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Nadine H. Pahlke, Qualität in:

Nadine H. Pahlke

Täterinnen im Nationalsozialismus, page 99 - 103

Ein kriminologischer Erklärungsversuch

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4052-2, ISBN online: 978-3-8452-1581-5 https://doi.org/10.5771/9783845215815

Series: Nomos Universitätsschriften - Recht, vol. 622

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99 III. Qualität Es werden nicht nur Forschungen zur unterschiedlichen Verteilung der Kriminalität von Frauen und Männern betrieben, sondern auch zu den Arten der begangenen Delikte und zu unterschiedlichen Begehungsformen. Im Folgenden werden die Besonderheiten bei der Art der durch Frauen verstärkt begangenen Delikte dargestellt sowie das Sonderproblem der häuslichen Gewalt mit weiblichen Tätern behandelt. 1. Art der Delikte Bestimmte Delikte werden von Frauen – gemessen am insgesamten Anteil von 24,1% – überdurchschnittlich häufig begangen, wie etwa Misshandlung von Kindern (43,4%), Misshandlung von Schutzbefohlenen (41,4%), Ladendiebstahl ohne erschwerende Umstände (39,6%), Betrug (30,2%), Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz (29,4%), Beleidigung (26,3%), Unterschlagung (25,2%) und Veruntreuung (25,1%)587. Auffällig ist, dass selbst dabei – mit Ausnahme der Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflicht mit einem Frauenanteil von 71,9% – von frauentypischen Straftaten nicht gesprochen werden kann, da der Frauenanteil unter 50% liegt und damit hinter der männlichen Belastung zurückbleibt. Wie oben festgestellt, weisen Frauen und Mädchen nur einen relativ geringen Tatverdächtigenanteil bei schwereren Gewaltdelikten, wie Mord, Totschlag und schwerer oder gefährlicher Körperverletzung, auf588. Männer verhalten sich grundsätzlich aggressiver als Frauen589. Selbst wo Frauen relativ häufig kriminell in Erscheinung treten, ist die Kriminalität innerhalb der einzelnen Deliktarten vergleichsweise geringer und der Anteil an Bagatelldelikten größer590. Bei den Verurteilten zeigt sich, dass 25% Frauenanteil bei Diebstahl und Unterschlagung zu verzeichnen ist, 39,4% bei Betrug und 25,6% bei Straftaten gegen das Ausländergesetz591. Bei anderen Straftatbeständen bleibt die Frauenquote hinter der insgesamten weiblichen Verurteilungsquote zurück. 2. Frauen als Täterinnen im häuslichen Bereich und in der Pflege (Exkurs) Unter „Häuslicher Gewalt“ versteht man nach einer engen Definition „Formen der physischen, sexuellen, psychischen, sozialen und emotionalen Gewalt, die zwischen erwachsenen Menschen stattfindet, die in nahen Beziehungen zueinander stehen 587 BKA (Hg.), PKS 2007, Anhang Tabelle 20. 588 Vgl. auch Hermann in: Kerner/Marks (Hrsg.), Internetdokumentation Deutscher Präventionstag, S. 2 f; Siegel, Criminology, S. 90; Hale/Hayward, Criminology, S. 348. 589 Moffitt/Caspi u.a., Sex differences in antisocial behaviour, S. 57. 590 Kaiser, Kriminologie, S. 493, Rn. 28; Heinz in: BewHi 2002, S. 131 (138). 591 Statistisches Bundesamt, Verurteilungsstatistik 1976 – 2004, S. 90. 100 oder gestanden haben“592. Der Begriff „häuslich“ umfasst im Sprachgebrauch die eigenen vier Wände, räumlich also den privaten Nahraum, die Wohnung oder das Haus. Durch ihn wird zum einen die besondere Problematik einer Tabugrenze deutlich, die verhindert, dass eine Vielzahl der gewalttätigen Übergriffe angezeigt werden, wodurch ein extrem großes Dunkelfeld entsteht593. Zum anderen konstituiert er auch die besondere Verwerflichkeit und den Mehrwert der Gewalt, die im eigenen Zuhause ausgeübt wird594. Nach der weiten Definition wird davon auch Gewalt gegen Kinder, gegen alte Menschen, zwischen Geschwistern und Gewalt von Kindern gegen ihre Eltern erfasst595. Letztere Definition ist zu bevorzugen. Es ist nicht ersichtlich, warum der Begriff „häusliche Gewalt“ auf einen bestimmten Personenkreis, etwa erwachsene Lebenspartner, beschränkt werden muss und andere Menschen, die in demselben engen sozialen Nahraum bzw. in denselben engen sozialen Bindungen leben, wie etwa Kinder oder (pflegebedürftige) Senioren, von der Definition ausgeschlossen bleiben sollen. Die Problematik von Frauen als Täterinnen von Vergehen und Verbrechen im häuslichen Bereich steht dem Thema dieser Dissertation insofern nahe, als sie von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit als solche nicht oder kaum wahrgenommen wird596. Dass unter häuslicher Gewalt in erster Linie männliche Gewalt verstanden wird, ist ein tief in den Gefühlen und im Weltbild der Menschen verankerter Glaube597: Er basiert auf dem gesellschaftlich vorherrschenden Rollenbild, nach dem Männer und Männlichkeit mit der aggressiven, starken Täterposition gleichgesetzt werden, Frauen und Weiblichkeit mit der nicht aggressiven, schwachen Opferrolle598. Das traditionelle Männerbild verhindert, dass Männer als Opfer von Gewalt durch Frauen wahrgenommen werden599 und die Geschlechtsrollenidentität hindert misshandelte Männer, sich als Opfer von Frauengewalt zu sehen, da dies mit einer achtbaren männlichen Identität nicht vereinbar ist600. Tun sie es doch und gehen an die Öffentlichkeit oder wenden sich an die Behörden, finden sie weder kommunikative Resonanz, noch soziale oder rechtliche Unterstützung601. Ihre Situation wird mit der von vergewaltigten oder misshandelten Frauen vor 30 Jahren verglichen, die ebenfalls gegen Verleumdung und gegen Ignoranz kämpfen mussten602. Eine Untersuchung, die sich mit der Frage nach der Verteilung der Gewalt im häuslichen Bereich beschäftigt, ist eine Auswertung der neuseeländischen Dunedin Multidiscipli- 592 Vgl. Kavemann, Fortbildung für die Intervention bei häuslicher Gewalt, S. 31. 593 Bock, M. in: BIS 2003, S. 25 (29). 594 Bock, M. in: BIS 2003, S. 25 (26). 595 Wyss, Wenn Frauen gewalttätig werden, S. 11. 596 Bock, M. in: BMSG, S. 103 (110); Wyss, Wenn Frauen gewalttätig werden, S. 7; Bock, M. in: Lamnek/Boatca (Hrsg.), S. 179 ff. 597 Bock, M. in: BIS 2003, S.25 (27). 598 Bock, M. in: Lamnek/Boatka (Hrsg.), Geschlecht, Gewalt, Gesellschaft, S. 179 (182). 599 Wyss, Wenn Frauen gewalttätig werden, S. 15; vgl. zum Ignorieren weiblicher Gewalt: Popp in: Lamnek/Boatka (Hrsg.), Geschlecht, Gewalt, Gesellschaft, S. 195 ff. 600 Bock, M. in: BMSG, S. 103 (106). 601 Bock, M. in: BMSG, S. 103 (106); Lenz/Jungnitz in: BMSG, S. 111 (115 ff). 602 Wyss, Wenn Frauen gewalttätig werden, S. 15. 101 nary Health and Development Research Unit (so genannte Dunedin-study). Im Rahmen dieser prospektiven Kohortenuntersuchung wurde das Leben von 1.000 Probanden ab dem dritten Lebensjahr verfolgt und mit Hinblick auf unterschiedlichste wissenschaftliche Fragestellungen ausgewertet603. Für die Frage nach der Verteilung der häuslichen Gewalt wurden die ersten zwei Lebensdekaden der Probanden unter der generellen Betrachtung des antisozialen Verhaltens untersucht. Hierbei wurden die Probanden im Alter von 21 Jahren über ihre Erfahrungen mit Gewalt in der Partnerschaft befragt. Diese erfahrungswissenschaftliche Überprüfung des Mythos des männlichen Täters und des weiblichen Opfers zeigte, dass Frauen und Männer in annähernd gleichem Umfang Täter und Opfer häuslicher Gewalt sind604. Dies gilt vor allem, wenn man das als sehr groß einzuschätzende Dunkelfeld einbezieht, das durch die inneren und äußeren Hürden beim Weg ins Hellfeld entsteht, die gerade Männer, die Opfer von weiblicher Gewalt geworden sind, zu überwinden haben und durch die sie eine sekundäre Viktimisierung erfahren müssen605. Zur Operationalisierung des Begriffes „Gewalt“ in Intimpartnerschaften wurde die so genannte Conflict Tactics Scale (CTS) eingeführt, eine Unterscheidung dreier Konfliktlösungsstrategien in Intimbeziehungen: Erstens die vernünftige Konfliktlösung wie Diskussion oder Inanspruchnahme von Hilfe durch Dritte, zweitens die verbale Aggression wie Beleidigung oder Androhung von Gewalt und drittens schließlich Gewalt durch Verprügeln oder Verwendung einer Waffe. Bei Untersuchungen mit Hilfe der CT-Scale wurde festgestellt, dass die Gewaltinitiative zu 52,7% von den weiblichen Partnern ausging, diese sich also nicht nur mit Gewalt gegen Gewalt verteidigen, sondern Gewalt als Angriffsmittel nutzen606. Hierbei wurden insbesondere Gewaltformen, wie das Verwenden von Schlaginstrumenten, Drohen mit Waffen, Treten, Beißen oder Zuschlagen mit der Faust sowie Werfen von Gegenständen, häufiger von Frauen angewandt als von Männern. Gefolgert wird aus diesen Ergebnissen, dass grundsätzlich eine Gleichverteilung bei der häuslichen Gewalt gegeben sei607 – eine Ansicht die sehr umstritten ist608. Es werden aber nicht nur Männer Opfer von Frauen, sondern insbesondere und in größerem Ausmaße auch Kinder. Im Jahre 2007 lag der Anteil der weiblichen Täter bei der Misshandlung von Schutzbefohlenen bei 41,4%, bei der Misshandlung von 603 Moffitt/Caspi u.a., Sex differences in antisocial behaviour, S. XV. 604 Vgl. Moffit/Caspi u.a., Sex differences in antisocial behaviour, S. 61 und 66; Gemünden in: Lamnek/Boatka (Hrsg.), Geschlecht, Gewalt Gesellschaft, S. 333 (351); mit weiteren Hinweisen Bock, M. in: BIS 2003, S.25 (27). 605 Vgl. hierzu: Bock, M. in: BIS 2003, S. 25 (27 f). 606 Vgl. Moffit/Caspi u.a., Sex differences in antisocial behaviour, S. 63 ff. 607 So: Bock, M. in: Lamnek/Boatka (Hrsg.), Geschlecht, Gewalt, Gesellschaft, S. 179 ff; Moffit/Caspi u.a., Sex differences in antisocial behaviour, S. 69; Müller in: Lamnek/Boatka (Hrsg.), Geschlecht, Gewalt, Gesellschaft, S. 507 ff; Bock, M. in: BIS 2003, S.25 (27); Gemünden in: Lamnek/Boatka (Hrsg.), Geschlecht, Gewalt, Gesellschaft, S. 333 (351); Straus in: Arriaga/Oskamp, Violence in Intimate Relationships, S. 17 (18). 608 Hagemann-White/Kavemann u.a. in: Sozial Extra 2003, S. 22 (22) ff. 102 Kindern bei 43,4%609. Im Verhältnis zu den anderen Gewaltdelikten sind Frauen also in solchen, die gegen Kinder gerichtet sind, überproportional häufig vertreten610. Auch nach Erhebungen des US-amerikanischen National Clearinghouse on Child Abuse and Neglect Information (NCCAN) werden Kinder und insbesondere Jungen eindeutig häufiger von ihren Müttern als von ihren Vätern misshandelt611. Ferner liegt laut PKS 2007 der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen beim sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen bei 6,1%, beim sexuellen Missbrauch von Kindern bei 4,4%612. Diese Zahlen sind allerdings aufgrund der vermutlich extrem hohen Dunkelziffer nach oben zu korrigieren, so dass geschätzt wird, dass in Deutschland etwa 10% der Täter beim sexuellen Missbrauch von Kindern Frauen sind613. Ferner richtet sich seit den 80er Jahren das Augenmerk der Sozialwissenschaften vermehrt auf das Problem der Misshandlung von älteren Menschen614. Forschungen in diesem Bereich begegnen zahlreichen Schwierigkeiten, wie etwa Artikulationsschwierigkeiten der Opfer oder Furcht der Betroffenen vor noch gravierenderen Folgen615. Nach einer Bonner Studie haben 10% der älteren Menschen in den letzten 5 Jahren Gewalterfahrungen gemacht616. Seelische Misshandlungen und finanzielle Schädigungen standen dabei an erster Stelle617. Andere Untersuchungen nennen physische Gewalthandlungen und Medikamentenmissbrauch als die bedeutendsten Viktimisierungsformen618. Aber auch körperliche Misshandlungen, wie Schläge sowie das Enthalten von Wasser, Nahrung und Kleidung, kommen vor619. Im Zusammenhang mit Altenheimen wurde neben Formen der Vernachlässigung auch von Gewaltausübungen durch Fixierung und medikamentöser Ruhigstellung berichtet620. Ebenso kommen vergleichbare Taten im sozialen Nahraum, d.h. im häuslichen Bereich, vor. Hierbei findet die Gewalt nicht durch Fremde statt, sondern v.a. bei der Pflege durch Familienangehörige im häuslichen Bereich. Durch die hohe Zahl der weiblichen Kranken- und Altenpfleger621 sowie durch die Tatsache, dass die Haupt- 609 BKA (Hrsg.), PKS 2007, Tabelle 20 (Aufgliederung der Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht). 610 Ebenso: Günther, Die Beteiligung von Frauen am sexuellen Missbrauch von Kindern, S. 70. 611 Bock, M. in: BMSG, S. 103 (108); Bock, M. in: BIS 2003, S. 25 (29). 612 BKA (Hrsg.), PKS 2007, Tabelle 20 (Aufgliederung der Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht). 613 Vgl. Günther, Die Beteiligung von Frauen am sexuellen Missbrauch von Kindern, S. 157, insb. zur Dunkelziffer: S. 192 ff; vgl. auch Göppinger, Kriminologie, S. 415; ansonsten zum sexuellen Missbrauch durch Frauen auch: Gerber in: Heinrich-Böll-Stiftung, S. 75 ff. 614 Görgen, Gewalt gegen ältere Menschen im stationären Bereich, S. 1. 615 Eisenberg, Kriminologie, S. 1001. 616 Hirsch/Brendebach in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 1999, S. 449 (449). 617 Hirsch/Brendebach in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 1999, S. 449 (452). 618 Sowarka/Schwichtenberg-Hilmert/Thürkow, Gewalt gegen ältere Menschen, S. 8. 619 Kaiser, Kriminologie, S. 547. 620 Eisenberg, Kriminologie, S. 798. 621 Statistisches Bundesamt, http://www.destatis.de/basis/d/gesu/gesutab1.php 103 last in der häuslichen Pflege von Frauen getragen wird622, besteht, wie bei der häuslichen Gewalt gegen Männer und Kinder, Grund zur Annahme einer hohen Quote weiblicher Täterinnen. IV. Fazit Sowohl im Hellfeld als auch nach Dunkelfelduntersuchungen liegt der weibliche Anteil an der Gesamtkriminalität deutlich unter dem männlichen Anteil, wobei im Dunkelfeld der Unterschied geringer ausfällt als im Hellfeld. Zum Teil werden Delikte überdurchschnittlich oft von Frauen begangen, jedoch nur gemessen an der Frauenkriminalitätsrate, denn auch bei diesen Delikten liegt ihr Anteil im Hellfeld bei unter 50%. Insbesondere Gewaltdelikte werden zu einem Großteil von Männern verübt. Zu beachten ist allerdings, dass Frauen im durch das Hellfeld kaum erfassten häuslichen Bereich gegenüber ihren Partnern in annähernd gleichem Umfang zu Tätern werden wie Männer. Auch gegenüber Kindern und pflegebedürftigen älteren Menschen ist eine hohe Quote weiblicher Täterinnen zu vermuten. Eine niedrigere Rate ist auch in der Zeit von 1933 bis 1940 bei der im normalen Alltag von Frauen verübten Kriminalität festzustellen. B. Die Rolle der Frau in der NS-Zeit und deren Entwicklung Um die weibliche Täterschaft im nationalsozialistischen System zu erklären, sind insbesondere die Besonderheiten der Rolle der Frau in dieser Zeit sowie deren Entwicklung während der Weimarer Republik und des „Dritten Reiches“ zu berücksichtigen. I. Das Selbstverständnis der Frauen in der Weimarer Republik Das Frauenbild des beginnenden 20. Jahrhunderts war geprägt von einem gesellschaftlichen Modernisierungsprozess und einem veränderten Rollenverständnis der Geschlechter623. Viele Frauen organisierten sich innerhalb der Frauenbewegung, die das Erlangen politischer, sozialer und ziviler Bürgerrechte anstrebte. 1919 wurde zu Beginn der Weimarer Republik die lange erstrebte Hauptforderung der Frauenbewegung, die Erlangung des Wahlrechts, erfüllt624. Die Gleichberechtigung wurde in der 622 dpa, Die Welt vom 27.12.2006 (http://www.welt.de/data/2006/12/27/1157398.html) 623 Vgl. de Visser in: Determann/Hammer/Kiesel (Hrsg.), Verdeckte Überlieferungen, S. 107 (107); Wesp, Frisch, fromm, fröhlich, Frau, S. 11 ff. 624 Schwanecke, Die Gleichberechtigung der Frau unter der Weimarer Reichsverfassung, S. 8, Scheub, Verrückt nach Leben, S. 7.

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Zusammenfassung

Bisher wurde der Rolle der Frau als Täterin im makrokriminellen Gefüge des Dritten Reichs und den Ursachen für ihre Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen, Genozid und anderen Gewalttaten in der Kriminologie und der Geschichtswissenschaft kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Theorien beziehen sich bei ihren Erklärungsversuchen nahezu ausschließlich auf Männer als Täter.

Das Werk schließt diese Forschungslücke, indem es aus kriminologischer Perspektive der Frage nachgeht, warum sozial völlig unauffällige und angepasste Frauen zu Täterinnen von unmenschlichen, unmoralischen und ethisch verwerflichen Handlungen werden können, wie sie im „Dritten Reich“ geschahen.