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Rolf Eicke, Situation in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 371 - 372

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

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XI. Repatriierung mit Zinsschranke und CFC-Regeln 371 sche GmbH, welche wiederum eine deutsche Gesellschaft erwirbt [Abbildung 50]. Auf die Zinszahlungen werden keine Quellensteuern erhoben. Die Zinseinkünfte werden auf den Cayman Islands nicht besteuert. Letztlich beträgt die steuerliche Gesamtbelastung dieser Strukturierung 21,93%.1570 Eine Gefahr besteht allerdings darin, dass die Cayman Islands Gesellschaft in den Anwendungsbereich der U.S.-amerikanischen Subpart F-Regeln fällt.1571 Abbildung 50: Struktur – § 50d Abs. 3 EStG und Zinsschranke XI. Repatriierung mit Zinsschranke und CFC-Regeln A. Situation Ein weiterer positiver Effekt der Regelungen zur Zinsschranke lässt sich im Zusammenspiel mit den deutschen CFC-Regeln (Hinzurechnungsbesteuerung) erzeugen. Ein wichtiges Element dieser Struktur ist die Tatsache, dass die Zinsschranke im Gegensatz zur Vorgängerregelung keinerlei 1570 Vgl. Kollruss, Leerlaufen des § 50d Abs. 3 EStG durch die Zinsschranke, IStR 2007, 780, 781. 1571 Siehe oben Kapitel 9(I.). Deutschland USA Vermeidung von § 50d Abs. 3 EStG mit Zinsschranke Niederlande Cayman Islands Darlehen Kauf eidung von § 50d Abs. 3 EStG mit Zinsschranke 372 Kapitel 10: Strukturen Restriktionen hinsichtlich Konzernfinanzierungen1572 enthält. Dadurch können Darlehen und Zinszahlungen als Repatriierungsinstrument eingesetzt werden. B. Lösung In der dargestellten Struktur wird eine deutsche GmbH von einer niederländischen B.V. finanziert, die wiederum von einer multinationalen U.S.amerikanischen Gesellschaft gehalten wird. Das Darlehen ist für den Kauf von gegenwärtigen oder neuen Konzerngesellschaften bestimmt. Durch die Abschaffung des § 8a Abs. 6 KStG a.F. löst diese Finanzierung keinerlei steuerlichen Folgen aus. Die verbleibende Restriktion in dieser Struktur bestimmt, dass ein Zinsabzug auf die Höhe des Zinsertrages zuzüglich 30% des EBITDA beschränkt ist, falls keine Ausnahme einschlägig ist. In diesen Grenzen können Gewinne der deutschen Gesellschaft als Zinszahlungen steuerfrei zur niederländischen B.V. geleitet werden, die diese Mittel an die U.S.-amerikanische Gesellschaft ausschüttet [Abbildung 51]. Wichtig ist, dass die deutsche GmbH und die von ihr gekauften Konzerngesellschaften als Personengesellschaften oder Disregarded Entities für Zwecke der U.S.-amerikanischen Check-the-Box-Regeln eingeordnet werden. Da die Zinsschranke nicht für die Berechnung der Niedrigbesteuerung (§ 8 Abs. 3 AStG) im Rahmen der deutschen Hinzurechnungsbesteuerung angewendet wird,1573 kann auch eine Finanzierungsgesellschaft mit Sitz in einem Tax Haven eingesetzt werden. Eine solche Finanzierungsgesellschaft muss aber im Einklang mit den U.S.-amerikanischen Subpart F-Regeln stehen.1574 1572 Siehe oben Kapitel 8(IV.). 1573 Im Detail oben Kapitel 8(IV.) 1574 Siehe Ch. 9(I.).

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Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.