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Christian Mäscher, Ergebnis in:

Christian Mäscher

Teilwertabschreibungen auf Aktien, page 69 - 70

Zugleich ein Beitrag zum Einfluss der Internationalen Rechnungslegungsstandards auf das deutsche Bilanzsteuerrecht

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4230-4, ISBN online: 978-3-8452-1695-9 https://doi.org/10.5771/9783845216959

Series: Wirtschafts- und Steuerrecht, vol. 4

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69 schreibungsrecht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 S. 2 EStG bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Für die nach § 141 Abs. 1 S. 1 AO Buchführungspflichtigen besteht daher mangels Anwendbarkeit des handelsrechtlichen Niederstwertprinzips ein steuerrechtliches Wahlrecht zur Teilwertabschreibung.215 c) Freiwillig nach § 4 Abs. 1 EStG Bilanzierende Ebenso besteht für freiwillig nach § 4 Abs. 1 EStG Bilanzierende ein echtes, ohne handelsrechtliche Begrenzungen auszuübendes Wahlrecht zur Teilwertabschreibung.216 d) Zwischenergebnis Insgesamt bleibt daher festzuhalten, dass das handelsrechtliche Niederstwertprinzip auf die steuerrechtliche Teilwertabschreibung keinen Einfluss haben kann. V. Ergebnis Die Regelung des § 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 2, Nr. 2 S. 2 EStG dient in erster Linie der Realisierung des Prinzips des Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Daneben verwirklicht die genannte Regelung auch das Vorsichtsprinzip. Dieses ist bei der Auslegung des Merkmals der voraussichtlich dauernden Wertminderung jedoch nicht zu berücksichtigen. Der Teilwert ist seiner gesetzlichen Konzeption nach ein Substanzwert. Ertragswertaspekte können ausnahmsweise in die Teilwertermittlung einbezogen werden, wenn dem Wirtschaftsgut ein konkreter Ertrag zugeordnet werden kann. Regelmäßig ist der Teilwert anhand der Wiederbeschaffungskosten des Wirtschaftsgutes zu ermitteln. Eine voraussichtlich dauernde Wertminderung setzt ein nachhaltiges Absinken des Teilwertes unter den Buchwert voraus. Im Falle absoluter Abschreibungsgründe kann diese Nachhaltigkeit vermutet werden. Hingegen ist die Nachhaltigkeit bei relativen Abschreibungsgründen anhand einer vom Steuerpflichtigen durchzuführenden Prognose gesondert zu ermitteln. Bei nicht abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ist hierbei ein Zeitraum von fünf Jahren zugrunde zu legen, während bei Wirtschaftsgütern des Umlaufvermögens auf die voraussichtliche Verweildauer im Unternehmen abzustellen ist. Zweifel bei der 215 Vfg. der OFD Münster vom 17. Januar 1991, S 2173 – 195 – St 12 – 31, FR 1991, S. 183, 183; Winkeljohann, in Herrmann/Heuer/Raupach, § 6, Rn. 563. 216 Weber-Grellet, S. 7. 70 Ermittlung einer voraussichtlich dauernden Wertminderung gehen zu Lasten des Steuerpflichtigen. Sind die Voraussetzungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 2, Nr. 2 S. 2 EStG erfüllt, steht dem Steuerpflichtigen ein Abschreibungswahlrecht zu. Das handelsrechtliche Niederstwertprinzip führt entgegen der ganz herrschenden Ansicht nicht zu einer Abschreibungspflicht.

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Zusammenfassung

Die Arbeit befasst sich mit den Voraussetzungen und Rechtsfolgen einer Teilwertabschreibung auf Aktien. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Nachweis einer voraussichtlich dauernden Wertminderung von börsennotierten Aktien des Anlagevermögens. Der Autor weist nach, dass die in diesem Zusammenhang vertretenen Ansichten von Finanzverwaltung und Rechtsprechung mit den Erkenntnissen der Kapitalmarktforschung nicht vereinbar sind, und stellt sodann ein eigenes Konzept dar. Daneben werden auch nicht börsennotierte Aktien und Aktien des Umlaufvermögens behandelt. Zudem werden die Einflüsse der Internationalen Rechnungslegungsstandards, die Besonderheiten bei eigenen Aktien sowie etwaige Änderungen durch das BilMoG dargestellt.