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Sebastian Messer, Titelei/Inhaltsverzeichnis in:

Sebastian Messer

Die polizeiliche Registrierung von Widerstandshandlungen, page 2 - 12

Eine kriminalsoziologische Untersuchung

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4143-7, ISBN online: 978-3-8452-1650-8 https://doi.org/10.5771/9783845216508

Series: Studien zum Strafrecht, vol. 26

Bibliographic information
Studien zum Strafrecht Band 26 Herausgegeben von Prof. Dr. Knut Amelung, Technische Universität Dresden Prof. Dr. Martin Böse, Universität Bonn Prof. Dr. Gunnar Duttge, Universität Göttingen Prof. Dr. Urs Kindhäuser, Universität Bonn Prof. Dr. Claus Kreß, Universität Köln Prof. Dr. Lothar Kuhlen, Universität Mannheim Prof. Dr. Ursula Nelles, Universität Münster Prof. Dr. Ulfried Neumann, Universität Frankfurt am Main Prof. Dr. Henning Radtke, Universität Hannover Prof. Dr. Klaus Rogall, Freie Universität Berlin Prof. Dr. Helmut Satzger, Universität München Prof. Dr. Brigitte Tag, Universität Zürich Prof. Dr. Thomas Weigend, Universität Köln Prof. Dr. Wolfgang Wohlers, Universität Zürich Prof. Dr. Rainer Zaczyk, Universität Bonn BUT_Messer_4143-7-1.indd 2 09.01.2009 10:28:53 Uhr Sebastian Messer Die polizeiliche Registrierung von Widerstandshandlungen Eine kriminalsoziologische Untersuchung Nomos BUT_Messer_4143-7-1.indd 3 09.01.2009 10:28:53 Uhr 1. Auflage 2009 © Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009. Printed in Germany. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen, der photomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung, vorbehalten. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier. Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dn-b.de abrufbar. Zugl.: Kiel, Univ., Diss., 2008 ISBN 978-3-8329-4143-7 (N0mos Verlag Baden-Baden) ISBN 978-3-03751-145-9 (Dike Verlag Zürich/St. Gallen) BUT_Messer_4143-7-1.indd 4 09.01.2009 10:28:53 Uhr 5 Vorwort Die vorliegende Arbeit ist im Wintersemester 2007/2008 fertiggestellt und von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als Dissertation angenommen worden. Ganz besonderer Dank gilt meiner Doktormutter Frau Prof. Dr. Monika Frommel, die diese Arbeit angeregt, betreut und das Erstgutachten erstattet hat. Während meiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sanktionenrecht und Kriminologie hat sie mir die notwendigen Freiräume gegeben und diese Arbeit auf vielfältige Weise mit inspirierenden Diskussionen und kritischen Anregungen gefördert. Mein Dank gilt auch Herrn Prof. Dr. Heribert Ostendorf, der großes Interesse an dieser Arbeit gezeigt und eine zügige Zweitkorrektur durchgeführt hat. Dem Landespolizeiamt Schleswig-Holstein, der Polizeidirektion Kiel, der Polizeidirektion Lübeck, dem Polizeipräsidium Mannheim sowie den Revierleitern der Polizeireviere in Kiel, Lübeck und Mannheim sei herzlich für die kooperative organisatorische Zusammenarbeit gedankt. Für die Bereitschaft, den schriftlichen Fragebogen auszufüllen, gilt allen beteiligten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten der Polizeireviere in Kiel, Lübeck und Mannheim meine aufrichtige Anerkennung. Dank gebührt auch meinen Eltern Rosemarie und Winfried Messer, die mich während meines Studiums und insbesondere in der Phase meiner Dissertation unterstützt und stets in meinem Vorhaben bestärkt haben. Ihnen widme ich diese Arbeit. Ich danke auch jenen Freunden und Mitarbeitern des Instituts für Sanktionenrecht und Kriminologie, die in den vergangen zwei Jahren das Werden dieser Arbeit mit Diskussionen und Anregungen begleitet haben, insbesondere Frau Dr. Susanne Wollmann, Herrn Dr. Arne Habenicht, Frau Ina Hunecke, Frau Dipl.-Psych. Inga Mau und Herrn Max Milbradt. Kiel, im September 2008 Sebastian Messer 7 Inhalt Abbildungsverzeichnis 13 Einleitung 17 1. Kapitel: Bestimmung des Untersuchungsgegenstandes 23 A. Vergleichbarkeit der untersuchten Sozialstrukturen und Stand der Forschung 23 I. Vergleichbarkeit der Sozialstrukturen 23 II. Vergleichbarkeit der Tatverdächtigen- und der Tatstruktur unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes 30 III. Aktueller Forschungsstand 31 1. Jäger: Gewalt und Polizei 31 a) Inhalt 32 b) Untersuchungsertrag 35 2. Falk: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte 38 a) Inhalt 38 aa) Inhaltsanalyse von Justizakten 39 bb) Befragung 42 b) Untersuchungsertrag 44 3. KFN-Studie: Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte 1985-2000 45 a) Inhalt 45 b) Untersuchungsertrag 48 4. Philipsen: Widerstand gegen Polizeibeamte in Lübeck 49 a) Inhalt 49 aa) Inhaltsanalyse von Justizakten 49 bb) Befragung 51 b) Untersuchungsertrag 52 5. Ertrag für die vorliegende Arbeit 53 a) Jäger 53 b) Falk 57 c) KFN-Studie 58 8 d) Philipsen 58 e) Zusammenfassende Synopse zum Stand der Wissenschaft 59 IV. Zusammenfassung und Ergebnis 62 B. Rechtliche Grundlagen zu § 113 StGB 62 I. Rechtmäßigkeit der Vollstreckungshandlung 63 1. Die dogmatische Einordnung der Rechtmäßigkeit der Diensthandlung 64 2. Die inhaltliche Bestimmung der Rechtmäßigkeit der Diensthandlung 66 II. Tathandlung 71 III. Irrtumsproblematik 72 IV. Regelbeispiele und Konkurrenzen 73 C. Selektivität der Strafverfolgung und strukturelle Besonderheiten des § 113 StGB 74 I. Selektivität der Strafverfolgung 75 II. Strukturelle Besonderheiten bei der Mobilisierung des Widerstandsparagrafen 78 1. Wahrnehmung als Widerstand 79 2. Sonstige Besonderheiten des § 113 StGB 83 III. Der sog. Trichter der Sanktionierung beim Widerstand gegen die Staatsgewalt 84 D. Annahmen der Befragung 86 I. Die Mobilisierung von Recht 87 II. Einbeziehung des Mobilisierungsansatzes 90 III. Veranschaulichung 91 IV. Anwendung auf den Untersuchungsgegenstand 92 1. Wahrnehmung 93 2. Thematisierung 94 3. Mobilisierung 95 4. Veranschaulichung anhand eines Beispielfalls 95 5. Zusammenfassung 96 E. Präzisierung des Untersuchungsgegenstandes 96 I. Fragestellung und Annahmen 98 II. Untersuchungstechnik 99 2. Kapitel: Befragung 100 A. Beschreibung der Vorgehensweise 100 B. Beschreibung des Fragebogens 102 9 3. Kapitel: Auswertung der Antworten 106 A. Charakteristika der Befragten 106 B. Antworten zu den Situationen 111 I. Charakteristika der Widerstandsübenden 111 II. Einsatzmittel der Widerstandsübenden 114 III. Einsatzanlässe 115 IV. Lokalitäten 117 V. Zeiten 118 VI. Polizeiliche Kriminalstatistik und Periodischer Sicherheitsbericht 120 VII. Ergebnis 124 C. Vergleichbarkeit der Wahrnehmung von Konfliktsituationen 124 I. Die Aus- und Fortbildung in den untersuchten Städten 125 II. Einschätzung der polizeilichen Aus- und Fortbildung 126 III. Ergebnis 129 D. Einflüsse auf die Registrierungsentscheidung 130 I. Situation 1: alkoholisierter Kraftwagenführer 131 1. Regionale Situationsbewertung 132 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 133 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 134 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 135 5. Ergebnis 136 II. Situation 2: häusliche Gewalt 136 1. Regionale Situationsbewertung 138 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 139 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 140 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 141 5. Ergebnis 142 III. Situation 3: Konflikt auf Volksfest 142 1. Regionale Situationsbewertung 143 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 144 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 145 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 146 5. Ergebnis 146 IV. Situation 4: Konflikt mit Migranten 147 1. Regionale Situationsbewertung 147 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 148 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 150 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 151 5. Ergebnis 152 10 V. Situation 5: Konflikt bei Haftbefehlserledigung 153 1. Regionale Situationsbewertung 154 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 155 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 156 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 156 5. Ergebnis 157 VI. Situation 6: Konflikt mit fremdenfeindlich eingestellten Personen 158 1. Regionale Situationsbewertung 158 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 159 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 160 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 161 5. Ergebnis 162 VII. Situation 7: Konflikt bei Einsatz wegen Ruhestörung 163 1. Regionale Situationsbewertung 163 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 164 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 165 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 166 5. Ergebnis 167 VIII. Situation 8: Konflikt bei Blutprobe 167 1. Regionale Situationsbewertung 168 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 169 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 170 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 171 5. Ergebnis 172 IX. Situation 9: Konflikt in Diskothek 173 1. Regionale Situationsbewertung 173 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 174 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 175 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 176 5. Ergebnis 177 X. Situation 10: Konflikt bei Pkw-Aufbruch 177 1. Regionale Situationsbewertung 178 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 179 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 179 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 180 5. Ergebnis 181 XI. Situation 11: Konflikt mit Punkszene 181 1. Regionale Situationsbewertung 182 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 183 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 184 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 185 5. Ergebnis 186 11 XII. Gesamtschau der situativen Vorgehensweisen 187 1. Regionale Situationsbewertung 187 2. Geschlechtsspezifische Situationsbewertung 188 3. Dienstgradspezifische Situationsbewertung 189 4. Dienstzeitspezifische Situationsbewertung 190 5. Ergebnis 191 XIII. Sonstige Einflussfaktoren 192 1. Bewältigung von Konflikten mit verbalen Kommunikationstechniken 192 a) Regionale Einschätzungsunterschiede 192 b) Geschlechtsspezifische Einschätzungsunterschiede 193 c) Dienstgradspezifische Einschätzungsunterschiede 194 d) Dienstzeitspezifische Einschätzungsunterschiede 195 e) Ergebnis 196 2. Bewertung des eigenen Verrechtlichungsverhaltens 196 a) Regionale Einschätzungsunterschiede 197 b) Geschlechtsspezifische Einschätzungsunterschiede 198 c) Dienstgradspezifische Einschätzungsunterschiede 199 d) Dienstzeitspezifische Einschätzungsunterschiede 200 e) Ergebnis 201 3. Abstrakte Einschätzung der Befragten zur eigenen Vorgehensweise 201 a) Regionale Einschätzungsunterschiede 202 b) Geschlechtsspezifische Einschätzungsunterschiede 203 c) Dienstgradspezifische Einschätzungsunterschiede 204 d) Dienstzeitspezifische Einschätzungsunterschiede 205 e) Ergebnis 206 4. Einschätzung der Befragten zur Vorgehensweise der eigenen Dienststelle 206 5. Kommunikationsbarrieren und deren Einfluss auf das Etikettierungsverhalten 209 a) Regionale Einschätzungsunterschiede 209 b) Geschlechtsspezifische Bewertungsunterschiede 210 c) Dienstgradspezifische Bewertungsunterschiede 212 d) Dienstzeitspezifische Bewertungsunterschiede 212 e) Sonstige Kommunikationsbarrieren 213 f) Ergebnis 215 12 4. Kapitel: Zusammenfassende Darstellung und Würdigung der Untersuchungsergebnisse 216 A. Zusammenfassung der wichtigsten Befunde zu den Widerstandsübenden 217 B. Zusammenfassung und Bewertung der wichtigsten Ergebnisse zu den Modalitäten von Widerstandssituationen 218 C. Zusammenfassung und Bewertung der wichtigsten Erkenntnisse 220 I. Regionale Besonderheiten bei einzelnen Konflikten 225 II. Geschlechtsspezifische Besonderheiten bei einzelnen Konflikten 227 III. Dienstgradspezifische Besonderheiten bei einzelnen Konflikten 229 IV. Dienstzeitspezifische Besonderheiten bei einzelnen Konflikten 229 V. Prophylaktische Anzeigen 231 1. Prophylaktische Anzeigen bei einzelnen Konflikten - regionale Besonderheiten 236 2. Prophylaktische Anzeigen bei einzelnen Konflikten geschlechtsspezifische Besonderheiten 236 3. Prophylaktische Anzeigen bei einzelnen Konflikten dienstgradspezifische Besonderheiten 237 4. Prophylaktische Anzeigen bei einzelnen Konflikten dienstzeitspezifische Besonderheiten 238 5. Ergebnis zu prophylaktischen Anzeigen 238 VI. Endergebnis 239 VII. Ausblick 243 Anhang 1: Fragebogen und Zahlenmaterial (Basis der Auswertung) 244 Anhang 2: Freie Angaben zu Kommunikationsbarrieren 263 Literaturverzeichnis 266

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Zusammenfassung

Die Arbeit knüpft an das irritierende Faktum an, dass in der Hansestadt Lübeck zumindest in den Jahren 1999 bis 2004, aber auch noch aktuell, deutlich mehr Delikte wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte nach § 113 StGB registriert worden sind als in Kiel. Dennoch ist die Zahl der Verurteilten nahezu gleich. Es liegt die Vermutung nahe, dass nur mehr Widerstände thematisiert werden als verurteilt.

Bisher vorhandene Studien zum Thema Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gehen zumeist ätiologisch vor. Sie liefern keine Erklärung für das unterschiedliche Registrierungsverhalten, aber wichtige Vorerkenntnisse über die zu erwartenden Konflikte und sozialen Besonderheiten der „widerständigen“ Personen.

Die Arbeit knüpft an diese Erkenntnisse an, überprüft sie bezüglich ihrer Aktualität und stellt einen eigenen vollständigen theoretischen Ansatz auf. Dieser kriminalsoziologische Ansatz unterscheidet zwischen Wahrnehmung eines Konfliktes, Thematisierung des Konfliktes und Mobilisierung des Widerstandsparagrafen. Die Datenerhebung erfolgte per schriftlicher Befragung mit Interviews bei 300 Polizeibeamtinnen und -beamten. Einbezogen wurden Kiel, Lübeck und – des regionalen Vergleichs wegen – die sozialstrukturell vergleichbare Stadt Mannheim. Abgefragt wurden zahlreiche Konfliktkonstellationen und Einflussfaktoren, solche wie Geschlecht, Diensterfahrung und Dienstgrad. Die Arbeit wertet die Daten umfangreich auf unterschiedliche Reaktionsmuster hin aus.