben (vgl. Kirchhoff et al 2003). Das Instrument der offenen Fragestellung (ohne jegliche Antwortvorgabe) wurde in einem kleineren Umfang angewendet. Ist der Anteil offener Fragestellungen zu hoch, besteht die Gefahr, dass es zu einem substantiellen Anteil fehlender bzw. irrelevanter Antworten kommt (vgl. Kirchhoff et al 2003). Innerhalb der 17 Fragen wurden drei offene Fragestellungen platziert, zwei zu Beginn der Umfrage und eine zum Schluss. Inhaltlich behandelten die offenen Fragen die persönliche Einschätzung des Befragten zur politischen und wirtschaftlichen Situation der Freien Berufe. Dadurch wurde zum einen die Bedeutung und Wichtigkeit der persönlichen Meinung der Probanten unterstrichen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit erhöht und ein Anreiz geschaffen, den Fragebogen bis zum Ende auszufüllen. Die dritte offene Fragestellung wurde am Ende mit der Bitte um eine abschließende Einschätzung der Situation platziert. 5.2.3 Test des Onlinefragebogens Der Onlinefragebogen wurde vor dem Beginn der Umfrage zum 1. August 2003 auf seinen Aufbau, seine Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit überprüft. Ein solcher Pretest des Fragebogens kann an einer kleinen Stichprobe der Grundgesamtheit oder alternativ, von mehreren Experten vorgenommen werden (vgl. Kirchhoff et al 2003). Im vorliegenden Fall der Onlineerhebung wurde der Fragebogen einem wissenschaftlichen Expertenteam aus der empirischen Sozialforschung vorgelegt. Das Expertenteam bestand aus insgesamt 6 Personen u.a. Herrn Prof. Dr. Merz, Herrn Prof. Dr. Schulte sowie den Mitarbeitern17 der jeweiligen Institute. Der Onlinefragebogen wurde von dem Expertenteam in seinen Formulierungen auf die Adäquanz, Stimmigkeit und Suggestibilität der Fragestellung kontrolliert. Ferner wurden die Anweisungen zum Ausfüllen bzw. die allgemeine Verständlichkeit der Fragestellungen überprüft. Und schließlich wurde der Bedeutungs- 17 Mein Dank gilt für die engagierte Mitarbeit am Test des Onlinefragebogens Herrn Prof. Dr. Merz und Herrn Prof. Dr. Schulte sowie den Mitarbeitern der beiden Institute Silke Tegtmeier, Derik Burgert, Henning Stolze und Dr. Dierk Hirschel. Darüber hinaus möchte ich mich auch bei den wissenschaftlichen Hilfskräften und Tutoren Holger Brand, Saskia Bunjes, Nils Braakmann, Hanno Schlüter und der Sekretärin des FFB Carola Pilzecker für ihre Unterstützung und Anregung zum Fragebogen bedanken.

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Zusammenfassung

Die Arbeit verfolgt die theoretische, methodische und empirisch fundierte Analyse des freiberuflichen Gründungsgeschehens. Um die Fragestellung “Welche Determinanten beeinflussen die Gründungsaktivität und den Gründungserfolg von Freiberuflern?“ wird das Spektrum über die Phasen vor der Gründung bis zur Etablierung der freiberuflichen Tätigkeit am Markt erfasst.

Auf Grundlage des SOEP-Panels und einer Onlineerhebung tragen die Ergebnisse zu einem Erkenntnisgewinn des freiberuflichen Gründungsgeschehens bei. Gewürdigt wird dabei insbesondere die Praxis mit vielen neuen Ergebnissen aus den empirisch neu gewonnenen Daten zum Gründungsgeschehen der Freien Berufe.

Dr. Peter Paic studierte BWL und Ökonomie in Hamburg. 2008 Promotion an der Leuphana Universität Lüneburg. Zurzeit ist er Referent im Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW) in Düsseldorf.