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Nicole Bettinger, Vorläufiger Regelungsvorschlag in:

Nicole Bettinger

Englische LLP und Anwaltshaftung in Deutschland, page 467 - 467

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4011-9, ISBN online: 978-3-8452-1679-9 https://doi.org/10.5771/9783845216799

Series: Internationales und europäisches Privat- und Verfahrensrecht, vol. 8

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467 VI. Vorläufiger Regelungsvorschlag 1. Grundlegung Nach den bisherigen Feststellungen könnte für die besondere Konstellation der berufsbedingten Haftung der Gesellschafter einer Berufsausübungsgesellschaft aus unerlaubter Handlung sowohl eine alternative als auch eine subsidiäre Anknüpfung in Betracht kommen. Auch wenn nach der hier vertretenen Auffassung die subsidiäre Anknüpfung zu bevorzugen ist, sollen vorläufige Regelungsvorschläge für beide Varianten formuliert werden. 2. Alternative Anknüpfung Die folgende Formulierung wird für eine alternative Anknüpfung, die hypothetisch als Art. 41 a EGBGB einzufügen wäre, vorgeschlagen: Haben sich Angehörige der freien Berufe zum Zwecke der gemeinsamen Berufsausübung in einer Berufsausübungsgesellschaft zusammengeschlossen, unterliegen die aus einem beruflichen Fehler entstandenen Ansprüche aus unerlaubter Handlung gegenüber dem für die Gesellschaft verantwortlich tätigen Gesellschafter entweder dem nach Art. 40, 41 EGBGB geltenden Recht oder dem Recht des Staates, nach dem die Gesellschaft organisiert ist.  3. Subsidiäre Anknüpfung Für eine subsidiäre Anknüpfung, die hypothetisch als Art. 41 a EGBGB einzufügen wäre, wird folgender Regelungsvorschlag formuliert: Haben sich Angehörige der freien Berufe zum Zwecke der gemeinsamen Berufsausübung in einer Berufsausübungsgesellschaft zusammengeschlossen und sieht das gemäß Art. 40, 41 EGBGB auf Ansprüche aus unerlaubter Handlung anwendbare Recht keinen Anspruch auf Ersatz eines aus einem beruflichen Fehler entstandenen Schadens gegenüber dem für die Gesellschaft verantwortlich tätigen Gesellschafter vor, so unterliegen diese Ansprüche dem Recht des Staates, nach dem die Gesellschaft organisiert ist.  VII. Kritische Würdigung und Weiterentwicklung der Kollisionsnorm 1. Einführung Diese beiden allgemein gehaltenen vorläufigen Regelungsvorschläge wurden vorangestellt, um eine kritische Analyse der bisher gewonnenen Ergebnisse zu ermögli-

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Zusammenfassung

Die englische Limited Liability Partnership (LLP) kann für in Deutschland niedergelassene Rechtsanwälte eine attraktive Alternative sein. Die Arbeit untersucht die in der Praxis für solche Anwalts-LLPs relevanten berufs-, haftungs-, gesellschafts- und registerrechtlichen Fragen aus internationalprivatrechtlicher und europarechtlicher Perspektive und vergleicht funktional die LLP mit Partnerschaft und GmbH. Insbesondere erörtert die Autorin die Haftung der LLP-Gesellschafter für Berufsfehler sowie die Frage, welche Normen der BRAO Anwendung finden. Die kollisionsrechtlichen Methoden der Substitution und der Anpassung werden diskutiert. De lege ferenda wird eine Neuregelung für das Kollisionsrecht vorgeschlagen.