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Rolf Eicke, Besteuerung der Arbeitnehmer sowie Steuerklima in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 195 - 196

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

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III. Standortfaktoren 195 stellung typischer Holdingeinkünfte wie Dividenden und Veräußerungsgewinne. Relevanter als der Körperschaftsteuersatz ist daher die Tatsache, ob der jeweilige Holdingstandort eine Gesellschaft- bzw. Stempelsteuer (capital duty/stamp duty) erhebt, d.h. den Erwerb von Gesellschaftsanteilen und die Einlage von Kapital besteuert (z.B. Österreich, Schweiz, Luxemburg). Meist ist es durch bestimmte Strukturen möglich, diese Steuer zu vermeiden811 Allerdings haben diese Maßnahmen Einfluss auf die Gesamtstruktur, so dass Gesellschaftsteuern im Voraus in die Planung der Strukturen einbezogen werden müssen. Die europarechtlichen Rahmenbedingungen bestimmt die Richtlinie 69/335 EEC vom 17. Juli 1969. In Deutschland wurde die Gesellschaftsteuer im Jahre 1992 abgeschafft. K. Besteuerung der Arbeitnehmer sowie Steuerklima Ein untergeordnetes Kriterium für die Wahl eines geeigneten Holdingstandortes ist die Besteuerung der Arbeitnehmer.812 Von besonderer Relevanz ist dieser Faktor nur, wenn die Holdinggesellschaft ihr Personal auch aus hochqualifizierten Expatriates aus dem Ausland rekrutiert.813 Eine zu hohe Steuerlast wirkt für diese entweder abschreckend oder muss durch höhere Gehaltsvereinbarungen kompensiert werden. Eine besondere Attraktivität entfaltet die günstige Besteuerung von Arbeitnehmern in Irland.814 Die Besteuerung von Arbeitnehmern ist nicht der einzige Anreiz für Mitarbeiter. Vielmehr spielen auch die Lebensqualität und das Arbeitsumfeld eine gewichtige Rolle. Diese Faktoren hatten einen Einfluss darauf, dass Kraft Foods und Google ihre Europazentralen jüngst von Wien nach Zürich verlegt haben.815 811 Z.B. in Österreich, Schindler, Austrian Grandparent Contributions and Capital Duty, Tax Notes International 2007, Vol. 48, 385-386. 812 Siehe Elschner/Overesch, Die steuerliche Standortattraktivität für Investitionen und hochqualifizierte Arbeitskräfte im internationalen Vergleich, DB 2006, 1017ff.; Elschner/Lammersen/Overesch u.a., The Effective Tax Burden of Companies and on Highly Skilled Manpower, 2005, S. 5, 7, 9, 15; 813 Einen umfassenden Überblick gibt die Studie von PriceWaterhouseCoopers/Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, International Taxation of Expatriates, 2005, S. 3 ff. 814 Mutscher/Power, Steuerliche Konsequenzen und Gestaltungsüberlegungen bei der Entsendung von Mitarbeitern nach Irland, IStR 2002, 411-416; Fischer-Zernin/ Medlar, Irland, in: Mennel/Förster, Steuern in Europa, Amerika und Asien, 2003, Rn. 18-53; Alberts, Das Steuerrecht Irlands 2005/2006, Internationale Wirtschaftsbriefe 2006, Gruppe 2, Fach 5, 87; Haccius, Ireland in International Tax Planning, 2004, Ch. 14.; 815 Höller, Der Steuermagnet verliert seine Kraft, Financial Times Deutschland v. 31.1.2007, S. 12. Zur selben Zeit hat IBM seine europäischen Angelegenheiten auf Zürich und Madrid konzentriert. 196 Kapitel 7: Holdingstandorte Das Pendant für die Lebensqualität der Mitarbeiter ist für die Unternehmen das Steuerklima. Ein gutes Steuerklima zeichnet sich dadurch aus, dass Investoren stets neue Anreize geschaffen werden und bestehende Anreize beständig sind. Die obersten Gebote für einen Standort, der ein gutes Steuerklima pflegt, sind Verlässlichkeit und Kooperationswille. L. Wegzugsbesteuerung und Umsatzsteuer Auch die Besteuerung beim Wegzug oder bei der Liquidation eines Unternehmens kann einen Einfluss auf die Standortwahl haben. Dies gilt vor allem für Private Equity-Investoren, die den Wegzug bzw. die Liquidation in ihre Repatriierungsstrategien einbauen. Die Besteuerung unterscheidet sich zwischen den einzelnen Standorten deutlich (z.B. Luxemburg,816 Österreich,817 Irland818).819 Manche Länder stellen den Liquidationsgewinn mit einer Gewinnausschüttung gleich, was die Erhebung von Quellensteuern nach sich zieht. Andere sehen Staaten werten den Liquidationsgewinn als Veräußerungsgewinn, was nicht immer die Erhebung einer Quellensteuer nach sich zieht. In Deutschland820 werden beide Elemente angewendet. Der Europäische Rat und die Europäische Union bemühen sich um eine Vereinheitlichung der Regeln zur Wegzugsbesteuerung.821 In letzter Zeit hat sich der EuGH verstärkt dieser Problematik angenommen und die Mitgliedsstaaten bei der Ausgestaltung ihrer Regelungen zur 816 Im Detail, Warner, Luxembourg in International Tax Planning, 2004, Ch. 3.2.3.3. und 10.1.3. 817 Bergmann/Hirschler/Rödler u.a., Tax Treatment of Holding Companies in Austria, IBFD Bulletin for International Taxation 2004, Vol. 58, Number 8/9, 418, 425. 818 Vgl. PriceWaterhouseCoopers, Holding Companies in Ireland, 2006, S. 6; Haccius, Ireland in International Tax Planning, 2004, Ch. 12.42. 819 Carramschi, Exit Taxes and the OECD Model Convention, Tax Notes International 2008, Vol. 49, 283-293. 820 Vgl. Führich, Exit Taxation and ECJ Case Law, European Taxation 2008, 10, 11; Haase, German Corporate Exit Taxes, Tax Planning International Review 2006, Vol. 33, March, 7, 8; Kramer, Finance Ministry Publishes Exit Tax Proposals, Tax Notes International 2006, Vol. 42, 1108; Köhler/Eicker, Hinzurechnungsbesteuerung- und Wegzugsbesteuerung, DStR 2006, 1871, 1875. 821 Council Conclusions on Co-ordinating Member States' direct tax systems in the Internal Market, 2792nd Economic and Financial Affairs Council Meeting v. 27. März 2007.

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Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.