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Peter Paic, IAB-Betriebspanel in:

Peter Paic

Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, page 54 - 55

Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4112-3, ISBN online: 978-3-8452-1348-4 https://doi.org/10.5771/9783845213484

Series: FFB - Schriften des Forschungsinstituts Freie Berufe der Leuphana Universität Lüneburg, vol. 17

Bibliographic information
54 Die Freien Berufe Vorteil des ZEW-Gründungspanels ist ihre primäre Ausrichtung auf originäre Unternehmensgründungen sowie der Panelcharakter der Datenbank, welcher umfassende statistische Auswertungsverfahren erlaubt. Allerdings verhindert die Erhebungsmethode über die Handelsregistereintragungen sowie Kreditwürdigkeitsanfragen eine zufrieden stellende Erfassung der Freien Berufe. Diese sind zum einen im Regelfall nicht im Handelsregister eingetragen und zum anderen zu einem Großteil durch geistige aber weniger kapitalintensive Tätigkeiten geprägt, bei denen Kreditwürdigkeitsanfragen anderer Unternehmen eher weniger wahrscheinlich sind. Letztlich stellen die ZEW-Gründungspanel lediglich eingeschränkte Informationen zur Verfügung wie die Rechtsform und die Firmenanschrift. Demografische Angaben zur Gründerperson, bisheriger beruflicher Erfahrungen, dem mikrosozialen Umfeld oder dem Bildungsniveau fehlen. Insgesamt kommen die ZEW- Gründungspanel weder dem ersten Kriterium zur Erfassung der Freien Berufe nach, noch bieten sie ausreichende Hintergrundinformationen zur Person des freiberuflichen Gründers. 2.4.5 IAB-Betriebspanel Das IAB-Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist ein Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA). Das IAB führt seit 1993 jährlich sich wiederholende Befragungen von Betriebseinheiten durch. Im Jahr 1996 wurde die Erhebung auf die neuen Bundesländer ausgedehnt. Grundgesamtheit der repräsentativen Stichprobe sind alle Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (IAB 2003, Bellmann et al 2002, 1). Mittels Aufstockungsstichproben in allen ostdeutschen (seit 1996) und vielen westdeutschen Bundesländern (ab 2000) liegen im Jahr 2003 rund 15.800 Betriebsbefragungen vor (davon fast 5.800 in Ostdeutschland), die auch regionalisierte Auswertungen ermöglichen (vgl. IAB 2003). Erhoben werden u.a. Daten zum Niveau, der Struktur, kurz- bis mittelfristige Beschäftigungserwartungen, Umsatz, Erträge, Investitionen, Löhne, Innovationen, organisatorische Änderungen, Arbeitszeitmuster, Arbeitszeitflexibilitäten, Aus- und Weiterbildung, offene Stellen und Arbeitskräftenachfrage über alle Branchen und Betriebsgrößenklassen. Hinzu kommen jährlich wechselnde Themenschwerpunkte (vgl. IAB 2003). Insgesamt stellt das IAB-Betriebspanel eine Reihe von Informationen als Panel bereit, kann aber dem ersten Kriterium, der Berücksichtigung der Freien Berufe, nicht entsprechen. Erfasst werden ausschließlich Freiberufler mit mindestens einem sozialversicherten Beschäftigten. Somit finden alle Freiberufler, welche als Einzelpersonen tätig sind, keine Berücksichtigung im IAB-Betriebspanel. Darüber hinaus fehlen weitergehende Angaben zum Gründer oder dem mikrosozialen Umfeld ebenso wie in den ZEW-Gründungspaneln. Die Freien Berufe 55 2.4.6 IFB Das Institut für Freie Berufe (IFB) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg stellt in jährlicher Folge grundlegende Informationen über die Entwicklung in den Freien Berufen zusammen. Die Informationen enthalten Angaben zur Anzahl der in Deutschland tätigen Freiberufler, die Entwicklung und Anzahl einzelner Berufe sowie deren Aufteilung in die vier freiberuflichen Berufsgruppen. Darüber hinaus werden Informationen zu den Erwerbstätigen und der Anzahl sozialversicherter Beschäftigte in den Freien Berufen bereitgestellt. Die Angaben werden aus unterschiedlichen Quellen wie den Berufsorganisationen, der amtlichen Statistik sowie eigenen Erhebungen des IFB bezogen und zum Teil auch geschätzt (vg. IFB 2003). Letztlich handelt es sich bei den Daten des IFB zu den Freien Berufen um eine Aufbereitung anderer Datenquellen und nicht um eine eigens generierte Erhebung. So stellen die Daten des IFB eine einfache heuristische Aufzählung der Freien Berufe dar. Informationen zum Gründungsgeschehen oder Verknüpfungsmöglichkeiten existieren nicht, womit das IFB nicht den erforderlichen Kriterien entsprechen kann. 2.4.7 ALLBUS Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) ist eine Umfrageserie zu Einstellungen, Verhaltensweisen und Sozialstruktur der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. Der ALLBUS ist ein gemeinsames Vorhaben vom Zentrum für Umfragen und Analysen (ZUMA) und dem Zentralarchiv für empirische Sozialforschung (ZA), welches innerhalb der Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS) durchgeführt wird. Die Erhebungen finden seit 1980 in zweijährigem Abstand statt und wurden 1991 auf die neuen Bundesländer ausgeweitet. Seit 1992 wird aus der Grundgesamtheit der erwachsenen Wohnbevölkerung ein repräsentativer Querschnitt mittels 3.500 persönlicher Interviews erhoben. Erfasst werden u.a. detaillierte demographische Informationen des Befragten und des Ehe- bzw. Lebenspartners, sowie Angaben zur Erwerbstätigkeit. Erhoben werden auch sich in zeitlicher Folge wechselnde Themenschwerpunkte wie z.B. abweichendes Verhalten, religiöse Orientierungen, Einstellungen zu sozialer Ungleichheit, politische Partizipation sowie weitere Einzelindikatoren und kleinere Itembatterien zu verschiedenen Bereichen (vgl. ALLBUS 2003). Prinzipiell werden die Freien Berufe im ALLBUS erfasst, allerdings ist ihre ungewichtete Fallzahl mit 33 Personen (2002) und weniger freiberuflich erfassten Personen über die einzelnen Wellen extrem klein. Dabei stellt der ALLBUS einen ganzen Kranz an Informationen, von demografischen bis mikro-sozialen Angaben mit deren Verknüpfungsmöglichkeiten, bereit. Die Erhebungen des ALLBUS sind nicht primär für die Gründungsforschung ausgelegt, so dass Informationen zur freiberuflichen Wirkungsstätte sehr rar sind. Trotz der vielen

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Zusammenfassung

Die Arbeit verfolgt die theoretische, methodische und empirisch fundierte Analyse des freiberuflichen Gründungsgeschehens. Um die Fragestellung “Welche Determinanten beeinflussen die Gründungsaktivität und den Gründungserfolg von Freiberuflern?“ wird das Spektrum über die Phasen vor der Gründung bis zur Etablierung der freiberuflichen Tätigkeit am Markt erfasst.

Auf Grundlage des SOEP-Panels und einer Onlineerhebung tragen die Ergebnisse zu einem Erkenntnisgewinn des freiberuflichen Gründungsgeschehens bei. Gewürdigt wird dabei insbesondere die Praxis mit vielen neuen Ergebnissen aus den empirisch neu gewonnenen Daten zum Gründungsgeschehen der Freien Berufe.

Dr. Peter Paic studierte BWL und Ökonomie in Hamburg. 2008 Promotion an der Leuphana Universität Lüneburg. Zurzeit ist er Referent im Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW) in Düsseldorf.