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Florian Valentin, Netzanschlusskosten in:

Florian Valentin

Strom aus erneuerbaren Energiequellen im italienischen Recht, page 190 - 190

Eine Untersuchung unter Einbeziehung europarechtlicher und rechtsvergleichender Aspekte

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4076-8, ISBN online: 978-3-8452-1253-1 https://doi.org/10.5771/9783845212531

Series: Veröffentlichungen zum deutschen und europäischen Energierecht, vol. 140

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190 nach den mathematischen Formeln des CIP 6/92 jährlich neu durch die CCSE berechnet. Sie hängen unter anderem vom Strompreis auf dem Großhandelsmarkt ab. Da der Förderbetrag zudem an den Lebenshaltungskostenindex gekoppelt ist, bietet der CIP 6/92 für die Anlagenbetreiber in hohem Maße Investitionssicherheit.974 Im Jahr 2006 betrugen die höchstmöglichen Einspeisetarife zwischen 0,0607 Euro je kWh für große Wasserkraftwerke und 0,2061 Euro je kWh für Fotovoltaik- und Biomasseanlagen.975 IV. Netzanschlusskosten Die Kosten des Anschlusses einer neuen Anlage an das Stromnetz werden gemäß Titolo VII des CIP 6/92 zwischen dem Stromerzeuger und dem Netzbetreiber – in der Regel der Enel Distribuzione S. p. A. – geteilt. Der jeweils zu tragende Anteil bestimmt sich nach der Kategorie der Anlage. Am besten gestellt sind Betreiber einer Anlage zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, deren Produktion bereits vorab feststeht,976 in Regionen, in denen die Nachfrage nach Strom die erzeugte Menge übersteigt. Sie tragen nur ein Drittel der Anschlusskosten, die übrigen zwei Drittel trägt der Abnehmer. In anderen Fällen trägt der Erzeuger 50 %977 bzw. 100 %978 der Anschlusskosten. V. Die Wirkungen des CIP 6/92 und Kritikpunkte Der CIP 6/92 markiert den Anfangspunkt einer systematischen Förderung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Italien. Die Ergebnisse des Programms sind zunächst beachtlich. Die mit der Förderung des CIP 6/92 errichteten Anlagen trugen im Jahr 2006 mit einer Gesamtleistung von 49 TWh jährlich zur italienischen Stromversorgung bei.979 Dies entspricht einem Anteil von 15,6 % am Gesamtstromverbrauch. Im Jahr 2007 wurden noch 374 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 7.641 MW gefördert.980 Der CIP 6/92 hat zudem die Entstehung von unabhängigen Stromerzeugern neben dem damaligen Monopolisten Enel ermöglicht und insoweit auch einen wesentlichen Beitrag zur tatsächlichen Liberalisierung des italienischen 974 Vgl. Lorenzoni/Pecchio, in: Lorenzoni/Zingale, Le fonti rinnovabili di energia, 19, 36. 975 Vgl. Casale, Realise-Forum, Country Report from Italy (siehe Fn. 793), S. 20. 976 Sog. Typ A-Anlagen. 977 Bei Typ A-Anlagen. 978 Bei Typ B-Anlagen und Anschlussänderungen bei Altanlagen. 979 GSE, Le attività del GSE nel 2006, verfügbar unter: www.gsel.it/biblioteca/documenti/9813_ 20070306_presentazionepasqualiad.pdf, S. 14. 980 Im Jahr 2006 wurden noch 448 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 8.228 MWp gefördert. Dies zeigt, dass zwar viele Anlagen aus dem CIP 6/92 herausfallen, gleichzeitig jedoch die großen Anlagen weiter davon profitieren und auch neue leistungsstarke Anlagen noch immer hinzukommen. GSE, Rapporto 2007 (siehe Fn. 771), S. 70.

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Zusammenfassung

Die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung spielt für die Verbesserung der Versorgungssicherheit und die Erreichung der Klimaschutzziele der Europäischen Union eine herausragende Rolle. Den hierfür maßgeblichen Rechtsnormen der einzelnen Mitgliedstaaten kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

Der Autor analysiert detailliert die Vorschriften der Republik Italien. Die Darstellung der energiewirtschaftlichen Grundlagen und der energierechtlichen Rahmenbedingungen bildet den Ausgangspunkt für die anschließende Untersuchung der Förderregelungen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen das Zertifikatesystem und die verschiedenen Einspeisetarifsysteme für Kleinanlagen und den Bereich der Fotovoltaik. Die eingehende Prüfung der Vereinbarkeit der italienischen Regelungen mit dem Europarecht und ein partieller Vergleich mit dem EEG schließen die Darstellung ab.