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Madeleine Weskott, BPC v. Psychotherapeutenkammern und Berufsgerichte in:

Madeleine Weskott

Berufsaufsicht der Ärzte und Psychotherapeuten, page 162 - 162

Deutschland und Großbritannien im Spannungsfeld der Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG)

1. Edition 2008, ISBN print: 978-3-8329-4098-0, ISBN online: 978-3-8452-1249-4 https://doi.org/10.5771/9783845212494

Series: Schriften zum Kammer- und Berufsrecht, vol. 8

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162 2. BPC v. Psychotherapeutenkammern und Berufsgerichte Grundsätzlicher Unterschied zwischen der Aufsicht über Psychotherapeuten in Großbritannien und Deutschland besteht darin, dass dieser Beruf in Großbritannien gesetzlich (noch) nicht reguliert wird. In Deutschland sind hingegen 12, auf der Grundlage des jeweiligen Landesheilberufegesetzes errichtete, Psychotherapeutenkammern für die Aufsicht über die Psychotherapeuten zuständig.661 Es gilt das zu den deutschen Ärztekammern gesagte. Auch bezüglich der Psychotherapeuten können nur die Approbationsbehörden ein Berufsverbot anordnen. In Großbritannien existiert hingegen ein freiwilliges System der Selbstregulierung. Psychotherapeuten können sich einer Berufsorganisation anschließen und sich dadurch der Aufsicht durch den BPC unterwerfen. Eine Pflicht besteht hierzu jedoch nicht. Aufsichtsverfahren und Aufsichtsmittel entsprechen dabei weitgehend dem Aufsichtsverfahren sowie den Aufsichtsmitteln des GMC. Gleichwohl einer fehlenden Regulierung, ist der Beruf des Psychotherapeuten auch in Großbritannien ein im Sinne des Art. 3 Abs. 2 der Richtlinie reglementierter Beruf. Es handelt sich insofern um einen Beruf, „der von Mitgliedern von Verbänden oder Organisationen ausgeübt wird“ (Art. 3 Abs. 2 Unterabsatz 1). Mithin ist auch für die freiwillige Berufsaufsicht das Gebot der Verwaltungszusammenarbeit nach der Richtlinie zu beachten. 661 Seit kurzem zählt als 12. Kammer die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer dazu, die eine übergreifende Psychotherapeutenkammer für das Gebiet der neuen Bundesländer darstellt und auf die das SächsHKaG Anwendung findet.

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Zusammenfassung

Die Arbeit widmet sich der Einflussnahme der Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG auf die Berufsaufsicht über Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland und Großbritannien. Im Rahmen dessen erfolgt eine Auseinandersetzung mit den europäischen Harmonisierungskonzepten und dem Rechtskonzept der Berufsanerkennungsrichtlinie. Die Autorin erörtert die Auswirkungen einzelner Richtlinienvorschriften nach ihrer Umsetzung, insbesondere auf die deutschen Heilberufekammern. Sie analysiert dabei insbesondere die von der Richtlinie vorgegebene Verwaltungszusammenarbeit im Bereich der Berufsaufsicht sowie amtshaftungsrechtliche Aspekte, die sich im Rahmen der Aufsichtsarbeit der Berufskammern stellen.