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Nadine H. Pahlke, Titelei/Inhaltsverzeichnis in:

Nadine H. Pahlke

Täterinnen im Nationalsozialismus, page 2 - 12

Ein kriminologischer Erklärungsversuch

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4052-2, ISBN online: 978-3-8452-1581-5 https://doi.org/10.5771/9783845215815

Series: Nomos Universitätsschriften - Recht, vol. 622

Bibliographic information
Nomos Universitätsschriften Recht Band 622 BUT_Pahlke_4052-2.indd 2 20.01.2009 9:12:56 Uhr Nadine H. Pahlke Täterinnen im Nationalsozialismus Ein kriminologischer Erklärungsversuch Nomos BUT_Pahlke_4052-2.indd 3 20.01.2009 9:12:56 Uhr 1. Auflage 2009 © Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009. Printed in Germany. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen, der photomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung, vorbehalten. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier. Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Zugl.: Mainz, Univ., Diss., 2008 ISBN 978-3-8329-4052-2 BUT_Pahlke_4052-2.indd 4 20.01.2009 9:12:56 Uhr Meinen Eltern   7 Vorwort Die vorliegende Arbeit wurde im Sommersemester 2008 vom Fachbereich Rechtsund Wirtschaftswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als Dissertation angenommen. Danken möchte ich zuerst meinem Doktorvater Herrn Prof. Dr. Hendrik Schneider, der diese Arbeit durch seine Diskussionsbereitschaft und Unterstützung begleitet und mir dadurch insbesondere in schwierigen Phasen sehr geholfen hat. Ebenso gilt mein Dank Herrn Prof. Dr. Dr. Michael Bock für das Erstellen des Zweitgutachtens sowie für seine Anregungen und Ratschläge in der Schaffensphase. In meinen Dank einbeziehen möchte ich die Mitarbeiter beider Lehrstühle in Leipzig und Mainz für die freundliche und immer hilfreiche Unterstützung bei der Recherche und bei administrativen Fragen. Zu danken ist weiterhin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für die Förderung meiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Rahmen eines Förderstipendiums für Doktoranden. Dank gebührt außerdem meinen Freunden und meinem persönlichen Umfeld, allen voran Joachim Jung, für das sorgfältige und mehrfache Korrekturlesen dieser Arbeit. Ganz besonders möchte ich mich bei meinen Eltern Helga und Frank Pahlke bedanken: Sie haben mich nicht nur mein Leben lang in jeder nur erdenklichen Weise gefördert und unterstützt, sondern auch mit viel Energie meine Arbeit diskutiert, korrigiert und weiter vorangebracht. Mainz, im Januar 2009 Nadine Pahlke   9 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 13 Thematische Einführung 15 A. Erläuterung des Forschungsziels 16 B. Forschungsstand und methodische Vorgehensweise 16 Kapitel 1: Frauen als Täterinnen im NS-Apparat 18 A. Darstellung der Funktionen der Frauen im NS-Apparat 19 I. Ärztinnen und Krankenschwestern 19 1. Ärztinnen und Krankenschwestern im Eugenikprogramm 21 a) Zwangssterilisation und Abtreibung 23 b) Kindereuthanasie 24 c) Erwachseneneuthanasie 26 2. Ärztinnen und Krankenschwestern in den Lagern 29 a) Medizinische Versuche 29 b) Sonstige Tätigkeiten 32 II. Fürsorgerinnen 32 III. Aufseherinnen in Frauenkonzentrationslagern und Jugendschutzlagern 35 IV. Funktionshäftlinge 39 V. Denunziantinnen 41 VI. Weitere Tätigkeiten 43 B. Die Problematik bei der strafrechtlichen Einordnung der Funktionen der Frauen im NS-Apparat 44 C. Fazit 46 Kapitel 2: Der aktuelle Forschungsstand 47 A. Erklärungsversuche für die NS-Täterschaft des Mannes 47 I. Christopher R. Browning 48 1. Brownings Studie 48 2. Ergebnis 50 II. Daniel J. Goldhagen 50 1. Goldhagens Studie 51 2. Ergebnis 53 III. Herbert Jäger 53 1. Jägers Studien 55 10 2. Ergebnis 55 IV. Stanley Milgram 56 1. Milgrams Experiment 57 2. Ergebnis 58 V. Philip Zimbardo 60 1. Zimbardos Experiment 60 2. Ergebnis 62 VI. Alexander und Margarete Mitscherlich 63 1. Alexander und Margarete Mitscherlichs Studie 63 2. Ergebnis 64 VII. Raul Hilberg 65 1. Hilbergs Position 66 2. Ergebnis 67 VIII. Harald Welzer 67 1. Welzers Studie 68 2. Ergebnis 70 IX. Fazit 71 B. Ermittelte Faktoren der Täterschaft des Mannes im NS-System 72 I. Einfluss des Kollektivs und von Gruppendruck 73 II. Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität 79 III. Einfluss rassischer Traditionen, Antisemitismus und Propaganda 80 IV. Psychologische Wirkung des arbeitsteiligen Vorgehens, der Bürokratie und des Karrierestrebens 87 V. Auswirkung der Brutalisierung durch Krieg und Hemmungsabbau durch Gewöhnung 90 C. Fazit 92 Kapitel 3: Erklärungsversuche zur Kriminalität der Frau im Allgemeinen 94 A. Besonderheiten der Frauenkriminalität 94 I. Quantität 95 II. Die allgemeine weibliche Kriminalitätsrate im „Dritten Reich“ 97 III. Qualität 99 1. Art der Delikte 99 2. Frauen als Täterinnen im häuslichen Bereich und in der Pflege (Exkurs) 99 IV. Fazit 103 B. Die Rolle der Frau in der NS-Zeit und deren Entwicklung 103 I. Das Selbstverständnis der Frauen in der Weimarer Republik 103 II. Die Jugendbewegung 106 III. Das nationalsozialistische Frauenbild 111 IV. Fazit 115 11 C. Die Kriminalität der Frau – Erklärungsansätze der Literatur 115 I. Erbbiologische und somatische Erklärungsversuche 115 II. Psychodynamische Konzepte 119 1. Psychoanalytische Ansätze 120 2. Kontrolltheorien (Halt- und Bindungstheorien) 122 III. Sozialpsychologische und rollentheoretische Ansätze 126 1. Evolutionspsychologische Perspektive 127 2. Geschützte Lage und Vermeidung deliktsgünstiger Situationen 128 3. Lerntheoretische Ansätze 129 4. Rational choice-Ansatz 132 IV. Soziologische / Strukturell-funktionale Theorien 133 1. Anomietheorie 133 2. Kulturkonflikttheorie und Subkulturtheorie 136 V. Herrschaftskritische Ansätze 137 1. Materialistischer oder neomarxistischer Ansatz 137 2. Labeling Approach 138 VI. Mehrfaktorenansätze (multiple causation approach) 142 VII. Sonstige 142 1. Routine Activity Approach 143 2. Die Tübinger Jungtäter-Vergleichsuntersuchung 144 D. Bedeutung der Theorien zur Frauenkriminalität für die Täterschaft der Frau im nationalsozialistischen System 146 I. Kontrolltheorien (Halt- und Bindungstheorien) 146 II. Sozialpsychologische und rollentheoretische Ansätze 149 1. Geschützte Lage und Vermeidung deliktsgünstiger Situationen 149 2. Lerntheoretische Ansätze 150 3. Rational choice-Ansatz 151 III. Soziologische / Strukturell-funktionale Theorien 152 1. Anomietheorie 152 2. Subkulturtheorie 154 IV. Labeling Approach 155 V. Sonstige 155 1. Routine Activity Approach 156 2. Die Tübinger Jungtäter-Vergleichsuntersuchung 157 3. Andere 160 E. Fazit 161 12 Kapitel 4: Ergebnis 162 A. Ergebnis der Anwendung der kriminologischen Theorien zur Erklärung der Frauenkriminalität 162 B. Ergebnis der Anwendung der Erklärungsversuche für die NS-Täterschaft des Mannes auf die weibliche NS-Täterschaft 162 Schlussbetrachtung 169 Literaturverzeichnis 173

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Zusammenfassung

Bisher wurde der Rolle der Frau als Täterin im makrokriminellen Gefüge des Dritten Reichs und den Ursachen für ihre Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen, Genozid und anderen Gewalttaten in der Kriminologie und der Geschichtswissenschaft kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Theorien beziehen sich bei ihren Erklärungsversuchen nahezu ausschließlich auf Männer als Täter.

Das Werk schließt diese Forschungslücke, indem es aus kriminologischer Perspektive der Frage nachgeht, warum sozial völlig unauffällige und angepasste Frauen zu Täterinnen von unmenschlichen, unmoralischen und ethisch verwerflichen Handlungen werden können, wie sie im „Dritten Reich“ geschahen.