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Sascha Ziemann, Editorische Vorbemerkung in:

Sascha Ziemann

Neukantianisches Strafrechtsdenken, page 18 - 18

Die Philosophie des Südwestdeutschen Neukantianismus und ihre Rezeption in der Strafrechtswissenschaft des frühen 20. Jahrhunderts

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4210-6, ISBN online: 978-3-8452-1595-2 https://doi.org/10.5771/9783845215952

Series: Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie, vol. 53

Bibliographic information
Siglen und Abkürzungen 18 Abkürzungen ARSP Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie ARWP Archiv für Rechts- und Wirtschaftsphilosophie Der Gerichtssaal Der Gerichtssaal. Zeitschrift für Zivil- und Militärstrafrecht und Strafprozeßrecht sowie die ergänzenden Disziplinen DLZ Deutsche-Literatur-Zeitung GA Goltdammer’s Archiv für Strafrecht GRGA Gustav Radbruch-Gesamtausgabe, hrsg. von Arthur Kaufmann, 20 Bde., 1987 ff. Kant-Studien Kant-Studien. Philosophische Zeitschrift der Kant-Gesellschaft KJ Kritische Justiz JZ Juristenzeitung MSchrKrim Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform NDB Neue Deutsche Biographie SchwZStrR Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht SJZ Süddeutsche Juristen-Zeitung ZIS Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (http://www.zis-online.com) ZStW Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft Editorische Vorbemerkung Die Arbeit unterscheidet zwischen zitierender und hervorhebender Verwendung von Anführungszeichen. Französische Anführungszeichen »…« markieren wörtliche Zitate; typographische Anführungszeichen „…“ dienen der Hervorhebung und Betonung. Ergänzungen des Verfassers stehen in eckigen Klammern. FN und >< verweisen auf interne Verweise.

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Zusammenfassung

Die Zeit zwischen 1900 und 1933 gilt vielen als eine Glanzperiode strafrechtlicher Begriffs- und Systembildung, die trotz ihres gewaltsamen Endes bis heute den exzellenten Ruf der deutschen Strafrechtsdogmatik in aller Welt nährt. Ein Garant hierfür war die erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Fundierung, die nach einem Weg zwischen den Klippen des naiven Naturalismus oder Formalismus suchte und sich vor allem mit der Philosophie des Südwestdeutschen Neukantianismus verbindet. Die Zusammenhänge eines „neukantianischen Strafrechtsdenkens“ liegen jedoch noch immer weitgehend im Dunkeln.

Die Arbeit stößt in diese Forschungslücke. Sie beginnt mit der Rekonstruktion des wertphilosophischen Begründungsprogramms des Neukantianismus. Im Mittelpunkt steht die These, dass Wertungen, obwohl sie auf den ersten Blick subjektiv und relativ erscheinen, doch implizit mit einem Anspruch auf objektive und absolute Geltung auftreten.

Die weiteren Ausführungen widmen sich der strafrechtlichen Umsetzung dieser These, wobei nachgewiesen wird, dass sie mit einer tiefgreifenden Transformation verbunden war, welche die gemeinhin behauptete neukantianische Prägung in einem differenzierteren Licht erscheinen lässt.