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Sigrid Roßteutscher, Ausnahmefall USA in:

Sigrid Roßteutscher

Religion, Zivilgesellschaft, Demokratie, page 411 - 415

Eine international vergleichende Studie zur Natur religiöser Märkte und der demokratischen Rolle religiöser Zivilgesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4232-8, ISBN online: 978-3-8452-1590-7 https://doi.org/10.5771/9783845215907

Series: Studien zur Wahl- und Einstellungsforschung, vol. 12

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411 12. Ausblick: Braucht die Demokratie die Religion? Dieses letzte, ausblickende, Kapitel will zunächst einige zentrale Ergebnisse dieser Studie rekapitulieren und im Lichte der theoretischen Annahmen die diese Arbeit begleitet haben diskutieren. In einem zweiten Schritt soll die Bedeutung religiöser Vereinigungen und Organisationen in der zeitgenössischen europäischen Zivilgesellschaft und Demokratie bemessen werden. Kurz gefragt: Braucht die Demokratie die Religion? 12.1 Größe, Vereinsstrukturen und religiöse Märkte – Mythen und Realitäten Das – aus theoretischer Sicht – zentrale Ergebnis dieser Arbeit ist sicherlich die Tatsache, dass sich so viele der Annahmen und Überzeugungen, die hier auf den Prüfstand gestellt wurden, als falsch erwiesen haben. Die rational choice Theorie der Religion ist die große Verliererin einer europäischen vergleichenden Untersuchung zur Wirkung staatlicher Einmischung und religiöser Vielfalt auf innerorganisatorisches Partizipationsverhalten. Nur in sehr wenigen Fällen konnten Staat- Kirche-Verhältnisse oder die Natur religiöser Märkte überhaupt ein in irgendeiner Form erklärungskräftiges Format erreichen. Aber: in der Regel geschah dies dann in einer Weise, die dem theoretischen Ansatz diametral widerspricht. Kurz: Der Freiheitsgrad religiöser Märkte ist für eine Erklärung individuellen Engagements irrelevant. Falls gewisse Zusammenhänge aufschienen, so zeugten sie meist vom Vorteil regulierter, wenig pluralistischer Situationen. Der große Gegenspieler der rational choice Theorie, die Säkularisierungstheorie, bietet eine Erklärung, die diesen (wenigen und schwach ausgeprägten) empirisch festzustellenden Zusammenhängen eher entspricht. Dort, wo die Religion sichtbar ist; dort, wo sie in viele zentrale staatliche Leistungen (etwa im Bildungssektor oder in der Wohlfahrtsproduktion) eingebunden ist; dort wo die Plausibilitätsstrukturen der Religion noch intakt sind, da der eine „wahre Glaube“ nicht durch eine Vielzahl konkurrierender Konzeptionen des Göttlichen geschwächt ist; dort sind mehr Menschen religiös engagiert als in der idealisierten Welt religiösen Wettbewerbs im freien, deregulierten Markt. Staaten können die Wirkkraft des Religiösen erhöhen, indem sie ihren Kirche(n) Privilegien und Subventionen an die Hand geben, aber auf jegliche Eingriffe in die innere Autonomie der Kirchen verzichten. Der aus kirchlicher Sicht negativste Fall ist der Staat, der seine Kirche aufs strengste überwacht und kontrolliert, dabei aber kaum finanziell unterstützt und ihre Sichtbarkeit nicht durch eine privilegierte Stellung erhöht: ein Vorteil des katholischen Kooperationsmodells im Vergleich zum protestantischen Staatskirchenmodell. Ein Vorteil allerdings – und dies sollte in keinem Fall vergessen werden – der auf individuelles Engagement nur selten und niemals mehr als marginal wirkt. Wer das Ausmaß an Partizipation und Engagement in religiösen 412 Vereinigungen und Organisationen erklären möchte, wer wissen möchte, warum manche Vereine eher geeignet scheinen, Sozialkapital zu generieren als andere, der ist schlecht beraten, wenn er sich auf solche Faktoren verlässt. Deutlich vielversprechender ist da das Credo der Organisationstheorie, die partizipative und Sozialkapital generierende Leistungen in Zusammenhang mit spezifischen Organisationsmerkmalen stellt. Das sind die zentralen Einfluss- und Erklärungsmechanismen, die sich empirisch fast in jeder Hinsicht als wichtigste Ressource innerorganisatorischen Engagements und Sozialkapitals erwiesen. Damit ist die Organisationstheorie zwar eindeutiger Sieger über die rational choice Theorie wenn die Erklärungskraft der Modelle zugrunde gelegt wird, inhaltlich ist die eine aber so wenig zutreffend wie die andere. Die Zelebrierung des kleinen, flachen, dezentralen Vereins ist aus empirischer Sicht ein Mythos. Die zentrale Bedeutung des Organisationsriesen für die Generierung von Sozialkapital, aber auch für die Rekrutierung von Aktiven und Ehrenamtlichen, ist im vorigen Kapitel ausführlich diskutiert worden. Der Idealverein, der Verein, der am ehesten Sozialkapital generiert und viele Menschen in das Netz freiwilliger Organisationen integriert, ist der arbeitsteilig organisierte, wohlhabende und professionell geleitete Großverein. Mehr noch: der so häufig angenommene Organisationsvorteil protestantischer Organisationen gegenüber der Organisationswelt des Katholizismus beruht genau auf diesen Organisationscharakteristika und läuft somit den gängigen Vorstellungen ebenfalls diametral entgegen. Calvinistische Vereine sind katholischen Vereinen in Punkto Rekrutierung und Sozialkapitalbildung überlegen, weil sie größer, hierarchischer, arbeitsteiliger und wohlhabender sind als katholische Vereine. Können wir diese Widerlegung von Gesetzmäßigkeiten, die theoretisch zu erwarten waren, erklären? 12.1.1 Ausnahmefall USA Die Mehrzahl der Ansätze, Hypothesen und Interpretationen zur demokratischen Rolle kirchlicher Organisationen insgesamt, aber vor allem auch zum systematischen Unterschied zwischen katholischen und protestantischen Organisationen stammen aus den USA und basieren (häufig ausschließlich) auf amerikanischem Datenmaterial. Dabei gilt die USA, wenn Fragen der Religiosität und religiösen Engagements betrachtet werden, klassischerweise als Ausnahmefall: „Churches and other religious organizations have a unique importance in American civil society“ (Putnam 2000: 65). So konstatieren auch Verba et al. die Besonderheit amerikanischer Religiosität: „Compared with citizens in other countries, Americans are more likely to be affiliated with a religious institution, to attend services, and to take part in educational, charitable, or social activities in conjunction with their churches“ (Verba et al. 1995: 18). In der Tat zeigte eine Gallup Untersuchung aus dem Jahr 1981, dass die USA bei einem Vergleich von insgesamt zwölf Nationen mit 58 Prozent Mitgliedschaft in religiösen Organisationen unangefochten an der Spitze liegen. Die Niederlande 413 folgen mit 35 Prozent Mitgliedern auf Platz drei dieses Rankings, Großbritannien hält einen guten fünften Rang. Spanien und Westdeutschland liegen mit 15 bzw. 13 Prozent im Mittelfeld und Dänemark landet mit nur 4 Prozent der Bevölkerung, die angeben, Mitglied einer religiösen Organisation zu sein, gemeinsam mit Frankreich abgeschlagen auf dem letzten Platz (Verbaet al. 1995: 80). Auch Untersuchungen auf der Basis jüngsten Datenmaterials bestätigten die amerikanische Spitzenposition. In einem 14-Nationen-Vergleich erwiesen sich die USA als das Land, in dem ausgesprochen viele Menschen in religiöse Organisationen involviert sind und sich zugleich die Involvierten besonders vielfältig engagieren (Roßteutscher 2005b). Zudem zeigen sich – ganz im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern – keinerlei Zeichen des Niedergangs. Kirchen in den USA erfreuen sich ungebrochen hoher Mitgliedszahlen und die Häufigkeit des Kirchgangs ist seit Beginn quantitativer Messungen auf hohem Niveau konstant (Greeley 1989: 42-43). Mit der Ausnahme von „a few agrarian states such as Ireland and Poland, the United States has been the most God-believing country in Christendom“ (Lipset 1991: 187). Auch dies ist heute noch gültig: Nur Irland und Italien können mit Kirchgangshäufigkeiten und Religiositätswerten aufweisen, die mit denen der USA vergleichbar sind (Roßteutscher 2005b; Norris/Inglehart 2004: 84). Kirchliche Organisationen gelten somit als „the single most important repository of social capital in America“ (Putnam 2000: 66). Beinahe die Hälfte aller Organisationsmitgliedschaften sind kirchlicher Natur, 50 Prozent aller philanthropischen Aktivitäten und die Hälfte aller ehrenamtlichen Tätigkeiten in den USA sind religiös motiviert (Putnam 2000: 66-67). Diese Zahlen sind im europäischen Kontext kaum vorstellbar. Allerdings liegt in diesen Zahlen auch schon ein Teil der Erklärung für den amerikanischen Ausnahmefall. Im Vergleich mit europäischen Nationen wird in den USA nicht besonders viel partizipiert. Mitgliedszahlen und Engagement im säkularen Sektor liegen weit unter dem Durchschnitt, meilenweit entfernt von Partizipationsraten in skandinavischen Ländern, aber auch weit unter dem Level zivilgesellschaftlichen Engagements, das für Länder wie Belgien, Deutschland, Österreich, den Niederlanden oder Großbritannien typisch ist. Säkulare Partizipationsraten in den USA sind allein vergleichbar mit Partizipationsraten in Spanien und Italien – Länder, die für die Schwäche ihres assoziativen Sektors bekannt sind (Roßteutscher 2005b). Der Ausnahmefall Amerika liegt somit weniger in enormen religiösen Partizipationsraten, sondern in der Kombination von hohem religiösen Engagement und ausgesprochen schwachem Engagement in säkularen Belangen. Dieses Muster führt zu der schier unglaublichen Bedeutung des Sakralen für die amerikanische Zivilgesellschaft in toto. Die Situation in Europa ist eine ganz andere. Der Kern zivilgesellschaftlichen Engagements liegt im säkularen Bereich, das religiöse Element trägt selbst in deutschen Kommunen, deren religiöse Sektoren im inner-europäischen Vergleich außerordentlich dicht sind, nur an den Rändern zu einem aktiven, gesunden zivilgesellschaftlichen Leben bei. Die europäische Zivilgesellschaft hat ein säkulares Gesicht, die amerikanische ist religiös gefärbt. Ob dies den ganz unterschiedlichen historischen Entwicklungen zuzuschreiben ist oder dem spezifischen religiösen Markt in den USA, wie selbst Putnam glaubt, ist eine Frage, die nur spekulativ beantwortet werden kann. 414 „Religion in America has been pluralistic and constantly evolving, expressed in a kaleidoscopic series of revivals and awakenings rather than a single-state religion that could become ossified” (Putnam 2000: 66). Ein intervenierender Faktor mag dieses Puzzle ein Stück weit klären. In Europa gehen religiöse Vielfalt und die Auflösung ehemaliger Monopolstrukturen sowie gesellschaftliche und zivilgesellschaftliche Säkularisierung Hand in Hand. Der Grad der Säkularisierung gehörte fast durchgehend zu den wirkkräftigsten Einflussfaktoren, nicht nur hinsichtlich zivilgesellschaftlicher Vitalität, sondern auch in Bezug auf viele Organisationsmerkmale und demokratische Leistungen religiöser Vereine. In Amerika scheint der von der Säkularisierungstheorie prognostizierte Zusammenhang zwischen der Vielfalt religiöser Angebote einerseits und zunehmender Apathie und Indifferenz andererseits, so nicht zu existieren. Mit Blick auf europäische Gegebenheiten, könnte man formulieren, dass die USA eine trotz religiösen Pluralismus wenig säkularisierte Gesellschaft sind. Nicht zuletzt daher halten Europäer in der Mehrheit noch immer am Säkularisierungsparadigma fest, da es sich auf der Basis ihrer Erfahrungen bewahrheitet hat, während selbst utilitaristischem Denken wenig verdächtige amerikanische Kulturforscher wie Putnam der Pluralismusthese der rational choice Schule einen hohen Kredit geben. Mit anderen Worten: die USA und Europa unterscheiden sich in einem zentralen Punkt: in Amerika ist das zivilgesellschaftliche Leben in einem hohen Maße von religiösen Gruppen geprägt, in Europa ist der religiöse Sektor randständig (von deutschen Dorfgemeinschaften abgesehen). Die Zivilgesellschaft ist säkular. In anderer Hinsicht unterscheiden sich Europa und die USA viel weniger als häufig angenommen wird: Nicht der Grad religiöser Vielfalt trennt die USA grundsätzlich von Europa (auch hier gibt es Nationen und Kommunen die einen sehr ausgeprägten Grad der Vielfalt kennen). Ebenso ist das Staat-Kirche-Verhältnis nicht systematisch zu unterscheiden (in Ländern wie den Niederlanden verhält sich der Staat ähnlich neutral), sondern das Beziehungsgeflecht zwischen Vielfalt, Säkularisierung und Partizipation ist in Europa ein anderes als in den USA. In Europa verbindet sich religiöse Vielfalt mit hohen Graden der Säkularisierung und der Verdrängung des Religiösen aus der zivilgesellschaftlichen Realität. In Amerika dagegen erhöht Vielfalt die zivilgesellschaftliche Sichtbarkeit des Religiösen und führt zu steigenden Partizipationsraten. Das ist allerdings für eine Theorie, die wie die rational choice Theorie für sich in Anspruch nimmt, universell gültige Mechanismen zu kennen, fatal. Vielfalt und Partizipation sind, wenn sich denn überhaupt Beziehungen feststellen lassen, in Europa in anderer Weise miteinander verknüpft als in den USA. Damit fällt aber auch die Idee, dass Vielfalt oder Wettstreit eindeutige und voraussagbare (partizipationssteigernde) Effekte besäße. Kommunen in Europa widerlegen diese Annahme. Die Frage, wer von beiden – der europäische oder der amerikanische – der Normalfall und wer der Ausnahmefall ist, wird somit müßig.256 Damit erübrigt sich aber auch jeder Versuch, durch De- Regulierung in Europa eine Erhöhung religiöser Vielfalt und damit erhöhter reli- 256 Die klassische Antwort, USA, wird nicht mehr von allen geteilt. Betrachtet man Entwicklungen in Asien oder Lateinamerika, so ist die nicht-westliche Welt „furiously religious as ever“ 415 giöser Partizipation zu erzielen. Dies wäre, wie Davie argumentiert, nur eine „artificial adoption of North American answers to European questions“ (Davie 2000: 58) – eine Anpassung zudem, die auf der Basis der für Europa typischen Beziehungen, vor allem fortschreitende Säkularisierung, Indifferenz und Apathie zur Folge hätte. Um auf die obige Frage zurückzukommen: diese Untersuchung konnte von der Theorie abweichende und diese falsifizierende Ergebnisse erbringen, weil die Theorie aufgrund amerikatypischer Beziehungen formuliert wurde – Beziehungen, die sich in anderen Kontexten ganz anders gerieren und daher nicht dazu taugen, eine allgemeingültige Theorie zur Wirkung religiöser Vielfalt zu begründen. 12.1.2 Der konfessionelle Unterschied: richtiges Ergebnis, falsche Begründung Warum konnte aber auch der Vorteil des kleinen, flachen, dezentralen Vereins in dieser Studie nicht bestätigt werden? Hier muss eine qualifizierte Antwort gegeben werden. Kleine Vereine sind in der Tat im Vorteil, wenn inner-organisatorische Prozesse der Mobilisierung im Mittelpunkt des Interesses stehen. Wie wichtig für die Integration größerer Bevölkerungsgruppen in die lokale Zivilgesellschaften aber der Organisationsriese ist, war ausführliches Thema im vorherigen Kapitel. Auch aus einer Sozialkapital-Perspektive, welche die brückenbildende Kapazität der Vereinswelt in den Vordergrund stellt, kann der Vorteil des Großvereins nicht genug betont werden. Diese Untersuchung konnte vor allem deswegen abweichende Erkenntnisse erbringen, weil sich die gängigen Ansätze ausschließlich auf die Mobilisierungsfähigkeit von Vereinen konzentrierten. Damit werden aber zwei zentrale Leistungen der Vereinswelt ausgeklammert – die Integration und damit auch die Partizipation der vielen an den Segnungen der Vereinswelt sowie die Überbrückung sozialer und ideeller Gegensätze. Die Diskussion um bridging und bonding im Rahmen der Sozialkapitalforschung ist jungen Datums, daher gab es noch keine Untersuchungen, die solche Fähigkeiten mit Organisationsmerkmalen in Beziehung brachten. Die Ergebnisse hier sind eindeutig: große Vereine bieten mehr Frei- und Spielräume für unterschiedlichere Menschen, je kleiner ein Verein ist, desto eher neigt er zum bonding zwischen einander sehr ähnlichen Menschen. Dass große Vereine mehr Aktive und Ehrenamtliche rekrutieren, gilt dagegen eher als trivial und nicht weiter erwähnenswert. Dies tut dem Großverein unrecht. Seine Rekrutierungsleistung ist nicht nur enorm, sondern ohne sie wären lokale Zivilgesellschaften unterentwickelt und reichten nur in marginale Bevölkerungssegmente. Die Erlangung demokratischer Tugenden und bürgerschaftlicher Fähigkeiten käme einem viel engeren Kreis an Menschen zugute, gäbe es nicht die Organisationsriesen mit ihren enormen Rekrutierungsleistungen. Der blinde Fleck hinsichtlich Quantität und Masse ist somit auch aus einer demokratischen und zivilgesellschaftlichen Perspektive nicht gerechtfertigt. (Berger 1992: 32). Aus dieser Perspektive wird Europa zur Anomalie. Statt „American exceptionalism“ wird Europa zum „exceptional case“ (Davie 2002b; Berger 1999).

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Zusammenfassung

Sind protestantische Vereine und Netzwerke ein besserer Nährboden für die Demokratie als katholische Organisationen? Brauchen auch Religionen den Wettbewerb des freien Marktes ohne staatliche Einmischung, um sich kraftvoll und lebendig zu entfalten? Das Buch untersucht die demokratische und sozial integrative Wirkung katholischer, lutherischer, calvinistischer und säkularer Organisationsformen in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark, Spanien und Schottland. Dargestellt wird die gesellschaftliche und demokratische Rolle von Religion und Kirche seit den Zeiten der Reformation bis heute. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die demokratieförderliche oder aber hemmende Wirkung von Religion und Konfession als Bestandteil europäischer Zivilgesellschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts. Auf der Basis einer international vergleichenden Organisationsstudie kontrastiert das Buch ökonomische Theorien der Religion mit dem klassischen Säkularisierungsparadigma, sowie Sozialkapitalansätze mit Organisationstheorien, die behaupten dass die kleine, dezentral organisierte Organisationsform des Protestantismus der großen, zentralistischen und hierarchischen Organisationsstruktur des Katholizismus überlegen sei.