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Birgit Blättel-Mink, Caroline Kramer, Doing Aging – Weibliche Perspektiven des Älterwerdens in:

Birgit Blättel-Mink, Caroline Kramer, Saskia-Fee Bender (Ed.)

Doing Aging - Weibliche Perspektiven des Älterwerdens, page 9 - 18

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4246-5, ISBN online: 978-3-8452-1760-4, https://doi.org/10.5771/9783845217604-9

Series: Schriften zur interdisziplinären Frauen- und Geschlechterforschung, vol. 7

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9Doing Aging – Weibliche Perspektiven des Älterwerdens Birgit Blättel-Mink und Caroline Kramer 1. Prospektion und Interdisziplinarität: Annäherungen an weibliche Perspektiven des Älterwerdens Die deutsche Gesellschaft steht vor einer Phase eindrücklicher demographischer Veränderungen, die in der öffentlichen Diskussion vor allem unter den Stichworten Schrumpfung und Alterung zusammengefasst werden (u.a. Birg 2001, 2003, 2004, Lehr 2003, Bähr 2004, Gans/ Leibert 2007, Bucher/ Schlömer 2007). Dabei wird im Hinblick auf den Alterungsprozess, und darum soll es im folgenden vorrangig gehen, zumeist davon ausgegangen, dass es in den kommenden fünf Dekaden zum einen zunehmend mehr ältere Menschen geben wird und dass diese zum anderen ähnlich handeln bzw. sich (auch raumrelevant) ähnlich verhalten werden wie dies bisher Personen dieser Altersgruppen getan haben. Es ist jedoch beispielsweise über die Lebensentwürfe, die aktuellen und zukünftigen Lebensstile oder die Wohnansprüche der künftigen älteren Generationen bislang nur sehr wenig bekannt. Man kann allerdings davon ausgehen, dass sie sich von denen der heute älteren Generationen deutlich unterscheiden werden, da sie durch Bildungsexpansion, Emanzipation und Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsfindungsprozessen über andere Ansprüche an ein gutes Leben und Potentiale dieses zu realisieren verfügen. Insbesondere Frauen haben von den genannten gesellschaftlichen Veränderungen profitiert bzw. diese nicht zuletzt initiiert und mitgetragen (u.a. Berger/ Kahlert 2006). Insofern ist es von besonderem Interesse zu erfahren, wie die große soziale Gruppe der Frauen zwischen 50 und 64 Jahren den Prozess des Alterns gestaltet, wie sie z.B. den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand plant, wie und wo sie in den kommenden Jahren leben will und was sie diesbezüglich von ihrem sozialen und räumlichen Umfeld erwartet. Es kann in diesem Kontext davon ausgegangen werden, dass die in den heutigen Seniorengenerationen noch häufig anzutreffenden Rollenbilder sich in der Generation 50plus, modifiziert haben. Ebenso wie in der Geschlechterforschung davon ausgegangen wird, dass das soziale Geschlecht nicht ein natürliches und unveränderbares Merkmal ist, sondern "gemacht" und konstruiert wird - also "Doing Gender", gehen wir davon aus, dass auch das Altern nicht nur "natürlichen" Regeln unterliegt, sondern Gestaltungsmöglichkeiten bietet. In einer Kombination von Alter UND Geschlecht ist damit in zwei- 10 facher Hinsicht ein "Doing" zu erwarten, so dass in Anlehnung daran der Buchtitel "Doing Aging" entstanden ist. Die zentrale Fragestellung der hier versammelten Beiträge lautet: Wie und wo werden die Frauen dieser Generation ihr zukünftiges Leben gestalten, wie nehmen sie sich selbst wahr, welche Erwartungen haben sie an ihren eigenen Alternsprozess, welche Bedürfnisse haben sie an ihren sozialen und räumlichen Kontext, und welche sozialen und planerischen Maßnahmen sind erforderlich, um diesen Vorstellungen gerecht zu werden? Wo stoßen Frauen mit ihren Vorstellungen an Grenzen, welchen Barrieren sehen sie sich in ihrem jeweiligen sozialen und räumlichen Kontext gegenüber, welche Lösungsstrategien haben sie bisher eingesetzt und wie sollen diese Barrieren in Zukunft überwunden werden? Der Band basiert auf Beiträgen einer interdisziplinären Tagung, die sich mit diesen und anderen Fragen beschäftigt hat. Nicht das Alter an sich, sondern der aktiv gestaltete Prozess des Alterns, d.h. der Prozess des Übergangs von der eigenen Erwerbsphase in den Ruhestand und/ oder die Begleitung des Partners in dieser Phase steht dabei im Focus. Die Autorinnen und Autoren nehmen eine neue, prospektive Perspektive ein, die sich von den bisherigen Studien über Seniorinnen, die bereits seit geraumer Zeit im Ruhestand sind (u.a. Adolph/ Heinemann 2002, Amrhein 2004, Flade u.a. 2001, Mollenkopf 2002, Schlag/ Megel 2002, Schneider-Sliwa 2004), unterscheidet. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes setzen sich interdisziplinär zusammen. Vertreten sind die Soziologie, Sozial- und Stadtgeographie, (Sozial)Psychologie, Soziale Gerontologie, Ethische Medizin und die Geschichtswissenschaft. Schließlich wird in vielen Beiträgen eine angewandte Perspektive integriert, in der Aspekte der Sozialpolitik, Sozialplanung, der Regional- und Kommunalplanung berücksichtigt werden. In einer solchen interdisziplinären Perspektive greifen die unterschiedlichsten Themenbereiche ineinander (vgl. Abb. 1): Lebensstile als Ausdruck individueller Präferenzen und Werte und als Ergebnis bisheriger Erfahrungen, Altersbilder und ihre normative Wirkung auf das aktuelle und zukünftige Handeln, das Wohnumfeld und der Wohnstandort als Rahmenbedingung für den aktuellen und zukünftigen Aktionsraum (sowie evtl. geplante Verlagerungen des Wohnsitzes), die Bedeutung von Erwerbsarbeit, die Integration von älteren Arbeitnehmerinnen auf dem Arbeitsmarkt, die Rolle von Weiterbildung, orientiert am Konzept „lebenslanges Lernen“ und Kreativität im Alternsprozess, das Verhältnis zu Umwelt/ Nachhaltigkeit (z.B. zu ökologischen Innovationen) und nicht zuletzt auch die psychisch-medizinische Komponente sowie die Körperlichkeit (Sexualität) im Zusammenspiel mit sozialen Altersbildern. Diesen großen „Strauß“ von Themen mit dem speziellen Fokus auf Frauen über 50 wird nicht nur interdisziplinär diskutiert, sondern zudem im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft und zwischen Erwartungen und Realisierungsmöglichkeiten betrachtet. Welche Gestaltungsmöglichkeiten sieht die Einzelne für ihre aktuelle und zukünftige Lebenssituation und welchen gesellschaftlichen oder strukturellen Rahmenbedingungen (z.B. bzgl. ihres regionalen lokalen Kontexts) 11 sieht sie sich gegenüber, wie wirken diese Rahmenbedingungen auf ihre Gestaltungsräume und wie kann sie diese wiederum selbst (mit)gestalten? Abbildung 1: Zentrale Themenbereiche, in denen „Doing Aging“ stattfindet Quelle: eigener Entwurf Um die Vielfalt dieser Themen zu strukturieren, wurden die Beiträge in zwei Themenblöcke gefasst: „Lebensstile, Altersbilder, Wohnen und Migration“ und „Arbeit, (Weiter-)Bildung und Kreativität“. Diese Themenbereiche sind allerdings nicht streng voneinander getrennt zu verstehen, sondern greifen ineinander, wie dies in Abbildung 1 dargestellt wird. Lebensstile und ihre sozioökonomischen Ausprägungen reichen als „Klammer“ in fast alle anderen Themenbereiche hinein und stehen aus diesem Grund im Zentrum der Abbildung. So äußern sie sich in bestimmten Wohnformen und an Wohnorten („Bühnen der Inszenierung“), sie sind mit dem Arbeitsleben verbunden und bilden sich in den ausgeübten Freizeitaktivitäten ab. Diese wiederum sind u.a. mit Altersbildern und psychischen Aspekten verknüpft. Quer dazu liegt das Spannungsfeld Individuum – Gesellschaft, in dem sich diese Gruppe verorten lässt und das wiederum durch Maßnahmen der Sozialpolitik (Arbeitsmarkt-, Gesundheits-, Rentenpolitik usw.) sowie der Raum-, Regional- und Stadtplanung gestaltet wird. 2. Lebensstile, Altersbilder, Wohnen und Migration In dem Beitrag „’Jetzt brauch' ich keinem mehr zu gefallen, nur noch mir’ - Wohnwünsche, Lebensstile und Altersbilder der Generation 50plus in einer Gender- Wohnen/ Migration Psyche/ Altersbilder/ Körper Freizeit/ Kreativität Arbeit/ Bildung Individuum GesellschaftFrauen ab 50 Jahren Lebensstile heute/ in Zukunft Sozialpolitik, Planung 12 perspektive“ beschäftigen sich Caroline Kramer und Carmella Pfaffenbach mit den Zukunftsplänen der heutigen 50- bis 60-Jährigen. Vor dem theoretischen Hintergrund der Strukturationstheorie nach Anthony Giddens und der Constraints-Theorie nach Torsten Hägerstrand werden die Beziehungen zwischen den Akteuren und ihren jeweiligen Ressourcen sowie ihrem räumlichen und sozialen Kontext beleuchtet. Die untersuchten Personen aus der Großstadtregion München zeigten sich insgesamt mit ihrem aktuellen Wohnstandort sehr zufrieden, jedoch äußerten sie z.T. angesichts der hohen Mietpreise große Sorgen, was die Finanzierung der Wohnung nach dem Eintritt in den Ruhestand angeht. Neue Wohnformen sind zwar vielen bekannt, dennoch sind für die eigene Zukunft vorwiegend das betreute Wohnen und das Mehrgenerationenwohnen vorstellbar. Die bisher bekannten Lebensstile der Älteren müssen für die Region München um zwei neue Lebensstile erweitert werden, die mit den Zeitschriftentiteln (gemäß ihrer Zielgruppe) „Fit for Fun“ für die Jugend- und Körperorientierten und „Rolling Stone“ für den Typus der „Alt-68er“ benannt wurden. Letztere sind fast ausschließlich von Männern besetzt; andere Lebensstile, wie „Meine Familie & ich“ werden fast ausschließlich durch Frauen vertreten. Auch die Altersbilder zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männer fürchten eher das Nachlassen der körperlichen Kräfte, wohingegen sich Frauen mit den optischen Veränderungen des Alterns konfrontiert sehen, dies aber – wie im Zitat des Titels – z.T. auch recht gelassen hinnehmen. Zentrale Ressourcen des Handelns sind für die zukünftigen Seniorinnen und Senioren ihre finanziellen Spielräume, die nach wie vor einem geschlechtsspezifischen Gefälle unterliegen, so dass Frauen hier auch stärkere Einschränkungen in der Zukunft befürchten. In ihrem Beitrag „Lebensstile und Altern“ stellen sich Harald Künemund, Pia Albers und Ann-Kathrin Vaske die Frage, inwieweit der Strukturwandel des Alters – im Sinne einer besseren Bildung und besserer Gesundheit – auch neue Lebensstile, vor allem hinsichtlich der Freizeitbeschäftigungen erwarten lässt. Diese scheinen derzeit noch weit in der Zukunft zu liegen, denn in den bisherigen Befragungen ist lediglich eine Steigerung der Fernsehaktivitäten und der Beschäftigung „Kreuzworträtsel-Lösen“ zu erkennen, so die AutorInnen, was im eigentlichen Sinne nicht als neuer Lebensstil interpretiert werden kann. Bei Analysen, die die Veränderung von Lebensstilen älterer Menschen zum Thema haben, zeigt sich als zentrales methodisches Problem die Unterscheidung von Alters- und Kohorteneffekten, denn es kann sich – wie beim Bücherlesen – als Alterseffekt eine Abnahme zeigen, jedoch über die verschiedenen Kohorten betrachtet dennoch eine Zunahme der Bücherlesenden Älteren beobachten lassen. Effekte durch den in der Jugend noch sehr unterschiedlichen Zugang von Männern und Frauen zu Bildung pausen sich heute noch in Form markanter Differenzen der Fernseh- und Lesepräferenzen durch (Männer mit größerem Interesse im sog. „Niveaumilieu“). Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Bildungsbeteilung von Frauen kann dahingehend in Zukunft eine Angleichung erwartet werden. Insgesamt ist jedoch nach Ansicht des AutorInnenteams weiterhin mit Alterseffekten hinsichtlich der Lebensstilisierung zu rechnen. Klaus Friedrich geht in seinem Beitrag zum „Wohnen im Alter. Fluidität und Konstanz der Anspruchsmuster in raumzeitlicher Perspektive“ der Frage nach, in- 13 wieweit die bisher bekannten Muster der Wohnpräferenzen sich fortschreiben lassen. Bisher sind deutliche Präferenzen der Seniorenpopulation für ein Beibehalten des vertrauten Wohnstandorts zu erkennen gewesen und auch die jüngsten Wanderungsstatistiken zeigen eher einen weiteren Rückgang der Binnenwanderungsbeteiligung. Anhand zweier Fallbeispiele zeigt Friedrich unterschiedliche Facetten dieses Themas auf. So zeigen die älteren Betroffenen des sog. „Stadtumbaus Ost“ sehr differenzierte Reaktionen, und erkennen durchaus z.T. auch die Chancen einer solchen Neugestaltung der Wohnumgebung, so schwierig der Verlust der vertrauten Wohnung auch sein mag. Die andere vorgestellte Gruppe Älterer, nämlich die der Ruhestandswanderer nach Mallorca, zeigt sich als „Profiteure zweier Welten“, die nämlich bei Beibehalten der sozialen Kontakte und oft auch eines Wohnsitzes in Deutschland die Vorteile beider Regionen nutzen. Eine Integration in die soziale Gemeinschaft des „sonnigen Südens“ wird dabei allerdings meist nicht vorgesehen. Es zeigt sich, dass eine zunehmende Ausdifferenzierung der Lebensstile und Lebenslagen der zukünftigen Seniorinnen und Senioren zu erwarten ist. Birgit Blättel-Mink geht in ihrem Beitrag zu „Frauen ab 50 und Nachhaltigkeit. Zukunftsorientiertes Handeln zwischen Bewusstsein und Sein“ der Frage nach, inwieweit die heutigen Frauen ab 50 Jahren umweltbewusster denken und handeln als die Frauen vorhergehender Generationen und ob auch davon auszugehen ist, dass diese „Nachhaltigkeit“ sich in das hohe Alter überträgt. Männer und Frauen unterscheiden sich generell recht deutlich was die Einstellungen gegenüber Umweltverschmutzung und die Wahrnehmung der eigenen Verantwortung dafür betrifft. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind auch hinsichtlich des umweltorientierten Handelns im Alltag wie im öffentlichen Leben sichtbar . Die heutigen Frauen ab 50 gehören einer Generation an, die zum großen Teil Kinder hat und diese auch noch zum überwiegenden Teil selbst versorgt hat, d.h. zumindest in der Kleinkinderphase die Erwerbsarbeit reduziert bzw. aufgegeben hat. Dies erklärt neben anderen Faktoren das vergleichsweise hohe Umweltbewusstsein dieser Frauen, das sich vor allem aus der Sorge für die zukünftigen Generationen speist. Gleichzeitig sind die Frauen dieser Altersgruppen in hohem Maße erwerbsorientiert und auch im Alter noch bereit, sich weiter zu bilden um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Damit einher geht die Notwendigkeit mobil zu sein, d.h. ein eigenes KFZ zu nutzen. Sowohl die Theorie der rationalen Wahl als auch die Einstellungstheorie erweisen sich als erklärungskräftig für das insgesamt eher heterogene Bild der Nachhaltigkeit der Frauen ab 50. Barbara Keller zeigt in ihrem Beitrag „Weibliche Entwicklungen 50plus: Herausforderungen, Hemmnisse, Hoffnungen aus psychodynamischer Perspektive“ Facetten des Themas aus einer psychotherapeutischen Sicht auf, die sie um Erfahrungen aus der Praxis erweitern kann. Den Rahmen ihres Beitrags bildet eine Lebensspannenperspektive, in der die Entwicklung des Menschen als lebenslanger Prozess angesehen wird, der sowohl multidimensional als auch multidirektional verlaufen kann. Auch in ihrem Ansatz nimmt der Kontext in Form kultureller Modelle sowie als soziale Repräsentationen gelungener Lebensführung eine zentrale Rolle ein. Auch wenn in der öffentlichen Diskussion die Zäsur in der Lebensmitte und die da- 14 nach zu erwartenden Defizite – vor allem hinsichtlich der Attraktivität und dem „weiblichen“ Erscheinungsbild – häufig thematisiert werden, so zeigen die drei Beispiele aus der therapeutischen Praxis, dass es auch bei verschiedenen Krankheitsbildern durchaus Lösungsansätze in dieser Lebensphase gibt. Sowohl bei einer Depression/ ehelichen Konflikten, bei Anpassungsstörungen als auch bei posttraumatischen Stress als Folge häuslicher Gewalt sind die Nutzung der „Innenräume“ der Patientinnen ebenso wie die Aneignung und Gestaltung konkreter Räume („Ein eigenes Zimmer“ in Anlehnung an Virginia Woolf) als Strategie der Bewältigung erfolgversprechend. Meike Wolf stellt aus einer kulturanthropologischen Sicht auf das Konzept der Wechseljahre die Frage zum Umgang mit diesem Konzept: „Wie viel Prävention ist möglich? Zur Rationalität gesundheitsbewussten Handelns von Frauen der Generation 50plus“. Die Wechseljahre als ein defizitäres Konzept, d.h. ein Prozess, der mit dem Verlust der Reproduktionsfähigkeit bzw. einem befürchteten Verlust der Weiblichkeit einhergeht, werden meist als natürliches bzw. biologisches Schicksal betrachtet, das aus der Kombination der Merkmale Alter und Geschlecht entsteht. Häufig werden Frauen in diesem Zusammenhang erstmals mit kritischen Überlegungen zum Körper und zur eigenen Gesundheit konfrontiert, vor allem dann, wenn – wie in dem von der Autorin vorgestellten Beispiel – eine Hormonersatztherapie eingeleitet wird, die auch in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert wird. Nicht selten überfordern die vertieften Informationen über das Für und Wider einer solchen Therapie die betroffenen Frauen, denn auch die medizinische Diskussion zur Risikobilanzierung ist kontrovers. Mit der zunehmenden Eigenverantwortung wird von den Betroffenen ein rationaler Umgang mit dem eigenen Körper erwartet, der sich mit weiteren z.T. widersprüchlichen Informationen eher schwieriger gestaltet. Eine Auslagerung der Entscheidungen an medizinische ExpertInnen – d.h. ein Arzt oder eine Ärztin des Vertrauens – erscheint derzeit für viele Frauen die einzige Alternative. Inwieweit „Frauen ab 50 – `andere` Chancen und Risiken des Alter(n)s?“ besitzen als Männer, aber auch als heute alte Frauen, untersuchen Gertrud M. Backes und Martina Wolfinger. Ausgehend von einer Kumulation von geschlechtsspezifisch vermittelten Vorteilen und Benachteiligungen betrachten die Autorinnen eine Verknüpfung von Geschlecht und Alter(n) beispielhaft an der Übernahme der Angehörigenpflege, die vorwiegend von Frauen mittleren Alters geleistet wird. Im Gegensatz zu der deskriptiven Verwendung der Kategorien Alter und Geschlecht im Ansatz der „strukturellen Feminisierung“ sehen sie in ihrem Konzept der „geschlechtsspezifischen Vergesellschaftung über den Lebensverlauf“ bessere Möglichkeiten, die geschlechterspezifischen Risiken und Chancen im Alter hinsichtlich der Lebenslagen zu erschließen. Bisher war die „Vergesellschaftung des Alters“ durch eine Entberuflichung und den Übergang in die Familie gekennzeichnet, wobei aufgrund des vorherrschenden Rollenmodells für Frauen familiäre Umbrüche (z.B. Auszug der Kinder) z.T. von größerer Bedeutung waren. Backes und Wolfinger fassen es so zusammen: „Alter(n) ist eine für die Lebenslage riskante und chancenreiche Anforderung bzw. Herausforderung“. Empirische Ergebnisse zeigen, dass besonders häufig diejenigen Frauen ältere Familienangehörige pflegen, die bereits wegen der eige- 15 nen Kinder eine Erwerbstätigkeit aufgegeben hatten. Diese „Vergesellschaftung in familiäre Zusammenhänge“ hat wiederum negative Folgen für die eigene Alterssicherung. Durch Prozesse wie Individualisierung, Flexibilisierung, Deinstitutionalisierung, Mobilität, Mehrfachbelastung sowie Ausweitung nicht planbarer Brüche entstehen u.U. größere Freiheiten, aber auch größere Risiken, die in Kombination zu neuen, anderen Lebenslagen führen werden als die bisher „typischen“ älterer Frauen. 3. Arbeit, (Weiter-)Bildung und Kreativität Kaisa Kauppinen aus Finnland erweitert die Perspektive auf eine europaweite Betrachtung in ihrem Beitrag zu „’Gender, age, work and related myths’ – Changes in EU age structures“. Vor dem Hintergrund der europaweit in die Jahre kommenden „Baby-Boomer“ und der immer weniger klar abgegrenzten biographischen Einschnitte erscheint es wichtig, die Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Alter und Erwerbstätigkeit genauer zu betrachten. Obwohl in den vergangenen Jahren die Erwerbsbeteiligung der 55 - 64-jährigen Frauen in allen Ländern gestiegen ist, sind europaweit beträchtliche Unterschiede von über 60% erwerbstätiger Frauen diesen Alters in Nordeuropa bis zu unter 30% in Südeuropa und Österreich festzustellen, was in hohem Maße mit dem Umfang der schulischen und beruflichen Ausbildung korreliert. Am Beispiel Finnlands, wo die Erwerbsbeteiligung der Frauen vom 40. Lebensjahr bis zur Verrentung der der Männer gleicht, stellt sich die Frage, welche Ursachen dem zugrunde liegen – vor allem vor dem Hintergrund der Lissabon-Agenda, nach der eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von 55 - 64-Jährigen angestrebt wird. Mit dem Wissen um den „double standard of aging“ gibt es verschiedene Maßnahmen, wie Mentoren-Systeme, zusätzliche Urlaubstage (age master holidays) und Gesundheitsprogramme für Ältere, um eine längere Erwerbstätigkeit attraktiv zu machen. Eine Rentenreform in Finnland, die all denjenigen, die über das gesetzliche Rentenalter von 63 Jahren hinaus arbeiten, Rentenerhöhungen ermöglicht und Altersteilzeitregelungen als „sanften Übergang“ anbietet, erfreut sich großer Beliebtheit. Darüber hinaus praktizieren Frauen vor dem Hintergrund einer zunehmenden Emanzipation von Stereotypen des älteren Menschen heute ein anderes „doing aging“ als früher, wobei ein höheres Selbstwertgefühl und mehr Unabhängigkeit eng mit einer längeren Erwerbstätigkeit einhergeht, für die es gilt, Rahmenbedingungen zu schaffen. In engem Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit steht die berufliche Weiterbildung der Frauen, der sich mehrere Beiträge widmen. Angelika Puhlmann geht in ihrem Beitrag „Eine Frage der Zeit – Die älteren Frauen und die Weiterbildung“ diesem Thema nach und deckt dabei Vorurteile auf, nach denen Weiterbildung von Frauen entweder als Ausgleich von Defiziten oder als Hobby, das geschlechtsspezifische Interessen vertieft, abgewertet wird. Das Leitbild des „lebenslangen Lernens“ ist bei den Frauen der Generation 50plus schon lange Realität, nicht zuletzt, um im Erwerbsleben (weiterhin) bestehen zu können und ihre erworbenen Qualifikationen (Erfahrung, Reife) zu nutzen, was einige Unternehmen bereits 16 erkannt haben. Die Höherbewertung der beruflichen Weiterbildung gegenüber der allgemeinen Weiterbildung verschiebt allerdings die Wertschätzung oft zuungunsten der Frauen, auch wenn ihr hohes Bildungsinteresse im Bereich Gesundheit angesichts des demographischen Wandels als positiv eingeschätzt werden sollte. Man könnte dies durchaus als erfolgreiches „Altern lernen“ ansehen, worin Frauen einen Vorsprung haben, der mit passenden Bildungsangeboten weiter ausgebaut werden könnte. Mit Martina Hubers Artikel „Frauen ab 50 – Bedürfnisse und betriebliche Barrieren im Bereich der beruflichen Weiterbildung“ wird dieser Aspekt der beruflichen Weiterbildung mit Hilfe einer empirischen Analyse des Datensatzes aus dem Projekt „Berufliche Weiterbildung als Bestandteil Lebenslangen Lernens“ (WeLL) weiter vertieft. Vor dem Hintergrund, dass in Zeiten ständiger Neuerungen im Arbeitsleben eine in jungen Jahren erworbene Ausbildung nicht mehr ausreicht, sondern lebenslang auch beruflich dazu gelernt werden muss, ist es von Interesse, wie sich ältere Frauen und Männer in der Weiterbildung engagieren und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Es zeigt sich, dass mit zunehmendem Alter der Anteil beider Geschlechter an Weiterbildungsmaßnahmen abnimmt, bei Frauen jedoch noch stärker als bei Männern. Die stärkste Teilnahmebereitschaft an Weiterbildungsmaßnahmen zeigt sich bei Frauen im Dienstleistungssektor und in mittelgroßen Betrieben. Als Gründe für eine Nicht-Teilnahme nennen älteren Frauen überdurchschnittlich oft eine mangelnde Unterstützung durch den Arbeitgeber. Hierin wird ein deutliches Verbesserungspotential gesehen. Saskia-Fee Bender nimmt in ihrem Beitrag „Age-Gender-Diversity – Barrieren und Perspektiven für die Chancengleichheit älterer Frauen in der Arbeitswelt“ das Managementkonzept Diversity aus soziologischer Perspektive zur Grundlage, um den „Double Standard of Aging“ im Erwerbsleben zu beschreiben. Letzterer zeigt sich unter anderem in Form von geschlechtsspezifischen Erwerbschancen sowie einer geringeren Partizipation an Weiterbildungsmaßnahmen älterer Arbeitnehmerinnen. Im Fokus des Beitrages stehen die Fragen, ob und inwieweit Diversity- Konzepte einen Beitrag zur Chancengleichheit älterer Arbeitnehmerinnen leisten und welche betrieblichen Maßnahmen denkbar sind. Exemplarisch greift Bender die Vereinbarkeitsproblematik von Pflege und Beruf auf: Wie sich zeigt versuchen vor allem Frauen eine Pflege- und Berufstätigkeit gleichzeitig auszuüben; zugleich sind pflegende Frauen, die erwerbstätig sind, in weitaus höherem Maße als Männer mit beruflichen Benachteiligungen konfrontiert, was sich wiederum in verminderten Chancen bei Karriere und Weiterbildung äußert. Beratungsleistungen sowie Angebote zu flexibler Arbeitszeitgestaltung und -organisation sind Beispiele die Unternehmen im Rahmen von Age-Gender-Diversity umsetzen. Sie erkennen damit einerseits die Doppelbelastung von Berufs- und Pflegetätigkeit an und lassen andererseits ihre betroffenen Beschäftigten an Karriere und Weiterbildung partizipieren. Die betrieblichen Beschäftigungsstrukturen älterer Arbeitnehmerinnen in Deutschland sind Thema von Anja Spengler, die damit – ergänzend zu den anderen Beiträgen zum Arbeitsleben der Frauen 50plus – grundlegende statistische Informationen für diese Gruppe der Arbeitnehmerinnen liefert. Die Analysen basieren auf 17 den Ergebnissen des Betriebs-Historik-Panel (BHP), in dem alle Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten abgebildet sind. Frauen über 50 Jahre sind in Deutschland wesentlich seltener beschäftigt als Männer und ihre Erwerbsquote nimmt im Alter noch stärker ab. Allerdings steigt der Anteil der erwerbstätigen Frauen in den vergangenen Jahren, und es steigt der Anteil der Unternehmen, in denen ältere Frauen beschäftigt sind, wobei das Gros der Betriebe zum Dienstleistungssektor zählt. Dass diese weibliche Beschäftigung mit zunehmendem Alter immer mehr zur Teilzeiterwerbstätigkeit wird, ist bekannt, jedoch nimmt ab dem 60. Lebensjahr auch der Anteil der teilzeiterwerbstätigen Männer stark zu, da hier Altersteilzeitmodelle in Anspruch genommen werden. Das Beschäftigungspotential dieser Altersgruppe von Frauen ist jedoch insgesamt hoch. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die bis 2012 bis zum 67. Lebensjahr erfolgen wird, und ihre Wirkungen sind Thema des Beitrags von Verena Leve, Gerhard Naegele und Mirko Sporket mit dem Titel: „Die Rente mit 67 – Beschäftigungspolitische Hintergründe und geschlechterspezifische Risiken bei alternden Arbeitnehmerinnen“. Die Ursachen dieser europaweiten Maßnahme (Stichwort Lissabon-Strategie) sind ein steigender Druck auf die sozialen Sicherungssysteme und die Erkenntnis, dass man auf das Erfahrungswissen der Älteren nicht länger verzichten will und kann. Dennoch erfahren insbesondere ältere Arbeitnehmerinnen zahlreiche Benachteiligungen, die sich auf drei Risiken zurückführen lassen: das arbeitsbedingte Krankheitsrisiko, das Qualifikationsrisiko und die Probleme der Vereinbarkeit mit der Familien- bzw. Pflegearbeit, die oft in der Unterbrechung der Erwerbsarbeit oder Teilzeitarbeit münden. Eine Befragung von älteren Arbeitnehmerinnen zur Einschätzung ihrer Weiterarbeitsfähigkeit bis zur derzeitigen Erwerbsgrenze ergab, dass ca. die Hälfte der Frauen die Voraussetzungen dazu positiv, die andere Hälfte eher negativ bewertet, wobei Angestellte und Beschäftigte des quartären Sektors (wissensintensive Dienstleistungen) dies deutlich optimistischer bewerten. Zudem wirken sich körperlich und seelisch belastende Tätigkeiten oder Schichtarbeit auf die Bewertung der Weiterarbeitsfähigkeit erwartungsgemäß negativ aus, wohingegen Weiterbildungsmaßnahmen eindeutig positive Wirkungen zeigen. Gesundheitlich Eingeschränkte, gering Qualifizierte und derzeit bereits pflegende Personen stellen die größten Risikogruppen dar, die neben einer größeren Arbeitszeitsouveränität vor allem auch eine größere Anerkennung ihrer Tätigkeit erwarten. Solveig Haring widmet sich der hier im Vordergrund stehenden Altergruppe nun aus einer anderen Perspektive, nämlich der ihrer Selbstdarstellung mit Hilfe des World Wide Webs (WWW). „Crazy old women? Digitale Selbstrepräsentationen von Frauen über 50“ heißt ihr Beitrag, der sich in einer feministischen Gerontologie verorten lässt. Die Autorin stellt zuerst die verschiedenen Perspektiven der (Selbst-/ Fremd-)Repräsentation dar und zeigt anhand verschiedener Beispiele (streitende Frauen in youtube, Lady Fest, Parodien) wie diese Repräsentationen im WWW wirken. Ergänzt werden sie durch Digital Narratives, d.h. digitale Erzählungen bzw. Videography, einer Art Kameraethnographie. Meist werden allerdings ältere Frauen im Internet als negative Fremdrepräsentationen dargestellt, so dass hier noch viel Raum für engagierte Selbstrepräsentationen zu sehen ist. 18 Mit dem letzten Beitrag der Historikerin und Buchautorin Heidi Witzig und den dortigen Repräsentationen der älteren bereits seit langer Zeit feministisch engagierten Frauen endet dieser Band. Das Kapitel heißt wie ihr gleichnamiges Buch „Wie kluge Frauen alt werden“ und dokumentiert zehn Interviews mit älteren Frauen in der Schweiz (Jahrgang 1917 bis 1944) , die darin ihr heutiges und früheres Arbeitsengagement, ihre Beziehungsnetze und Beziehungspflege, das Verhältnis zum eigenen Körper, zu Erotik und Sexualität, Gesundheit und Krankheit und die Bewertung der (kommenden) letzten Jahre, der Abhängigkeit, Hinfälligkeit und dem Sterben reflektieren. Für die Autorin wurde bereits während des Schreibens deutlich, dass auch in dieser Lebensphase noch immer viel „im Fluss“ ist und sich das aktive Altern als Fortschreibung eines immer schon aktiven Lebensstils und des Engagements für die immer noch „brennenden“ Themen fortsetzt. Somit wirkt das gesellschaftliche Engagement auch belebend auf die Akteurinnen und lässt für die kommende Generation 50plus viel erwarten. Literatur Adolph, H. u. H. Heinemann: Zur Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland. In: DZA (Deutsches Zentrum für Altersfragen; Hrsg.): Diskussionspapier Nr. 37. Berlin 2002. Amrhein, L.: Die Bedeutung von Situations- und Handlungsmodellen für das Leben im Alter. In: Blüher, S. u. M. Stosberg (Hrsg.): Neue Vergesellschaftungsformen des Alter(n)s (Alter(n) und Gesellschaft 9). Wiesbaden 2004, S. 53-86. Bähr, J.: Bevölkerungsgeographie. Stuttgart 2004. Berger, P.A. u. H. Kahlert (Hrsg.): Der demographische Wandel. Chancen für die Neuordnung der Geschlechterverhältnisse. Frankfurt/M. 2006. Birg, H.: Die demographische Zeitenwende. München 2001. Birg, H.: Dynamik der demographischen Alterung, Bevölkerungsschrumpfung und Zuwanderung in Deutschland. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 20, 2003, S. 6-17. Birg, H.: Bevölkerungsentwicklung. In: Informationen zur politischen Bildung 282, 2004. Bucher, H. u. C. Schlömer: Der Blick in die Zukunft. Sensitivitätsanalysen zum demographischen Wandel in den Regionen Deutschlands. In: Geographische Rundschau 2, 59.2007, S. 14-23. Flade, A. u.a. (Hrsg.): Mobilität älterer Menschen. Opladen 2001. Gans, P. u. T. Leibert: Zweiter demographischer Wandel in den EU-15-Staaten. In: Geographische Rundschau 2, 59.2007, S. 4-13. Lehr, U.: Die Jugend von gestern – und die Senioren von morgen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 20, 2003, S. 2-5. Mollenkopf, H.: Die Mobilität Älterer in städtischen und ländlichen Regionen Ost- und Westdeutschlands. In: Schlag, B. u. K. Megel (Hrsg.): Mobilität und gesellschaftliche Partizipation im Alter (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 230). Stuttgart 2002, S. 130-146. Schlag, B. u. K. Megel (Hrsg.): Mobilität und gesellschaftliche Partizipation im Alter (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 230). Stuttgart 2002. Schneider-Sliwa, R.: Städtische Umwelt im Alter. Präferenzen älterer Menschen zu Wohnumfeldund Quartiersgestaltung (Basler Stadt- und Regionalforschung 26). Basel 2004.

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Zusammenfassung

Wie und wo werden die Frauen der Generation 50plus ihr zukünftiges Leben gestalten, welche Bedürfnisse haben sie an ihren sozialen und räumlichen Kontext und welche sozialen und planerischen Maßnahmen sind erforderlich, um diesen Vorstellungen gerecht zu werden? Nicht das Alter an sich, sondern der aktiv gestaltete Prozess des Alterns, d.h. der Prozess des Übergangs von der eigenen Erwerbsphase in den Ruhestand und/oder die Begleitung des Partners in dieser Phase stehen dabei im Fokus.

Die Autoren und Autorinnen nehmen eine neue, in die Zukunft blickende Perspektive ein, um zukünftige Wohnortwünsche, Erwerbsorientierung, Freizeit- und (Weiter)Bildungsverhalten, Umweltbewusstsein, Körperlichkeit, psychische Belastungen u.a. dieser angesichts des demographischen Wandels bedeutenden sozialen Gruppe zu erfassen und in seiner Komplexität zu verstehen. Vertreten sind Beiträge der Soziologie, Sozial- und Stadtgeographie, (Sozial)Psychologie, Soziale Gerontologie, Ethische Medizin und der Geschichtswissenschaft, wobei meist eine anwendungsorientierte Perspektive eingenommen wird.