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Peter Kasiske, Die Vorgeschichte: Die Bewegungen des „Enlightenment“ und des „Transcendentalism“ in Nordamerika in:

Peter Kasiske

Rechts- und Demokratietheorie im amerikanischen Pragmatismus, page 19 - 24

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4153-6, ISBN online: 978-3-8452-1330-9 https://doi.org/10.5771/9783845213309

Series: Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie, vol. 52

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19 Teil A: Entstehungsgeschichte und philosophische Grundlagen des Pragmatismus I. Die Vorgeschichte: Die Bewegungen des „Enlightenment“ und des „Transcendentalism“ in Nordamerika William James, neben Charles Saunders Peirce und John Dewey einer der drei Klassiker des amerikanischen Pragmatismus, sah in ihm weniger eine völlig neue Art, Philosophie zu betreiben, als vielmehr die konsequente Anwendung einer Methode, die bereits von Sokrates, Aristoteles und den englischen Empiristen praktiziert wurde5. Doch diese Selbsteinschätzung ist vielleicht zu bescheiden. Denn letztlich ging es dem Pragmatismus um nichts Geringeres als um eine „Reconstruction in Philosophy“6, eine Erneuerung der Philosophie aus dem Geist der modernen empirischen Naturwissenschaften heraus. Diese Erneuerung war aus Sicht der Pragmatisten nötig geworden, nachdem durch den Prozess der Aufklärung und den Aufstieg der neuen Wissenschaften von Physik, Chemie und Biologie die Autorität hergebrachter Traditionen und Werte weitgehend ausgehöhlt worden war. Damit war zwar ein nie zuvor gekanntes Maß an intellektueller Freiheit und Möglichkeiten zur Beherrschung der Natur geschaffen worden, gleichzeitig hatte dieser Prozess aber auch zu einem Defizit an Gewissheit über sinnstiftende und handlungsanleitende Werte geführt. Der eben geschilderte Prozess griff schon nach kurzer Zeit von der Alten auch auf die Neue Welt über. Nachdem dort im 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts das geistige Leben noch von den strengen und stark religiös geprägten Vorstellungen der puritanischen Pilgerväter bestimmt worden war, fanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Gedanken der Aufklärung ihren Weg auch in die Neue Welt. Die Ideen des „Enlightenment“ von religiöser und politischer Freiheit fanden rasch zahlreiche Anhänger in der gegenüber der „Mayflower“-Zeit urbaner und moderner gewordenen amerikanischen Gesellschaft, zu der sie eher passten als die strengen puritanischen Vorstellungen, die besser in dem provinziellen und ländlich geprägten Umfeld des frühen Amerika gediehen7. Vor allem aber bot die Bewegung des "Enlightenment" mit seiner ihrer kritischen Einstellung gegenüber allen Formen von Tradition und Autorität und seiner Betonung individueller Autonomie einen passenden intellektuellen Rahmen für die immer stärker hervortretenden Bestrebungen der englischen Kolonien nach mehr Unabhängigkeit vom englischen Mutterland. Wohl 5 Vgl. z.B. James (1907) S. 31. 6 So der Titel des Buches von John Dewey, in dem er das Projekt einer am Vorbild der empirischen Naturwissenschaften orientierten methodischen Neuausrichtung der Philosophie beschreibt. 7 Stroh (1968) S. 30. 20 nicht zufällig waren daher zahlreiche führende Persönlichkeiten der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung wie Thomas Jefferson und Benjamin Franklin zugleich auch Protagonisten des „Enlightenment“8. So wie in der alten Welt die Aufklärung eine romantische Gegenreaktion provozierte, brachte auch der trotz gelegentlichem Vernunftpathos nicht selten seelenlos wirkende Materialismus und nüchterne Common-Sense-Realismus des „Enlightenment“ bald schon eine Gegenbewegung hervor, die unter dem Namen „Transcendentalism“ bekannt werden sollte. Mit ihrer Namensgebung beriefen sich die "Transzendentalisten" dabei auf Kant. Dies allerdings wohl zu unrecht, denn Kant verwendet den Begriff "transzendental" für die Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung überhaupt, die dem Bewusstsein immanent und daher vor jeder Erfahrung angesiedelt sind. Transzendental sind aber bei Kant so immer nur die Möglichkeitsbedingungen der Erkenntnis und nicht die gewonnenen Erkenntnisse selbst. Die „transcendentalists“ hingegen benutzten den Begriff „transzendental“ als Bezeichnung für intuitive Erkenntnisse, die unmittelbar durch geistige Anschauung zu erlangen sein sollten, ohne dass es der Einschaltung eines fehlbaren sinnlichen Wahrnehmungsapparates oder eines Vermögens zur Begriffsbildung bedurfte. Es ging ihnen damit um Erkenntnisse, die im kantischen Sinn weder analytisch noch synthetisch, sondern vollkommen spontan und intuitiv waren und damit um eine Erkenntnisform, die bei Kant gar nicht vorgesehen war9. Was die „transcendentalists“ im Auge hatten, war eher eine Spielart jener unmittelbaren intellektuellen Anschauung, wie sie im Idealismus Fichtes und Schellings propagiert wurde. Was die „transcendentalists“ an Kant aber richtig verstanden hatten, war dessen Aussage, dass die Erfahrung der Welt in wesentlichen Teilen durch das erkennende Subjekt selbst konstituiert wird. Freilich zogen sie daraus weit radikalere Schlussfolgerungen als Kant selbst. Der „transcendentalism“ interpretierte die Rolle des Subjekts im Erkenntnisvorgang dahingehend, dass Erkennen ein im Kern kreativer Prozess war und dass in diesem Sinne jeder Mensch auch ein Dichter und Poet war, der die Welt, die er erkannte, in diesem Erkennen zugleich auch erst erschuf. Kein Wunder daher, dass die wichtigsten Vertreter des „transcendentalism“, Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau und Margaret Fuller zuallererst als Dichter und Schriftsteller und erst in zweiter Linie als Philosophen hervortraten. Mehr als mit Kant verband die „transcendentalists“ mit der europäischen Romantik10. Beide teilen die Abneigung gegen das materialistische Weltbild der empirischen Naturwissenschaften. Insbesondere wandten sie sich gegen die empiristische Vorstellung, wonach der menschliche Geist eine tabula rasa sei, ein passives Empfangsmedium für die Eindrücke, die die sinnliche Wahrnehmung liefert. Die „transcendentalists“ betonten hingegen die Rolle des Bewusstseins, das jede sinnliche Wahrnehmung in schöpferischer Weise formt und so der Erkenntnis erst ihre end- 8 Zur Aufklärung in Nordamerika vgl. auch Ferguson (1997), Kuklick (2001) S. 28 ff. 9 Stroh (1968) S. 58 f. 10 Zur Verwandschaft von Transzendentalismus, insb. bei Emerson, und der romantischen Bewegung vgl. auch Goodman (1990), S. 34 ff. 21 gültige Gestalt gibt. „The sensual man conforms thoughts to things; the poet conforms things to his thoughts“11. Während diese Mitwirkung des Bewusstseins bei Kant den Beigeschmack einer Verfälschung hatte, die dazu führt, dass die „Dinge an sich“ letztlich unerkennbar bleiben müssen, war sie für die "transcendentalists" notwendige Bedingung dafür, dass die Dinge überhaupt erst in ihrer wahren Gestalt erkannt werden können. Der Transzendentalismus kannte keinen Gegensatz zwischen einer objektiven Welt der Dinge und einer subjektiven Welt des Bewusstseins, sondern beides waren für ihn lediglich Erscheinungsformen einer ursprünglichen Einheit, die sowohl im menschlichen Empfinden wie auch in den Gesetzmäßigkeiten der Natur zum Ausdruck kommt: „That soul which within us is a sentiment, outside of us is a law“12. Emerson bezeichnete diese Einheit von Subjekt und Objekt als die „Over-Soul“13. Der Zugang zu dieser höchsten Form von Realität sollte weder im Wege sinnlicher Wahrnehmung noch durch schlussfolgerndes Denken möglich sein, sondern allein durch Intuition. Die Erkenntnis des Wahren wurde dadurch nicht mehr zu einer Frage des korrekten Vernunftgebrauches, sondern der richtigen inneren Einstellung, der „self-reliance“, die dann ein spontanes, intuitives Erkennen ohne intellektuelle Anstrengung ermöglichen sollte. Dieses Vermögen war für die Transzendentalisten Ausdruck der göttlichen Natur des Menschen und es war für sie der Sinn der menschlichen Existenz, dieses Vermögen zur Entfaltung zu bringen. Diesen Weg musste dabei der einzelne jeweils für sich allein gehen. Der „transcendentalism“ war vor allem eine Philosophie des künstlerischen Individuums, das den Pfad zur Weisheit allein zu beschreiten hatte, gegebenenfalls auch dadurch, dass es die Verbindungen zur Gemeinschaft kappte, so wie Henry David Thoreau, der sich in die Einsamkeit von Walden Pond zurückzog, um dort nach der Wahrheit zu suchen. Es ist daher kaum ein Zufall, dass der einflussreichste und dauerhafteste Beitrag des Transzendentalismus zur politischen Philosophie ausgerechnet ein solcher war, der das Individuum gegen die Zumutungen der Gesellschaft in Schutz nehmen wollte, nämlich Thoreaus Lehre vom zivilen Ungehorsam14. Der Transzendentalismus musste sich als individualistische Philosophie schwer tun, einen konstruktiven Beitrag zur Konstitution von komplexen Gesellschaften zu liefern, auch wenn viele seiner Vertreter durchaus politisch engagierte Zeitgenossen waren15. Als Philosophie war er fokussiert auf die moralische Fortentwicklung des Individuums, nicht auf den sozialen Fortschritt der Gesellschaft. Diese war auf die Rationalität abstrakter Normen und das Funktionieren anonymisierter Institutionen angewiesen, eine Rationalität, die dem Transzendentalismus in ihrer Kühle und Abstraktheit verdächtig erscheinen musste, und gegen die er daher im Zweifelsfall immer die unmittelbar intu- 11 Aus „Nature“, Emerson (1983) S. 34. 12 Aus „Compensation“, Emerson (1983) S. 289. 13 „The Over-Soul“, Emerson (1983) S. 338 ff. 14 Thoreau (1843). Hierzu auch Boller (1974) S. 107 ff. 15 Margaret Fuller, laut Thoreau die „Hohepriesterin des Transzendentalismus“ war eine Vorkämpferin der Frauenbewegung. Andere bezogen öffentlich Position in der Debatte um die Abschaffung der Sklaverei. Zu den politischen und sozialen Überzeugungen der transcendentalists siehe auch Boller (1974) S. 99 ff. 22 itiv zugängliche Verpflichtungskraft des individuellen Gewissens auszuspielen bereit war. Hinzu kam eine tiefe Abneigung der "transcendentalists" gegen die moderne kapitalistische Wirtschaftsweise, die bei Thoreau bis zur Ablehnung des Privateigentums reichte. Ebenso wenig wie mit der Anonymität und Komplexität der modernen Industriegesellschaft wusste der Transzendentalismus etwas mit deren vielleicht bedeutendster geistiger Grundlage anzufangen: Der experimentellen Naturwissenschaft. Deren analytischer, zergliedernder und quantifizierender Zugang zur Natur war geradezu die Antithese zum intuitiven, von der individuellen Empfindung geprägten und stets auf die Erfassung der Einheit des Ganzen abzielenden Naturverständnis der Transzendentalisten. Wie die europäischen Romantiker erhoben auch die „transcendentalists“ keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit oder auf die Beweisbarkeit ihrer Aussagen. Die Entscheidung für den Transzendentalismus war in erster Linie keine intellektuelle, sondern eine spirituelle und nicht zuletzt auch ästhetische Wahl, die sich auf eine Verwandtschaft des Fühlens und nicht auf eines solche des Denkens gründete. Insgesamt vermochte der „transcendentalism“ weder eine befriedigende Sozialnoch eine adäquate Wissenschaftsphilosophie zu bieten. Nach beidem verlangte indes der philosophische Zeitgeist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angesichts der Herausforderungen der Industrialisierung und des wissenschaftlichen Fortschritts. Urbanisierung und zunehmende Arbeitsteilung waren zu dieser Zeit die prägenden Faktoren, zunächst vor allem im fortschrittlichen Nordosten der Vereinigten Staaten, nach dem Ende des Bürgerkriegs und mit der zunehmenden Erschlie- ßung der westlichen Regionen immer mehr auch im Rest des Landes. Der typische Amerikaner war nun nicht mehr der Farmer, der mit seiner Familie relativ isoliert und autark auf seiner Scholle oder allenfalls noch in einer überschaubaren Dorfgemeinschaft lebte, sondern der Stadtbewohner, der in eine Vielzahl sozialer Beziehungen verstrickt war, die ihn mit zahlreichen Menschen verband, von denen ihm die meisten völlig fremd blieben. Sein Leben war geprägt von einem rasanten technischem Fortschritt, wie er durch die moderne Naturwissenschaft ermöglicht wurde, und der eine stetig im Wandel begriffene Lebenswelt bewirkte, die dem Einzelnen kontinuierlich neue Anpassungsleistungen abverlangte. Diesen Herausforderungen hatte der „transcendentalism“ wenig mehr als eine Verweigerungshaltung entgegenzuhalten. Letztlich war er das Produkt einer vorindustriellen Epoche, die in den Vereinigten Staaten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits der Vergangenheit angehörte. Der „transcendentalism“ verschwand deshalb relativ schnell wieder von der philosophischen Bildfläche16. Erhalten blieb vor allem sein literarisches Erbe, nicht zuletzt in den Werken von Emerson und Thoreau. An seine Stelle als dominierende philosophische Bewegung in den Vereinigten Staaten trat gegen Ende des 19. Jahr- 16 Insbesondere Emerson übte aber bis nach Europa erheblichen Einfluss aus, z.B. auf Nietzsche, der Emerson zu seinen Lieblingsautoren zählte, vgl. Nassauer (1943) S. 23 ff. sowie Schulz (1997) S. 34 f. 23 hunderts der Pragmatismus, der in vielen seiner Positionen eine Art Gegenprogramm zum „transcendentalism“ verkörperte, auch wenn sich vor allem bei William James ein Einfluss insb. von Emerson nachweisen lässt17. Dieser Einfluss rührte allerdings vor allem daher, dass beide ihrer Zeit dieselbe Diagnose stellten, nämlich einerseits zunehmenden Fortschritt bei der Erklärung und Beherrschung der Natur, andererseits eine fortschreitende Erosion der moralischen und religiösen Fundamente der Gesellschaft. Die Antwort des Pragmatismus auf diese Diagnose fiel jedoch gänzlich anders aus als die des „transcendentalism“. 17 Vgl hierzu Goodman (1990) S. 57; MacDermott (1986) S.19 ff.. Zum Einfluss von Emerson auf O.W. Holmes vgl. Menand (2001) S. 16 ff. 24 II. Die Entstehung des Pragmatismus. Charles Saunders Peirce und der Metaphysical Club in Cambridge Die Entstehung des Pragmatismus ist untrennbar mit einem kleinen Zirkel verbunden, der Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts von Charles Saunders Peirce in Cambridge, Massachusetts, ins Leben gerufen wurde, und der sich selbst den Namen „Metaphysical Club“ gab18. Die Mitglieder des Clubs waren von ihrem wissenschaftlichen Hintergrund her keine Philosophen, sondern entstammten ganz unterschiedlichen akademischen Fachrichtungen. Peirce selbst war studierter Chemiker und arbeite als Geodät für das US Coast Survey und das Harvard Observatory. Chauncey Wright war Mathematiker, William James Mediziner. Mit Oliver Wendell Holmes und Nicholas St. John Green gehörten dem Club auch zwei Juristen an. Gemeinsam war ihnen allen ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Methoden und Entdeckungen, auch dann, wenn sie wie Holmes und St. John Green selbst keine Naturwissenschaftler waren. Der „Metaphysical Club“ traf sich in unregelmä- ßigen Abständen in den Privatwohnungen von Peirce und James, wo die Mitglieder Vorträge hielten, über die anschließend diskutiert wurde. Gegenstand der Gespräche waren dabei vor allem Probleme der Wissenschaftstheorie und Erkenntnisphilosophie. 1. Semiotische Erkenntnistheorie Bereits bevor er den „Metaphysical Club“ ins Leben rief, hatte Peirce sich in zahlreichen Aufsätzen mit der Frage beschäftigt, wie der Erkenntnisvorgang adäquat zu begreifen ist und was überhaupt sein Gegenstand sein kann. Die dabei entwickelte semiotische Erkenntnistheorie und der daraus resultierende Realitätsbegriff lieferten dabei bereits entscheidende Weichenstellungen für den späteren Pragmatismus. Peirce entwickelte seine Position in Abgrenzung zu Descartes und Kant. War für Kant in der „Kritik der reinen Vernunft“ noch die entscheidende Frage gewesen, wie synthetische Urteile a priori möglich sind, setzte Peirce noch grundsätzlicher an und stellte bereits die Frage, wie synthetische Urteile überhaupt möglich sind19. a) Kritik am cartesianischen Rationalismus Peirce entwickelte seine Position dabei insbesondere in einer Reihe von Aufsätzen, die er 1868 im „Journal of Speculative Philosophy“ veröffentlichte. Im ersten dieser Beiträge, der unter dem Titel „Fragen hinsichtlich gewisser Vermögen, die man für 18 Siehe zum „Metaphysical Club“ auch Peirce CP 5.12, Schulz (1988) S. 89 ff. und Fisch (1964) mit weiteren Nachweisen sowie umfassend Menand (2001). 19 Peirce (1967) S. 241 / CP 5.348: „Das ist das Schloß vor dem Eingang der Philosophie“

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References

Zusammenfassung

Der klassische Pragmatismus steht für einen amerikanischen Sonderweg in die philosophische Moderne. Auch die Entwicklung des amerikanischen Rechtsdenkens wurde durch den Pragmatismus von C.S. Peirce und John Dewey bis heute maßgeblich geprägt. Strömungen wie der "Legal Realism" oder die "Economic Analysis of Law" wären ohne das gedankliche Fundament der pragmatistischen Philosophie nicht denkbar.

Das Buch zeichnet den Einfluss des Pragmatismus auf die amerikanische Rechtstheorie über einen Zeitraum von 150 Jahren von Oliver Wendell Holmes" "The Common Law" bis zum modernen "Legal Pragmatism" eines Richard Posner nach. Der Verfasser veranschaulicht zudem den engen Zusammenhang, der zwischen der pragmatistischen Rechtstheorie und einem deliberativen Demokratieverständnis besteht. Für die Frage, wie das Spannungsverhältnis zwischen dem Willen des demokratischen Gesetzgebers und der Autonomie des Rechtssystems aufzulösen ist, kann der Pragmatismus neue Perspektiven liefern. Deshalb ist es lohnend, sich auch auf dem alten Kontinent mit ihm auseinanderzusetzen.