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Anna Christmann, Volksinitiativen zwischen April 1987 und September 2006 nach Initianten in:

Anna Christmann

In welche politische Richtung wirkt die direkte Demokratie?, page 108 - 110

Rechte Ängste und linke Hoffnungen in Deutschland im Vergleich zur direktdemokratischen Praxis in der Schweiz

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4204-5, ISBN online: 978-3-8452-1344-6 https://doi.org/10.5771/9783845213446

Series: Studien zur Sachunmittelbaren Demokratie, vol. 6

Bibliographic information
108 Anhang 3 Volksinitiativen zwischen April 1987 und September 2006 nach Initianten Datum Thema Themenbereich Initianten Ja- Stimmen 05.04.1987 Für die Mitsprache des Volkes bei Militärausgaben Pazifismus SP 40.6 06.12.1987 Zum Schutz der Moore Umwelt, Pazi-fismus Komitee 57.8 12.06.1988 Für die Herabsetzung des AHV-Alters Soziales Initiativkomitee 35.1 04.12.1988 Zur Herabsetzung der Arbeits-zeit Soziales SGB 34.2 04.12.1988 Für die Begrenzung der Ein-wanderung Ausländerpolitik Nationale Aktion 32.7 04.12.1988 Stadt/Land-Initiative gegen die Bodenspekulation Wirtschaft Komitee 30.8 04.06.1989 Kleinbauern-Initiative Wirtschaft Kleinbauern 48.9 26.11.1989 Für eine Schweiz ohne Armee Pazifismus GSoA 35.6 26.11.1989 Pro Tempo 130/100 Verkehr Automobiljournalist 38 01.04.1990 Stopp dem Beton Verkehr Initiativkomitee 28.5 01.04.1990 Kleeblatt - Murten/Yverdon (N1) Verkehr Initiativkomitee 32.7 01.04.1990 Kleeblatt - Knonau (N4) Verkehr Initiativkomitee 31.4 01.04.1990 Kleeblatt - Biel/Solothurn (N5) Verkehr Initiativkomitee 34 23.09.1990 Für den Ausstieg aus der Atomenergie Umwelt Komitee 47.1 23.09.1990 AKW-Moratorium Umwelt NWA 54.5 03.03.1991 Initiative zur Förderung des öffentlichen Verkehrs Verkehr LdU 37.1 16.02.1992 Für eine finanziell tragbare Krankenversicherung Soziales Konkordat d. Schweiz. Krankenkassen 39.3 16.02.1992 Weg vom Tierversuch Umwelt Schweizerischer Tierschutz 43.7 17.05.1992 Zur Rettung unserer Gewässer Umwelt Komitee 37.1 109 07.03.1993 Abschaffung der Tierversuche Umwelt Liga der Ärzte 27.8 06.06.1993 40 Waffenplätze sind genug Umwelt ARNA 44.7 06.06.1993 Für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge Pazifismus GsoA 42.8 26.09.1993 für einen Arbeitsfreien Bun-desfeiertag Patriotismus SD 83.8 20.02.1994 Schutz des Alpengebietes vor Transitverkehr Umwelt SP, Umweltgruppen 51.9 04.12.1994 Für eine gesunde Krankenver-sicherung Soziales SP, Gewerkschaften 23.5 25.06.1995 AHV-Initiative Soziales SP, Gewerkschaften 27.6 01.12.1996 Gegen die illegale Einwande-rung Ausländerpolitik SVP 46.4 08.06.1997 EU-Beitrittsverhandlungen vors Volk Öffnung SD 26 08.06.1997 Für ein Verbot der Kriegsma-terialausfuhr Pazifismus SP 22.6 28.09.1997 Jugend ohne Drogen Recht und Ord-nung Komitee 29.3 07.06.1998 Gen-Schutz-Initiative Umwelt/Ethik Umweltverbände 33.3 07.06.1998 Schweiz ohne Schnüffelpolizei Recht und Ord-nung GPS, LdU 24.9 27.09.1998 Für preisgünstige Nahrungs-mittel und ökol. Bauernhöfe Umwelt VKMB 23 27.09.1998 Für die 10. AHV-Revision oh-ne Erhöhung des Rentenalters Soziales Gewerkschaften 41.5 29.11.1998 Für eine vernünftige Drogen-politik Recht und Ordnung Komitee 26.1 07.02.1999 Wohneigentum für alle Soziales Hauseigentümerver-band 41.3 12.03.2000 Quoten-Initiative Chancengleich-heit Komitee Frauen in den Bundesrat 18.0 12.03.2000 Menschenwürdige Fortpflan-zung Ethik/Umwelt Komitee 28.20 12.03.2000 Verkehrshalbierungs-Initiative Umweltschutz unbekannt 21.30 12.03.2000 Beschleunigungs-Initiative Volksrechte Denner AG 30.0 24.09.2000 Regelung der Zuwanderung Ausländerpolitik SVP, SD 36.2 24.09.2000 Solarinitiative Umweltschutz Komitee 31.30 24.09.2000 Konstruktives Referendum Volksrechte SP, GPS 34.1 26.11.2000 Flexibilisierung der AHV Rente Kaufmännischer Verband 39.5 110 26.11.2000 Rentenalter ab 62 für Frau und Mann Rente GPS 46.0 26.11.2000 Umverteilungsinitiative Umverteilung Komitee 37.6 26.11.2000 Spitalkosteninitiative Soziales Denner AG 17.90 04.03.2001 Ja zu Europa! Öffnung Ja zu Europa 23.20 04.03.2001 Strassen für alle Verkehr Verkehrsclub Schweiz 20.30 04.03.2001 Arzneimittel-Initiative Soziales Denner AG 30.90 02.12.2001 Schweiz ohne Armee Pazifismus GSoA 21.90 02.12.2001 Ziviler Friedensdienst Pazifismus GSoA 23.20 02.12.2001 Kapitalgewinnsteuer Umverteilung Gewerkschaftsbund 34.1 02.12.2001 Energie statt Arbeit besteuern Umweltschutz GPS 22.90 03.03.2002 Kürzere Arbeitszeit Soziales Gewerkschaftsbund 25.40 03.03.2002 UNO-Beitritt Öffnung Initiativkommitee 54.6 02.06.2002 Für Mutter und Kind Ethik/Moral Initiativkommitee 18.20 22.09.2002 Goldinitiative Umverteilung SVP 46.4 24.11.2002 Gegen Asylrechtsmissbrauch Ausländerpolitik SVP 49.9 18.05.2003 Gleiche Rechte für Behinderte Chancengleich-heit Initiativkommitee 37.7 18.05.2003 Gesundheitsinitiative Sozialpolitik SP 27.10 18.05.2003 Strom ohne Atom Umwelt Initiativkommitee 33.7 18.05.2003 Moratorium Plus Umwelt Initiativkommitee 41.6 18.05.2003 Sonntagsinitiative Umwelt/Verkehr Initiativkommitee 37.6 18.05.2003 Ja zu fairen Mieten Soziales MieterInnenverband 32.7 18.05.2003 Lehrstelleninitiative Wirtschaft Initiativkommitee 31.6 08.02.2004 Initiative zur Verwahrung ge-fährlicher Straftäter Recht und Ordnung Selbsthilfegruppe 56.2 26.09.2004 Postdienst für alle Wirtschaft Gewerkschaft Kom-munikation 49.8 27.11.2005 Für Lebensmittel aus gentech-nikfreier Landwirtschaft Umwelt GPS 55.7 24.09.2006 KOSA-Initiative Soziales SP 41.7

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Zusammenfassung

Die seit den 90er Jahren intensiver werdende Diskussion um die Einführung direktdemokratischer Instrumente in der Bundesrepublik schlägt sich auch in einer steigenden Zahl wissenschaftlicher Beiträge zu diesem Thema nieder. Unbeachtet blieb bisher jedoch die Diskrepanz zwischen der deutschen Debatte und der direktdemokratischen Praxis. Die Diskussion in der Bundesrepublik wird vor allem von den linken Parteien geschürt, die Erfahrungen mit direkter Demokratie in der Schweiz und anderen Staaten lassen hingegen eher eine rechts-konservative Wirkung vermuten.

In der vorliegenden Untersuchung werden erstmals Umfragen unter Bundestagsabgeordneten und Schweizer Nationalräten vorgelegt, die aufzeigen, dass es sich um typisch deutsche Konfliktlinien handelt. In der Schweiz stehen die politisch linken Parteien der direkten Demokratie deutlich skeptischer gegenüber als die rechten. In einer empirischen Analyse der Schweizer Volksabstimmungen der letzten 20 Jahre bestätigt sich, dass die bisherigen Erfahrungen mit direkter Demokratie eher auf eine rechts-konservative Wirkung von Volksentscheiden schließen lassen – ein Widerspruch zur Haltung der deutschen Parteien.

Neben diesem innovativen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte bietet das Werk einen aktuellen Überblick über den Forschungsstand zur Wirkung von Volksrechten.