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Christine Maria Koch, Zusammenfassung § 1 in:

Christine Maria Koch

Die Insolvenz des selbstständigen Rechtsanwalts, page 41 - 41

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4047-8, ISBN online: 978-3-8452-1177-0 https://doi.org/10.5771/9783845211770

Series: Schriften zum Insolvenzrecht, vol. 30

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41 C. Zusammenfassung § 1 Für den Rechtsanwalt kommen als Insolvenzgründe Zahlungsunfähigkeit und drohende Zahlungsunfähigkeit in Betracht. Ein früher Eigenantrag des Rechtsanwalts verbessert die Chancen einer Sanierung. Seit 2001 nahm die Zahl der Insolvenzen von Rechtsanwälten um durchschnittlich 15 Prozent pro Jahr zu. Im Rekordjahr 2004 wurden 47 Insolvenzverfarhen eröffnet. Insolvenzursachen sind im Wesentlichen Privatausgaben und Missmanagement. Die Vermischung der Vermögenssphären ist eine typisches Phänomen bei Freiberuflern. In der Praxis ist die genaue Feststellung der Ursachen von entscheidender Bedeutung für den voraussichtlichen Erfolg einer Sanierung. § 2 Verbraucher- oder Regelinsolvenzverfahren A. Einordnung des Rechtsanwalts in Verbraucher- oder Regelinsolvenzverfahren I. Einleitung Ob ein Rechtsanwalt den Regelungen des Verbraucher- oder des Regelinsolvenzverfahrens unterliegt, hängt von einer Reihen von Umständen ab. Es ist einhellige Ansicht, dass Freiberufler auch vom (Klein-) Unternehmensbegriff umfasst werden.44 Bei dem hier untersuchten selbstständig tätigen Rechtsanwalt ist in einem ersten Schritt danach zu differenzieren, ob der Rechtsanwalt im maßgeblichen Zeitpunkt45 noch eine selbstständige Tätigkeit ausübt. Bedeutung erlangt die Zuordnung zum Verfahrenstyp unter anderem im Hinblick auf § 312 Abs. 3 InsO. Danach besteht im Verbraucherinsolvenzverfahren nicht die Möglichkeit der Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. InsO und der Vorlage eines Insolvenzplans (§§ 217 ff. InsO). Die Erlangung der Restschuldbefreiung (§§ 286 ff. InsO) steht hingegen offen. Für die Zuordnung eines selbstständig Tätigen in das Regelinsolvenzverfahren ist es ohne Bedeutung, ob die Verbindlichkeiten aus seiner geschäftlichen oder privaten Sphäre stammen.46 44 MüKo-Ott, InsO, § 304 Rn. 47; Uhlenbruck-Vallender, InsO, § 304 Rn. 1; Uhlenbruck, FS- Henckel, S. 877, 891. 45 S. dazu unter III., S. 44. 46 Uhlenbruck-Vallender, InsO, § 304 Rn. 5

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Zusammenfassung

Die Insolvenz des selbstständigen Rechtsanwalts zeichnet sich durch eine Kollision von insolvenz- und berufsrechtlichen Regelungen aus. Zuvorderst ist für den Rechtsanwalt in der Insolvenz der Erhalt seiner Zulassung von Bedeutung. Daneben stellen sich Fragen rund um die Verwertung, Freigabe oder Fortführung der Kanzlei, Sanierungsmöglichkeiten vor und in der Insolvenz, den Unterhalt des Rechtsanwalts im laufenden Insolvenzverfahren sowie den möglichen Schutz und Erhalt seiner Altersvorsorge. In berufsrechtlicher Hinsicht werden in dieser Arbeit neben Fragen rund um die Zulassung, wie Erhalt und Wiedererlangung der Zulassung, die Auswirkungen der Schweigepflicht des Rechtsanwalts im Insolvenzverfahren und das Verhältnis des Insolvenzverwalters zum Kanzleiabwickler untersucht. Dabei werden auch allgemeine Überlegungen zur Insolvenz des Selbstständigen und des Freiberuflers angestellt. Das Buch wendet sich insbesondere an Insolvenzrechtler und Rechtsanwälte.