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Rolf Eicke, Hierarchische Klassifizierung in:

Rolf Eicke

Repatriierungsstrategien für U.S.-Investoren in Deutschland, page 99 - 99

Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4010-2, ISBN online: 978-3-8452-1657-7 https://doi.org/10.5771/9783845216577

Series: Steuerwissenschaftliche Schriften, vol. 14

Bibliographic information
V. Zwischenergebnis 99 B. Hierarchische Klassifizierung a. Führungsholding (Ultimate Holding Company) Diese Holding steht auf der höchsten Beteiligungsebene und kann ein Unternehmen, natürliche Person oder Stiftung sein. Sie führt und koordiniert den Konzern.342 b. Zwischenholding (Intermediate Holding Company) Typischerweise werden Holdinggesellschaften aber in einer Struktur zwischen die Muttergesellschaft auf der einen und Tochter- bzw. Enkelgesellschaften auf der anderen Seite geschaltet. Meist führt sie Geschäftsführungsfunktionen für ihre Tochtergesellschaften oder für andere Konzerngesellschaften aus. V. Zwischenergebnis Im Lichte der typischen Funktionen einer Holdinggesellschaft als stabiler, flexibler Hüter und Manager der Konzerninteressen bietet sich primär die Körperschaft für die Wahl einer geeigneten Rechtsform an.343 Außerdem sichert die Körperschaft eine steueroptimale Nutzung von Vorschriften in EU-Richtlinien und Doppelbesteuerungsabkommen. Dennoch kann auch die Personengesellschaft eine geeignete Rechtsform sein, was abhängig ist von den Gesellschafterbeziehungen, dem Gesellschaftsvertrag und der Unternehmensstruktur. Der Einsatz von Holdinggesellschaften zusammen mit den vorgestellten Konzepten und Strategien birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Wenngleich die Risiken sorgfältig erforscht, bewertet und beobachtet werden müssen, überwiegen in den meisten Fällen die Vorteile, was die hohe Relevanz von Holdinggesellschaften in der Praxis erklärt.344 342 Lutter, Begriff und Erscheinungsformen der Holding, in: Lutter, Holding Handbuch, 2004, S. 1, 15 (Rn. 25). 343 Schaumburg/Jesse, Die internationale Holding aus steuerrechtlicher Sicht, in: Lutter, Holding Handbuch, 2004, S. 847, 848 (Rn. 2ff.). 344 Scheffler, Vor- und Nachteile der Holding, in: Lutter, Holding Handbuch, 2004, S. 30, 42 (Rn. 57).

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Zusammenfassung

Die internationale Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist für multinationale Konzerne häufig lohnenswert. Allerdings gilt es vielerlei Fallstricke zu beachten. Der Autor stellt nicht nur die Grundlagen dieser Art von Steuerplanung dar, sondern präsentiert Strukturen, die sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler von großem Interesse sind.

Spätestens wenn ein U.S.-amerikanischer Investor einen Gewinn in Deutschland realisiert hat, muss er eine Entscheidung darüber treffen, wie er den Gewinn verwendet. Hierfür gibt es drei Alternativen: Erstens, den Gewinn in Deutschland oder Europa zu reinvestieren, um diesen von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen, zweitens, den Gewinn aus Europa heraus in einen Drittstaat zu leiten, um ihn dort zu investieren und von der U.S.-amerikanischen Besteuerung abzuschirmen oder drittens, die Gewinne in die Vereinigten Staaten zu repatriieren. Für die letzte Option gibt es gute Gründe. Diesen widmet sich das Werk, indem es zwei Dutzend Holdingstandorte analysiert, die eine steueroptimale Repatriierung von U.S.-Gewinnen aus Deutschland ermöglichen.

Die Dissertation wurde mit dem Gerhard-Thoma-Ehrenpreis 2009, dem Rudolf-Haufe-Nachwuchsförderpreis 2009 und dem Esche Schümann Commichau Förderpreis 2009 ausgezeichnet.