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Rolf Eicke, Dubai in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 264 - 265

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

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264 Kapitel 7: Holdingstandorte parechtlichen Vorgaben (insbesondere Richtlinien und Grundfreiheiten) Anwendung finden.1192 In Gibraltar unbeschränkt steuerpflichtige Gesellschaften werden mit ihren weltweiten Einkommen und einem Steuersatz von 35% besteuert. Es gibt Pläne für eine Steuersatzsenkung ab dem Jahre 2010. 1193 Keine Steuern werden auf Dividenden- und Zinseinkünfte erhoben, wenn diese nicht nach Gibraltar gezahlt worden.1194 Es gibt keine Doppelbesteuerungsabkommen, deren Anwendungsbereich sich auf Unternehmen erstreckt.1195 G. Dubai Dem sog. »No Tax Emirat« Dubai ist in den letzten Jahren gelungen, zu einem führenden Finanzzentrum zu werden.1196 Es ist eines der Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Wichtige steuerliche Anreize beinhalten: 1197  keine Körperschaftsteuern für 50 Jahre mit der Option auf Verlängerung für weitere 50 Jahre;  keine Quellensteuern;  keine Einkommensteuern. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mehr als 40 Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.1198 Daher ergeben sich für die Repatriierungssteuerplanung vielerlei Möglichkeiten.1199 Es existiert allerdings kein Doppelbesteuerungsabkommen mit den Vereinigten Staaten. Jedoch ist es mit einer Holdinggesellschaft in Dubai und einer belgischen Finanzierungsgesellschaft aufgrund des DBA Belgien-VAE möglich, steueroptimal Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren.1200 1192 Langer, Gibraltar, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 135:1.5. 1193 Castiel, Gibraltar Budget Provides Timetable for Corporate Tax Cuts, World Tax Daily 6.7.2007, Doc 2007-15886. 1194 Langer, Gibraltar, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 135:5.1. 1195 Langer, Gibraltar, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 135:5.6. 1196 Langer, Dubai, Langer on International Tax Planning, 2008§ 172:1.1.; Dreßler, Gewinn- und Vermögensverlagerungen in Niedrigsteuerländer und ihre steuerliche Überprüfung, 2007, S. 184-188. 1197 Langer, Dubai, Langer on International Tax Planning, 2008, § 172:1.8 und § 172:5.1. 1198 Langer, Dubai, Langer on International Tax Planning, 2008, § 172:5.3. 1199 Langer, Dubai, Langer on International Tax Planning, 2008, § 172:5.3. 1200 Wijnkamp, Belgium: A tax haven?, Tax Planning International Review 2007, Vol. 34, June, 21, 22. V. Alternativen 265 H. Barbados Eines der größten Finanzzentren der Karibik ist seit Jahrzehnten die Insel Barbados.1201 Nach intensiven Verhandlungen mit der OECD und der FATF wurde Barbados von den einschlägigen Listen der unkooperativen Tax Havens entfernt.1202 Trotzdem kämpft Barbados weiterhin mit einem Wahrnehmungsproblem (perception problem) bei ausländischen Finanzbehörden und Stakeholdern, da immer noch viele sog. »Red-Flag-Structures« Barbados einbeziehen. Barbados wendet ein territoriales Steuersystem an, so dass alle ausländischen Einkünfte von der Bemessungsgrundlage ausgenommen sind. Inländische Einkünfte werden mit 25% besteuert1203 und es werden keine Quellensteuern erhoben. 1204 Im Gegensatz zu den anderen karibischen Holdingstandorten hat Barbados einige Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.1205 Alle 14 DBAs beinhalten Informationsaustauschklauseln.1206 Es gibt u.a. Abkommen mit den Vereinigten Staaten,1207 den Niederlanden, Österreich,1208 der Schweiz, Malta und der Volksrepublik China.1209 1201 Langer, Barbados, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 107:1.1. 1202 Zagaris, The Caribbean – Year in Review 2005, Tax Notes International 2006, Vol. 41, 19, 20; Zagaris, The Caribbean – Year in Review 2006, Tax Notes International 2006, Vol. 44, 1019. 1203 Langer, Barbados, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 107:5.1. 1204 Dreßler, Gewinn- und Vermögensverlagerungen in Niedrigsteuerländer und ihre steuerliche Überprüfung, 2007, S. 160-161. 1205 Einen Überblick über die Doppelbesteuerungsabkommen von Barbados bieten, Langer, Barbados, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 107:5.6. und Tadros, Caribbean Tax Treaties, World Tax Daily 2004, 2004 WTD 236-13. 1206 Langer, Barbados, in: Langer, Langer on International Tax Planning, 2008, § 107:5.8. 1207 Über das neue DBA, Bennett/Dunahoo, United States and Barbados Sign New Treaty Protocol, Tax Planning International Review 2004, Vol. 31, July, 19, 20-21. Ferner, Merks, Categorizing Corporate Cross-Border Tax Planning Techniques, Tax Notes International 2006, Vol. 44, 55, 67, Fn. 86; Zive/Bristol/Fernandes u.a., New Protocol To U.S.-Barbados Income Tax Treaty May Mean Restructuring For Some Foreign Multinationals, Journal of International Taxation 2005, Vol. 16, May, 38, 40. 1208 Zagaris, The Caribbean – Year in Review 2006, Tax Notes International 2006, Vol. 44, 1019; Jirousek, Doppelbesteuerungsabkommen Österreich – Barbados, Österreichische Steuerzeitung 2006, 318-320. 1209 Gosselin, The Barbados-China Tax Treaty, Tax Planning International Review 2006, Vol. 33, September, 27-30.

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Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.