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Rolf Eicke, Alternativen zur Repatriierung in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 109 - 110

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

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I. Repatriierung 109 poräre Verwahren der ausländischen Gewinne auf der Ebene der Holdinggesellschaft.388 Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es drei verschiedene Methoden:389  Umleitung von Einkünften (direct conduit);  Umformung von Einkünften (secondary sheltering / stepping stone conduit / rule shopping);  zeitliches Abschirmen von Einkünften (deferral / primary sheltering).390 F. Alternativen zur Repatriierung Obwohl Repatriierungsstrategien sehr weit verbreitet sind, gibt es auch noch andere Mittel in der internationalen Steuerplanung. Manche dieser Alternativen sind aus steuerlicher Sicht vorteilhafter. Alternativ oder kumulativ eignen sich die oben391 beschriebenen Allokationsstrategien. Außerdem ist ein direkter Kapitalfluss zwischen der Muttergesellschaft und den Tochtergesellschaften nicht zwingend, falls die Vergabe von Darlehen eine Option ist.392 Tochtergesellschaften können ein Darlehen an ihre Muttergesellschaft vergeben, um deren Investitionen zu finanzieren. Die Zinsgewinne dieser Transaktion sollten allerdings in einem Niedrigsteuerland unter Abschirmung von der U.S.-amerikanischen Besteuerung realisiert werden.393 Eine weitere Alternative wäre eine »Dreiecksstrategie«, indem niedrigbesteuerte Konzernunternehmen an ein anderes Konzernunternehmen Eigen- oder Fremdkapital vergeben. Letzteres Konzernunternehmen könnte 388 Kessler, Überlegungen zur Standortwahl einer Euro-Holding aus steuerlicher Sicht, in: Fischer, Grenzüberschreitende Aktivitäten deutscher Unternehmen und EU-Recht, 1997, S. 130, 136. 389 Kessler, Überlegungen zur Standortwahl einer Euro-Holding aus steuerlicher Sicht, in: Fischer, Grenzüberschreitende Aktivitäten deutscher Unternehmen und EU-Recht, 1997, S. 130, 138; Hoffmann, Steueroptimales Ausschüttungsverhalten und Repatriierungsstrategien, in: Grotherr, Handbuch der internationalen Steuerplanung, 2003, S. 503, 509-510. 390 Siehe oben Kapitel 2(I.)(A.). 391 Siehe oben Kapitel 2(II.)(C.). 392 Siehe auch den Beispielsfall in Endres, Zur steueroptimalen Vergabe von Eigenoder Fremdkapital ins Ausland, Praxis Internationale Steuerberatung 2006, 255- 258. 393 Altshuler/Grubert, Repatriation Taxes, Repatriation Strategies and Multinational Financial Policy, Journal of Public Economics 2003, Vol. 87, 73ff. Eine Studie über empirische Belege zu den Alternativen von Repatriierungen veröffentlichten Altshuler/Grubert, Repatriation Taxes, Repatriation Strategies and Multinational Financial Policy, Journal of Public Economics 2003, Vol. 87, 73, 95. 110 Kapitel 3: Repatriierungsstrategien sodann als ein Vehikel zur steuerfreien Repatriierung genutzt werden, indem es der Muttergesellschaft ermöglicht, niedrigbesteuerte Einkünfte zusammen mit hochbesteuerten Einkünften zu repatriieren. Schließlich können diese Einkünfte an die Muttergesellschaft ohne nennenswerte zusätzliche Repatriierungskosten repatriiert werden.394 G. Gesetzliche Anreize zur Repatriierung Kritische Stimmen behaupten, dass das derzeitige U.S.-amerikanische Steuersystem Unternehmen von der Repatriierung ausländischer Gewinne abschreckt und fordern daher eine Steuersatzsenkung.395 Einschlägige Studien besagen, dass eine dauerhafte Steuersenkung keinerlei Einfluss auf die Repatriierung von ausländischen Gewinnen habe. Vielmehr würden Unternehmen sogar dazu verleitet werden, ihren Kapitalfluss aus den Vereinigten Staaten ins Ausland zu erhöhen.396 Bestenfalls wären zeitlich begrenzte Steueranreize dazu geeignet, den Repatriierungsumfang zu erhöhen.397 Folglich sind (zeitlich begrenzte) Steueranreize das Mittel der Wahl für Staaten, die den Repatriierungsumfang ihrer Steuerpflichtigen erhöhen 394 Siehe Altshuler/Grubert, Repatriation Taxes, Repatriation Strategies and Multinational Financial Policy, Journal of Public Economics 2003, Vol. 87, 73ff. 395 Befürworter einer Steuersatzsenkung waren Ensign, Testimony Before the Senate Finance Committee on July 15, 2003, der die Grundlagen für die Rahmenbedingungen des späteren § 965 IRC lag. Allen, Testimony Before the Senate Finance Committee on July 15, 2003. Hines und andere sagten vor dem Senate Finance Committee im Jahre 2003 aus, dass die gegenwärtige U.S.-amerikanische Steuerpolitik möglicherweise die Produktivität der Weltwirtschaft und den Wohlstand der Vereinigten Staaten reduziere. Siehe Hines, Statement Before the Senate Finance Committee on July 15, 2003, S. 2. 396 Gegner einer Steuersatzsenkung waren Sheppard, U.S. Repatriation Amnesty And Other Bad Ideas, Tax Notes International 2003, Vol. 31, 860-866; Bennett/Stimmel, Finance Approves 19-2 Export Tax Bill with More Manufacturing, Daily Tax Report (BNA), Vol. 191, October 2 2003, GG 1 und 2. Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile einer Steuersatzsenkung befindet sich in U.S. Congress, Background and Selected Issues Relating to the Competitiveness of U.S. Businesses Abroad, JCX-68-03, July 14, 2003, 39-42. Die Bevorzugung multinationaler U.S.-amerikanischer Unternehmen gegenüber rein national agierenden U.S.amerikanischen Unternehmen beklagend Sullivan, U.S. Relief for Prodigal Profits, Tax Notes International 2003, Vol. 30, 742-747. Allerdings gesteht Sullivan ein, dass ohne steuerliche Anreize für multinationale U.S.-amerikanische Unternehmen weniger Repatriierungen durchgeführt werden würden und infolgedessen ein notwendiger stimulierender Effekt für die U.S.-amerikanische Wirtschaft ausbleiben würde (S. 744). Ferner Brumbaugh, Tax Exemption for Repatriated Foreign Earnings (2003), S. CRS-7. 397 Hartman, Tax Policy and Foreign Direct Investment, National Tax Journal 1984, Vol. 37, No. 4, 475, 486.

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References

Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.