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Dominik Engl, Mögliche steuerliche Mehrbelastung in:

Dominik Engl

Erträge aus Investmentvermögen, page 73 - 73

Verfassungs- und europarechtskonforme Besteuerung nach dem Transparenzprinzip

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4051-5, ISBN online: 978-3-8452-1291-3 https://doi.org/10.5771/9783845212913

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 15

Bibliographic information
A. Mögliche steuerliche Mehrbelastung 73 Kapitel 5 Transparenzprinzip als Leitidee der Besteuerung A. Mögliche steuerliche Mehrbelastung Die Investmentanlage ist geprägt durch die Zwischenschaltung eines Investmentfonds oder einer Investment(aktien)gesellschaft zwischen den Anleger und die Vermögensgegenstände, in die investiert wird. Dadurch kann es zu einer steuerlichen Mehrbelastung kommen, wenn auch die zwischengeschaltete Gesellschaft bzw. das Sondervermögen der Besteuerung unterliegt. Bei der gesellschaftsrechtlichen Ausgestaltung der Investmentanlage (Investmentaktiengesellschaft) ist die Investmentaktiengesellschaft kraft Rechtsform eigenes Besteuerungssubjekt. Durch die Fiktion des Sondervermögens als Zweckvermögen i.S.d. § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG nach § 11 Abs. 1 Satz 1 InvStG ist auch das Sondervermögen eigenes Besteuerungssubjekt. Würden nun die allgemeinen Besteuerungsregeln angewandt, so käme es im Vergleich zur Direktanlage zu einer steuerlichen Mehrbelastung auf Ebene des Anlegers, da auch auf Ebene des Investmentvermögens eine Besteuerung einträte. B. Historische Erfahrungen Die historische Entwicklung hat gezeigt, dass derartige steuerliche Nachteile dem Investmentsparen nicht förderlich sind und sogar den vollständigen Untergang des Investmentsparens bedeuten können. Als Beispiel kann die Entwicklung des Investmentsparens in der Bundesrepublik vor der Einführung des KAGG im Jahr 1957 dienen. Ein Grund für das Ausbleiben der Wiederbelebung der Investmentidee nach dem Zweiten Weltkrieg war die steuerliche Mehrbelastung durch das zusätzliche Besteuerungssubjekt Investmentgesellschaft.231 Als weiteres Beispiel kann die Entwicklung der Investmentaktiengesellschaft dienen. Solange diese den allgemeinen Besteuerungsregeln, insbesondere der Definitivbelastung mit Körperschaftsteuer, unterlegen hat, kam es zu keiner Gründung einer solchen Gesellschaft.232 231 Dazu Kapitel 2 A. 232 Dazu Kapitel 3 B.I.2.

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Zusammenfassung

Diese Arbeit enthält eine umfassende Analyse der Besteuerung von Erträgen aus Investmentvermögen, die sowohl dem Praktiker als auch dem Wissenschaftler einen detaillierten Einblick in die Materie verschafft.

Die Besteuerung der Investmentanlage ist im InvStG speziell geregelt. Anleger, die ihre Investments über ein Investmentvermögen tätigen, sollen möglichst so behandelt werden, als ob sie direkt in die zu Grunde liegenden Anlagegegenstände investiert hätten (sog. Transparenzprinzip). Dieses Prinzip ist jedoch insbesondere aus Vereinfachungsgesichtspunkten im InvStG nicht vollumfänglich umgesetzt. Der Autor arbeitet die Durchbrechungen des Transparenzprinzips heraus und entwickelt Vorschläge zu einer weitergehenden Umsetzung desselben. Dabei legt er besonderes Augenmerk auf die Vereinfachung der Besteuerung.

Darüber hinaus werden der Anwendungsbereich sowie die pauschale Besteuerung bei intransparenten Investmentvermögen eingehend auf ihre Vereinbarkeit mit Verfassungs- und Europarecht untersucht. Der Autor schlägt Änderungen für die pauschale Besteuerung vor, die diese auf ein verfassungs- und europarechtskonformes Maß reduziert.