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Johann Klinge, Ergebnis in:

Johann Klinge

Ein zukünftiger Altersrentenvertrag unter Wettbewerbsbedingungen, page 166 - 167

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4030-0, ISBN online: 978-3-8452-1426-9 https://doi.org/10.5771/9783845214269

Series: Schriften zur Rechtsbiometrik und zum Alterssicherungssystem, vol. 3

Bibliographic information
166 tigter (ohne Kinder), der im Alter von 35 Jahren einen Riester-Vertrag abschließt, erhält auf diese Weise bis zu einem Alter von 67 Jahren ab dem Jahre 2008 insgesamt einen Betrag von 4932 Euro. Bei einem Anteil von derzeit knapp über 26 Millionen rentenversicherungspflichtig Beschäftigten, die bis 50 Jahre und jünger sind, würden jährlich über 4 Mrd. Euro an Fördergeldern für die Riester-Vorsorge eingespart.641 IV. Ergebnis Der Teilumstieg der umlagefinanzierten Altersvorsorge der gesetzlichen Rentenversicherung durch einen kapitalgedeckten Altersrentenvertrag stellt einen Vorschlag dar wie das "monolithische" umlagefinanzierte Alterssicherungssystem so verändert werden kann, dass es in Form der zusätzlichen Kapitaldeckung für den Wettbewerb teilweise geöffnet werden kann und die zukünftigen demographischen Belastungen vermindert werden können. Das dargestellte Konzept ist einfach, doch können dadurch die Belastungswirkungen und die Entlastungswirkungen eines Umstiegs dargestellt werden. Ferner zeigt es, dass ein Umstieg in verhältnismäßiger Weise möglich ist. vorausgegangenen Kalenderjahr erzielten beitragspflichtigen Einnahmen" i.S.d. SGB VI , der bezogenen Besoldung und Amtsbezüge nach § 10a Abs. 1, S. 1 Nr. 3 und 4 EStG betragen, bezogen auf das Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung von 2450 Euro/Monat. Nach § 2 Abs. 1 Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2006 vom 21. Dezember 2005 (BGBl. I, S. 3627) beträgt die Bezugsgröße im Jahr 2006 29400 Euro/Jahr und 2450 Euro/Monat. 641 Grundlage sind Daten aus der Tabelle 003.00 V RV Versicherungsverhältnis am Jahresende nach Geschlecht und Alter (Altersgruppen) am Jahresende, http://forschung.deutscherentenversicherung.de 167 B. Basisversorgung Unabhängig von der Ergänzung des Umlagesystems durch eine Kapitaldeckung, die sich auf gesetzlich Rentenversicherte erstreckt, kann darüber nachgedacht werden, eine generelle Vorsorgepflicht einzuführen für Einkommensgruppen außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. I. Vorsorgepflicht und Ansparphase ab Geburt So könnte ab einem Stichtag die gesetzliche Verpflichtung zur privaten und kapitalgedeckten Altersvorsorge für alle Einkommensgruppen (Selbständige, Angestellte, Beamte) eingeführt werden, welche eine Basisrente von 800 ! pro Monat (nach heutiger Kaufkraft) ab einem Alter von 67 Jahren zum Ziel hat. Für dieses Sicherungsziel wäre ein monatlicher Beitrag festzulegen.642 Dadurch würde die Altersversorgung von Entwicklungen auf dem Sektor der abhängigen Beschäftigung abgekoppelt. Die in den jeweiligen Sektoren existierenden anderen Altersvorsorgesysteme wie Zusatzversorgungssysteme, die berufsständischen Versorgungssysteme, betriebliche Altersversorgungssysteme müssten nicht umgestaltet werden. Diese können eine zusätzliche Altersversorgung zur Basisversorgung des Altersrentenvertrages darstellen. 1. Verlängerung der Ansparphase spiegelbildlich zum Anstieg der Lebenserwartung Bei der Ermittlung des erforderlichen Beitrags zum kapitalgedeckten Altersrentenvertrag könnte ein Beginn der Ansparphase ab Geburt zugrundegelegt werden.643 Anlaß für diese Überlegung ist die Tatsache, dass auf diese Weise die Ansparzeit zum Aufbau eines Kapitalstocks in der Weise gestreckt wird, dass aufgrund des Zinseszinseffekts nur geringe monatliche Beiträge erforderlich sind, um eine Grundversorgung im Alter zu gewährleisten. Das Konzept reagiert damit auf den Anstieg der Lebenserwartung nahezu spiegelbildlich: Der gesteigerten Lebenserwartung steht eine längere Ansparphase gegenüber. Durch die geringen Beiträge erscheint der Aufbau einer kapitalgedeckten Basisversorgung für alle Einkommensgruppen der Bevölkerung realisierbar. Um diesen Effekt zu veranschaulichen, kann folgendes Beispiel dienen: Bei einer Ansparphase von 67 Jahren kann mit einem monatlichen Beitrag von 26 Euro und einer angenommenen Wertentwicklung von 5 % p.a. und Ausgabeauf- 642 Berechnungen haben gezeigt, dass bei einer angenommenen Verzinsung von 5-6 % p.a. ein Betrag von 22 !/Monat ab Geburt ausreicht,um dieses Sicherungsziel zu erreichen. 643 Vgl. Schwintowski, Grundstrukturen eines zukünftigen Altersrentenvertrages für die Bundesrepublik Deutschland, S. 99.

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Zusammenfassung

Das Buch thematisiert die Herausforderungen der Alterssicherung in Deutschland unter Berücksichtigung des Europarechts. Der Autor beurteilt das System der gesetzlichen Rentenversicherung aus der Perspektive des Europarechts und kommt zu dem Ergebnis, dass der deutsche Gesetzgeber aufgrund der demografischen Veränderungen das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung in einem größeren Maße als bislang auf ein kapitalgedecktes System umstellen muss. Dabei geht er auch auf die ökonomischen Möglichkeiten einer derartigen Umstellung ein. Er zeigt auf, welche Handlungsspielräume der Gesetzgeber hat und untersucht, welche Anforderungen hinsichtlich einer wettbewerblichen Ausgestaltung die kapitalgedeckte Vorsorge erfüllen muss. Mit seinem Werk gibt der Autor einen Einblick in die Probleme der Alterssicherung in Deutschland und kommt dabei zu neuen rechtlichen Schlussfolgerungen.