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Rolf Eicke, Strategien für die Steuerplanung mit Holdinggesellschaften in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 80 - 81

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

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80 Kapitel 2: Steuerplanung mit Holdinggesellschaften Abbildung 9: Vergleich der Rechtsformen C. Strategien für die Steuerplanung mit Holdinggesellschaften Es gibt zwei Arten von Strategien für den Einsatz von Holdinggesellschaften:  Repatriierungsstrategien und  Allokationsstrategien. Beide Strategien sind miteinander kombinierbar, was in der Praxis häufig geschieht.266 In Repatriierungsstrategien werden Holdinggesellschaften als Vehikel eingesetzt, um Gewinne zur Muttergesellschaft zur repatriieren, indem Einkünfte umgeleitet, umgeformt oder temporär abgeschirmt werden. In Repatriierungsstrategien werden Holdinggesellschaften als eine zusätzliche Einheit zur Einkunftsgewinnung genutzt.267 Repatriierungsstrategien sind ein Kernelement dieser Dissertation und werden im Detail in Kapitel 3 erklärt. Dem hingegen verfolgen Allokationsstrategien das Ziel, Gewinnausschüttungen auf der Ebene der Holdinggesellschaft möglichst steueroptimal zu gestalten.268 Folglich werden Holdinggesellschaften als primäre 264 Buchenau/Fröndhoff, Trickreiche Umwandlung, Handelsblatt v. 26.6.2007, S. 2. 265 Eine Liste der existierenden und geplanten SEs befindet sich unter: http:// www.seeurope-network.org/homepages/seeurope/secompanies.html 266 Kessler, Die Euro-Holding, 1996, S. 95. 267 Kessler/Dorfmüller, Gestaltungsstrategien bei internationaler Steuerplanung mit Holdinggesellschaften, Praxis Internationale Steuerberatung 2001, S. 177, 182. 268 Kessler/Dorfmüller, Gestaltungsstrategien bei internationaler Steuerplanung mit Holdinggesellschaften, Praxis Internationale Steuerberatung 2001, S. 177, 182. Stabilität Flexibilität Neutralität Zentralität Körperschaft (SE) PersG Holding- Betriebsstätte Stabilität Flexibilität Neutralität Zentralität II. Holdinggesellschaften: Charakteristika und Konzepte 81 Einkunftsquelle genutzt. Mögliche Techniken sind der Top-Down Approach und der Bottom-Up Approach,269 je nachdem in welche Beteiligungsrichtung die Einkünfte transferiert werden. Beispiele für einen Top-Down Transfer von Einkünften auf eine niedrigere Beteiligungsebene sind:  die Realisierung von Veräußerungsgewinnen und Veräußerungsverlusten sowie die Realisierung von Liquidationsgewinnen und Liquidationsverlusten;  eine Beteiligungsabschreibung und  der Transfer von Ausgaben, die mit dem Erwerb oder dem Halten von Beteiligungen im Zusammenhang stehen.270 Der Bottom-Up Approach, d.h. die Verlagerung von Einkünften auf eine höhere Beteiligungsstufe, kann beispielsweise in einem Cross-Border Group Relief Shopping bestehen.271 D. Gestaltungsmittel der Steuerplanung mit Holdinggesellschaften Für die verschiedenen Gestaltungsmittel der Steuerplanung mit Holdinggesellschaften hat Kessler einige Schlagwörter erfunden.272 269 Kessler, Die Euro-Holding, 1996, S. 91ff. 270 Kessler, Die Euro-Holding, 1996, S. 91. 271 Gegenwärtig ist das österreichische Gruppenbesteuerungssystem besonders attraktiv, welches eine grenzüberschreitende Verrechnung von Gewinnen und Verlusten zulässt. Dies könnte ein Argument dafür sein, eine Zwischenholdinggesellschaft in Österreich zu nutzen. Siehe Kessler/Daller, Die österreichische Gruppenbesteuerung aus der Sicht ausländischer Gruppenmitglieder, IStR 2006, 289, 295, 296. Ähnlich attraktiv war lange Zeit das dänische Gruppenbesteuerungssystem. Aufgrund später hinzugefügter Restriktionen hat das dänische System viel von seiner Attraktivität eingebüßt. Siehe Emmeluth, Host Country Denmark, Tax Planning International Forum 2005, Vol. 26, September 2005, 11, 13; Kessler/Daller, Dänemark: Verschärfung der Gruppenbesteuerung, IStR 2005, Länderbericht, Heft 15, S. 2; Kessler/Daller, Gruppenbesteuerungssysteme im internationalen Vergleich, taxlex 2005, 218, 219, 220. 272 Kessler, Die Euro-Holding, 1996, S. 279ff. Ferner, Dorfmüller, Tax Planning for U.S. MNCs, 2003, S. 68-81. Siehe auch die tabellarische Auflistung der Maßnahmen in Kessler, Die Euro-Holding, 1996, S. 98ff.; Kessler, Holdinggesellschaften und Kooperationen in Europa, in: Schaumburg, Steuerrecht und steuerorientierte Gestaltungen im Konzern, 1998, S. 177, 194ff.; Bader, Steuergestaltung mit Holdinggesellschaften, 2007, S. 95-118.

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Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.