Eva M. Welskop-Deffaa, Astrid Schaffert, Sozialwirtschaft und Zukunftskunst in:

Sozialwirtschaft (SW), page 10 - 13

Sozialwirtschaft, Volume 31 (2021), Issue 2, ISSN: 1613-0707, ISSN online: 1613-0707, https://doi.org/10.5771/1613-0707-2021-2-10

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10 SOZIAL wirtschaft TITEL 2/2021 DOI: 10.5771/1613-0707-2021-2-10 KLIMASCHUTZ Sozialwirtschaft und Zukunftskunst Die Freie Wohlfahrtspflege muss Klimaschutz als Handlungsfeld akzeptieren – in ihrer politischen Einmischungsstrategie einerseits und im Handeln für die eigene Klimaneutralität andererseits. Entwickelt werden muss eine »Zukunftskunst« als institutionelles Scharnier, das richtige Einsichten in veränderte Handlungsmuster übersetzt. Die sozial-ökologische Transformation ist eine der zentralen Herausforderungen, vor denen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stehen. Ein Blick über den Globus verdeutlicht die Dramatik. In Sibirien nördlich des Polarkreises brannten im Sommer 2020 wochenlang die Wälder, das Thermometer stieg in der kältesten Stadt Werchojansk auf plus 38°C. Vor der sibirischen Küste wurde eine vielfach höhere Methankonzentration gemessen – ein Indiz für das Auftauen des Permafrostbodens. Längst spürt man auch in Deutschland in regenarmen Sommern sehr deutlich, dass Klimawandel kein theoretisches Phänomen, sondern Wirklichkeit ist. Verglichen mit der klimatologisch begründeten Herausforderung verläuft der notwendige Transformationsprozess weiter schleppend. Der intellektuelle Erkenntnisprozess reicht offensichtlich bislang nicht aus, um die notwendigen Veränderungen anzustoßen. Und das, obwohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht neu sind. Es fehlt erkennbar an »Transformationskompetenz«, von Uwe Schneidewind »Zukunftskunst« genannt. Es fehlt nicht zuletzt häufig das institutionelle Scharnier, das die Einsicht in Handlungsnotwendigkeiten in veränderte Handlungsmuster überführt. Zukunftskunst ermöglicht, so Schneidewind, »das Zusammenspiel von technologischen, ökonomischen, politisch-institutionellen und kulturellen Dynamiken in Prozesse der Großen Transformation zu verstehen und sie für das Projekt einer Nachhaltigen Entwicklung fruchtbar zu machen« (1). Zu den institutionellen Akteuren, die dabei in den Blick geraten, zählen nicht zuletzt auch die Wohlfahrtsverbände. Sie haben die gesellschaftliche Kraft, Klimaschutz wirksam zu befördern und zu einem allgemeinen Nachhaltigkeits- Anliegen zu machen, das auf die lange Bank zu schieben vor allem auch aus sozialen Gründen nicht erlaubt ist. Die Folgen der Klimakrise treffen zuerst und vor allem diejenigen Menschen, die schon hier und heute sozial benachteiligt sind. Eine Politik, welche die Klimakrise ignoriert oder toleriert, ist damit eine Politik, die soziale Schieflagen weiter verstärkt, und die die Lebenschancen insbesondere derer gefährdet, deren Existenzgrundlagen mit der fortschreitenden Erderwärmung zerstört werden. Global betrachtet treffen die immer häufiger auftretenden Extremwetterereignisse sowie der Verlust von (fruchtbaren) Böden in erster Linie Menschen, die gezwungen sind, in äußerst prekären und vulnerablen Verhältnissen zu leben. Landstriche werden unbewohnbar, Mig- VON EVA WELSKOP-DEFFAA UND ASTRID SCHAFFERT Eva M. Welskop-Deffaa ist Vorstand für Sozial- und Fachpolitik im Deutschen Caritasverband e. V. www.caritas.de Astrid Schaffert ist Referentin und Projektleiterin »Zukunftsdialog Caritas 2020« im Deutschen Caritasverband e. V. www.caritas.de 11SOZIAL wirtschaft TITEL 2/2021 ration und Flucht sind die Folge. Auch in Deutschland sind Einkommensarme besonders betroffen. Sie leben in schlechter isolierten Häusern, die im Sommer weniger Schutz vor Hitze bieten. Hitzestress und die mit Hitze einhergehenden hohen bodennahen Ozonkonzentrationen können bei Älteren und Personen mit Herz- Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen schwerwiegende gesundheitliche Folgen verursachen. Klimaschutz wird unabweisbar zu einem Thema der Sozialwirtschaft. Wohlfahrtsverbände haben die Verantwortung, sich als institutionelle Change- Maker zu engagieren und können in ihren originären Aufgabenfeldern viel zum Gelingen beitragen, wenn sie Klimaschutz als klassisches Querschnittsthema bearbeiten, das alle Arbeitsbereiche berührt – vom Gebäudemanagement über das Beschaffungswesen bis hin zu Finanzanlagestrategien, und alle Fachbereiche von der Jugendarbeit bis zur Altenhilfe. Strukturell sind dabei zwei Funktionen wohlfahrtsverbandlicher Arbeit zu unterscheiden und aufeinanderzubeziehen – die politische Einmischung einerseits und die eigene Klimaneutralität andererseits. (2) Politische Einmischung Wichtige Ziele und Maßnahmen für die Klimapolitik sind im Pariser Klimaabkommen verabredet, dessen Unterzeichnung sich am 12. Dezember 2020 zum fünften Mal jährte. Deutschland und die Europäische Union haben das Abkommen ratifiziert. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen attestiert Deutschland allerdings ein manifestes Ambitions- und Umsetzungsdefizit. (3) Zudem sind zahlreiche Maßnahmen, die ergriffen oder politisch vorgeschlagen werden, wenig sozialverträglich. Die Kaufprämie für Elektroautos, die steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen, die Pendlerpauschale und die viel zu geringe Luftverkehrsabgabe begünstigen verteilungspolitisch Menschen im mittleren oder oberen Einkommenssegment, also jene Bevölkerungsgruppen, die quantitativ durch ihre hohen Konsumausgaben einen besonders großen Teil zur Verursachung der Klimakrise beitragen. Die Beobachtung dieser Zusammenhänge ist eine besondere Motivation für den Deutschen Caritasverband, sich mit seinem gesellschaftlichen Gewicht politisch einzumischen. (4) Der Ausstoß von Treibhausgasen wird künftig teurer werden. Damit die Bepreisung nicht zuvorderst Einkommensärmere betrifft, sind die Einnahmen in Form einer Klimaprämie anteilmäßig an alle zurückzugeben, so eine der Forderungen des Caritasverbandes. (5) Der Ausbau öffentlicher, klimaschonender Infrastruktur, beispielsweise in den Bereichen Verkehr, Wohnen und Wärmeversorgung ermöglicht es vielen, das eigene Verhalten klimaschonend auszugestalten. Klimaschädliche Subventionen, wie das Dienstwagenprivileg, in ihrer Konstruktion und Höhe infrage zu stellen, gehört auf die politische Agenda der Akteure der Wohlfahrtspflege, auch wo sie selbst davon betroffen sind. Die eigene Klimaneutralität Die Einrichtungen und Dienste der Sozialwirtschaft erzeugen selbst einen gewaltigen klimarelevanten Fußabdruck. Ihre Gebäude können durch eine Sanierung ebenso wie eine regenerativ organisierte Energie- und Wärmeversorgung zu einer erheblichen CO²-Reduktion beitragen. Mobilitätskonzepte ambulanter Pflegedienste und anderer Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände stehen vor einer konzeptionellen Neugestaltung, der einfache Ersatz von Verbrennungsmotoren durch Elektroantriebe greift zu kurz. Mut machen innovative Konzepte, die die Organisation der Sozialen Arbeit kontinuierlich und umfassend an Maßstäben des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit orientieren. Betrachtet man beispielhaft einen gro- ßen Ortscaritasverband, zeigt sich, wie umfassend eine solche Ausrichtung der eigenen Arbeit am Klimaschutz ausfallen kann (vgl. Kasten). Generell gilt: Es muss nicht alles neu erfunden werden. Zukunftskunst ist sehr häufig die Bereitschaft, gute Beispiele zu kopieren und zu skalieren. Direkt vom Klimaschutz profitieren Für Verbände der Wohlfahrtspflege bietet es sich an, im Klimaschutz-Engagement solche Maßnahmen zu entwickeln, die den Betroffenen direkt zugutekommen. Beispielhaft praktiziert der Deutsche Caritasverband zusammen mit dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen seit mehr als zehn Jahren erfolgreich den Stromspar-Check. (6) Bezieher/innen sozialer Leistungen und niedriger Einkommen erhalten kostenfrei eine Beratung zum Energie- und Wassersparen durch ausgebildete ehemalige Transferhilfebezieher/innen. Zuschüsse ermöglichen die Anschaffung stromsparender Geräte, insbesondere neuer Kühlschränke. Ökologische Nachhaltigkeit und Verbesserung sozialer Teilhabe gehen bei diesem Projekt Hand in Hand. Als Erfolgsvoraussetzung hat sich die Tatsache erwiesen, dass nicht »von oben herab« und mit »moralischem Fingerzeig«, sondern aus der Peer-Gruppe heraus über Energieeffizienz gesprochen und nach Möglichkeiten des Stromsparens gesucht wird. Zukunftskunst braucht partizipative Konzepte institutioneller Rahmung, wenn sich Dinge nachhaltig ändern sollen. Zukunftskunsttaugliche Rahmenbedingungen Auch die Refinanzierungsbedingungen, mit denen die Einrichtungen und Dienste der Sozialwirtschaft konfrontiert sind, müssen weiterentwickelt und durch einen Klimakomponenten ergänzt werden. Gebäudesanierungen, die bei einem »Es fehlt nicht an Erkenntnissen, es fehlt an der ›Transformationskompetenz‹« »Klimaschutz muss auch im Regelbetrieb refinanziert werden« 12 SOZIAL wirtschaft TITEL 2/2021 klimaneutralen Neubau erforderlichen Mehrkosten sowie höhere Kosten im gesamten Beschaffungswesen müssen ausreichend refinanziert werden. Eine klimagerechte Ausrichtung darf nicht länger dem Wirtschaftlichkeitsanforderungen der Leistungsträger widersprechen. Die jüngst von Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium aufgelegten Förderprogramme zu Klimaanpassung und Mobilität für die Sozialwirtschaft sowie das bewährte Förderprogramm des Bundesumweltministeriums zur Nationalen KIimaschutzinitiative gehen in die richtige Richtung. Förderprogramme wirken allerdings nur punktuell, Klimaschutz ist im Regelbetrieb zu finanzieren. Zukunftskunst in der Praxis Die von der Delegiertenversammlung 2020 des Deutschen Caritasverbandes beschlossenen Klimaperspektiven sind ambitioniert, sie setzen auf guten Beispielen der letzten Jahre auf und brauchen auf allen Ebenen des Verbandes Umsetzungsinitiativen. Die Schaffung von Problembewusstsein und die Erarbeitung von Expertise stehen am Beginn einer gemeinsamen Lerngeschichte – in einem Verband ebenso wie in der Gesellschaft. Die inhaltliche Zuspitzung ist vor dem Hintergrund der subsidiären Verantwortung der verbandlichen Stakeholder durchzuführen, die eigene Kompetenz im Sozialbereich mit der Klimawissenschaft zu verbinden. Das große Ziel ist klar: die Klimaneutralität in der eigenen Institution sowie in der gesamten Gesellschaft. Doch die Streckenabschnitte sind viele an der Zahl, nicht alle von vornherein klar umrissen. Klimaschutz ist, wie das Konzept der Zukunftskunst nahelegt, kein rein technischer Prozess. Die Menschen – Mitarbeitende ebenso wie Klienten und Klientinnen – müssen sich beteiligen können und beteiligen wollen. Eine wichtige Abwägung in der Strategieentwicklung betrifft die richtige Balance zwischen angemessener Komplexität und notwendiger Reduktion. Auch komplexe Prozesse müssen in einzelne Schritte unterteilt werden, die jedoch gleichzeitig nicht unterkomplex gestaltet sein sollten – die Begrünung einer Häuserfassade allein ist als Klimaschutzmaßnahme nicht ausreichend. Zu einem frühen Zeitpunkt braucht es eine zumindest exemplarische Bestandsaufnahme: Wo werden welche Treibhausgasemissionen verursacht und welche rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen stehen einem Umsteuern entgegen? Organisationsstrukturell gilt es, das Thema als Teil des verbandlichen Agenda-Settings zu definieren, als Querschnittsaufgabe alle Bereiche damit zu betrauen, mit enger Rückkopplung an die Führungsebene und die zuständigen Organe. Die zuständigen Teams sollten interdisziplinär und bereichsübergreifend besetzt sein. Kommunikation ist eine wesentliche Handlungssäule und dies in viele Richtungen: jeweils zielgruppenspezifisch in den eigenen Verband, in die Einrichtung, zu den Mitarbeitenden, in die Politik. Ende: offen Ob und wie es gelingen wird, die Wohlfahrtspflege zum Change-Agent der sozial-ökologischen Transformation werden zu lassen, ist nicht entschieden. Zutrauen der Verantwortlichen in die eigene Gestaltungsmacht und Vertrauen der politisch Verantwortlichen in die Gemeinwohlökonomie werden gleichermaßen vonnöten sein, um die Zukunftskunstimpulse der Sozialwirtschaft für den Klimaschutz umfassend zu nutzen. Anmerkungen (1) Schneidewind, Uwe, 2018: Die gro- ße Transformation. Eine Einführung in die Kunst des gesellschaftlichen Wandels, S. 32., Nach langen Jahren als Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal In- Zukunftsimpulse vor Ort Von der Umstellung auf nachhaltige und recycelte Verbrauchsmaterialien, der Belieferung der Kantinen durch regionale Bauern und Erzeuger, dem Einkauf von Wasser und Getränken aus regionalen Quellen ausschließlich in Glasgebinden bis zum Angebot von fleischlosen Gerichten in den Küchen der Altenzentren reicht die Liste umgesetzter Maßnahmen beim Caritasverband in Düsseldorf. Die Umstellung auf Ökostrom für den Gesamtverband, Müllvermeidung durch die Umstellung auf Mehrweggebinde, die Reduzierung der internen Dienstwagenflotte, die Unterstützung der Mitarbeitenden bei Tickets für den öffentlichen Nahverkehr mittels Rahmenverträgen und das Angebot von Diensträdern zur Nutzung während der Arbeitszeit – das alles wurde schon in Angriff genommen. Die Umstellung eines Teils der Dienstwagenflotte auf Carsharing ist für 2021 geplant, es soll Stromsparunterweisungen für die Großküchen geben, ein Aktionstag Nachhaltigkeit ist zusammen mit der Kommune geplant. Was hier am Beispiel Düsseldorfs aufgeführt ist, lässt sich durch Beispiele aus anderen Caritasverbänden vielfältig ergänzen. Die Fahrradrikscha für Ausflüge von Altenheimbewohner_innen hat der Caritasverband in Oschersleben aus Dänemark übernommen. Bei neu entwickelten Mobilitätskonzepten des Caritasverbandes Paderborn wurden Dienstpläne so umgestellt, dass Mitarbeitende des Sozialdienstes auch mit E-Bikes ihre Touren erledigen. Die Räder dürfen in ihrer Freizeit genutzt werden – eine klimaschonende Auslegung des Dienstwagenprivilegs. Eva Welskop-Deffaa und Astrid Schaffert www.caritas.de So kann es gehen »Eine Politik, welche die Klimakrise ignoriert, befördert soziale Schieflagen« 13SOZIAL wirtschaft TITEL 2/2021 stitut für Klima, Umwelt, Energie hat Schneidewind in »Der großen Transformation« die Erfahrungen aus vielfältiger Beratungsarbeit zusammen gefasst und dabei sowohl die Rolle der Unternehmen als auch die der Kirchen (S. 314 ff.) in ihrem Beitrag zum Klimawandel reflektiert. (2) Der Deutsche Caritasverband engagiert sich zudem in einem dritten Handlungsfeld in der internationalen Arbeit. Caritas international setzt sich seit vielen Jahren weltweit für klimasensible Projekte ein, verändert den Fokus der Humanitären Hilfe und stärkt in der entwicklungspolitischen Debatte den Fokus der Klimagerechtigkeit. (3) www.umweltrat.de/SharedDocs/ Downloads/DE/01_Umweltgutachten/2016_2020/2020_Umweltgutachten_Kurzfassung.pdf?__ blob=publicationFile&v=4; zuletzt aufgerufen am 1.07.2020. (4) Der Deutsche Caritasverband hat auf seiner Delegiertenversammlung 2020 ein Forderungspapier beraten. Das Papier findet sich, ebenso wie das längere Hintergrundpapier des Verbandes mit weitergehenden Forderungen unter www.caritas. de/magazin/schwerpunkt/umweltund-klimaschutz/klimaschutz-beider-caritas?dossier=3b5b6c37b68e-497c-8af2-0a6a8a3e96c8. (5) Um Härtefälle zu vermeiden (hoher Stromverbrauch wegen Nachtspeicheröfen etc.), bedarf es zusätzlich eines Ausgleichsfonds. (6) www.stromspar-check.de. n Sorgsame Annäherung an Führung und Organisation Ergon Waldseestraße 3–5 · 76530 Baden-Baden Tel. +49 7221 2104-37/-38/-45 orders@ergon-verlag.de · www.ergon-verlag.de Marlies W. Fröse Annäherung an Führung und Organisation 2019 | 220 Seiten | kartoniert | 44,– € ISBN 978-3-95650-547-8 M ar lie s W . F rö se A n n äh er u n g an F ü h ru n g u nd O rg an is at io n Marlies W. Fröse Annäherung an Führung und Organisation ISBN 978-3-95650-547-8 Dieses Buch ist eine Annäherung an Führung, in einen historisch-kulturellen Kontext eingefügt. Es ist ein Versuch, Führung sorgsamer und komplexer zu denken. Dafür wurden sechs Aufsätze zusammengestellt, von den sich die beiden ersten mit historischen Personen beschäftigen. Zunächst geht es um den berühmten Antarktis-Forscher Sir Ernest Shackleton (1874-1922) und um die Frage, was man von ihm, der unter extremen Bedingungen geführt hat, für heutige Organisationen lernen kann. Anschließend folgt ein Beitrag zu Mary Parker Follett (1863-1933), einer (fast) vergessenen und wiederzuentdeckenden Grenzgängerin zwischen Management und Sozialer Arbeit. Die weiteren Aufsätze widmen sich dem Umgang mit Kriegstraumata in pädagogischen Handlungsfeldern, der Alltagspraxis in modernen Arbeitswelten aus psychoanalytischer Sicht, der Bedeutung von Emotion und Intuition in Führung und Organisation sowie den Chancen und Risiken von Netzwerken. Allen Beiträgen liegt zugrunde: Nicht die Antworten stehen im Vordergrund, sondern das Fragende, Erahnende und das Suchende.

Zusammenfassung

Die Freie Wohlfahrtspflege muss Klimaschutz als Handlungsfeld akzeptieren - in ihrer politischen Einmischungsstrategie einerseits und im Handeln für die eigene Klimaneutralität andererseits. Entwickelt werden muss eine »Zukunftskunst« als institutionelles Scharnier, das richtige Einsichten in veränderte Handlungsmuster übersetzt.

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Abstract

Sozialwirtschaft informs about trends in social economy and answers questions about organizing and financing social services. The journal presents personalities and corporations of the industry and provides solutions for managing social enterprises. Comments, interviews, and glosses offer significant reference points for managing practice.

The journal addresses chairmen and executives of welfare organizations, associations, managers in social services and facilities, advisors in administration and organizations, consultants, scholars,  and students.

Website: www.sozialwirtschaft.nomos.de

Zusammenfassung

Die Zeitschrift informiert über Trends in der Sozialwirtschaft und beantwortet Fragen der Organisation und Finanzierung sozialer Dienstleistungen. Das Magazin stellt Persönlichkeiten und Unternehmen der Branche vor und zeigt neue Lösungen für das Führen sozialer Betriebe. Kommentare, Interviews und Glossen bieten pointierte Orientierungspunkte für die Leitungspraxis.

Leser sind Vorstände sowie Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer von Wohlfahrtsverbänden, Vereinigungen, Initiativen und Einrichtungsträgern, Leitungskräfte in sozialen Diensten und Einrichtungen, Referenten in Verwaltungen und Organisationen, Berater, Wissenschaftler und Studierende in Aus- und Weiterbildung.

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