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Rolf Eicke, Organschaft in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 284 - 285

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

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284 Kapitel 8: Chancen und Risiken für die Repatriierung im deutschen Steuerrecht Abbildung 27: Interdependenzen der Zinsschranke V. Organschaft Die Organschaftsregeln in §§ 14ff. KStG erlauben die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten zwischen einem Organträger und Organgesellschaften.1266 Der Organträger1267 muss an den Organgesellschaften1268 mindestens 50% der Stimmrechte1269 halten und für mindestens 5 Jahre einen Ergebnisabführungsvertrag abschließen.1270 Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Ausschüttungen innerhalb der Organschaft zu keiner »Schachtelstrafe« i.S.d. § 8b Abs. 3 und 5 KStG führen (§ 15 Nr. 2 KStG). 1266 Endres/Schreiber/Dorfmüller, Holding companies prove worth, International Tax Review 2007, January, 43, 45. Außerdem Schaumburg/Jesse, Die nationale Holding aus steuerrechtlicher Sicht, in: Lutter, Holding Handbuch, 2004, S. 637, 820 (Rn. 268ff.). 1267 Ferner, Dötsch, Internationale Organschaft, in: Strunk/Wassermeyer/Kaminski, Gedächtnisschrift für Dirk Krüger, 2006, S. 193, 199; Grotherr, Besteuerungsfragen Teil 2, BB 1995, 1561, 1562. 1268 Kessler/Eicke, Die Limited – Fluch oder Segen für die Steuerberatung?, DStR 2005, 2101, 2104; Dötsch, Internationale Organschaft, in: Strunk/Wassermeyer/ Kaminski, Gedächtnisschrift für Dirk Krüger, 2006, S. 193, 194. 1269 Orth, Verlustnutzung und Organschaft, Wirtschaftsprüfung 2003, Sonderheft, S13ff. 1270 Vgl. Göke, Die ertragsteuerliche Organschaft als Gestaltungsinstrument für Mittelstandskonzerne, 2006, S. 205-232. Interdependenzen der Zinsschranke Organschaft CFC-Regeln • Niedrigbesteuerung • Berechnung des Einkommens Anti-Treaty-Shopping-Regel Gewerbesteuer • Hinzurechnungen Mantelkauf Zinsschranke VI. DBA-Netzwerk / Vermeidung von Doppelbesteuerungen 285 Jedoch ist ein Nachteil der deutschen Organschaft, dass im Gegensatz zu den österreichischen Gruppenbesteuerungsregeln eine grenzüberschreitende Verlustverrechnung nicht möglich ist.1271 Daran hat auch die EuGH-Entscheidung in der Rechtssache Marks & Spencer nichts geändert.1272 VI. DBA-Netzwerk / Vermeidung von Doppelbesteuerungen Mit über 85 Doppelbesteuerungsabkommen bietet das deutsche internationale Steuerrecht eine Vielfalt von Möglichkeiten, Doppelbesteuerungen zu vermeiden.1273 Allerdings wurden jüngst bestimmte Vorschriften ins Visier des Finanzministeriums genommen, u.a. solche in den DBAs mit den Niederlanden und Spanien.1274 Im materiellen Recht wurden zudem unilaterale Switch-Over-Vorschriften in § 50d Abs. 9 EStG eingefügt, die nach Meinung einiger Experten zumindest teilweise einen Treaty Override bewirken.1275 Außerdem gibt es in ca. 80%1276 aller deutschen Doppelbesteuerungsabkommen Aktivitätsklauseln, durch die die Freistellungsmethode für Gewinne ausländischer Betriebsstätten oder ausländischer Personengesellschaften dann nicht angewendet wird, wenn nur passive Funktionen erfüllt 1271 Vgl. Schaumburg/Jesse, Die internationale Holding aus steuerrechtlicher Sicht, in: Lutter, Holding Handbuch, 2004, S. 847, 852 (Rn. 11), 916 (Rn. 136ff.). 1272 Über eine europarechtskonforme Ausgestaltung der Organschaft, Pache/Englert, Grenzüberschreitende Verlustverrechnung deutscher Konzernspitzen, IStR 2007, 47-53. 1273 Endres/Schreiber/Dorfmüller, Holding companies prove worth, International Tax Review 2007, January, 43, 45. 1274 Afhüppe, Steinbrück prüft alle Steuerabkommen, Handelsblatt 10.9.2007, S. 3. 1275 Siehe oben Kapitel 2(I.)(A.)(f.). Ferner, Resch, The New German Unilateral Switch-Over and Subject-to-Tax Rule, European Taxation 2007, 480-483; Grotherr, Zum Anwendungsbereich der unilateralen Rückfallklausel gemäß § 50d Abs. 9 EStG, IStR 2007, 265-268; Vogel, Neue Gesetzgebung zur DBA-Freistellung, IStR 2007, 225-228; Salzmann, Abschied vom Verbot der »virtuellen Doppelbesteuerung?, Internationale Wirtschaftsbriefe 2007, 1465, 1478-1478; Kollruss, Gesellschafter-Fremdfinanzierung über nachgeschaltete ausländische Personengesellschaften im DBA-Fall, IStR 2007, 131, 135; Loose/Hölscher/Althaus, Anwendungsbereich und Auswirkungen der Einschränkung der Freistellungsmethode, BB 2006, 2724, 2726; Wagner, Erträge aus einer stillen Gesellschaft an einer luxemburgischen Kapitalgesellschaft, Die Steuerberatung 2007, 21, 34, 35; Grotherr, Außensteuerrechtliche Bezüge im Jahressteuergesetz 2007, Recht der Internationalen Wirtschaft 2006, 898, 909; Grotherr, International relevante Änderungen durch das JStG 2007 anhand von Fallbeispielen, Internationale Wirtschaftsbriefe 2006, Gruppe 3, Fach 3, 1445, 1459-1464. 1276 Wassermeyer, Kapitel 9: Einzelfragen, in: Wassermeyer/Andresen/Ditz, Betriebsstätten-Handbuch, 2006, 389, 404.

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Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.