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Peter Paic, Multivariate Analysen zum Gründungserfolg in:

Peter Paic

Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, page 264 - 265

Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4112-3, ISBN online: 978-3-8452-1348-4 https://doi.org/10.5771/9783845213484

Series: FFB - Schriften des Forschungsinstituts Freie Berufe der Leuphana Universität Lüneburg, vol. 17

Bibliographic information
264 Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) Tabelle 54: Überblick der zentralen Merkmale und Charakteristika erfolgreicher freiberuflicher Gründer aus den deskriptiven Ergebnissen Charakteristika Erfolgreiche freiberufliche Gründer Personenbezogen sind zwischen 40 und 49 Jahre alt sind überwiegend Männer sind in der Mehrheit ledig Betriebsbezogen haben eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden verfügen über ein Einkommen von mehr als 1 T€ im Monat stammen aus den Freien Heilberufen oder Freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufen stammen aus den Kammerberufen Umfeldbezogenen kommen aus Ostdeutschland Humankapital haben einen berufsbildenden Abschluss waren zuvor als Angestellte oder Selbständige tätig oder arbeitslos Quelle: Eigene Tabelle. SOEP 1992-2002. Bei der wöchentlichen Arbeitszeit weisen Gründer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 40 Stunden die höchste Überlebensquote auf. Freiberufliche Gründer mit einem Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit von über 1 T€ im ersten Jahr nach der Gründung sind am stärksten in der Gruppe der nach drei Jahren überlebenden Gründer anzutreffen. Eine hohe Überlebensquote findet sich auch bei den Gründungen in den Berufsgruppen der Freien Heilberufe und der Freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe. Eine berufsbildende Ausbildung steigert die späteren Überlebenschancen. Ebenso weisen die Gründer eine hohe Überlebensquote aus, welche vor der freiberuflichen Gründung als Angestellte oder Selbständige tätig waren oder zuvor arbeitslos waren. Nach diesen ersten Charakteristika erfolgreicher freiberuflicher Gründer folgen im nächsten Abschnitt die multivariaten Verfahren, welche auch kausale Aussagen über die Zusammenhänge erlauben. Aus den multivariaten Analysen werden die Ergebnisse der Probit-, Logit- und Relogitschätzung vorgestellt. 4.4.3 Multivariate Analysen zum Gründungserfolg Im folgenden Kapitel werden die multivariaten Ergebnisse und Hypothesentests zum freiberuflichen Gründungserfolg präsentiert. Einleitend wird das Untersuchungsmodell zum freiberuflichen Gründungserfolg vorgestellt. Dazu gehören die endogene Messgröße sowie die Modellierung der exogenen Einflussgrößen. Das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) 265 Auf Grundlage einer dreijährigen Überlebensdauer nach der Gründung als Messgröße wird ein Logit-, Probit- und Relogitmodell als Schätzer für die Überlebenswahrscheinlichkeit verwendet. Da alle drei Schätzer bereits im Modell zur Gründungsaktivität vorgestellt wurden, wird folgend von einer wiederholten Darstellung der Schätzer abgesehen (vgl. Kap. 4.3.4). Wie zu den deskriptiven Auswertungen dient als Datengrundlage der multivariaten Analysen der berichtigte SOEP-Datensatz (vgl. Kap. 4.2) mit der dichotom modellierten abhängigen Variablen einer nach drei Jahren überlebenden, also „erfolgreichen freiberuflichen Gründung“ oder einer nach drei Jahren „nicht erfolgreichen freiberuflichen Gründung“. Untersucht werden die Determinanten auf ihren Einfluss auf die dreijährige Überlebenswahrscheinlichkeit einer freiberuflichen Gründung. Die empirische Relevanz der aufgestellten Hypothesen zum freiberuflichen Gründungserfolg (vgl. Kap. 3.6) wird mit den multivariaten Analysemethoden zum Abschluss der jeweiligen Unterkapitel überprüft. Ein Zwischenfazit zu den Ergebnissen und den Hypothesen zum freiberuflichen Gründungserfolg schließt diesen Abschnitt ab. 4.4.4 Untersuchungsmodell Das Untersuchungsmodell zum freiberuflichen Gründungserfolg beruht auf der Grundlage theoretischer Annahmen (vgl. Kap. 3.3) und empirisch nachgewiesenen Regelhaftigkeiten (vgl. Kap. 3.4). Die Struktur und der Aufbau des Untersuchungsmodells richten sich dabei nach dem Bezugsrahmen der Gründungsforschung (vgl. Kap. 3.2), d.h. die Gründerperson und die zentral von ihr geprägte Gründung stehen perspektivisch im Mittelpunkt der Untersuchung zum Gründungserfolg (Forschungsobjekt). Der Forschungsperspektive folgend gliedert sich der personenbezogene Theorieansatz in demografische Einflussgrößen, dem mikro-sozialen Umfeld und dem allgemeinen und spezifischen Humankapital der Gründerpersonen. Aus den betriebsbezogenen Ansätzen sind es das Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit, die Berufsgruppen sowie die Kammerberufe zu den Annahmen des unvollständigen Wettbewerbs aus der Mikroökonomie. Dieser Modellaufbau ist identisch mit der Hypothesenstruktur zum freiberuflichen Gründungserfolg (vgl. Kap. 3.6). Als Datengrundlage dient der berichtigte SOEP-Datensatz 1992 bis 2002 mit der neu konstruierten abhängigen Variablen eines dreijährigen Überlebens der Gründung. Wie im Modell zur Gründungsaktivität haben auch hier die einzelnen Variablen über den Untersuchungszeitraum Änderungen in ihren Merkmalsausprägungen erfahren. Für die einheitliche Angleichung dieser Änderungen über den Untersuchungshorizont wurden die einzelnen Variablen auf den größten gemeinsamen Nenner angepasst. Darüber hinaus wurden neue Variablen kreiert, wie beispielsweise zu den freiberuflichen Berufsgruppen und der Zugehörigkeit zu einem Kammerberuf. So wird hinsichtlich der Berufsgruppen zwischen den

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Zusammenfassung

Die Arbeit verfolgt die theoretische, methodische und empirisch fundierte Analyse des freiberuflichen Gründungsgeschehens. Um die Fragestellung “Welche Determinanten beeinflussen die Gründungsaktivität und den Gründungserfolg von Freiberuflern?“ wird das Spektrum über die Phasen vor der Gründung bis zur Etablierung der freiberuflichen Tätigkeit am Markt erfasst.

Auf Grundlage des SOEP-Panels und einer Onlineerhebung tragen die Ergebnisse zu einem Erkenntnisgewinn des freiberuflichen Gründungsgeschehens bei. Gewürdigt wird dabei insbesondere die Praxis mit vielen neuen Ergebnissen aus den empirisch neu gewonnenen Daten zum Gründungsgeschehen der Freien Berufe.

Dr. Peter Paic studierte BWL und Ökonomie in Hamburg. 2008 Promotion an der Leuphana Universität Lüneburg. Zurzeit ist er Referent im Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW) in Düsseldorf.