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Christoph Niemeyer, Vorgehensweise in:

Christoph Niemeyer

Gläubigerbeteiligung im Regelinsolvenzverfahren, page 27 - 27

Eine rechtsvergleichende Untersuchung zum deutschen und italienischen Recht

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4216-8, ISBN online: 978-3-8452-1579-2 https://doi.org/10.5771/9783845215792

Series: Schriften zum Insolvenzrecht, vol. 33

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27 wie die Aufhebung von Beschlüssen der Gläubiger nach § 78 InsO oder die Haftung der Mitglieder des Gläubigerausschusses nach § 71 InsO häufig ineffizient. Über andere Regulative (insbesondere Stimmverbote und Treuepflichten) wird diskutiert, ob es möglich und sinnvoll sei, sie in die Insolvenzordnung zu implementieren. Die vorliegende Arbeit untersucht die Gläubigerbeteiligung sowie die bestehenden und die in der Diskussion befindlichen Mechanismen sowie eventuelle Alternativen. B. Vorgehensweise Anschauungsmaterial für alternative Regelungsmechanismen bietet das Insolvenzrecht anderer Rechtsordnungen. Das italienische Recht ist deswegen interessant, weil dort gerade im Zuge der jüngsten Reformen die Beteiligung der Gläubiger neu definiert wurde und die in diesem Zusammenhang auftauchenden Fragen eine erstaunliche Konvergenz zu den deutschen Problemen aufweisen. Darüber hinaus trifft es sicher zu, dass in Italien „der Einfallsreichtum auf dem Gebiet der Zivilrechtsdogmatik […] besonders eindrücklich ist […]“.43 Die Grundlage für einen Rechtsvergleich bildet die Darstellung des deutschen und des italienischen Rechts (2. Teil und 3. Teil). Die beiden Rechtsordnungen werden zum Zweck einer höheren Nachvollziehbarkeit jeweils in sich geschlossen dargestellt. Um eine breite Grundlage für den Rechtsvergleich zu schaffen, enthalten diese auch einen kurzen historischen Abriss und der italienische Teil eine kurze Darstellung des Regelungskontextes.44 Daran schließt sich der rechtsvergleichende Teil an (4. Teil). Im 5. Teil werden die im vorhergehenden Teil gewonnenen Erkenntnisse für konkrete Änderungsvorschläge herangezogen. Der 6. Teil fasst die Ergebnisse dieser Arbeit zusammen. 43 Zweigert/Kötz, Einführung in die Rechtsvergleichung, S. 40. 44 Vgl. Ehricke, ZZP 111 (1998), S. 104.

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Zusammenfassung

Die umfassende Gläubigerbeteiligung hat eine lange Tradition im deutschen Insolvenzrecht. In der Praxis beteiligen sich die Gläubiger jedoch häufig nicht. Dieser Umstand und unausgewogene Entscheidungen der Gläubiger können das Verfahrensziel, die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger, gefährden. Die Untersuchung vergleicht die Gläubigerbeteiligung nach der deutschen Insolvenzordnung mit der durch das decreto legislativo 9 gennaio 2006, n. 5 und das decreto legislativo 12 Settembre 2007, n. 169 reformierten legge fallimentare. Die Arbeit erörtert umfassend aktuelle juristische Fragen. Der rechtsvergleichende Teil bezieht Ansätze der ökonomischen Analyse des Rechts und der Verhaltensökonomik ein, um konkrete Änderungsvorschläge zu erarbeiten.