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Peter Paic, Layout in:

Peter Paic

Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, page 291 - 293

Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4112-3, ISBN online: 978-3-8452-1348-4 https://doi.org/10.5771/9783845213484

Series: FFB - Schriften des Forschungsinstituts Freie Berufe der Leuphana Universität Lüneburg, vol. 17

Bibliographic information
Onlineerhebung zu den Freien Berufen 291 und technischen Ressourcen16. Dies beinhaltet die Entwicklung des Fragebogens selbst, die Programmierung der dazugehörenden HTML-Seiten, der PHP-Skripte sowie die Integration des Onlinefragebogens an eine SQL-Datenbank. Für eine mediengerechte Umsetzung wurde das Design der FFB-Webseiten verwendet. Direkte Mehraufwendungen entstanden durch die Kosten der Versandaktion. Da die Onlineumfrage in Eigenregie erstellt und durchgeführt wurde entstanden keine weiteren externen Personalkosten. Der folgende Abschnitt widmet sich dem erst angeschnittenen Problemfeld selbstrekrutierender Onlineumfragen. Die Schwerpunkte bilden das Layout und die Kontrolle der Interviewsituation. 5.2 Konstruktion des Onlinefragebogens Die Konstruktion des Onlinefragebogens ist einer der zentralen Bestandteile einer Onlineerhebung. Dazu gehören die Entwicklung des Layouts, die Gestaltung der Fragestellungen und das angewendete Skalenniveau. Parallel zu den einzelnen Punkten werden die im vorherigen Kapitel beschriebenen Probleme, wie die Selbstselektion, aufgegriffen und Lösungen entwickelt. Im zweiten Teil werden der Test des Fragebogens durch ein Expertenteam und die Anschreiben der jeweiligen Rekrutierungsebene vorgestellt. Eine Übersicht zu den Eckdaten der Onlineerhebung schließt das Kapitel zur Konstruktion des Fragebogens ab. 5.2.1 Layout Die Qualität der Ergebnisse und damit die Evidenz der gesamten Onlineumfrage werden maßgeblich von der Güte des Fragebogens beeinflusst. Um eine Verzerrung der Ergebnisse durch ein bestimmtes Layout zu vermeiden, ist eine klare und nicht überkomplexe Zielsetzung notwendig. Dabei gelten für die Gestaltung des Layouts grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen und Kriterien wie bei einer klassischen Erhebung (vgl. Wiegand 2003, 62ff.), mit dem Unterschied, das Layout zielgerichtet an das Medium Internet anzupassen. Wichtig ist hierbei die Benutzerfreundlichkeit des Layouts. Kennzeichen dieser sind eine übersichtliche Gestaltung der Umfrage, eine sinnvolle Fragenanordnung sowie eine verständliche und präzise Formulierung der Fragen. Das Layout der Befragung soll angemessen und auf keinen Fall überladen wirken. Insbesondere zu lange und verwinkelte Fragestellungen behindern die Lesbarkeit am Bildschirm, im Vergleich zu gedruckten Texten, im hohen Maße. Eine maßgeschneiderte Optik kann das Erfassen bestimmter Fragen erheblich erleichtern (vgl. Gräf 2002, 57). Um das Problem der Mehrfachnennungen bei selbstrekrutierenden Umfragen auszuschließen, wurde dem jeweiligen Probanden auf der Serverseite eine temporäre Session-ID zugewiesen. Diese Session-ID unterbindet ein Speichern der Daten durch wiederholtes Ausfüllen des Onlinefragebogens über einen Zeitraum 16 An dieser Stelle möchte ich mich insbesondere bei Henning Stolze vom Forschungsinstitut Freie Berufe für seine technische Hilfe und Unterstützung bedanken. 292 Onlineerhebung zu den Freien Berufen von drei Stunden. Zwar ist auch mit der jeweils vergebenen temporären Session- ID ein wiederholtes Einloggen und Ausfüllen des Fragebogens möglich, doch reduziert diese Vorgehensweise die Gefahr eines wiederholten Ausfüllens während ein und derselben Onlinesitzung des Befragten. Der Abbildung 38 mit dem Screenshot zeigt die Startseite des Onlinefragebogens zu den Freien Berufen. Das Problem der Ernsthaftigkeit des Befragten beim Ausfüllen des Fragebogens kann mittels eines Plausibilitätschecks der eruierten Angaben überprüft werden. Diese geschieht anhand des bekannten Sozialprofils eines Freiberuflers (Alter, Bildung, freiberufliche Tätigkeit und Einkommen) sowie durch verwandte Kontrollfragen innerhalb des Fragebogens (vgl. Reips 2003, 23f.). Abbildung 38: Startseite der Onlineumfrage Freie Berufe Quelle: http://ffb.uni-lueneburg.de/onlineumfrage. Der Screenshot zur Startseite der Onlineerhebung zeigt das verwendete Layout. Hier wurden die Besucher zur Teilnahme an der Umfrage aufgefordert. Die Website ist übersichtlich mit den wesentlichen Informationen gestaltet. Durch die Integration weiterer Links konnte der Besucher vor der Teilnahme vertiefende Informationen zur Onlineerhebung abrufen. Für einen professionellen Gesamteindruck wurde das Design der FFB-Internetseiten für den Onlinefragebogen übernommen. Dies betrifft insbesondere die Übernahme des Corporate Designs, wie der farblichen Gestaltung und der Kopfseiten der Webpräsenz. Onlineerhebung zu den Freien Berufen 293 5.2.2 Fragen und Skalen Bei der Formulierung der Fragen gelten für die Onlineerhebung die gleichen Kriterien wie für die klassischen Erhebungen. Oberste Prämisse ist es daher, den bekannten formalen Ansprüchen klassischer Erhebungen zu genügen (vgl. Wiegand 2003, 62 ff.). Dazu gehört beispielsweise das Vermeiden von unbestimmten und abstrakten wissenschaftlichen Begrifflichkeiten. Gezielt wurde von der Verwendung doppelter Verneinungen abgesehen, da dies zu einer Verunsicherung des Probanden führen kann. Ebenso wurde bei der Erstellung darauf geachtet, keine suggestiven oder stereotypen Formulierungen zu verwenden. Das Einfließen subjektiver Meinungen verzerrt die späteren Ergebnisse maßgeblich. Bei der Fragenerstellung galten als Grundmaxime, die Fragen so kurz und prägnant wie möglich zu halten. Da bei einer Onlineerhebung im Gegensatz zum persönlichen Interview nicht mehr eingegriffen werden kann, können mit einer klaren Fragestellung eventuelle Missverständnisse im Vorfeld ausgeräumt werden sowie die Antwortbereitschaft der Befragten und somit auch die späteren Ergebnisse der Umfrage gesichert werden. Insgesamt sollte der Onlinefragebogen nicht zu lang sein, da sonst die Gefahr eines Befragungsabbruchs rasch zunimmt. Andererseits sollte der Fragebogen für das Verständnis so lang wie notwendig gestaltet sein. Nach Ansicht einiger Experten wird von den Befragten ein zu kurzer Fragebogen als weniger wissenschaftlich und bedeutsam angesehen (vgl. Bosnjak und Batinic 2002, 423). Um die Übersicht für den Befragten zu gewährleisten, gliedert sich die inhaltliche Struktur des Onlinefragebogens nach den einzelnen abzufragenden Themengebieten. Diese setzten sich aus drei thematischen Schwerpunkten zusammen. Zunächst wurden Fragen zur Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Situation im Kontext der freiberuflichen Tätigkeiten abgefragt. Dem folgte ein Themenblock zur freiberuflichen Tätigkeit und der Gründungssituation, während der dritte Themenblock die Teilnehmer nach ihren persönlichen Charakteristika wie Alter und Geschlecht befragte. Die Struktur des Fragebogens wurde dabei von zunächst allgemeinen Fragen hin zu speziellen Fragen aufgebaut. So wurden zu Beginn der Umfrage allgemeine Dinge wie die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage abgefragt. Die persönlichen Fragen (u.a. Einkommen) wurden zum Ende des Fragebogens gestellt. Aufbau und Struktur des Onlinefragebogens sollen dem Befragten helfen, sich durch die anfänglichen einfachen Fragen „aufzuwärmen“ für spätere komplexere Fragestellungen (vgl. Kirchhoff et al 2003; Porst 1985). Die Abbildung des Screenshot 39 mit der ersten Webseite der Onlinebefragung verdeutlicht einige der aufgezählten Elemente der Fortschrittsanzeige, Fragestellung und Skalenniveau.

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References

Zusammenfassung

Die Arbeit verfolgt die theoretische, methodische und empirisch fundierte Analyse des freiberuflichen Gründungsgeschehens. Um die Fragestellung “Welche Determinanten beeinflussen die Gründungsaktivität und den Gründungserfolg von Freiberuflern?“ wird das Spektrum über die Phasen vor der Gründung bis zur Etablierung der freiberuflichen Tätigkeit am Markt erfasst.

Auf Grundlage des SOEP-Panels und einer Onlineerhebung tragen die Ergebnisse zu einem Erkenntnisgewinn des freiberuflichen Gründungsgeschehens bei. Gewürdigt wird dabei insbesondere die Praxis mit vielen neuen Ergebnissen aus den empirisch neu gewonnenen Daten zum Gründungsgeschehen der Freien Berufe.

Dr. Peter Paic studierte BWL und Ökonomie in Hamburg. 2008 Promotion an der Leuphana Universität Lüneburg. Zurzeit ist er Referent im Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW) in Düsseldorf.