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Michael Schröder, Henry Schäfer, Fazit in:

Henry Schäfer, Michael Schröder

Nachhaltige Kapitalanlagen für Stiftungen, page 164 - 165

Aktuelle Entwicklungen und Bewertung

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4250-2, ISBN online: 978-3-8452-1617-1 https://doi.org/10.5771/9783845216171

Series: ZEW Wirtschaftsanalysen - Schriftenreihe des ZEW, vol. 92

Bibliographic information
164 Tabelle 53: Renditen in %, Januar 2004–Dezember 2007 Basisportfolio Neue Portfolios (MFIF-Substitution mit jeweiliger Anlageklasse) Investmentstrategien Aktien Anleihen Hedge-Fonds Geldmarkt Growth 9,70 9,34 8,98 9,68 9,67 9,50 9,29 9,77 9,77 Balanced 8,06 7,70 7,34 8,04 8,03 7,85 7,65 8,13 8,20 Defensive 6,69 6,33 5,97 6,67 6,66 6,48 6,28 6,76 6,83 % MFIF-Substitution 0% 5% 10% 5% 10% 5% 10% 5% 10% Anmerkung: eigene Berechnungen. Ein Vergleich zwischen Dexia und responsAbility unterstreicht den Einfluss der jeweiligen Marktsituation auf die Bewertungskriterien Sharpe-Ratio, Risiko und Rendite. In einer Hausse zeigt sich die Substitution zum Geldmarkt unter Performanceüberlegungen als die beste Alternative. 4.5 Fazit Die untersuchten MFIF weisen alle eine tiefe Volatilität auf, hingegen deutliche Unterschiede in Bezug auf die realisierten Renditen. MFIF können ein sinnvolles Instrument zur Portfoliodiversifikation darstellen. Je nach Marktphase (Hausse/Baisse) ist eine MFIF-Substitution als mehr oder weniger vorteilhaft zu bewerten. Die Substitution mit dem Geldmarktfonds trägt unabhängig vom gewählten Beobachtungszeitraum (Marktphase) zu einer Verbesserung der Portfolioperformance (Sharpe-Ratio) bei. Die erhaltenen Ergebnisse hängen somit stark vom gewählten Beobachtungszeitraum ab, da die Korrelationen zwischen den einzelnen Anlageklassen im Zeitverlauf variieren beziehungsweise nicht als konstant zu betrachten sind. Aus Investorensicht besteht derzeit der ökonomische Nutzen von MFIF in einer geldmarktadäquaten Rendite, tiefer Volatilität sowie einer niedrigen Korrelation zu den klassischen Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Hedge-Fonds). Um den dargestellten Nutzen bestmöglich realisieren zu können, sollte der Investor sowohl über einen langfristigen Anlagehorizont als auch eine ausreichende Portfoliosubstanz verfügen. Aus diesen Überlegungen heraus erscheint der institutionelle Anleger als idealtypisch. Die vorliegenden Ergebnisse dieser Studie sind nicht als abschließend zu betrachten, sie geben lediglich einen ersten Einblick in die portfoliotheoretischen Wirkungszusammenhänge von MFIF. Durch die zunehmende Anzahl unterschiedlicher MFIF wird es zukünftig möglich sein, die gewonnenen Erkenntnisse zu verifizieren sowie weitere Untersuchungsschwerpunkte zu berücksichtigen, wie z.B. die Bewertung von Eigenkapitalpositionen innerhalb der MFIF und die Währungsaspekte in Form von Wechselkursrisiken. 165 Literaturverzeichnis Dieckmann, R. (2008), Mikrofinanz-Investments – Eine sozial verantwortliche Anlage mit großem Potential, Deutsche Bank Research 407, 1-18. Felder-Kuzu, N. (2005), Making Sense, Mikrofinanzierung und Mikrofinanzinvestitionen, Hamburg. Felder-Kuzu, N. (2008), Kleiner Einsatz, große Wirkung – Mikrofinanzierung und Mikrofranchising – Modelle gegen die Armut, Zürich. Goodman, P. (2007), Transparency, Benchmark, and Regulation of Microfinance Investment Vehicles, Conference Paper, European Microfinance Week 2007, Luxemburg. Markowitz, H. (1952), Portfolio Selection, Journal of Finance 7 (1), 77-91. Menichetti, M.J., O.C. Oehri und J. Fausch (2006), Portfoliooptimierung durch Microfinance, Hochschule Liechtenstein Working Paper Nr. 4/2006, Vaduz. Menichetti, M.J., O.C. Oehri und J. Fausch (2007), Microfinance Investment Fonds, in: Achterberg, E. (Hrsg.), Knapps Enzyklopädisches Lexikon des Geld-, Bank- und Börsenwesens, Frankfurt a.M., 1-18. Microrate (2006), Microfinance Investment Vehicle Survey, Washington DC. Weltbank (2007), Overview: Understanding Poverty, http://web.worldbank.org.

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References

Zusammenfassung

In den letzten Jahren ist der Markt für nachhaltige Kapitalanlagen auch in Europa signifikant gewachsen. Besonders für Stiftungen können Kapitalanlagen, die nach ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien ausgewählt werden interessant sein, weil dadurch der Stiftungszweck auch im Rahmen der Vermögensanlage berücksichtigt werden kann. Im April 2008 wurde zur Analyse dieses Themas eine Konferenz unter dem Titel „Nachhaltige Kapitalanlagen für Stiftungen: Aktuelle Entwicklungen“ in Osnabrück bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durchgeführt. Ziel der Konferenz war es, einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für nachhaltige Kapitalanlagen zu geben und eine Bewertung, speziell aus der Perspektive von Stiftungen, durchzuführen.

Der vorliegende Konferenzband enthält als zentrales Kapitel die Studie „Nachhaltige Vermögensanlagen für Stiftungen“, die das ZEW zusammen mit der Universität Stuttgart durchgeführt hat. Die weiteren Beiträge befassen sich unter anderem mit dem noch relativ jungen Markt der Microfinance-Anlageprodukte, die als Teilgebiet der nachhaltigen Kapitalanlagen in Zukunft für Stiftungen eine ansteigende Bedeutung erlangen könnten.