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Christoph Weinrich, Zusammenfassung der Darstellung/Gemeinsamkeiten der Nebenfolgen in:

Christoph Weinrich

Statusmindernde Nebenfolgen als Ehrenstrafen im Sanktionensystem des StGB, page 40 - 40

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4236-6, ISBN online: 978-3-8452-1710-9 https://doi.org/10.5771/9783845217109

Series: Gießener Schriften zum Strafrecht und zur Kriminologie, vol. 30

Bibliographic information
40 B. Zusammenfassung der Darstellung/Gemeinsamkeiten der Nebenfolgen Nach der Darstellung der Nebenfolgen kann bereits ein erstes, wenn auch kurzes, Zwischenergebnis gezogen werden. Die Nebenfolgen des § 45 betreffen gesellschaftliche Postionen, die in Zusammenhang mit dem Begriff Vertrauen stehen, während von der Urteilspublikation – zumindest mittelbar und ohne der weiteren Darstellung vorzugreifen – das Ansehen einer Person betroffen ist, das zumindest in der Gesellschaft auch etwas mit seiner Stellung zu tun hat. Während die Sanktionen des § 45 auf besondere Tatbestände, die nach Schwere oder nach besonderen Delikten, die für den Staat bedeutsam sind, beschränkt sind, findet die Urteilspublikation nur bei Äußerungsdelikten Anwendung, in beiden Fällen ist also zumindest eine Begrenzung auf bestimmte Delikte zu sehen. Es stellt sich die Frage, ob in den Begrifflichkeiten Status-/Vertrauensstellung und Ansehen unterschiedliche Ausdrücke für ein- und denselben Sachverhalt zu sehen sind, der als Ehre bzw. in der Form der Sanktion als Ehrenstrafe zu qualifizieren wäre. Dies zu klären wird Aufgabe der folgenden Kapitel sein.

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Zusammenfassung

Die statusmindernden Nebenfolgen stellen die Ehrenstrafen des heutigen StGB dar. Dieses Ergebnis steht am Ende einer Untersuchung, in der der Autor sich mit den Nebenfolgen, aber auch mit den Begriffen Ehre und Strafe auseinandersetzt. Dabei gelingt es ihm, die Verbindung von Ehrverständnissen und Ehrenstrafen durch die Geschichte nachzuweisen und zu zeigen, dass die Geschichte der Ehrenstrafe in Deutschland mit der Strafrechtsreform von 1969 keinen Abbruch gefunden hat. Gleichzeitig stellt er sich die Frage nach der Notwendigkeit von Ehrenstrafen in heutiger Zeit, die er in begrenztem Umfang für notwendig erachtet.