Content

Rolf Eicke, Situation in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 353 - 353

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

Bibliographic information
I. Repatriierung ohne Quellensteuern 353 Kapitel 10: Strukturen Auf der Basis der voranstehenden Analyse ergeben sich eine Reihe von steueroptimalen Strukturen. Eine kleine Auswahl davon soll im Folgenden dargestellt werden. Es liegt in der Natur solcher Struktur, dass sie stets dahingehend überprüft werden müssen, ob sich die zu Grunde liegende Rechtslage geändert hat. In einem solchen Falle bedarf es der Anpassung oder einer umfassenden Umstrukturierung. I. Repatriierung ohne Quellensteuern A. Situation Die Vermeidung von Quellensteuern ist eine der primären Aufgaben der internationalen Steuerplanung. Denn Quellensteuern sind in zweierlei Hinsicht nachteilig: Zum einen sind sie definitiv, d.h. sie können nicht durch anderweitige Maßnahmen zurückerlangt werden und zum anderen führen sie aus U.S.-amerikanischer Sicht zu Anrechnungsüberhängen.1539 In Strukturen, in denen die Spitzeneinheit ihren Sitz in einem Land hat, welches die Freistellungsmethode anwendet, bedeutet eine Reduzierung der Quellensteuer gleichzeitig eine geringere Gesamtsteuerbelastung. B. Lösung Eine Repatriierung von Dividenden ohne Quellensteuern ist unter der Maßgabe möglich, dass innerhalb der EU die Dividenden zunächst in ein Land geleitet werden, welches in einem Doppelbesteuerungsabkommen mit den Vereinigten Staaten einen Nullquellensteuersatz für Dividendenausschüttungen abgeschlossen hat. Dafür ist entscheidend, dass die unilateralen Voraussetzungen im Lichte der Mutter-Tochter-Richtlinie erfüllt werden. In einem zweiten Schritt kann das Doppelbesteuerungsabkommen genutzt werden, um die Dividenden quellensteuerfrei in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Auch hierfür müssen die Mindestvoraussetzungen 1539 Kessler, Überlegungen zur Standortwahl einer Euro-Holding aus steuerlicher Sicht, in: Fischer, Grenzüberschreitende Aktivitäten deutscher Unternehmen und EU-Recht, 1997, S. 130, 153; Endres, Typische Holdingstrukturen anhand von Beispielsfällen, Wirtschaftsprüfung 2003, S56, S57.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.