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Katrin Flothen, Gang der Untersuchung in:

Katrin Flothen

Marktmanipulation und Kurspflege, page 25 - 26

Eine Konkretisierung unter Berücksichtigung des § 20a WpHG und der MaKonV

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4256-4, ISBN online: 978-3-8452-1805-2 https://doi.org/10.5771/9783845218052

Series: Mannheimer Schriften zum Unternehmensrecht, vol. 14

Bibliographic information
25 die jedoch erlaubt und vom Verbot der Marktmanipulation nicht erfasst ist. Der Gesetzgeber bzw. Verordnungsgeber hat diese Ausnahme jedoch nicht begründet.31 Die gesetzlichen Regelungen helfen bei den genannten Beispielen nicht, die Einordnung und Konkretisierung der kursbeeinflussenden Maßnahmen zu erleichtern. Das Ziel des Gesetzgebers, dem Adressaten der Vorschriften Leitlinien an die Hand zu geben, die eine eindeutige Klassifizierung der Maßnahmen als zulässig bzw. unzulässig ermöglichen, kann nur als bedingt gelungen bezeichnet werden. Die gesetzlichen Vorschriften lassen genügend Raum für Maßnahmen, die nicht eindeutig eingeordnet werden können. Leider mangelt es auch an einer eindeutigen Definition der Begriffe Marktmanipulation und Kurspflege. Eine Abgrenzung von Marktmanipulation und Kurspflege ist entsprechend schwierig, wenn auch nicht unmöglich. B. Gang der Untersuchung Um dem Gesetzesanwender eine Abgrenzung und Konkretisierung der Marktmanipulation und der Kurspflege zu erleichtern und die Defizite der gesetzlichen Regelungen aufzuzeigen, werden im Folgenden daher zunächst die Begrifflichkeiten erläutert. Anschließend werden die verschiedenen Arten der Marktmanipulation typologisiert und untersucht, welche Art der Marktmanipulation der Kurspflege am Nächsten steht. Daran knüpft die Darstellung der rechtlichen Grundlagen der Marktmanipulation und der Kurspflege an. In diesem Abschnitt werden kurz die gesetzlichen Regelungen erläutert. Im Vordergrund stehen die gesetzlichen Kriterien und Tatbestandsmerkmale, die eine Abgrenzung und Konkretisierung von Marktmanipulation und Kurspflege ermöglichen sollen. Letztlich wird untersucht, ob die vom Gesetzgeber zur Verfügung gestellten Kriterien zur Abgrenzung von Kurspflege und Marktmanipulation tauglich sind. Dabei werden sowohl die Marktmanipulation als auch die Kurspflege dahingehend überprüft, ob das jeweilige Kriterium sich bei nur einer oder bei beiden Maßnahmen wieder finden lässt. Ziel der Arbeit ist es festzustellen, inwieweit sich Kurspflege und Marktmanipulation tatsächlich unterscheiden. Es sollen dabei die Kriterien und Merkmale herausgestellt werden, die diese Unterscheidung von Kurspflege und Marktmanipulation ermöglichen. Dem Adressaten der gesetzlichen Vorschriften soll es möglich sein, eine Maßnahme anhand der dargestellten Kriterien zweifelsfrei einzuordnen und zu unterscheiden. Die Arbeit endet mit einer thesenartigen Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse. 31 Siehe unten S. 127.

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Zusammenfassung

Durch Marktmanipulation und Kurspflege wird die Bildung der Börsenkurse gezielt beeinflusst. Die Abgrenzung der verbotenen Börsenkursmanipulationen und der erlaubten Kurspflege stellt aufgrund des Phänomens der Ähnlichkeit der Handelstechniken eine Herausforderung dar und ist gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise von Bedeutung.

Die Arbeit untersucht die in § 20a WpHG und den europäischen Regelungen zur Verfügung gestellten Abgrenzungsmerkmale darauf, ob sie sich zur Konkretisierung der verbotenen Marktmanipulation von der erlaubten Kurspflege eignen. So werden für den Leser Leitlinien entwickelt, die eine eindeutige Klassifizierung von Markmanipulation und Kurspflege als zulässig bzw. unzulässig ermöglichen.