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Friedrich Rosenfeld, Titelei/Inhaltsverzeichnis in:

Friedrich Rosenfeld

Die humanitäre Besatzung, page 2 - 14

Ein Dilemma des ius post bellum

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4231-1, ISBN online: 978-3-8452-1660-7 https://doi.org/10.5771/9783845216607

Series: Schriften zur Europäischen Integration und Internationalen Wirtschaftsordnung, vol. 15

Bibliographic information
Schriften zur Europäischen Integration und Internationalen Wirtschaftsordnung Veröffentlichungen des Wilhelm Merton-Zentrums für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung herausgegeben von Professor Dr. Dr. Rainer Hofmann, Universität Frankfurt a. M. Professor Dr. Stefan Kadelbach, Universität Frankfurt a. M. Professor Dr. Rainer Klump, Universität Frankfurt a. M. Band 15 Friedrich Rosenfeld Die humanitäre Besatzung Ein Dilemma des ius post bellum Nomos D 30 1. Auflage 2009 © Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009. Printed in Germany. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen, der fotomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung, vorbehalten. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier. Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Zugl.: Frankfurt a.M., Univ., Diss., 2008 ISBN 978-3-8329-4231-1 5 Vorwort Die vorliegende Arbeit wurde im Wintersemester 2008/2009 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M. als Dissertation angenommen. Mein besonderer Dank gebührt Herrn Prof. Dr. Dr. Rainer Hofmann, der nicht nur meine Arbeit betreute, sondern mich in seiner Funktion als Co-Rapporteur der International Law Association in die Ausarbeitung der ILA Declaration on Reparation for Victims of Armed Conflict einbezog. Es hat mir große Freude bereitet, mit ihm zusammen zu arbeiten. Zweitgutachter war Herr Prof. Dr. Stefan Kadelbach. Ihm danke ich für die besonders rasche Anfertigung seines Gutachtens. Meinem guten Freund Rüdiger Scholz danke ich dafür, dass er die Arbeit Korrektur gelesen hat und mir in letzter Minute seinen Computer zur Verfügung gestellt hat. Ohne ihn wäre die Formatierung nie gelungen. Besonderen Dank schulde ich schließlich den Sponsoren, die die Veröffentlichung dieser Arbeit ermöglicht haben. Dies sind das Auswärtige Amt und meine Eltern. Hamburg, Februar 2009 Friedrich Rosenfeld 7 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 15 Einleitung 21 A. Begriffsbestimmung 21 I. Die humanitäre Besatzung 21 II. Das ius post bellum 22 B. Das Dilemma der humanitären Besatzung 24 I. Sicht der Politikwissenschaft 25 II. Sicht der Philosophie 25 III. Sicht des Völkerrechts 26 C. Gang der Darstellung 26 1. Kapitel Völkerrechtliche Grenzen staatlicher Autonomie 27 A. Abstrakte Betrachtung 28 I. Das hergebrachte Verständnis von Souveränität 28 II. Gründe für einen Verständniswandel 29 1. Äußere Souveränität 29 2. Innere Souveränität 30 III. Das moderne Verständnis von Souveränität 30 1. Normativität 31 2. Faktizität 32 3. Würdigung 33 B. Konkrete Betrachtung 34 I. Politisches System 34 1. Menschenrechtliche Vorgaben 34 a. Unmittelbare Vorgaben 34 b. Mittelbare Vorgaben 36 2. Selbstbestimmungsrecht 37 a. Herleitung 37 b. Anerkennung des internen Selbstbestimmungsrechtes 38 c. Reichweite des internen Selbstbestimmungsrechtes 41 d. Herausbildung eines Rechtes auf Demokratie 42 3. Fazit 44 8 II. Justizsystem 45 1. Institutionell-organisatorische Gewährleistungselemente 45 2. Verfahrensrechtliche Gewährleistungselemente 47 3. Fazit 47 III. Verwaltung 48 1. Pflicht zur Ahndung begangenen Unrechts 48 a. Pflicht zur Ergreifung strafrechtlicher Sanktionen 49 b. Pflicht zur Ergreifung administrativer Sanktionen 50 aa. Begriff 50 bb. Herleitung 51 cc. Materielle Grenzen 53 dd. Verfahrensrechtliche Grenzen 54 2. Amnestien 56 IV. Wirtschaftsordnung 59 1. Begriff 59 2. Völkerrechtliche Vorgaben 59 a. Neuordnung der Weltwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg 60 b. New international economic order 61 c. Zusammenbruch der sozialistischen Regime 62 V. Fazit 64 2. Kapitel Kompetenzen einzelner Staaten 66 A. Humanitäres Völkerrecht 67 I. Art. 43 Haager Landkriegsordnung 67 1. Positive Pflicht 67 a. Öffentliche Ordnung und öffentliches Leben 68 b. Wiederherstellen und Aufrechterhalten 69 c. Zwischenergebnis 69 2. Negative Pflicht 70 a. Beachtung der Landesgesetze 70 b. Ausnahme: zwingendes Hindernis 70 c. Problem: Eindämmung von Missbrauchsgefahren 72 3. Zwischenergebnis 73 4. Rechtliche Natur der Besatzung 73 a. Ablehnung einer Kompetenz 73 b. Anerkennung einer Kompetenz 74 c. Reichweite der Kompetenz 75 II. Art. 64 IV. Genfer Konvention 76 1. Kompetenz zur Suspension / Außerkraftsetzung von Strafgesetzen 77 9 2. Legislativbefugnis 77 a. Mittel 78 b. Zweck 79 c. Zweck – Mittel – Relation 79 3. Zwischenergebnis 80 III. Moderne Auslegung des humanitären Völkerrechts 81 1. Bedarf für eine moderne Auslegung 81 2. Einwände 82 a. Unantastbarkeit der Autonomie des besetzten Staates und seiner Bürger 82 b. Missbrauch 82 c. Mangelnde Legitimität 83 aa. Begriff 83 bb. Legitimitätsdefizite 85 3. Dogmatische Ansätze 86 a. Besatzung als Treuhandverhältnis 86 b. Multilaterale Besatzungen 88 c. Grundsätze der debellatio 89 d. „Human rights exception“ 90 aa. Umfassende Durchsetzung menschenrechtlicher Vorgaben 91 bb. Eingeschränkte Durchsetzung menschenrechtlicher Vorgaben 91 cc. Berücksichtigung menschenrechtlicher Vorgaben im Wege der Auslegung 93 dd. Fazit 94 B. Verhältnis Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht 95 I. Kollision 96 1. Historische Unterschiede 96 2. Strukturelle Unterschiede 96 3. Inhaltliche Unterschiede 98 4. Institutionelle Unterschiede 98 II. Dogmatische Einordnung des Verhältnisses der beiden Regime 99 1. Alternativitätsverhältnis 99 2. Parallelverhältnis 99 a. Konvergenz 100 b. Komplementarität 100 c. Würdigung 101 III. Konkurrenzregeln 102 1. Harmonisierende Auslegung 102 2. Meistbegünstigungsgrundsatz 104 3. Lex specialis-Grundsatz 105 IV. Ergebnis 107 10 C. Menschenrechtliche Verpflichtungen einer Besatzungsmacht 107 I. Verpflichtungen nach der Rechtsordnung des besetzten Staates 108 1. Art. 43 HLKO 108 2. Funktionale Rechtsnachfolge 108 3. Zwischenergebnis 111 II. Verpflichtungen nach der eigenen Rechtsordnung 111 1. Negative Verpflichtungen 112 a. EMRK 112 aa. Auslegung 112 bb. Rechtsprechung 114 b. IPBürg 118 aa. Auslegung 118 bb. Rechtspraxis 119 c. Schlussfolgerungen 121 aa. Faktischer versus juristischer Jurisdiktionsbegriff 121 bb. Unteilbarkeit versus Variabilität 123 cc. Universalität versus Regionalität 123 2. Positive Verpflichtungen 123 a. Rechtspraxis 124 aa. EMRK 124 bb. IPBürg 127 cc. Exkurs: UN-Folterkonvention 128 dd. Fazit 129 b. Literatur 129 aa. Befürworter 129 bb. Differenzierende Position 130 cc. Ablehnende Position 131 c. Würdigung 132 aa. Kompetenz 133 bb. Leistungsfähigkeit 136 3. Zusammenspiel von Menschenrechen und humanitärem Völkerrecht 140 a. Negative Pflichten 140 b. Positive Pflichten: kein Ermessen 141 c. Positive Pflichten: Ermessen 141 d. Zusammenfassung 142 4. Ergebnis 142 D. Fallstudie: Die Transformation des Irak 143 I. Struktur der Besatzungsmacht 143 II. Transformation des Irak 144 11 1. Politisches System 144 a. Situation vor der Besatzung 144 b. Transformation 145 c. Fazit 148 2. Transformation des Justizwesens 149 a. Justizsystem vor der Besatzung 149 b. Transformation 150 aa. Institutionell 150 bb. Normativ 152 3. Transformation der Verwaltung 152 a. Situation vor der Besatzung 152 b. Transformation 153 4. Wirtschaftliche Transformation 153 a. Situation im Zeitpunkt der Besatzung 153 b. Transformation 154 5. Fazit 155 III. Rechtliche Beurteilung 156 1. Konsens 156 2. Mandat des Sicherheitsrates 157 3. Humanitäres Völkerrecht 158 a. Politisches System 158 b. Justizwesen 160 c. Wirtschaftssystem 163 d. Verwaltung 164 aa. Humanitäres Völkerrecht 164 bb. Menschenrechte 165 cc. Bewertung 166 IV. Fazit 167 3. Kapitel Kompetenzen der Vereinten Nationen 168 A. Begriff 168 B. Dogmatische Verortung 169 C. Rechtliche Grundlage 170 I. Konsens 170 II. Mandat des Sicherheitsrats 171 1. Bedrohung des Friedens 172 2. Befugnisse 173 III. Reichweite der Befugnisse des Sicherheitsrates 174 1. Rechtliche Bindungen 175 12 a. Chartainterne Bindungen 175 b. Chartaexterne Bindungen 176 aa. Humanitäres Völkerrecht 177 bb. Menschenrechte 181 c. Fazit 182 2. Kollision 182 a. Souveränität 183 b. Selbstbestimmungsrecht 183 3. Kollisionsregeln 184 a. Normenhierarchie 184 b. Verzicht 184 c. Verwirkung 185 d. Abwägung / Verhältnismäßigkeit 186 aa. Geltung im Rahmen von Kapitel VII-Maßnahmen 186 bb. Anwendung 188 D. Fallstudie Kosovo 189 I. Struktur der Mission 189 1. Aufgabe 189 2. Kompetenzen 190 3. Organisation 190 II. Transformation des Kosovo 192 1. Politisches System 193 a. Situation vor Errichtung der UNMIK 193 b. Transformative Maßnahmen 193 aa. Demokratisierung 193 bb. Dezentralisierung 195 2. Verwaltung 195 3. Justizwesen 196 4. Wirtschaftssystem 198 a. Wirtschaftssystem im Zeitpunkt der Errichtung der UNMIK 198 b. Transformation 199 5. Zwischenergebnis 201 III. Rechtliche Beurteilung 201 1. Passivlegitimation der BRJ 201 2. Bedrohung des Friedens 202 3. Angemessener Ausgleich der kollidierenden rechtlichen Interessen 203 a. Gewichtung der kollidierenden Interessen 203 aa. Autonomieanspruch der Republik Serbien 203 bb. Autonomieanspruch des kosovo-albanischen Volkes 205 cc. Autonomieanspruch der Vereinten Nationen 206 b. Abwägung 206 IV. Ausblick 207 13 Schlussteil 209 A. Grenzen staatlicher Autonomie 209 B. Kompetenzen 210 C. Pflichten 210 I. Inhalt 211 II. Rechtliche Grundlage 211 1. Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht 211 2. Grundsätze über die Staatenverantwortlichkeit 212 3. Nachsorge als Teil einer künftigen Doktrin zur humanitären Intervention 212 4. Garantenpflicht 213 5. Fazit 214 D. Verhältnis von ius ad bellum und ius post bellum 214 I. Verhältnis von ius ad bellum und ius in bello 215 II. Verhältnis von ius ad bellum und ius post bellum 217 E. Fazit 218 Literaturverzeichnis 221

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Zusammenfassung

Für den Zeitraum nach der Beendigung bewaffneter Konflikte existieren bislang nur wenige völkerrechtliche Regeln. Zu den ungelösten Problemen des ius post bellum gehört die Frage, ob externe Akteure zum Wohle der Bevölkerung regimeändernde Maßnahmen in Post-Konflikt-Staaten ergreifen dürfen.

Im vorliegenden Band wird untersucht, inwieweit die Konstitutionalisierung des Völkerrechts zur Herausbildung von Vorgaben für die Organisation von Staaten geführt hat. Am Beispiel der jüngsten Transformationsprozesse im Irak und im Kosovo werden die Kompetenzen einzelner Staaten und der Vereinten Nationen zur zwangsweisen Implementierung dieser Vorgaben einer kritischen Analyse unterzogen.