Content

Dorit Bölsche, Informationsportale der Vereinten Nationen in:

Dorit Bölsche

Internationales Katastrophenmanagement, page 274 - 283

Logistik und Supply Chain Management

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4019-5, ISBN online: 978-3-8452-1310-1 https://doi.org/10.5771/9783845213101

Series: Weltwirtschaft und internationale Zusammenarbeit, vol. 3

Bibliographic information
274 nung, Steuerung und Kontrolle im internationalen Katastrophenmanagement verbleibt bei den Akteuren des Katastrophenmanagements selbst. Hierzu lassen sich sowohl Standard- als auch Individuallösungen einsetzen. Die Akteure des Katastrophenmanagements können für einige Herausforderungen auf Lösungen und Standards anderer Branchen zugreifen. In diesem Fall ist eine eigene Entwicklung – mit den damit verbundenen Kosten – nicht erforderlich. Zu analysieren sind die Kosten, die mit der Einführung der Standards verbunden sind, und Nutzenaspekte mit Blick auf die Eignung der vorliegenden Standards für das internationale Katastrophenmanagement. Hierbei handelt es sich z. B. um standardisierte Identifikationstechnologien (z. B. Barcode und Radio Frequency Identification, kurz RFID), um bereits entwickelte Enterprise Resource Planning- und SCM- Systeme (z. B. SAP R/3 und SAP APO), um Standards des elektronischen Geschäftsdatenaustausches (Electronic Data Interchange, kurz EDI) sowie um standardisierte Referenzgeschäftsprozessmodelle, wie das in diesem Buch bereits vorgestellte SCOR-Modell. Diese Standards sind Gegenstand des Abschnitts 6.3. Sofern die standardisierten Lösungen den besonderen Anforderungen des internationalen Katastrophenmanagements nicht gerecht werden und / oder die Umsetzung mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden wäre, ist die Entwicklung individueller IuK-Systeme in Erwägung zu ziehen. In Abschnitt 6.4 wird mit der Software „Helios“ ein Programm vorgestellt, das für Akteure des Katastrophenmanagements entwickelt wurde und sich im Jahr 2008 in einer Pilotphase befindet.772 Die durch die Software systematisch und integriert erfassten Daten zum SCM einer Hilfsorganisation bieten zukünftig die Möglichkeit, Planungsmethoden – wie die vorgestellten logistischen Methoden der ABC-XYZ-Analyse sowie der Standort- und Tourenplanung – ebenfalls EDV-technisch zu unterstützen. 6.2 Ausgewählte Einsatzmöglichkeiten des Internet im internationalen Katastrophenmanagement 6.2.1 Informationsportale der Vereinten Nationen Aus der Vielzahl der für das internationale Katastrophenmanagement zur Verfügung stehenden Informations- und Kommunikationsportale werden nachfolgend stellvertretend zwei wichtige Portale der Vereinten Nationen vorgestellt: Das Relief Web und die Website des Joint Logistics Centre der UN. Seit dem Jahr 1996 wird das Informationsportal ReliefWeb durch das Office for the Coordination of Human Affairs der UN (OCHA)773 betrieben.774 772 Vgl. www.fritzinstitute.org. 773 Allgemeine Informationen zum OCHA finden sich unter http://ochaonline.un.org. 774 Der Zugang zum ReliefWeb erfolgt unter www.reliefweb.int. 275 „ReliefWeb is the world’s leading on-line gateway to information on humanitarian emergencies and disasters. An independent vehicle of information, designed specifically to assist the international community in effective delivery of emergency assistance, it provides timely, reliable and relevant information as events unfold, while emphasizing the coverage of ‘forgotten emergencies’ at the same time.”775 Abbildung 64: Homepage des ReliefWeb776 Über den Zugang des ReliefWeb (siehe Abbildung 64) erhalten Hilfsorganisationen und andere Akteure des internationalen Katastrophenmanagements ausführliche Informationen über aktuelle Einsätze der Katastrophenbewältigung. Ein Beispiel stellt die folgende Abbildung aus dem Jahr 2008 zu den Folgen des Zyklon Nargis in Myanmar dar. Je nach Bedarf lassen sich fast 200 Karten zum Zyklon Nargis in Myanmar generieren. Diese visualisieren und beschreiben jeweils unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte (z. B. Regionen, Folgen, Einsatzgebiete).777 775 www.reliefweb.int, Link „About ReliefWeb“. 776 www.reliefweb.int 777 Vgl. www.reliefweb.int, Link „About ReliefWeb“ und „Maps”. 276 Abbildung 65: Karte aus dem Map Centre des ReliefWeb778 Darüber hinaus lassen sich Daten und Informationen zu vergangenen Katastrophen bis in das Jahr 1981 zurückgehend einsehen und als Informationsgrundlage für zukünftige Maßnahmen der Katastrophenvorsorge nutzen. Hierzu steht eine Datenbank mit 300.000 Karten und Dokumenten zur Verfügung, die durch Suchfunktionen ergänzt wird. Insgesamt liegen die täglichen Zugriffszahlen auf ReliefWeb im Jahr 2008 bei etwa 1 Million, im Falle schwerwiegender Katastrophen auch weit darüber (z. B. lagen diese während der Katastropheneinsätze nach dem Tsunami in Asien Ende 2004 und Beginn des Jahres 2005 bei durchschnittlich 3 Millionen pro Tag). Wichtige aktuelle Informationen des ReliefWeb lassen sich über die „e-mail subscription services“ an interessierte Empfänger übermitteln, die beispielsweise in den Einsatzgebieten nicht über ausreichende Bandbreiten für die erforderliche Internet- 778 www.reliefweb.int, Link „Maps“, Maps Scope: Myanmar. 277 Verbindung verfügen. Aktuell werden 70.000 Abonnenten über diesen Service bedient.779 Für das Management der Logistik und der Wertschöpfungsketten im internationalen Katastrophenmanagement werden über ein weiteres Portal unter dem Dach der Vereinten Nationen – über das Joint Logistics Centre der UN (UNJLC) – spezielle Informationen bereitgestellt.780 Das UNJLC wurde ebenso wie ReliefWeb Ende der 1990er Jahre entwickelt. Nach der Krise in Zaire im Jahr 1996 haben UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees), WFP (World Food Programme) und UNICEF (United Nations Children’s Fund) einen erhöhten Koordinationsaufwand im Einsatz der Transportmittel identifiziert und das Joint Logistics Center initiiert.781 Abbildung 66: Homepage des Logistics Cluster des UNJLC782 „The UNJLC’s mission was to complement and coordinate the logistics capabilities of humanitarian agencies during large-scale emergencies.“783 Im Jahr 2002 ist die erste Version des Informationsportals „Logistics Cluster“ in Afghanistan entwickelt worden.784 Betreiber des Systems ist das WFP, das in Rom eine zentrale Einheit des Joint Logistics Centre administrativ und technisch begleitet.785 Abbildung 66 zeigt die Startseite des Portals mit Stand August 2008. Über die einzelnen aktuellen und vergangenen Einsatzgebiete lassen sich Informationen mit 779 Vgl. www.reliefweb.int, Link „About ReliefWeb“. 780 Vgl. www.unjlc.org. 781 Vgl. Tomasini, Rolando M. / Wassenhove, Luk N. van (2005), S. 1 sowie www.unjlc.org, Link „About UNJLC“. 782 www.logcluster.org. 783 Tomasini, Rolando M. / Wassenhove, Luk N. van (2005), S. 1. 784 Eine ausführliche Dokumentation über die Entwicklung des Portals in Verbindung mit den Einsätzen in Afghanistan enthält Samii, Ramina / Wassenhove, Luk N. van (2003b). 785 Vgl. www.unjlc.org, Link „About UNJLC“. 278 Relevanz für Logistik und SCM einsehen, die durch Mitarbeiter des UNJLC unter intensiver Einbindung der beteiligten Akteure vor Ort eingestellt werden. Wird als „Current Operation“ beispielsweise „Myanmar Cyclone Nargis“ ausgewählt, so erscheint ein Zugang zu detaillierten und aktuellen Informationen (vgl. Abbildung 67): Abbildung 67: Beispiel „Myanmar“ im Logistics Cluster des UNJLC786 Die Struktur der Leiste auf der linken Bildschirmseite vermittelt einen Eindruck über die für Logistik und SCM relevanten Detailinformationen, die das Portal zur Verfügung stellt: Es handelt sich um transportrelevante Informationen, die nach den Verkehren in der Luft, auf der Straße, auf der See und auf Binnengewässern (und bei Bedarf über die Schiene) strukturiert werden. Auf diese Informationen ist im Rahmen dieses Buches bereits verwiesen worden, insbesondere im Zusammenhang mit der Transport- und Tourenplanung. Beispielsweise sind die Entfernungen zwischen den Orten in Kenia in Abschnitt 4.2.3 einer Tabelle entnommen worden, die unter „Road Transport“ hinterlegt ist. Abbildung 68 enthält eine vergleichbare Aufbereitung für Myanmar, die ebenfalls eine Datengrundlage für die Transport- und Tourenplanung – z. B. bei Einsatz des Savings-Verfahrens – bilden kann. 786 www.logcluster.org, Link „Myanmar Cyclone Nargis“. 279 Kyaunggon Pathein Myaungmya Labutta Yangon Bogale Pyapon Mawlamyinegyon Ma-ubin Kyaiklat z. B. 2,5 Stunden (143 km) z. B. 4 Stunden (209 km) z. B. 40 Minuten (25 km) z. B. 3 Tage z. B. 0,5 Stunden (35 km) z. B. 3 Stunden (88 km) Abbildung 68: Transportdistanzen und -zeiten im Logistics Cluster787 Ebenfalls finden sich unter den verkehrsträger-bezogenen Links Informationen über die Zustände, Nutzungsmöglichkeiten und Kapazitäten der Transportwege. Ergänzt werden diese transportrelevanten Informationen durch Informationen über „Infrastructure“ und „Fuel“. Transportpläne, die auf der Internet-Seite einsehbar sind, vermitteln einen Eindruck darüber, mit welchem Detaillierungsgrad Informationen über Transporte aufbereitet und hinterlegt werden. Durch die Erfassung des jeweiligen Sendungsstatus wird ein „Joint Supply Tracking“ durch die Website des UNJLC taggenau ermöglicht.788 Über transportrelevante Daten hinausgehend lassen sich auch verfügbare standortund lagerbezogene Informationen auf der Website des UNJLC einsehen. Bei der nachfolgenden Abbildung handelt es sich um eine der zahlreich hinterlegten Karten („Maps“), die an dieser Stelle nicht nochmals gesondert erläutert werden. Es handelt sich um eine in Kooperation mit dem ReliefWeb und anderen Organisationen erstellte Datenbasis, sodass der Bestand an Kartenwerken mit dem des ReliefWeb vergleichbar ist. Das Informationsportal der UNJLC stellt hierbei Kartenmaterial mit logistikrelevanten Informationen (z. B. über Zustände der Verkehrswege und Verkehrsknotenpunkte) in den Vordergrund. Eine spezielle Karte aus UNJLC zu den Unruhen in Kenia findet sich in Abschnitt 4.2.3.3. 787 www.logcluster.org, Link „Myanmar Cyclone Nargis“, „Road Transport”, „Travel Time and Distances”. 788 Vgl. z. B. www.logcluster.org, Link „Myanmar Cyclone Nargis“, „Sea & River Transport”, „Shipping Plan“. 280 Abbildung 69: Lagerstandorte im Logistics Cluster des UNJLC789 In der Übersicht über die „Logistics Hubs“ werden über die zentrale Stufe hinaus die Stufen der Regionallager bzw. „Quick Rotation Warehouses“ visualisiert. Als Zentrallager bzw. „General Delivery Warehouse“ (in Abbildung 69 Yangon) wird in der Regel ein Standort mit Flughafen und / oder Seeanbindung gewählt, der die internationale Belieferung mit Containern ermöglicht. Bei den durch dieses Zentrallager zu beliefernden Regionallagern handelt es sich in Abbildung 69 um die Standorte in Labutta, Mawlamyinegyun, Bogale, Pyapon und Pathein, die auch Bestandteil der für die Transport- und Tourenplanung relevanten Abbildung 68 sind. In der Distri- 789 www.logcluster.org, Link „Myanmar Cyclone Nargis“, „Logistics Hubs”, gereriert durch UNJLC mit Google Maps. 281 butionsstruktur des Landes werden von diesen Standorten aus die Auslieferungslager bzw. „Temporary Collection Sites“ und über diese die bedürftigen Menschen versorgt.790 Die Wahl der Standorte ist Ergebnis einer Standortwahl, die sich durch Methoden der Standortplanung (z. B. WLP, Add) unterstützen lässt.791 Das Logistics Cluster des UNJLC hinterlegt über die Standorte detaillierte Informationen, sobald diese verfügbar sind. Ein Beispiel zeigt Abbildung 70 mit Informationen über Kapazitäten, Akteure und Verantwortlichkeiten an den Standorten der „Hubs“. Abbildung 70: Informationen über Lagerstandorte im Logistics Cluster792 Weitere Detailinformationen können Lagerab- und Lagerzugänge betreffen, die für einige Einsatzgebiete in Excel-Tabellen standortbezogen aufbereitet werden. Entsprechende Informationen sind in Abschnitt 4.1 eingesetzt worden, um eine ABC- XYZ-Analyse durchzuführen und aus den Ergebnissen Aussagen über geeignete 790 Vgl. ausführliche Erläuterungen zur Distributionsstruktur in Kapitel 4. 791 Vgl. hierzu Abschnitt 4.2.2. 792 www.logcluster.org, Link „Myanmar Cyclone Nargis“, „Logistics Hubs”. „Yangon Latest Information”. 282 Beschaffungskonzepte der Hilfsgüter abzuleiten. Über jedes Gebiet der Katastrophenbewältigung werden weitere Informationen zusammengestellt und über das Logistics Cluster des Joint Logistics Centre zugänglich gemacht.793 Hierzu zählen unter anderem die folgenden für die Koordination und Abstimmung relevanten Dokumente: ? Listen mit Kontaktdaten der Vertragspartner vor Ort („Contractor Contact List“), diese umfassen z. B. Kontaktdaten der verkehrsträgerbezogenen Vertragspartner; ? Protokolle über die Ergebnisse der Einsatzbesprechungen und Koordinierungsgespräche vor Ort („Meeting Minutes“), diese enthalten unter anderem Ergebnisse über Verantwortlichkeiten und Einsatzbereiche der Akteure, über genutzte und zur Verfügung stehende Kapazitäten sowie aktuelle Hinweise über die Zustände der Verkehrswege; ? Situationsbereichte („Situation Reports“) mit Informationen über Logistik, über die Auswirkungen der Katastrophe sowie über die politische Situation in dem betreffenden Einsatzgebiet; ? „Bulletins“, die die wichtigsten Informationen aus den Besprechungsprotokollen und Situationsberichten in regelmäßigen Zeitintervallen zusammenstellen. Für die unterschiedlichen Einsatzgebiete im internationalen Katastrophenmanagement werden die Informationen auf dem Informationsportal des UNJLC systematisch nach einer einheitlichen Struktur aufgebaut. Die strukturierende Leiste auf der linken Bildschirmseite (vgl. Abbildung 66) ist für jedes Gebiet der Katastrophenbewältigung einheitlich aufgebaut, zusätzlich werden auf der rechten Bildschirmseite die jeweils aktuellsten Dokumente veröffentlicht. Sobald die Auswahl eines Einsatzgebietes erfolgt ist, werden auch zu diesem Gebiet die jeweils aktuellsten Dokumente sichtbar, zugleich bleibt die Möglichkeit einer themenbezogenen Navigation auf der linken Seite des Informationsportals bestehen (vgl. Abbildung 67). Ebenfalls sind die hinterlegten Dokumente mit den in diesem Kapitel vorgestellten logistikrelevanten Detailinformationen einheitlich aufgebaut und werden unter vergleichbaren Dateinamen (jeweils mit aktuellem Einsatzort und Datum) abgelegt. Diese strukturierte und einheitliche Vorgehensweise bietet den Vorteil, dass Akteure des Katastrophenmanagements nach erstmaliger Nutzung des Informationsportals zeitnah relevante Informationen finden, und dass sich die Inhalte der Dokumente mit verbalen Erläuterungen, quantitativen Daten und Kontaktdaten schnell erfassen und individuell einheitlich nutzen lassen. Die Aufgabe der Zentrale des UNJLC in Rom mit Mitarbeitern des WFP und des UNHCR besteht unter anderem darin, diese systematische Struktur umzusetzen und weiterzuentwickeln. Es gilt zu prüfen, welche Informationen für die beteiligten Ak- 793 Vgl. Tomasini, Rolando M. / Wassenhove, Luk N. van (2005), S. 5, 10-12. 283 teure im Katastrophenmanagement vor Ort tatsächlich relevant sind, und wie sich diese in standardisierter Form erfassen und aufbereiten lassen.794 „One of UNJLC’s main contributions was to provide timely, accurate, and relevant information that could support humanitarian agencies helping them solve bottlenecks and conflicts. […] so understanding users was key to deciding in which areas international resources should be invested and prioritized.”795 Durch die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des Katastrophenmanagements, die sich an den Aktivitäten des UNJLC beteiligen, lassen sich nicht nur Informationen austauschen sondern auch andere Vorteile generieren. So lassen sich beispielsweise durch gemeinsame Transporte Auslieferungszeiten und Kosten reduzieren, und gemeinsame Verhandlungen mit Vertragspartnern ermöglichen in einigen Fällen reduzierte Preise für Kapazitäten und Treibstoffe.796 Mögliche Weiterentwicklungen des Informationsportals können auf eine weitere Unterstützung des Managements gerichtet sein. Denkbar sind Auswertungen, die über die einzelnen Katastrophengebiete hinausgehen, z. B. durch eine Generierung und Auswertung standardisierter Kennzahlen und Kennzahlenvergleiche. Über die Bereitstellung von Informationen hinaus ließen sich auch gemeinsame Planungsaktivitäten der Akteure methodisch unterstützen, beispielsweise durch die Hinterlegung einfacher Methoden der Transport- und Tourenplanung sowie der Netzplantechnik. In diesem Fall würde das Anwendungsgebiet des Portals über die Informationsfunktion hinausgehen und bereits weitergehende Managementfunktionalitäten umfassen. Eine zusätzliche Möglichkeit, das Informationsportal weiterzuentwickeln, besteht in der Umsetzung eines eProcurement. Der folgende Abschnitt widmet sich gesondert diesem Themenbereich. 6.2.2 eBusiness und eProcurement Unter dem übergreifenden Begriff des eBusiness werden alle Formen der elektronischen Geschäftsabwicklung über Computernetze verstanden. Mit dem eProcurement werden die Beschaffungsaktivitäten über eBusiness angesprochen, die unter anderem über das Internet erfolgen.797 Zur Unterstützung der Geschäftsabwicklung des eProcurement werden elektronische Produkt- oder Leistungskataloge der Anbieter, aus denen die Selektion der Nachfra- 794 Vgl. www.unjlc.org, Link „About UNJLC“, vgl. auch Tomasini, Rolando M. / Wassenhove, Luk N. van (2005), S. 1. 795 Tomasini, Rolando M. / Wassenhove, Luk N. van (2005), S. 2. 796 Vgl. Tomasini, Rolando M. / Wassenhove, Luk N. van (2005), S. 11. 797 Vgl. Chopra, Sunil und Meindl, Peter (2004), S. 527-528; Schulte, Christof (2005), S. 137; Vahrenkamp, Richard (2007), S. 229-234; Wannenwetsch, Helmut (2004), S. 167.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Im internationalen Katastrophenmanagement werden täglich Entscheidungen mit Logistikbezug getroffen. Die Autorin skizziert die Vielfalt der Entscheidungen durch die folgende Fragestellung: Welche Beschaffungskonzepte, Standorte, Touren, Informationssysteme und Konzepte der Zusammenarbeit sollen im Rahmen der Katastrophenvorsorge und -bewältigung realisiert werden?

Da die Entscheidungen in hohem Maße Qualität und Kosten der Versorgung betroffener Menschen beeinflussen, sollten diese nicht alleine aus dem Erfahrungswissen heraus getroffen, sondern durch logistische Planungsmethoden unterstützt werden.

Anwendungsbezogen und verständlich wird in dem Buch der Einsatz geeigneter Methoden (z. B. Standortplanung, Netzplantechnik) am Beispiel realer Katastrophen vermittelt. Konzepte des SCM und aktuelle Informationssysteme werden mit ihren Potenzialen und Grenzen für das internationale Katastrophenmanagement vorgestellt und unter Einsatz geeigneter Entscheidungskriterien exemplarisch bewertet.