Content

Peter Paic, Deskriptive Ergebnisse zum Gründungserfolg in:

Peter Paic

Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, page 245 - 264

Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4112-3, ISBN online: 978-3-8452-1348-4 https://doi.org/10.5771/9783845213484

Series: FFB - Schriften des Forschungsinstituts Freie Berufe der Leuphana Universität Lüneburg, vol. 17

Bibliographic information
Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 245 Durch den längeranhaltenden Untersuchungshorizont jeder einzelnen freiberuflichen Gründung kann die Überlebensvariable nur in den Zeiträumen von 1993- 1996 bis 1999-2002 generiert werden. Dadurch reduziert sich die Anzahl der freiberuflichen Gründerzahlen deutlich um fast die Hälfte, da die freiberuflichen Gründungen aus den Jahren 2000, 2001 und 2002 einen zu kurzen Untersuchungshorizont aufweisen (vgl. Tab. 49). Ursache für die starke Reduzierung der Fallzahlen ist das Fehlen der Wellen mit den hohen freiberuflichen Fallzahlen aus den Jahren 2001 und 2002. Wie zur Gründungsaktivität wird für die Konstruktion der beiden Überlebensvariablen eine Syntax programmiert, welche den Konstruktionsprozess automatisiert. Da die Fallzahlen freiberuflicher Gründungen im Untersuchungszeitraum zwischen 1992 und 2002 in den einzelnen Wellen relativ gering sind, werden die Daten über den gesamten Beobachtungshorizont gepoolt. Dadurch kann auf die Daten von 139 Gründern, von den ursprünglich 232 freiberuflichen Gründungen, im dreijährigen Untersuchungsmodell zurückgegriffen werden. Allerdings liegen hierbei lediglich von 134 Gründern umfassendere Informationen vor. 4.4.2 Deskriptive Ergebnisse zum Gründungserfolg Der freiberufliche Gründungserfolg wird in dem dreijährigen Überlebensmodell an das dreijährige Überleben einer Gründung geknüpft. Die deskriptiven Ergebnisse werden auf Grundlage der im vorhergehenden Kapitel kreierten Überlebensvariablen vorgestellt. Präsentiert werden die deskriptiven Ergebnisse zum freiberuflichen Gründungserfolg anhand ihrer Gesamtzahlen sowie zur Gruppe der erfolgreichen und nicht erfolgreichen freiberuflichen Gründer. Alle drei Gruppen werden in den Tabellen gegenübergestellt und auf ihre Entwicklung und Besonderheiten in den einzelnen Gruppen und den Gruppen gegenüber beschrieben. Darüber hinaus werden Untersuchungen hinsichtlich der Gruppe der überlebenden Gründer und der Gruppe der nicht überlebenden Gründer in den einzelnen Klassen mit ihren Merkmalsausprägungen veranschaulicht. Die jeweiligen Tabellen weisen die ungewichtete Gesamtzahl sowie die numerischen und prozentualen Anteile der überlebenden und nicht überlebenden auf. Mit den Ergebnissen zum dreijährigen Überleben freiberuflicher Gründungen können erste Rückschlüsse auf die Besonderheiten und Charakteristika erfolgreicher freiberuflicher Gründungen gewonnen werden. Zuerst werden die Überlebensquoten des drei- und fünfjährigen Modells zu allen freiberuflichen Gründern vorgestellt. Dem schließt sich die Präsentation der Ergebnisse aus den personenbezogenen Ansätzen an. Dazu gehören die demografischen Größen sowie das mikro-soziale Umfeld der Gründer. Denen folgen die betriebsbezogenen und umfeldbezogenen Ergebnisse. 246 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Die Abbildung 27 zeigt die prozentualen Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen nach drei und fünf Jahren. Abbildung 27: Prozentualer Anteil der überlebenden freiberuflichen Gründungen nach drei und fünf Jahren, gepoolter SOEP- Datensatz 1992-2002 Überlebende freiberufliche Gründungen 100% 56% 41% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Gründungszeitpunkt nach 3 Jahren nach 5 Jahren Überlebende freiberufliche Gründungen Quelle: Eigene Abbildung und Berechnungen. SOEP 1992-2002, gepoolte Daten, gerundete Werte. Drei Jahre nach der Gründung sind noch 56 Prozent der untersuchten Personen freiberuflich tätig, d.h. im Umkehrschluss, rund 44 Prozent der Gründer haben innerhalb der ersten drei Jahre ihre Tätigkeit aufgegeben (vgl. Abb. 27). Fünf Jahre nach Gründung sind noch 41 Prozent der freiberuflichen Gründer tätig, rund 59 Prozent der Personen üben keine freiberufliche Tätigkeit mehr aus. Allerdings ist ein direkter Vergleich der drei- und fünfjährigen Überlebensraten nur eingeschränkt möglich, da die Datenbasis aufgrund der verschiedenen Untersuchungshorizonte nicht identisch ist. Aus den personenbezogenen Ergebnissen der freiberuflichen Gründer werden zunächst das Alter, Geschlecht, Nationalität sowie die Gesundheitszufriedenheit vorgestellt. Die Tabelle 50 zeigt die Ergebnisse der personenbezogenen Auswertungen zur dreijährigen Überlebensdauer der freiberuflichen Gründer auf Grundlage der berichtigten und gepoolten SOEP-Datenbasis. Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 247 Tabelle 50: Personenbezogene Ergebnisse zur dreijährigen Überlebensdauer der freiberuflichen Gründer, gepoolter SOEP-Datensatz 1992-2002 Personenbezogen Gründer insgesamt Überlebt Nicht überlebt n % n % n % Alter bis 29 Jahre 13 9,7 4 5,3 9 15,3 ab 30 bis 39 Jahre 63 47 38 50,7 25 42,4 ab 40 bis 49 Jahre 31 23,1 21 28 10 16,9 ab 50 bis 59 Jahre 16 11,9 8 10,7 8 13,6 ab 60 Jahre 11 8,2 4 5,3 7 11,9 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Geschlecht Männlich 83 59,7 47 62,7 36 56,3 Weiblich 56 40,3 28 37,3 28 43,8 Gesamt 139 100 75 100 64 100,0 Nation Ausländer 1 0,7 1 1,3 0 0,0 Deutsch 133 99,3 74 98,7 59 100,0 Gesamt 134 100 75 100 59 100,0 Gesundheitszufriedenheit eher unzufrieden 64 47,8 37 49,3 27 45,8 eher zufrieden 70 52,2 38 50,7 32 54,2 Gesamt 134 100 75 100 59 100,0 Quelle: Eigene Tabelle und Berechnungen. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. Der überwiegende Teil aller freiberuflichen Gründungen stammt aus der Altersklasse der „30 bis 39jährigen“ Personen. Anteilsmäßig stellen die „30 bis 39jährigen“ mit fast 51 Prozent auch die größte Klasse in der Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründer. Von allen Gründern am stärksten legt die Altersklasse der „40 bis 49jährigen“ in der Gruppe der überlebenden Gründer zu. Ihr relativer Anteil wächst von 23 Prozent bei allen Gründern um fast 5 Prozentpunkte auf 28 Prozent in der Gruppe der überlebenden Gründer. Im Vergleich zur Gesamtzahl der Gründer legen die Altersklassen der „30 bis 39jährigen“ und „40 bis 49jährigen“ im dreijährigen Überlebensmodell zu, während sich der Anteil der übrigen Altersklassen verkleinert. Bei den nicht überlebenden freiberuflichen Gründern nehmen anteilsmäßig in Relation zu allen Gründern insbesondere die jüngste Altersklasse „bis 29 Jahre“ und die älteste Altersklasse „ab 60 Jahre“ überproportional zu. Insgesamt werden die überlebenden Gründungen von den Altersklassen der „30 bis 49jährigen“ dominiert (vgl. Tab. 50). Die Abbildung 28 zeigt die Überlebensquote der freiberuflichen Gründungen getrennt nach der jeweiligen Altersklasse sowie dem durchschnittlichen Anteil der überlebenden und nicht überlebenden Gründer (alle Gründer). 248 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Abbildung 28: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen getrennt nach jeweiligen Altersklassen, gepoolter SOEP-Datensatz 1992-2002 30,8 60,3 67,8 50 36,3 54 69,2 39,7 32,2 50 63,7 46 0 10 20 30 40 50 60 70 80 bis 29 J. 30-39 J. 40-49 J. 50-59 J. ab 60 J alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. n=134. Freiberufliche Gründer aus der Altersklasse der „40 bis 49jährigen“ Gründer weisen eine Überlebensquote von 67,8 Prozent aus und liegen damit deutlich über der Quote aller überlebenden freiberuflichen Gründer (54 Prozent). Dem folgt die Klasse der „30 bis 39jährigen“ Gründer. Hier überleben gut 60 Prozent der freiberuflichen Gründer. Am schlechtesten sind die Überlebensquoten der Gründer aus den beiden Randklassen der „bis 29jährigen“ und der „ab 60jährigen“ Gründer. Aus beiden Klassen überleben jeweils nur 30,8 Prozent bzw. 36,6 Prozent der freiberuflichen Gründer. Insgesamt zeigen sich die höchsten Überlebensquoten bei den beiden Altersklassen der „30 bis 39jährigen“ und den „40 bis 49jährigen“ Gründern. Offenbar wirkt sich ein mittleres Alter, vor dem Hintergrund des allgemeinen Humankapitals und erster Berufserfahrungen, positiv auf ein dreijähriges Überleben nach der freiberuflichen Gründung aus. Fast 60 Prozent der freiberuflichen Gründungen werden vom männlichen Geschlecht vorgenommen. Dementsprechend ist ihr numerischer Anteil sowohl bei den überlebenden als auch bei den nicht überlebenden mit 62,7 Prozent und 56,3 Prozent höher als bei den Frauen. Wird die Entwicklung allein aus der Perspektive des jeweiligen Geschlechts betrachtet, so wird deutlich, dass 50 Prozent aller Gründungen durch Frauen auch nach drei Jahren noch existieren. Dagegen liegt der relative Anteil der überlebenden Männer bei 57 Prozent. Die Abbildung 29 zeigt die Ergebnisse aus der perspektivischen Sicht des jeweiligen Geschlechts. Dargestellt sind die Überlebensquoten nach Männern und Frauen sowie aller Gründer. Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 249 Abbildung 29: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen getrennt nach dem Geschlecht, gepoolter SOEP- Datensatz 1992-2002 56,6 50,0 54 43,4 50,0 46 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 Männer Frauen Alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. n=139. Insgesamt liegt der Anteil der überlebenden Männer deutlich über dem Durchschnitt aller überlebenden Gründer. Im direkten Vergleich zu den Frauen liegt die männliche Überlebensquote um 7 Prozentpunkte höher als bei den Frauen. Erfolgreiche freiberufliche Gründungen sind hier von einem deutlich höheren Anteil männlicher Gründungen geprägt. Exemplarisch für die, trotz Anwendung eines gepoolten Datenmodells, schwierige Datenlage ist die Variable zur Nation. Unter den 139 lokalisierten freieruflichen Gründungen im Datensatz befindet sich lediglich eine Gründung mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft. Dadurch ist es nicht möglich die Klassen einer überlebenden Gründung und nicht überlebenden Gründung abzubilden. Hinsichtlich der demografischen Angaben wurde die subjektive Einschätzung der Gesundheitszufriedenheit untersucht. Etwas über die Hälfte der freiberuflichen Gründer ist „eher zufrieden“ mit ihrer Gesundheit. Der Anteil nimmt in der Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründer leicht um 1,5 Prozentpunkte ab. Der Anteil der mit ihrer Gesundheit „eher unzufriedenen“ Gründer nimmt dagegen in der Gruppe der überlebenden leicht zu. Das Ergebnis überrascht, zumal die Annahmen aus dem subjektiven Gesundheitsempfinden (höhere Gesundheitszufriedenheit – bessere Erfolgsaussichten) nicht bestätigt werden. Im Gegenteil, der Anteil der Personen mit einem subjektiv „eher unzufriedenen“ Gesundheitszustand nimmt in der Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründer zu. 250 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Nach den personenbezogenen deskriptiven Ergebnissen der demografischen Größen werden nun die Ergebnisse zum mikro-sozialen Umfeld der freiberuflichen Gründer vorgestellt. Dazu gehören der Familienstand, die Anzahl der Personen und der Kinder im Haushalt sowie die geografische Zuordnung der Gründung. Wie zur Nation sind bei den Angaben zum Familienstand nicht alle Klassen besetzt. Insbesondere die Klassen zu den „verheiratet getrennt“ und „verwitwet“ lebenden Gründern sind nur gering oder gar nicht besetzt. Der Familienstand wird vornehmlich durch die „verheirateten“ und „ledigen“ Gründer bestimmt. Rund 56 Prozent der Gründer sind „verheiratet“ und 35 Prozent sind „ledig“. Beide Klassen dominieren auch in der Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründungen mit jeweils 50,7 Prozent bzw. 36 Prozent. Auffällig hoch ist der Anteil der „ledigen“ Gründer in der Gruppe der nicht überlebenden Gründungen mit einem Anteil von über 60 Prozent. Allerdings relativiert sich der hohe Anteil von „ledigen“ Gründern in der Gruppe der nicht überlebenden, wenn die Überlebensquoten aus dem jeweiligen Familienstand getrennt betrachtet werden. Mit einem ledigen Familienstand überleben 57,4 Prozent der Gründer gegenüber 42,6 Prozent der Gründer, welche die ersten drei Jahre nicht überleben. Im Vergleich zur durchschnittlichen Überlebensquote aller Gründer ist die Überlebensquote der ledigen Gründer wesentlich höher. Abbildung 30: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen getrennt nach dem Geschlecht, gepoolter SOEP- Datensatz 1992-2002 50,7 57,4 54 49,3 42,6 46 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 verheiratet ledig Alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. n=134 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 251 Dagegen zeigt sich bei den verheirateten Gründern ein anderes Bild. Hier gehören lediglich knapp über 50 Prozent der Personen zu der Gruppe der überlebenden Gründer. Damit liegt der Anteil der verheirateten Gründer, die zur Gruppe der überlebenden gehören, unter dem Durchschnitt aller überlebenden freiberuflichen Gründer. Insgesamt hat ein lediger Familienstand offensichtlich einen positiven Einfluss auf die Überlebenschance drei Jahre nach der Gründung. Auffällig ist der prozentual hohe Anteil der überlebenden Gründer aus einem „geschiedenen“ Familienstand. Allerdings sind die Fallzahlen mit insgesamt 8 Personen zu gering, um valide Rückschlüsse daraus zu ziehen. Die Abbildung 30 zeigt die prozentuale Überlebensquote aus Sichtweise der spezifischen Klassenentwicklung der „verheirateten“, „ledigen“ und aller Gründer. Tabelle 51: Ergebnisse zum mikro-sozialen Umfeld zur dreijährigen Überlebensdauer der Gründer, gepoolte SOEP-Daten 1992-2002 mikro-soziales Umfeld Gründer insgesamt Überlebt Nicht überlebt n % n % n % Familienstand verheiratet Zusammen 75 56 38 50,7 37 62,7 verheiratet Getrennt 3 2,2 3 4 0 0,0 ledig 47 35,1 27 36 20 33,9 geschieden 8 6 6 8 2 3,4 verwitwet 1 0,7 1 1,3 0 0,0 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Anzahl der Kinder HH ohne Kinder 75 56 38 50,7 37 62,7 ein Kind 27 20,1 19 25,3 8 13,6 zwei Kinder 21 15,7 12 16 9 15,3 mehr als zwei Kinder 11 8,2 6 8 5 8,5 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Anzahl der Personen HH eine Person 20 14,9 15 20 5 8,5 zwei Personen 37 27,6 15 20 22 37,3 drei Personen 33 24,6 23 30,7 10 16,9 mehr als drei Personen 44 32,8 22 29,3 22 37,3 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Region Ostdeutschland 29 21,6 19 25,3 10 16,9 Westdeutschland 105 78,4 56 74,7 49 83,1 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Quelle: Eigene Tabelle und Berechnungen. SOEP 1992-2002, gepoolt und ungewichtet. Der überwiegende Teil der freiberuflichen Gründerhaushalte ist kinderlos (56 Prozent). Dem folgen die Gründerhaushalte mit einem Kind (20,1 Prozent), zwei Kindern (15,7 Prozent) und mit mehr als zwei Kindern (8,2 Prozent). Als numerisch größte Gruppe stellen die verheiratet zusammenlebenden Gründerhaushalte mit gut der Hälfte aller untersuchten Personen auch die größte Gruppe bei den 252 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) überlebenden Freiberuflern und mit 62,7 Prozent bei den nicht überlebenden Freiberuflern. Ein positiver Einfluss zeigt sich bei den Gründern mit einem Kind aus der Perspektive der jeweiligen Klassenentwicklung. Rund 70 Prozent der Gründer mit einem Kind üben ihre freiberufliche Tätigkeit noch nach drei Jahren aus, während der Anteil bei den kinderlosen Gründern bei rund 50 Prozent liegt (vgl. Tab. 51). Ein etwas abgeschwächter positiver Effekt geht von den Gründern mit zwei Kindern aus. Bei den nicht überlebenden Gründern dominiert der Gründeranteil „ohne Kinder“ und mit „mehr als zwei Kindern“. Insgesamt zeigt sich ein positiver Einfluss auf die dreijährige Überlebensquote von Gründerhaushalten mit einem Kind oder zwei Kindern. Recht ausgeglichen besetzt zeigen sich die Ergebnisse zur Personenzahl in den Gründerhaushalten. Fast ein Drittel der freiberuflichen Gründer stammt aus Haushalten mit mehr als drei Personen. Dem folgen die Haushalte mit zwei Personen (27,6 Prozent) und die Haushalte mit drei Personen (24,6 Prozent). Kleinste Gruppe sind die alleinlebenden Gründerhaushalte mit einem Anteil von 14,9 Prozent (vgl. Tab. 51). Die Tabelle 51 zeigt die Ergebnisse zum dreijährigen Überleben aus dem mikrosozialen Umfeld der freiberuflichen Gründungen. Bei den überlebenden freiberuflichen Gründern stellen die Drei-Personen- Haushalte mit einem Anteil von 30,7 Prozent den größten Anteil, dicht gefolgt von den „mehr als drei Personen-Haushalten“ mit 29,3 Prozent. Bei den nicht überlebenden freiberuflichen Gründern dominieren die Zwei-Personen- Haushalte und die Haushalte mit mehr als drei Personen. Ein deutlicheres Bild zum Einfluss der Haushaltsgröße auf den Gründungserfolg zeigt die separate Entwicklung der einzelnen Klassengrößen. Hier überleben rund 75 Prozent der Einpersonenhaushalte die ersten drei Jahre nach der Gründung sowie rund 70 Prozent der Drei-Personen-Haushalte. In der Gruppe der nicht überlebenden Gründer stechen die Haushalte mit zwei Personen (knapp 60 Prozent) und mit mehr als drei Personen (50 Prozent) hervor. Bei den überlebenden freiberuflichen Gründern lassen sich vornehmlich Einpersonenhaushalte und Haushalte mit drei Personen finden. Aus der geografischen Perspektive dominieren numerisch die westdeutschen Gründungen gegenüber den ostdeutschen. Dabei entspricht der ostdeutsche Gründungsanteil von 21,6 Prozent an allen freiberuflichen Gründungen ziemlich genau dem ostdeutschen Anteil an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. Dementsprechend stammen ca. 78 Prozent der freiberuflichen Gründungen aus Westdeutschland. Der ostdeutsche Anteil an den überlebenden freiberuflichen Gründungen steigt um fast vier Prozentpunkte an, während der Anteil der westdeutschen Gründungen bei den nicht überlebenden zunimmt. Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 253 Von 29 ostdeutschen Gründungen überleben die ersten drei Jahre 19 Gründer gegenüber 105 westdeutschen Gründungen mit 56 überlebenden. Die Abbildung 31 zeigt den prozentualen Anteil der überlebenden und nicht überlebenden freiberuflichen Gründer getrennt nach West- und Ostdeutschland. Abbildung 31: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen getrennt nach West- und Ostdeutschland, gepoolter SOEP-Datensatz 1992-2002 53,0 65,5 54 47,0 34,5 46 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 Westdeutschland Ostdeutschland Alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen n=134. Von den westdeutschen freiberuflichen Gründungen überleben ca. 53 Prozent die ersten drei Jahre. Dagegen liegt der Überlebensanteil bei den ostdeutschen Gründungen bei 65,5 Prozent (vgl. Abb. 31). Insgesamt bleibt festzuhalten das in Ostdeutschland proportional zum Bevölkerungsanteil genauso häufig wie in Westdeutschland freiberuflich gegründet wird. Allerdings liegt der Anteil der nach drei Jahren noch existenten Gründungen in Ostdeutschland wesentlich höher als in Westdeutschland. Nach den personenbezogenen Ergebnissen werden folgen die betriebsbezogenen deskriptiven Ergebnisse vorgestellt. Dies sind im Einzelnen die Resultate zur Arbeitszeit, dem Einkommen, der Arbeitszufriedenheit, der Berufsgruppe und den Kammerberufen. Die Tabelle 52 gibt eine Übersicht zu den deskriptiven betriebsbezogenen Ergebnissen. 254 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Tabelle 52: Betriebsbezogene Ergebnisse zur dreijährigen Überlebensdauer der Gründer aus den gepoolten Daten 1992-2002 Mikro-soziales Umfeld Gründer insgesamt Überlebt Nicht überlebt n % n % n % Arbeitszeit pro Woche bis 10 Stunden 41 30,6 12 16 29 49,2 über 10 bis 20 Stunden 10 7,5 7 9,3 3 5,1 über 20 bis 30 Stunden 10 7,5 6 8 4 6,8 über 30 bis 40 Stunden 18 13,4 11 14,7 7 11,9 über 40 Stunden 55 41 39 52 16 27,1 Gesamt 134 100 75 100 59 100 pers. Bruttoeinkommen bis 1T€ 62 50,4 18 25,7 44 83,0 über 1T€ - 2T€ 21 17,1 19 27,1 2 3,8 über 2T€ - 3T€ 24 19,5 20 28,6 4 7,5 über 3T€ - 4T€ 8 6,5 7 10 1 1,9 über 4T€ 8 6,5 6 8,6 2 3,8 Gesamt 123 100 70 100 53 100 Arbeitszufriedenheit eher unzufrieden 48 44 28 38,9 20 54,1 eher zufrieden 61 56 44 61,1 17 45,9 Gesamt 109 100 72 100 37 100 Berufsgruppe Freie Heilberufe 28 20,1 21 28 7 10,9 Freie Rechts./ Wirt. 26 18,7 16 21,3 10 15,6 Freie Techn./Naturwissens. 31 22,3 16 21,3 15 23,4 Freie Künstler/Publ./Pädag. 54 38,8 22 29,3 32 50,0 Gesamt 139 100 75 100 64 100 Kammerberufe Kein Kammerberuf 103 74,1 53 70,7 50 78,1 Kammerberuf 36 25,9 22 29,3 14 21,9 Gesamt 139 100 75 100 64 100 Quelle: Eigene Tabelle und Berechnungen. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. Hinsichtlich der tatsächlich geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit fallen bei allen freiberuflichen Gründern insbesondere zwei Arbeitszeitklassen auf. Im ersten Jahr nach der Gründung sind dies die Arbeitszeitklasse „bis 10 Stunden“ mit einem Anteil an allen Gründern von 30,6 Prozent und die höchste Arbeitszeitklasse mit „über 40 Stunden“ mit einem Anteil von 41 Prozent. Der relativ hohe Anteil der Gründer in der kleinsten Arbeitszeitklasse könnte einen Hinweis darauf geben, dass ein hoher Anteil freiberuflicher Gründungen aus einem Nebenerwerb hervorgeht. Nach drei Jahren steigt die Anzahl der Gründungspersonen in der höchsten Arbeitszeitklasse in der Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründer, im Vergleich zu allen Gründern, stark um 9 Prozentpunkte auf 52 Prozent an. Dagegen Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 255 fällt der Anteil der Gründer aus der kleinsten Arbeitszeitklasse um 15 Prozentpunkte auf 16 Prozent bei den überlebenden Gründern. In der Gruppe der nach drei Jahren nicht überlebenden Gründer zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier steigt der Personenanteil aus der kleinsten Arbeitszeitklasse, im Vergleich zu allen Gründern, um 18,6 Prozentpunkte auf über 49 Prozent an, während der Anteil der höchsten Arbeitszeitklasse um ca. 14 Prozentpunkte auf gut 27 Prozent abnimmt. Die Abbildung 32 zeigt die jeweiligen prozentualen Überlebensquoten aus den zwei meist besetzten Arbeitsklassen der freiberuflichen Gründer. Abbildung 32: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen getrennt nach der höchsten und niedrigsten Arbeitszeitklasse. SOEP 1992-2002. gepoolte Daten 29,3 70,9 54 70,7 29,1 46 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 bis 10 Std. über 40 Std. Alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. n=134. Die Ergebnisse zur tatsächlichen wöchentlich geleisteten Arbeitszeit zeigen einen deutlichen positiven Einfluss auf die dreijährige freiberufliche Überlebensquote, wenn die Gründerperson eine wöchentliche Arbeitszeit von über 40 Stunden die Woche aufweist. Dagegen wird die Gruppe der nicht überlebenden Gründer von der kleinsten Arbeitszeitklasse mit bis zu 10 Stunden die Woche geprägt. Die freiberuflichen Gründer, welche im ersten Jahr der Gründung eine wöchentliche Arbeitszeit von über 40 Stunden aufweisen, haben eine Überlebensquote von über 70 Prozent. Bei den Gründern aus der kleinsten Arbeitszeitklasse zeigt sich ein ähnliches, aber umgekehrtes Bild. Hier überleben die ersten drei Jahre nach der Gründung nur knapp 30 Prozent der Gründer. Die überlebenden freibe- 256 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) ruflichen Gründer sind stark geprägt von einer hohen wöchentlichen Arbeitszeit und die nicht überlebenden von einer geringen wöchentlichen Arbeitszeit. Beim persönlichen monatlichen Bruttoeinkommen aus freiberuflicher Tätigkeit im ersten Jahr nach der Gründung liegen im SOEP nur Angaben über 123 Personen vor. Wie der Tabelle 52 zu entnehmen ist, stellt bei allen freiberuflichen Gründern die Einkommensklasse bis 1 T€ und einem Anteil von über 50 Prozent die größte Klasse dar. Am seltensten besetzt sind die beiden höheren Einkommensklassen über 3 T€ mit einem Anteil von je 6,5 Prozent. Im Vergleich der Einkommensklassen zwischen allen Gründern und den nach drei Jahren überlebenden Gründern erhöht sich der relative Anteil in allen Einkommensklassen, mit Ausnahme der untersten Klasse. Der Anteil der Personen mit einem Einkommen unter 1 T€ im Monat sinkt bei den überlebenden Gründern um fast 25 Prozentpunkte auf einen Anteil von 25,7 Prozent. Alle anderen Einkommensklassen legen bei den überlebenden Gründern zum Teil sehr stark zu, wie beispielsweise die zweite und dritte Klasse mit jeweils ca. 10 Prozentpunkten. Abbildung 33: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen getrennt nach Einkommensklassen, gepoolter SOEP-Datensatz 1992-2002 29 90,5 83,3 87,5 75 56,9 71 9,5 25 16,7 12,5 43,1 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 bis 1T€ üb.1-2T€ üb.2-3T€ üb.3-4T€ üb.4T€ alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. n=123. In der Gruppe der nicht überlebenden freiberuflichen Gründer dominiert die unterste Einkommensklasse mit einem Anteil von 83 Prozent. Alle anderen, höheren Einkommensklassen nehmen dagegen im Vergleich zu allen Gründern stark ab. Insgesamt wird die Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründer klar von einem Einkommen von über 1 T€ im ersten Jahr nach der Gründung geprägt. Gründer, die im ersten Jahr nach der Gründung über ein persönliches Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 257 monatliches Bruttoeinkommen von über 1 T€ aus freiberuflicher Tätigkeit verfügen, haben sehr gute Chancen, die ersten drei Jahre nach der Gründung zu überleben (vgl. Abb. 33). Bei den Ergebnissen zur höchsten Einkommensklasse in der Gruppe der nicht überlebenden Gründer ist die mit nur acht Personen relativ geringe Klassenbesetzung zu beachten. Allerdings ist die Niederlegung einer freiberuflichen Tätigkeit nicht zwangsweise mit einem wirtschaftlichen Misserfolg einhergehend. Die Abbildung 33 zeigt die prozentualen Anteile der freiberuflichen Gründer nach den jeweiligen Einkommensklassen im ersten Jahr nach der Gründung. Für freiberufliche Gründer mit einem Einkommen von unter 1 T€ im ersten Jahr nach der Gründung zeichnen sich relativ schlechte Chancen ab, die ersten drei Jahre zu überleben. So liegt der überlebende Gründeranteil in der untersten Einkommensklasse lediglich bei 29 Prozent aller Personen in dieser Klasse. Tendenziell sind alle freiberuflichen Gründer im ersten Jahr nach der Gründung „eher zufrieden“ mit ihrer Arbeit. Der Anteil liegt bei 56 Prozent gegenüber 44 Prozent bei den mit ihrer Arbeit „eher unzufriedenen“ Gründern. Allerdings liegen bei den Angaben zur subjektiv empfundenen Arbeitszufriedenheit im SOEP nicht für alle freiberuflichen Gründer Informationen vor, so dass lediglich Informationen von 109 Personen in die Auswertungen einfließen. Dabei fällt auf, dass insbesondere die Angaben zur Gruppe der nicht überlebenden freiberuflichen Gründer fehlen (vgl. Tab. 52). Dieser Umstand ist neben den geringeren Fallzahlen bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten. Von den 109 Gründern insgesamt steigt der Anteil der mit ihrer Arbeit „eher zufriedenen“ bei den überlebenden Gründern um mehr als 5 Prozentpunkte auf über 60 Prozent an. In der Gruppe der nicht überlebenden Gründer stellen die mit ihrer Arbeit „eher unzufriedenen“ Gründer die größere Gruppe mit 54,1 Prozent. Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach den beiden Klassen der Arbeitszufriedenheit, so gehören rund 58 Prozent der mit ihrer Arbeit „eher unzufriedenen“ Gründer und gut 72 Prozent der „eher zufriedenen“ Gründer zur Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründungen. Ein entsprechend umgekehrtes Bild zeigt sich in der Gruppe der nicht überlebenden Gründer. Letztlich ist der Anteil der Gründer, welche „eher zufrieden“ mit ihrer Arbeit sind, im ersten Jahr nach der Gründung bei den überlebenden Gründern höher. Die Zuordnung der einzelnen freiberuflichen Berufsgruppen wurde ebenso wie die Differenzierung nach kammerfähigen Berufen und nicht kammerfähigen Berufen retrospektiv über den gesamten Beobachtungszeitraum von 1992 bis 2002 im SOEP ergänzt. Dadurch liegt zu den beiden Größen die maximal mögliche freiberufliche Fallzahl von 139 Gründerpersonen vor. Mit einem Anteil von 38,8 Prozent an allen freiberuflichen Gründern stellen die Freien künstlerischen, publizistischen und pädagogischen Berufe die größte 258 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) freiberufliche Gruppe. Der folgen relativ nahe beieinander die Berufsgruppen der Freien technischen und naturwissenschaftlichen Berufe, die Freien rechtsund wirtschaftsberatenden Berufe sowie die Freien Heilberufe mit einem Anteil zwischen 18,7 bis 22,3 Prozent. So sind in der verwendeten SOEP-Datenbasis insbesondere die Freien künstlerischen, publizistischen und pädagogischen Berufe überproportional stark vertreten. Durch die numerisch größte Anzahl freiberuflicher Gründer dominieren die Freien künstlerischen, publizistischen und pädagogischen Berufe sowohl die Gruppe der überlebenden als auch die Gruppe der nicht überlebenden freiberuflichen Gründer mit einem jeweiligen Anteil von 29,3 bzw. 50 Prozent. Abbildung 34: Prozentuale Überlebensquote der freiberuflichen Gründungen getrennt nach Berufsgruppen, gepoolter SOEP- Datensatz 1992-2002 75 61,5 51,6 40,7 54 25 38,5 48,4 59,3 46 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Heilberufe Rechts/Wirt. Techn/Naturw. Künstler/Publ. alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolt, n=134. Aussagekräftiger für den Einfluss auf das Überleben einer freiberuflichen Gründung ist daher der klassenspezifische Vergleich. Die höchste dreijährige Überlebensquote ist bei den Freien Heilberufen anzutreffen. Hier überleben 75 Prozent der freiberuflichen Gründungen. Dies sind 21 Prozentpunkte mehr als bei den überlebenden aller freiberuflichen Gründer. Dem folgen die Freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe. Hier überleben die ersten drei Jahre 61,5 Prozent der freiberuflichen Gründer. Unter dem Durchschnitt, im Vergleich zu allen überlebenden freiberuflichen Gründern, liegen die beiden Berufsgruppen der Freien technischen und naturwissenschaftlichen Berufe mit einem Anteil der überlebenden von 51,6 Prozent und die Freien künstlerischen, publizistischen und pädagogischen Berufe mit einem Überlebensanteil von nur 40,7 Prozent. Die Abbildung 34 zeigt den Anteil der überlebenden und nicht überlebenden Gründer getrennt nach den einzelnen Berufs- Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 259 gruppen. Insgesamt haben die Freien Heilberufe die mit Abstand höchste Überlebensquote bei allen Berufsgruppen, gefolgt mit einigem Abstand von den Freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufen. Die Gruppe der nicht überlebenden freiberuflichen Gründer wird von den Freien künstlerischen, publizistischen und pädagogischen Berufen beherrscht. Hier liegt der Anteil der nicht überlebenden Gründer bei fast 60 Prozent. Fast drei Viertel der im SOEP beobachteten freiberuflichen Gründungen finden als nicht kammerfähige Freie Berufe statt. Dementsprechend dominieren numerisch die kammerfreien Berufe sowohl die Gruppe der überlebenden als auch die der nicht überlebenden mit Anteilen von 70,7 und 78,1 Prozent. Von den kammerfreien Berufen scheitern 48,5 Prozent an der dreijährigen Überlebenshürde und 38,9 Prozent der Kammerberufe. Insgesamt liegt aber der Anteil der überlebenden freiberuflichen Gründer innerhalb der Kammerberufe wesentlich höher als bei den kammerlosen Berufen. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit der Annahme, dass die Kammerberufe in einem geschützteren Marktumfeld bessere Überlebenschancen haben als die kammerfreien Berufe. Als gesonderter Ansatz werden folgend die personenbezogenen Ergebnisse des allgemeinen und spezifischen Humankapitalansatzes vorgestellt. Dazu gehören die Größen Schulabschluss, Berufsausbildung, Hochschulabschluss, Dauer der Ausbildung sowie der Erwerbsstatus vor der freiberuflichen Gründung. Als höchsten Schulabschluss gaben 71 Prozent der freiberuflichen Gründer das Abitur an. Dem folgt mit einem größeren Abstand der Realschulabschluss mit einem Anteil von 19,1 Prozent. Eher selten sind die Schulabschlüsse der Hauptschule (3,8%), Fachhochschulreife (3,8%) und die anderen Abschlüsse (2,3%) bei den freiberuflichen Gründern zu finden. Die hohe Zahl der Abiturienten beeinflusst sowohl die Gruppe der überlebenden als auch die Gruppe der nicht überlebenden Gründer. Allerdings sticht der mit 82,5 Prozent sehr hohe Anteil der Abiturienten in der Gruppe nicht überlebender Gründer hervor. In der klassenspezifischen Betrachtung überleben 72 Prozent der freiberuflichen Gründer mit einem Realschulabschluss. Beim Abitur sind es dagegen nur 49,5 Prozent der Gründer. Die restlichen Klassen zum höchsten Schulabschluss sind über den Beobachtungszeitraum recht dünn besetzt. So verfügen jeweils nur fünf Gründerpersonen über einen Abschluss der Hauptschule oder der Fachhochschulreife sowie drei Gründer über einen anderen Abschluss (vgl. Tab. 53). Auffällig ist, dass der Großteil der freiberuflichen Gründer mit einem der letztgenannten Abschlüsse in der Regel überlebt. Einen Berufsabschluss haben gut 38 Prozent der freiberuflichen Gründer. Dabei ist die Klasse der Lehrausbildung mit einem Anteil von fast 63 Prozent am stärksten vertreten. In der klassenspezifischen Betrachtung zeigt sich, dass die freiberuflichen Gründer mit einer Lehrausbildung zu 62,5 Prozent die ersten drei Jahre ihrer freiberuflichen Tätigkeit überleben. Damit liegen sie deutlich über dem Durchschnitt von 54 Prozent aller überlebenden freiberuflichen Gründer. 260 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Die Tabelle 53 gibt eine Übersicht zu den Ergebnissen des allgemeinen und spezifischen Humankapitals zur dreijährigen Überlebensdauer freiberuflicher Gründungen. Tabelle 53: Ergebnisse zum allgemeinen Humankapital zur dreijährigen Überlebensdauer der Gründer, gepoolter SOEP-Datensatz 1992-2002 Humankapital Gründer insgesamt Überlebt nicht Überlebt n % n % n % Schulabschluss Hauptschule 5 3,8 4 5,4 1 1,8 Realschule 25 19,1 18 24,3 7 12,3 Fachhochschulreife 5 3,8 4 5,4 1 1,8 Abitur 93 71 46 62,2 47 82,5 sonstige Abschlüsse 3 2,3 2 2,7 1 1,8 Gesamt 131 100 74 100 57 100 Berufsausbildung Lehre 32 62,7 20 57,1 12 75,0 Berufsschule 2 3,9 1 2,9 1 6,3 Gesundheitswesen 7 13,7 7 20 0 0,0 Fachschule 3 5,9 3 8,6 0 0,0 Beamtenausbildung 3 5,9 2 5,7 1 6,3 sonstige Ausbildung 4 7,8 2 5,7 2 12,5 Gesamt 51 100 35 100 16 100 Hochschulabschluss Hochschulabschluss 91 67,9 50 66,7 41 69,5 kein Hochschulabschluss 43 32,1 25 33,3 18 30,5 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Dauer der Ausbildung bis 9 Jahre 3 2,2 1 1,3 2 3,4 9 bis 11,5 Jahre 16 11,9 12 16 4 6,8 11,5 bis 13 Jahre 21 15,7 9 12 12 20,3 13 bis 15 Jahre 20 14,9 14 18,7 6 10,2 über 15 Jahre 74 55,2 39 52 35 59,3 Gesamt 134 100 75 100 59 100 Erwerbsstatus vor Gründung nicht Erwerbstätige 33 23,7 10 13,3 23 35,9 Arbeitslose 18 12,9 13 17,3 5 7,8 Arbeiter 3 2,2 2 2,7 1 1,6 Angestellte 63 45,3 38 50,7 25 39,1 Beamte 6 4,3 3 4 3 4,7 Selbständige 16 11,5 9 12 7 10,9 Gesamt 139 100 75 100 64 100 Quelle: Eigene Tabelle und Bertechnungen.SOEP 1992-2002, gepoolt und ungewichtet. Insgesamt sind die einzelnen Klassen zur Berufsausbildung, mit Ausnahme der Lehre spärlich besetzt, da rund 62 Prozent der Gründer über keinen Berufsbil- Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 261 dungsabschluss verfügen. Dennoch sind die Ergebnisse, insbesondere zu den Berufsabschlüssen des Gesundheitswesens und der Fachschule, interessant. Hier überleben alle freiberuflichen Gründer die ersten drei Jahre nach der Gründung mit einem dieser beiden Berufsabschlüsse. Allerdings ist die Fallzahl über den Beobachtungszeitraum mit 7 bzw. 3 Personen äußerst gering. Über ein Hochschulstudium verfügen 67,9 Prozent aller freiberuflichen Gründer, lediglich ein Drittel der Gründer hat keine Hochschulausbildung. Numerisch beherrscht damit die Klasse der Hochschulabsolventen sowohl die Gruppe der überlebenden mit 66,7 Prozent als auch die Gruppe der nicht überlebenden freiberuflichen Gründer mit 69,5 Prozent. Aus den einzelnen Klassen heraus überleben die ersten drei Jahre nach der Gründung 55 Prozent der Hochschulabsolventen gegenüber ca. 58 Prozent der Gründer ohne einen Hochschulabschluss. Ergo zeigt sich in der Gruppe der nicht überlebenden Gründer ein umgekehrtes Bild. Mit einem Hochschulabschluss scheitern 45 Prozent der Gründer und 41,9 Prozent der Gründer ohne abgeschlossenes Studium an der dreijährigen Hürde. Entgegen den in den Hypothesen festgehaltenen Annahmen zeigen die deskriptiven Ergebnisse ein günstigeres Bild für die Überlebenschancen einer freiberuflichen Gründung, wenn der Gründer über keinen Hochschulabschluss verfügt. Da viele freiberufliche Tätigkeiten ein Hochschulstudium voraussetzten, wird die Ursache für das Ergebnis, insbesondere bei den zahlreichen Gesundheitsberufen wie beispielsweise den medizinischen Masseuren oder Hebammen sowie in den wirtschaftsberatenden Berufen wie beispielsweise Unternehmensberater vermutet. Insbesondere bei den Freien Heilberufen gibt es offensichtlich einen Gesundheitsbereich, der keinen Hochschulabschluss voraussetzt und dabei gute Überlebenschancen für Gründungen bietet. Gestützt wird diese Annahme auch durch die deskriptiven Ergebnisse zur Berufsausbildung. Hier (wenn auch nur in geringer Fallzahl) zählen alle freiberuflichen Gründer mit einem Berufsausbildungsabschluss im Gesundheitswesen oder der Fachschule ausnahmslos zur Gruppe der überlebenden Gründer. Die Dauer der Ausbildung beläuft sich bei 55,2 Prozent der freiberuflichen Gründer auf über 15 Jahre. Dem folgen die mittleren Klassen mit einer Ausbildungsdauer zwischen 9 und 15 Jahren im unteren zweistelligen Bereich. Lediglich 2,2 Prozent der Gründer haben eine Ausbildungsdauer von bis 9 Jahren. Die Ergebnisse decken sich mit den freiberuflichen Gründungscharakteristika zum Schul- und Hochschulabschluss. Wie zum Hochschulabschluss ist der Anteil der Gründer mit einer über 15jährigen Ausbildungsdauer in der Gruppe der nicht überlebenden Gründer größer als in der Gruppe der überlebenden Gründer. Aus dem berichtigten SOEP-Datensatz wurde zusätzlich der Erwerbsstatus vor der freiberuflichen Gründung generiert, um Rückschlüsse auf den Einfluss des spezifischen Humankapitals auf die Überlebenschancen der Gründer zu gewinnen. Die größte Klasse stellen die zuvor angestellten freiberuflichen Gründer mit 262 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) einem Anteil von 45,3 Prozent. Zweitstärkste Klasse sind die vor der Gründung nicht erwerbstätigen Personen mit 23,7 Prozent. Denen folgen die Arbeitslosen mit 12,9 Prozent und die Selbständigen mit 11,5 Prozent. Die beiden kleinsten Klassen stellen die zuvor als Arbeiter und Beamte tätigen Gründer mit 2,2 bzw. 4,3 Prozent. In der Gruppe der überlebenden freiberuflichen Gründer dominieren die zuvor Angestellten mit einem Anteil von 50,7 Prozent, vor den ehemals Arbeitslosen mit 17,3 Prozent. Bei den nicht überlebenden Gründern stellen wiederum die zuvor Angestellten die größte Klasse mit 39,1 Prozent, vor den zuvor nicht erwerbstätigen Gründern mit 35,9 Prozent. Ein anderes Bild zeigt sich in der klassenspezifischen Betrachtungsweise des Erwerbsstatus` vor der freiberuflichen Gründung. Die Abbildung 35 gibt eine Übersicht zu den Ergebnissen der Überlebensquoten getrennt nach der vorhergehenden beruflichen Tätigkeit der Gründer. Abbildung 35: Prozentuale Überlebensquoten der freiberuflichen Gründungen nach dem vorhergehenden Erwerbsstatus, gepoolter SOEP-Datensatz 1992-2002 30,3 72,2 60,3 56,3 54 69,7 27,8 39,7 43,7 46 0 10 20 30 40 50 60 70 80 nicht Erwerbstätige Arbeitslose Angestellte Selbständige alle Gründer Überlebt nicht Überlebt Quelle: Eigene Abbildung und Berechnung. SOEP 1992-2002, gepoolte und ungewichtete Fallzahlen. n=134. Im Vergleich zur durchschnittlichen Überlebensquote aller freiberuflichen Gründer wirkt sich insbesondere eine vorhergehende Tätigkeit als Angestellter oder Selbständiger sowie eine vorhergehende Arbeitslosigkeit positiv auf die Überlebenschance aus. An der Spitze stehen dabei Personen, die vor der freiberuflichen Gründung arbeitslos waren. Hier überleben 72,2 Prozent aller zuvor arbeitslosen Gründer die ersten drei Jahre ihrer freiberuflichen Tätigkeit. Bei Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 263 den zuvor Angestellten und Selbständigen sind es 60,3 Prozent und 56,3 Prozent der Gründer, die überleben. Einen negativen Effekt auf die Überlebensquote zeigt eine vorhergehende nicht Erwerbstätigkeit. In dieser Klasse überleben lediglich 30,3 Prozent der Gründer die ersten drei Jahre. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist allerdings zu beachten, dass lediglich die Klassen der zuvor angestellten Gründer mit 63 Personen und der zuvor nicht erwerbstätigen Gründer mit 33 Personen stärker besetzt sind. In den übrigen Klassen liegen die freiberuflichen Gründerfallzahlen unter 20 Personen. Insgesamt zeigt sich ein positiver Effekt auf die Überlebensquote durch eine vorhergehende angestellte oder selbständige Tätigkeit sowie einer vorhergehenden Arbeitslosigkeit. Ein negativer Effekt tritt ein, wenn die Gründerperson im Jahr vor der Gründung nicht erwerbstätig war. Die deskriptiven Ergebnisse entsprechen den in den Hypothesen zum Gründungserfolg aufgestellten Annahmen. Aus den deskriptiven Ergebnissen zum freiberuflichen Gründungserfolg lässt sich ein erstes charakteristisches Profil von freiberuflichen Gründern insgesamt sowie erfolgreichen und nicht erfolgreichen freiberuflichen Gründern zusammenfassen. Über zwei Drittel der Gründer sind zwischen 30 und 49 Jahre alt. Rund 60 Prozent aller freiberuflichen Gründungen werden von Männern vorgenommen. Der dominierende Familienstand ist bei den Gründern der „verheiratete“, gefolgt von den „ledigen“. Über die Hälfte der Gründer haben keine Kinder. Mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten 41 Prozent der Gründer, während die zweitgrößte Klasse der Gründer weniger als 10 Stunden die Woche arbeitet. Im ersten Jahr nach der Gründung verfügen mehr als die Hälfte der Gründer über ein Einkommen von weniger als 1 T€. Dabei sind 56 Prozent der Gründer eher zufrieden mit ihrer Tätigkeit. Fast 26 Prozent der Gründungen werden in den kammerfähigen Freien Berufen vorgenommen. Gut 71 Prozent der Gründer haben das Abitur als höchsten Schulabschluss und 38 Prozent der Gründer verfügen über einen berufsbildenden Abschluss. Der Anteil der Gründer mit einem Hochschulabschluss liegt bei 68 Prozent. Gut 45 Prozent der Gründer waren zuvor als Angestellte tätig. Den typischen erfolgreichen freiberuflichen Gründer, welcher die ersten drei Jahre nach der Gründung noch freiberuflich tätig ist, haben folgende charakteristische Eigenschaften. Rund 70 Prozent der überlebenden Gründer sind zwischen 30 und 49 Jahre alt. Dabei weisen die Männer gegenüber den Frauen eine deutlich höhere Überlebensquote nach drei Jahren auf. Gründer mit einem ledigen Familienstand überleben eher. Ebenfalls häufiger gehören die Gründer aus Ostdeutschland zu den überlebenden Gründern innerhalb der ersten drei Jahre nach Gründung. Die Tabelle 54 gibt eine Übersicht zu den zentralen Merkmalen erfolgreicher freiberuflicher Gründer. 264 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Tabelle 54: Überblick der zentralen Merkmale und Charakteristika erfolgreicher freiberuflicher Gründer aus den deskriptiven Ergebnissen Charakteristika Erfolgreiche freiberufliche Gründer Personenbezogen sind zwischen 40 und 49 Jahre alt sind überwiegend Männer sind in der Mehrheit ledig Betriebsbezogen haben eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden verfügen über ein Einkommen von mehr als 1 T€ im Monat stammen aus den Freien Heilberufen oder Freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufen stammen aus den Kammerberufen Umfeldbezogenen kommen aus Ostdeutschland Humankapital haben einen berufsbildenden Abschluss waren zuvor als Angestellte oder Selbständige tätig oder arbeitslos Quelle: Eigene Tabelle. SOEP 1992-2002. Bei der wöchentlichen Arbeitszeit weisen Gründer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 40 Stunden die höchste Überlebensquote auf. Freiberufliche Gründer mit einem Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit von über 1 T€ im ersten Jahr nach der Gründung sind am stärksten in der Gruppe der nach drei Jahren überlebenden Gründer anzutreffen. Eine hohe Überlebensquote findet sich auch bei den Gründungen in den Berufsgruppen der Freien Heilberufe und der Freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe. Eine berufsbildende Ausbildung steigert die späteren Überlebenschancen. Ebenso weisen die Gründer eine hohe Überlebensquote aus, welche vor der freiberuflichen Gründung als Angestellte oder Selbständige tätig waren oder zuvor arbeitslos waren. Nach diesen ersten Charakteristika erfolgreicher freiberuflicher Gründer folgen im nächsten Abschnitt die multivariaten Verfahren, welche auch kausale Aussagen über die Zusammenhänge erlauben. Aus den multivariaten Analysen werden die Ergebnisse der Probit-, Logit- und Relogitschätzung vorgestellt. 4.4.3 Multivariate Analysen zum Gründungserfolg Im folgenden Kapitel werden die multivariaten Ergebnisse und Hypothesentests zum freiberuflichen Gründungserfolg präsentiert. Einleitend wird das Untersuchungsmodell zum freiberuflichen Gründungserfolg vorgestellt. Dazu gehören die endogene Messgröße sowie die Modellierung der exogenen Einflussgrößen.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Die Arbeit verfolgt die theoretische, methodische und empirisch fundierte Analyse des freiberuflichen Gründungsgeschehens. Um die Fragestellung “Welche Determinanten beeinflussen die Gründungsaktivität und den Gründungserfolg von Freiberuflern?“ wird das Spektrum über die Phasen vor der Gründung bis zur Etablierung der freiberuflichen Tätigkeit am Markt erfasst.

Auf Grundlage des SOEP-Panels und einer Onlineerhebung tragen die Ergebnisse zu einem Erkenntnisgewinn des freiberuflichen Gründungsgeschehens bei. Gewürdigt wird dabei insbesondere die Praxis mit vielen neuen Ergebnissen aus den empirisch neu gewonnenen Daten zum Gründungsgeschehen der Freien Berufe.

Dr. Peter Paic studierte BWL und Ökonomie in Hamburg. 2008 Promotion an der Leuphana Universität Lüneburg. Zurzeit ist er Referent im Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW) in Düsseldorf.