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Andreas Kohnke, Haftung aus § 179 BGB in:

Andreas Kohnke

Die Pflichten des Stiftungsvorstands aus Bundes- und Landesrecht, page 231 - 231

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4135-2, ISBN online: 978-3-8452-1331-6 https://doi.org/10.5771/9783845213316

Series: Schriftenreihe zum Stiftungswesen, vol. 39

Bibliographic information
231 gestellte Vertretungsbescheinigung vertraut hat und ihm dadurch ein Schaden entstanden ist. 4. Haftung aus § 179 BGB Der Vollständigkeit halber ist die Haftung des Stiftungsvorstands aus § 179 BGB zu nennen. Diese tritt dann ein, wenn der Vorstand als falsus procurator, d.h. als Vertreter ohne Vertretungsmacht handelt. Der Stiftungsvorstand haftet dann nach Wahl des Geschäftspartners wahlweise auf Erfüllung bzw. auf Ersatz des positiven Interesses1566, während eine Verpflichtung der Stiftung nicht möglich ist. Für die Stiftung ergeben sich insoweit keine Besonderheiten. 1566 Seifart/v.Campenhausen/Hof, § 9, Rn. 26; Hüttemann/Herzog, Non Profit Law Yearbook 2006, 33, 50.

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Zusammenfassung

Die Stiftung des bürgerlichen Rechts wird vom Stiftungsvorstand als grundsätzlich einzigem Organ verwaltet. Die oft immensen Vermögensmassen der Stiftungen sind damit der zunächst alleinigen Verantwortung des Vorstands übergeben. Da dieser zentralen Einfluss auf die Geschicke der Stiftung hat, ist es notwendig, einen Pflichtenkatalog zu formulieren, der die Aufgaben und Spielräume des Stiftungsvorstands zusammenfasst und verständlich erläutert. Im Rahmen einer rechtswissenschaftlichen Untersuchung wird daher mit diesem Buch geklärt, welche grundlegenden Pflichten der Stiftungsvorstand hat, wo diese ihre rechtlichen Grundlagen finden und welche haftungsrechtlichen Folgen sich bei Pflichtverletzungen des Stiftungsvorstands ergeben können.

Dabei ist es gelungen, Abstimmungsfehler zwischen Bundes- und Landesrecht aufzuzeigen, die zur formellen Verfassungswidrigkeit zahlreicher Landesnormen im Stiftungsrecht geführt haben. Dies hat Auswirkungen sowohl auf die Arbeit des Stiftungsvorstands als auch auf die Arbeit der Stiftungsaufsichtsbehörde, deren Aufgabe es ist, die Mitgliederlosigkeit der Stiftung durch staatliche Kontrolle und Fürsorge auszugleichen.